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Mai, der Sommer kann kommen. Aussaat, Tomaten pflanzen und genießen

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Lupinen und viele andere ein- und mehrjährige Blütenstars öffenen nun ihre Blüten für die nektarsammelnden Freunde im Garten.
Lupinen und viele andere ein- und mehrjährige Blütenstars öffenen nun im Mai, spätestens im Juni ihre Blüten für die nektarsammelnden Freunde im Garten und das freudige Auge des Betrachters.

Der Wonnemonat Mai ist manchmal gar nicht so «wonnig». Bis Mitte Mai, spätestens zu den Eisheilligen, kann es nochmal richtig empfindlich kalt werden. Das wäre dann der Tod jeder Tomatenpflanze, von Gurken, Zucchini oder Paprika. Daher sollten diese wärmeliebenden Pflanzen erst nach Mitte des Monats hinaus.  Tipps zu den beliebtesten Gemüsesorten, Erdbeerpflanzen und Physalis und was sonst noch so ansteht im Aussaatkalender für den Mai.

 

Aussaatkalender für den Mai

Gesät wird jetzt im Mai auf jeden Fall draußen. Auf meinem Aussaatkalender stehen jetzt Salate, von denen ich alle zwei, drei Wochen ein paar wenige verschiedener Sorten und bis in den Sommer hinein vorziehe. Das hat den Vorteil, dass ich keine Salatschwemme habe, sondern schön nach und nach bis in den Herbst ernten kann. Schaut immer auf die Samentüte, was wie lange gesät werden kann, denn es gibt Sortenunterschiede. Wer übrigens die Aussaat von Kürbis, Zucchini oder Gurken verpasst hat, kann das im Mai noch ganz schnell nachholen.

Genauso kommen jetzt regelmäßig Radieschen in die Erde. Für eine dauerhafte Versorgung säe ich alle 14 Tage, eben so viele, wie wir auch in 14 Tagen essen, eine Hand voll ab und an für die Nachbarn einkalkuliert. Als Faustregel fürs Nachsäen: Ich säe die nächsten Radieschen ebenso wie den Salat nach, wenn die ersten echten Blätter sich ausgebildet haben. Dann sollte es hier keine „Versorgungslücke geben“

Auf der Aussaat-Liste für den Mai stehen zudem immer Karotten, Rote Bete, Lauch, Pastinaken. Bei Pastinaken macht es Sinn, da sie sehr langsam keimen, darüber auch noch Radieschen zu säen. Damit markiert man sich nicht nur die jeweilige Stelle, das Beet oder im sehr großen Topf wird so auch optimal genutzt, da die Radies längst geerntet sind, bevor die Pastinaken richtig in Schwung kommen.

Auch Kohlrabi und andere Kohlsorten können nun noch – Kohlrabi bis Mitte Juli, je nach Sorte – gesät werden. Oder aber man greift auf die nun erhältlichen Setzlinge zurück. Da kauft man so viele wie man Platz hat oder essen möchte und pflanzt dann versetzt so alle paar Wochen wieder neue Setzlinge. Gerade die geliebten Radieschen säe ich übrigens auf einen ein Meter großen Balkonkasten gut verteilt bestimmt so an die 70, 80 Samen. Bedingt schieben sich die kleinen Rübchen gegenseitig auf die Seite, sieht es mir dann allzu eng aus, werden sie einfach augedünnt.

Tipp für alle kleinen Samen und ob man jetzt im Mai aussät, oder später: Die Erde anfeuchten und dann erst aussäen, denn so spült man sich nicht die kleinen Samen durch die Kiste oder das Beet, wenn man alles richtig gut wässern will.

Dill und Borretsch sind gute Partner für Gurken, Basilikum und Petersilie für Tomaten. Auch im Topf.
Gesunde Mischkultur: Dill und Borretsch sind gute Partner für Gurken, Basilikum und Petersilie für Tomaten. Auch im Topf. Schließlich halten Tagetes den Boden unter den Tomaten gesund.

Zudem stehen jetzt noch auf dem Aussaatkalender für den Mai: Buschbohnen, Chinakohl (lohnend für wenig Platz bei viel Salat), teilweise noch Erbsen und Zuckerschoten (sortenabhängig), Knollenfenchel und –Sellerie, Petersilie, die jetzt viel besser keimt, als im Frühjahr, Kartoffeln, Mangold und der ähnlich zu verwendende Pak Choi. Und wer es mal testen möchte: Jetzt im Mai kann man auch die mehrjährigen Artischocken aussäen, dann tragen sie nächstes Jahr. Aber Vorsicht: Werden groß und benötigen Winterschutz!

 

Gemüse im Mai ernten: Lieber kleiner als zu groß…

Für Zeitigsäer und -Vorzieher geht sie dann auch schon los: Die erste Ernte! Früh ausgesäte Salate ode rzeitig ausgebrachte Radieschensamen sind fix im Wachsen und können bei gutem Wetter erstmalig im Mai geerntet werden. Doch: Wann sind Salate, Radieschen und anderes Gemüse erntereif? Tipp zur Größe von Gemüse oder Salat und den Erntezeitpunkt: In den Supermärkten oder auf dem Markt kann das „Grünzeug“ nicht groß genug sein. Muss ich nicht haben, zumal die zarten kleinen Salatköpfe, der eben 10 Zentimeter große Pflücksalat oder das kleine Radieschen – später Rote Bete in Golfballgröße oder kleine Karotten, etc. – viel aromatischer und zarter sind, als die ausgewachsenen. Wer einen XXL-Kopfsalat mit den ledrigen Außenblättern kennt, weiß was ich meine…

Gleiches gilt später übrigens für Gurken oder Zucchini. Die erntet ihr, wann ihr wollt. Eine Mindestgröße gibt es nicht. Nebenbei ist die frühere Ernte sogar vorteilhaft, da dann die Pflanze für mehr Nachschub sorgt.

Radieschen im Mai ernten und regelmäßig nachsäen
Radieschen können wir nun, rechtzeitig im März gesät, im Mai ernten. Ich säe sie so alle 14 Tage, wie Salate übrigens auch. Nicht übermäßig viel, eben so viel wie man selbst essen kann und auch mal Freunden oder Verwandten schenkt.

 

 

Noch ein Tipp zum Ernten von Pflücksalat: Ich pflücke diesen tatsächlich mit den Fingern, so etwa 3, 4 Zentimeter über der Erde und von außen nach innen. So wächst er zum einen kontinuierlich nach und, zum anderen, ist er so im Kühlschrank wesentlich besser haltbar, im Vergleich zu geschnittenem Pflücksalat. Zumindest werden dann die Abpflückstellen längst nicht so schnell braun wie die Schnittstellen. Das hat damit zu tun, dass beim Schnitt wesentlich mehr Zellen zerstört werden, die dann schnell die unschöne Bräunung auslösen.

Nebenbei: Mit den meisten kopfbildenden Salaten kann der Hobbygärtner das auch machen: Blätter von außen pflücken, anstatt komplett zu ernten. Vorteil für Balkongärtner: Mehr Ernte auf kleiner Fläche.

Tomaten, Gurke und Zucchini pflanzen

Gurken, Tomaten, Zucchini, Kürbis und Chili oder Paprika kommen ganz klassisch nach den kalendarischen Eisheiligen, also nach dem 15. Mai ins Beet oder den Topf. Es sei denn, dass die Temperaturen so gar nicht stimmen. Topfgärtner die Platz drinnen haben, könnten in wärmeren Regionen und geschützten Standorten die Pflanzen bereits Anfang Mai eintopfen, vorausgesetzt, man kann die Töpfe auch noch bewegen, die Temperaturen sind auch nachts 2-stellig und man einen geschützten Platz für sie (Garage, Keller, Gewächshaus, Schuppen, o.ä.). Das ist wichtig, falls es doch nochmal kalt wird.

Der Wachstumsvorteil ist immens. Das habe ich in der Vergangenheit und wenn das Wetter passte so praktiziert. Klappte wunderbar. Auf keinen Fall sollte es für diese Pflanzen aber kälter als 10 Grad werden. Dann müssen sie wieder rein.  Bei gerademal 10 Grad (auch nachts dringend beachten!), was vorletztes Jahr vorkam, wurden im Muhvie-Topfgarten die Tomaten dann schnell mit einer doppelten Lage Vlies für 2, 3 Tage eingewickelt, Paprika und Chili kamen in das Gewächshaus. Dann hatte es das Wetter wieder gut mit ihnen gemeint. Wer allerdings nicht peinlichst genau kontrollieren, messen und im Zweifelsfall agieren will, bitte abwarten bis nach dem 15. Mai oder eben etwas später. Denn: Ein Restrisiko bleibt und reinstellen wäre besser, als die Vliesmethode.

Im Beet sollte man Tomaten und Co. aber nicht vor dem 15. Mai pflanzen. Oder gar später, wenn es das Wetter einfach nicht gut mit uns meint.

Das mit den Eisheiligen…

Zu den Eisheiligen habe ich übrigens eine interessante Untersuchung aus Österreich entdeckt. Diese untersuchte die Temperaturaufzeichnungen der Klimadatenbank und kam zu einem erstaunlichen Ergebnis: Kälteeinbrüche in Mitteleuropa sind eher für den Zeitraum zwischen dem 20. und 25. Mai notiert worden. Wenn der Artikel interessiert, hier auf Proplanta nachzulesen. http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Umwelt/Die-Eisheiligen-Oft-verlaesslich-aber-selten-frostig_article1399711499.html

Wie man die Tomaten, Gurken oder Zucchini am besten pflanzt und was ihnen den Start erleichtert, erklärt der Beitrag Tomaten pflanzen im Garten und auf dem Balkon, natürlich düngen und vor Krankheiten schützen.

Obst im Garten und auf dem Balkon: Erdbeeren & Physalis

Für Obst gilt es nun genauso, sich rechtzeitig mit den Wunschpflanzen einzudecken. Mein Favorit: Die als Früchte gekauften, im Handel sündhaft teuren, sehr vitaminreiche Physalis oder Kapstachelbeere. Denn die Pflanze ist super für ein sonniges Beet oder gar Töpfe geeignet (30 Zentimeter Durchmesser oder mehr) und von einer Pflanze erntet man ein Kilo und mehr der leckeren Früchte. Aber Vorsicht: Gut gedüngt wachsen einem die Physalis sprichwörtlich über den Kopf.

Was ich übrigens nicht oft genug betonen kann: Die Effektivität eines Hochbeetes! Mehrere Jahre haben wir nun Unmengen an Gemüse und Salat aus den lediglich zwei Quadratmetern geerntet. Und wie ich gerade jetzt im Frühjahr merke: Mit einem kleinen Trick bleibt das Hochbeet schneckenfrei. Wie das geht und wie man ein Hochbeet selber bauen kann, eine Anleitung zum Hochbeet bauen. (Edit: Seit 2017 haben wir im neuen Garten ganze 10 m2 Hochbeetfläche. Das ist, abgesehen vom Topfgarten, unsere komplette Gemüseanbaufläche. Und da geht jede Menge, ich werde berichten.)

Wer das nicht möchte: Der sogenannte VegTrug ist wohl sehr sinnig. Durch die V-Form benötigt man weniger Erde und man kann es einfach überall aufstellen. EIn Freund ist jedenfalls begeistert davon.

Fragen? Einfach im Kommentar, per Mail an redaktion (at) muhvie.de oder direkt auf der Facebookseite melden.

Text & Fotos (c) Jürgen Rösemeier-Buhmann

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2 Antworten

  1. rönnefahrt
    | Antworten

    kann ich schon zucchini Tomaten kürbis raus Pflanzen und Tagetes eisblumen Geranienen auch schreiben sie mir eine mail zurück danke

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Wenn die Pflanzen an die Außentemperaturen (ein paar Tage/eine Woche draußen zumindest tagsüber abhärten) gewöhnt sind und man nicht gerade im Bergland lebt, dann geht das diese Woche. Die Blühpflanzen sowieso. Ich warte noch die nächsten 2, 3 Tage ab, dann kommen Gurken, Tomaten, Zucchini und Melone (oder auch Kürbis) in Töpfe und ins Beet.

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