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Topfgarten und Gemüsebeet im Juni: Die Ernte, das Aussäen und die Blütenpracht genießen

Gartenarbeit im Juni und Aussaatkalender im Juni
Gartenarbeit im Juni und Aussaatkalender: Im Ausssatkalender für den Juni stehen noch jede Menge Leckereien, aber es darf auch endlich so richtig geerntet werden. Karotten, wie viele andere Gemüsesorten, ernte ich gerne jung und knackig. Radieschen und Salate werden jetzt genauso wie Salat fleißig geerntet und alle paar Wochen nachgesät. Klingt etwas gruselig jetzt in der Zeit, in der wir noch auf den Sommer warten, aber auch den ersten Herbstsalat, Endivien, Radiccio und den tollen Zuckerhut, kann man jetzt bereits Mitte Juni und bis etwa Ende Juli aussäen. Hier ist das Zeitfenster leider echt kurz.

Eben hatten wir noch einen der deprimierendsten Winter, an dem es oft gar nicht richtig hell wurde, dann ein trübes, teils zu kaltes Frühjahr und jetzt im Juni grünt und blüht es in der Natur, in den Beeten und auf dem Balkon. Sind die Pflanzen bis dato richtig gut gewachsen – oder machen es spätestens jetzt im Juni mit seinen langen Tagen – dann sind wir Topf- und Beetgärtner in der Pflicht. Ernten, nachsäen, Herbstsalate ab Mitte Juni säen und die geliebten Starkzehrer wie Tomaten, Gurken und Zucchini regelmäßig düngen. Die Aussaat im Juni und was wir sonst noch so im grünen Reich machen können und sollten.

Ernten und aussäen im Juni im Topfgarten und im Beet

Haben die Radieschen, die im März ausgesät wurden schier unendlich lange auf sich warten lassen bevor wir ernten konnten, dann geht dies jetzt deutlich schneller. Wärme – im Topf wie im Gemüsebeet –, und nicht minder wichtig, viel, viel Licht durch die länger werdenden Tage, beides lässt jetz nicht nur die geliebten Radieschen viel schneller wachsen. In günstigen Lagen sind da Radieschen schon nach vier Wochen erntereif.

Ich betone es immer wieder gerne. Gemüse sollte man lieber kleiner als zu groß ernten. Da schmeckt Frischgeerntetes einfach nochmal besser. Dafür dann rechtzeitig wieder nachsäen. Da dann auch nicht allzu viel. Bei den Radieschen wird beispielsweise nachgesät, sobald sich die ersten richtigen Blätter (nach den Keimblättern) zeigen, beim Pflücksalat, wenn die ersten drei, vier Blätter das Licht der Welt entdeckt haben. Und wer Setzlinge kauft, auch dann rechtzeitig für Nachschub sorgen. Zum Nachsäen kann man auf die geernteten Lücken säen beziehungsweise die Setzlinge setzen. Dabei ausreichend, aber nicht übertrieben, Platz zum Nachbarn lassen. Stellt Euch einen ausgewachsenen Salatkopf vor, so viel Platz sollte schon sein. Alleine wegen des Gießens, aber auch weil sich gerade beim Salat gerne dann der Schimmel namens Botrytis breitmacht.

Im Topfgarten ist es am einfachsten, abgeerntete oder noch in Wartestellung befindliche Töpfe oder Blumenkästen in Rotation zu verwenden. Je nach Salatkonsum reichen beispielsweise drei einen Meter lange Balkonkästen, um sich vom Frühjahr bis Herbst mit Salat zu versorgen. Ist der eine (fast) abgeerntet, der zweite gerade im Kommen, dann wird wieder ausgesät.

 

Im Juni kann man bei zeitiger AUssat bereits vieles ernten. Einer meiner Favoriten: Die knackigen Zuckerschoten. Normalerweise grün, gibt es sie auch in gelb (besonders zart die englische Sorte "Golden Sweet") oder gar rot. Sieht schick aus, kurz blanchiert ist die Farbe aber weg. Ganz fixe können diese Leckerei, gelingt auch gut im Topf, jetzt im Juni noch zu Aussaat bringen).
Im Juni kann man bei zeitiger Aussat bereits vieles ernten. Einer meiner Favoriten: Die knackigen Zuckerschoten. Normalerweise grün, gibt es sie auch in gelb (besonders zart die englische Sorte „Golden Sweet“) oder gar rot. Sieht schick aus, kurz blanchiert ist die Farbe aber weg. Ganz fixe können diese Leckerei, gelingt auch gut im Topf, jetzt im Juni noch zu Aussaat bringen).

Jetzt kann man auch bereits an den Herbst denken. Was man sonst im Juni, Juli so gar nicht gerne macht, macht im Gemüseanbau aber durchaus Sinn. Herbstsalate wie der Endiviensalat oder – meine Favoriten – der Zuckerhut und Radicchio (beide sind bedingt frosthart wie auch Ruccola), aber auch der robuste Pak Choi, die gesunde Rote Beete, Chinakohl oder Knollenfenchel, Ruccola und Karotten, selbst Kürbis wie der leckere Butternut (letzte Möglichkeit) können jetzt ausgesät werden. Auch späte Bohnen oder Zuckerschoten können im Junigarten noch in die Erde. Letztere im Topf anzubauen, ist einen Versuch wert. Tipp zur Aussaat: Schaut immer auf die Empfehlungen auf der Packung! Denn: Ich habe beispielsweise Zuckerschoten, bei denen es auf der einen Packung heißt ‚bis Mai aussäen‘ (gilt auch für manche Knollenfenchelsorten), auf der anderen ‚bis Mitte Juli‘.

Tomaten im Topf und im Garten richtig pflegen: Ausgeizen, düngen und richtig wässern

Als Faustregel gilt: Sobald die Tomaten ihre ersten Blüten zeigen heißt es, neben dem regelmäßigen, wetterabhängigem Gießen, die üppig wachsenden Pflanzen auch zu düngen. Es gibt spezielle Biogemüse- oder Tomatendünger, die hierfür einmal die Woche eingesetzt werden dürfen. Ich habe zum Düngen der Tomatenpflanzen eine Brennnesseljauche (aus fertigen Biopellets oder Pulver erhältlich wie diese Basis für Brennnesseljauche: NEUDORFF Brennnessel Pulver) angesetzt.
Dies fördert dank dem enthaltenen Stickstoff das Pflanzenwachstum. Wer nicht gerade auf dem Land lebt wird, dem wird der Geruch etwas unsanft in die Nase ziehen, aber das vergeht auch wieder recht schnell.

So Mitte, Ende Juli starte ich dann die Tomaten mit Beinwellsud zu düngen. Beinwell (auch als Pulver zum Ansetzen erhältlich wie dieses hier: Kräutergarten Beinwell) fördert die Bildung besonders aromatischer Früchte. Auch Gurken, Zucchini und Kürbis, alles Starkzehrer, sind über eine wöchentliche Düngergabe sehr erfreut. Gerne auch erst Brennnesseljauche und dann Beinwell. Hat man weniger Gemüsepflanzen, dann würde ich jetzt keine Jauchen ansetzen. Ein flüssiger Tomatendünger – empfehle da Bioqualität, da die Dünger dann organischer und nicht synthetischer Herkunft sind (wie dieser hier: Naturen Bio Tomaten und Kräuter Nahrung) – reicht hier völlig aus. Denn kann man ab Juni auch dem Kohl geben, wohingegen die genügsamen Radieschen oder schwarzehrender Salat sowie Bohnen oder Erbsen keinen Dünger benötigen. Denn gerade die Letzteren bilden den wichtigen Stickstoff in den Wurzeln selbst. Clevere Pflanzen…

Auch können nun an den Tomatenpflanzen die unteren Blätter entfernt werden, sofern sich die erste Rispe ausgebildet hat. Dies hat zum einen den Zweck, dass die Tomaten mehr Energie in das Wachstum und vor allem in die geliebten Früchte investieren. Zum anderen kann so Krankheitsanfälligkeit minimiert werden und man muss beim Gießen nicht mehr schauen, dass die unteren Blätter nicht nass werden, was es Krankheitserregern wie der Kraut- und Braunfäule sehr leicht macht.

Zum Entblättern der Tomaten ein paar Zentimeter vom Haupttrieb entfernt mit einem scharfen Messer einfach die Blätter entfernen, wie erwähnt, bis maximal zur untersten Blütenrispe. Und Apropos entfernen. Regelmäßiges Entgeizen an aufrecht wachsenden Tomaten nicht vergessen. Einfach den frischen Austrieb in den Blattachseln mit den Fingerspitzen ausknipsen. Denn die Geiztriebe wachsen viel stärker als der Haupttrieb, schwächt so die Pflanze und nebenbei wird sie auch noch schwer zu bändigen. Eine Anleitung gibt es hier: Tomaten ausgeizen und Blätter entfernen.

Aussaat und Gartenarbeit im Juni Schnittlauch Samen sammeln
Blüht Euer Schnittlauch auch im Juni? Der Biene scheint der Nektar zu munden und auch im Salat schmecken die würzigen Blütten hervorragend. Tipp: Vorher ausschütteln. Bald sind die Blüten soweit, dass sie kleine schwarze Samen bilden. Zeit, um die ersten Samen im Garten zu sammeln. Denn nicht nur durch Teilen – was man jetzt machen kann – sondern auch durch Samen könnt ihr den eigenen Schnittlauch vermehren. Und müsst keinen mehr kaufen. Ist er richtig üppig, dann kann man den gehackten Schnittlauch jetzt schon nach und nach für den Wintervorrat einfrieren.

Mal vergessen einen Geiztrieb zu entfernen oder ihn übersehen? Halb so schlimm. Ist er etwas arg dick geworden, dann auch hierfür ein scharfes Messer nehmen und, sofern Platz vorhanden ist: Den Geiztrieb einpflanzen oder in einem Glas Wasser Wurzeln ziehen lassen. Dies wächst meist sehr gut an und ergibt eine neue Tomatenpflanze. Zum Nulltarif. Tipp: Der Geiztrieb lässt schnell die Flügel, sprich die Blätter hängen. Ist wohl der erste Schock. Das gibt sich aber nach ein, zwei Tagen. In den Schatten gestellt vielleicht sogar noch besser.

Richtig gießen auf dem Balkon

Zu viel, zu wenig oder zu spät gegossen. Weniger ein Garten- aber sehr wohl ein Topfgartenproblem. Erst Recht bei allzu hohen Temperaturen und in sehr sonniger Ausrichtung. Ideal ist es, morgens den Topfgarten zu gießen und dann die Kannen gleich wieder zu füllen. Dann hat man das Wasser erstens abends gleich griffbereit, sollte es doch zum Hitzschlag im Topf gekommen sein und die Pflänzchen sind arg in Mitleidenschaft gezogen. Zweitens vermeidet man den Schock des kalten Wassers nach einem mehr oder minder warmen Tag. Wir Menschen stellen uns schließlich auch nicht gerne unter die kalte Dusche und mögen das Duschwasser auch eher etwas temperiert. Tipp zu den krankheitsempfindlichen Tomaten, Gurken und Zucchini: Wenn möglich immer morgens gießen. Das verringert die Krankheitsanfälligkeit. 1. durch nasse Blätter und 2. durch die Verdunstungsfeuchtigkeit der Erde.

Genereller Tipp zum Gießen im Topfgarten: Man steckt einfach mal den Finger in die Topferde und testet die Feuchtigkeit. Denn nur weil sie oberflächlich trocken scheint, kann sie kurz unter der Oberfläche trotzdem feucht sein. Dann muss ein Gießen nicht unbedingt sein. Dies ist insbesondere sehr ratsam bei Zucchini, Gurke und Tomate.

Chili und Paprika übrigens nicht zu sehr mit Wasser verwöhnen. Sie kommen auch mit weniger Wasser zurecht, wachsen dann sogar besser und tragen mehr Früchte. Und Tomaten, sofern es nicht sengend heiß ist, werden dieses Jahr nur alle zwei, drei Tage gegossen. Denn ein Test englischer Gärtner ergab, dass sie dann viel aromatischere Früchte tragen und auch keinesfalls weniger, wenn sie nicht täglich gegossen werden. Lieber auf einmal mehr, dafür seltener.

Blüte Fingerhut im Juni und Gartenabreit im Juni
Auch das Blumenbeet erwacht spätestens im Juni. So wie hier der apricotfarbene Fingerhut. Da Fingerhut eine zweijährige Pflanze ist, die nach der Blüte meist abstirbt, kann man wie folgt verfahren, um für Nachschub zu sorgen: Samen nach Ende der Blüte sammeln – pro Pflanze gibt es Tausende – und sogleich wieder aussäen. Dadurch bilden sie dieses Jahr noch grün und blühen recht zuverlässig im nächsten wieder. Das Pflanzen der Setzlinge geschieht dann noch im Herbst.

Tipp für das Wochenende außer Haus oder den Urlaub im Juni: Da Töpfe glücklicherweise flexibel sind, sollte man sich, sofern wirklich warme Temperaturen – oder auch Sturm – angesagt sind, kurz die Zeit nehmen und die Töpfe so schattig wie möglich platzieren. Ideal ist es natürlich dann noch, wenn die nette Nachbarin nach dem Rechten schaut – Tipp: gratis ernten, aber nicht roden lassen – und idealerweise auch mal die Gießkanne schwingt. Oder man hat eine mechanische Gießhilfe, die vom Tonstecker für Wasserflaschen reichen, bis hin zu Tropfschläuche, sofern ein Wasserhahn vorhanden ist.

Weitere Tipps rund um die richtige Bewässerung gibt es hier.

Ach und: Denkt bitte spätestens jetzt im Juni (Topf-)Garten daran, dass die Tomaten lange Stangen benötigen. Wie man sie selbst im Topfgarten bombenfest bekommt, Tomaten Pflanzen im Topf und wie man sie richtig fixiert. nochmal der Link zu der Fixierung im Muhvie.de-Garten.

Frohes Junigärtnern und genießt das eigene grüne Reich. Wie groß es auch sein mag…

Fragen?! Einfach mailen an redaktion at muhive!

Fotos und Text: © Jürgen Rösemeier-Buhmann

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