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Das beste Gemüse für Anfänger, bei wenig Zeit und auch für den Topfgarten

Gemüsegarten auf engstem Raum und selbst auf dem Balkon oder im Topf: Die besten Gemüse
Gemüsegarten auf engstem Raum und selbst auf dem Balkon oder im Topf: Die besten Gemüsesorten, die auch dem Anfänger eine gute Ernte bescheren. Die Karotte habe ich außen vor gelassen, da sie sehr langsam wächst und Schädlinge anziehen kann – heißt aber nicht, dass man sie mal ausprobieren sollte -, dagegen gehören Radieschen definitiv zum einfachsten, was jeder anbauen kann. Gelingen selbst im Blumenkasten.

Mehr und mehr Menschen sehnen sich nach dem eigenen Gemüse, dem frischen Salat oder duftend-würzige Kräuter, saftige-reife Tomaten oder knackige Gurken aus dem eigenen Anbau. Diese und andere Gemüsesorten anzubauen ist auch gar nicht so schwer, selbst wenn man nicht besonders viel Platz hat oder sich als blutigen Anfänger sieht. Was man so alles im größeren oder kleinen Gemüsegarten anbauen kann – Leckeres „Grünzeug“ mit Gelinggarantie, selbst für Anfänger-, Wenigplatz- und Keinen-Grünen-Daumen-Gemüsebauern.

Vorab für die Topfgärtner: Alles was nicht allzu tief wurzelt und in unserem Klima wächst, gedeiht auch im Topfgarten. Sind es wärmeliebende Pflanzen, dann gedeihen sie im Topfgarten meist sogar besser, wie Tomaten im Topf oder Gurken und Zucchini. Die drei Letzteren haben wir vornehmlich im Topf und sind begeistert. Weitere Tipps hierzu am Ende des Textes.

Fortgeschrittenen- und Anfängergemüse: Das kann jeder

Selbst ohne den vielbeschworenen grünen Daumen lässt sich viel leckeres Grünzeug im Garten und selbstredend auch auf dem Balkon oder im Topfgarten anbauen. Salat in allen Variationen wächst sogar selbst im Blumenkasten. Hierzu 5 oder 6 Salatsetzlinge – selbstgezogen von Ende Januar bis September oder gekauft und von Batavia- bis Kopfsalat – auf einen Meter Blumenkasten setzen und nach 8 – 10 Wochen, im Frühjahr vielleicht etwas später, kann geerntet werden. Am einfachsten sind hier die verschiedenen Pflücksalate im Anbau, deren verschiedene Sorten man selbst und wirklich einfach aus Samen ziehen kann. Pflücksalat daher, da man von außen mehrmals nacheinander Blatt für Blatt ernten, also pflücken kann. Werden hier die Blätter übrigens geschnitten, dann halten sie wesentlich kürzer. Der Grund: Zumindest die Schnittstelle wird aufgrund der zerschnittenen Zellen weitaus früher braun. Gepflückt passiert dies eher nicht.

Der beliebte Rucola oder die Rauke, sind ebenfalls schnell aus Samen gesät und deren Ausbeute selbst auf kleinstem Raum absolut okay. Apropos Salat, werden im Spätjahr Töpfe frei kann darin auch der beliebte Feldsalat gesät werden. Wobei die kältetoleranten Asiasalate (eigentlich ein Kohl, dessen Blätter roh und ganz kurz, keine Minute, gedünstet herrlich würzig schmecken) oder der knackige Endiviensalat – aus Setzlingen oder im Juni/Juli gesät – mehr Ernte einbringen.

Ideal für den Anfänger in Sachen Gemüsegarten und genauso für den Topfgarten, noch dazu vergleichsweise schnell wachsend sind die unterschiedlichen Sorten an Radieschen, die von März bis September – auf die Angaben der Samenpackung und –Sorte achten und nicht unbedingt sehr lange Sorten wie China Rose – in die Erde können. Diese säe ich bereits Ende Februar im überdachten Hochbeet und im März im Blumenkasten aus. Man muss sich bei Radieschen übrigens nicht an die Aussaatempfehlungen was den Samenabstand angeht achten. Ich säe bis zu 80 Radieschensamen in einem nur einen Meter langen Blumenkasten. Gut verteilt, zu jedem Samen etwas Platz lassen und die größten regelmäßig ausdünnen.

Wer Spinat mag, der sollte mal Mangold im Eigenanbau testen. Toll an Mangold aus Samen: Es gibt ihn mit weißen, gelben, orangen und roten Stielen, wodurch er selbst im Blumenbeet keine Fremdkörper ist, wäre woanders kein Platz. Wie beim Pflücksalat die bis zu 30, 40 Zentimeter langen Blätter mitsamt Stiel abernten und zubereitet wie Spinat – die Stiele klein schneiden und (langer als die Blätter) andünsten oder jung in den Salat, eine lecker-gesunde Augenweide. Ähnlich verwenden kann man das Asiagemüse Pak-Choi oder Tatsoi, welche zum einen recht kältetolerant sind und ebenfalls sehr schnellwüchsig sind. Beide schmecken wiederum als junges Blatt roh sehr lecker.

Erbsen, Zuckerschoten und Bohnen sind mit die effektivsten Anfänger-, Wenigplatz- und Keinen-Grünen-Daumen-Gemüsesorten, die man unbedingt ausprobieren sollte. Eines meiner Lieblingsgemüse sind die Zuckerschoten. Diese kann man, je nach Sorte, von März bis Juni säen. Versetzt, ob im Topf oder Beet immer ein paar Reihen anbauen, also so alle 3, 4 Wochen zu säen, beschert einem eine Ernte bis in den Sommer. Ganz kurz blanchiert als Salat angemacht, in der Gemüse- oder Asiapfanne, sie schmecken einfach lecker. So wie auch die eigenen Erbsen oder Bohnen. Letztere sind besonders ergiebig und sortenreich, können, wieder je nach Sorte bis in den Spätsommer in die Erde. Alle drei Gemüsesorten benötigen eine Rankhilfe, auch das Anhäufeln um etwa 10 Zentimeter nachdem sie etwas gewachsen sind, ist kein Fehler.

Nicht so ergiebig, aber so lecker und einfach im Anbau: Kohlrabi. Bei engen Raumverhältnissen oder im wirklich großen Topf/Kübel kann man auf die Sorte „Superschmelz“ setzen. Diese Sorte wird richtig groß, gerne mal auch ein Kilo schwer, ohne selbst über Wochen holzig zu werden. Der frühe Anbau – ab März – reduziert etwas die Gefahr des Befalls von Kohlweißlingslarven. Kleine grüne Raupen, die zunächst als Eier auf der Unterseite gelegt werden und sich dann durch das Kohlsortiment mit großem Appetit fressen. Tipp gegen Kohlweißlinge: Wer gleichzeitig Tomaten anbaut, kann Geiztriebe dieser regelmäßig zu seinem Kohl legen. Der intensive Geruch lenkt den Kohlweißling erfolgreich ab. Das habe ich irgendwan mal gelesen, ausprobiert und: es funktioniert hervorragend. Optional: Kohl zu Tomaten pflanzen ist auch eine Lösung.

Und dann sind da noch die geliebten Gurken und Zucchini und natürlich die saftigen und sonnenverwöhnten Tomaten. Alle drei sind etwas kniffeliger, gelingen aber sowohl im Topfgarten wie im Beet. Weiterführende Links: Gurken und Zucchini im Topfgarten, Tomaten selber ziehen ganz einfach und was beim Anbau von Tomaten im (Topf-)garten zu beachten ist.
Für die Anzucht verwende ich übrigens immer praktische Anzuchtschalen. Sie sind langlebig und vielseitig das ganze Jahr einsetzbar. Ob mit Deckel – die mag ich besonders – oder auf drei Ebenen nicht nur bei wenig Platz, sinnvoll sind sie alle. Tipp, wenn man mehr anbaut und regelmäßig nachsät: Diese sehr sinnvolle Stabile Anzucht- oder Multitopfplatte mit 54 Pflanzlöchern + Untersetzer. DIe nutze ich seit 2 Jahren fast ganzjährig.


Fragen oder Anregungen? Einfach eine Mail an redaktion (at) muhvie.de schicken.

Text und Fotos: (c) Jürgen Rösemeier-Buhmann

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4 Antworten

  1. Tina
    | Antworten

    Das Gemüse sieht richtig lecker aus. Die Ernte ist bei mir auch mal besser und wieder was schlechter !!! So ist es eben !!
    Viel erfolg für die folgenden Ernten
    Tina

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Tina,
      lieben Dank und ja, so ist das mit dem Gärtnern, wobei die hier genannten Gemüsesorten fast keinen Kummer bereiten und meist sehr gut wachsen. Auch bei Anfängern. 🙂 Grüße Jürgen
      P.S. für Affiliate-Links gerne per Mail melden 😉

  2. Tine
    | Antworten

    Hallo! Super Tipps und Anleitung! Was meinst du, was man im Nordgarten so anbauen kann? Also maximal 5 volle Stunden Sonne..ich mache das auch in Töpfen. Tomaten habe ich einige geerntet letztes Jahr. Und eine Frage zur Erde: Mutterboden?
    Liebe Grüße

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Tine,
      lieben Dank für das Lob 🙂 Also, letztlich geht da Vieles. Wie du selbst schreibst hast du selbst einige Tomaten geerntet. Alles was Wärme liebt (Zucchini, Tomaten, Gurken oder Paprika) kommt weniger üppig in der Lage und die Ernte ist eher spärlich. Was gut kommen sollte: Salate, Radischen, Mangold, Spinat, Rote Beete, Kohlsorten, Ruccola, Radieschen, Karotten, Schnittlauch, Petersilie. Mediterrane Kräuter werden den Standort weniger mögen, geht aber auch, wenn sie nicht ständig „nasse Füsse“ haben. Wir haben im Halbschatten einen Rosmarin, der ist mit den Jahren jetzt über 1,5 m groß. Dann die Erde durchlässiger etwa mit Sand zu machen könnte helfen… Alles was Gemüse aus Blüten bildet (wie Bohnen oder Erbsen) würde ich nicht setzen, es sei denn am allersonnigsten Standort mal testweise. Du wirst da generell weniger üppige Ernten einfahren (nehmen wir jetzt mal die Karotte), aber lohnenswert ist es allemal. Zumal klein und jung geerntet eh vieles besser schmeckt 🙂 Karotten gibt es bei uns z. B. bereits, wenn sie fingerlang sind. Schmeckt viel besser. Ach ja, und Brunnenkresse, das urgesunde und leckere Kraut… gedeiht sogar im Schatten, mag es nur sehr feucht, was du mit deinem Topfanbau sehr gut steuern kannst. Und: Mutterboden ist gute fruchtbare Erde, die man ausbringen kann, oder was meintes du?

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