Hochbeet selber bauen: Anleitung für „klein, aber oho“-Beete

80 x 1,20 Meter und trotzdem geht so Einiges. Mit so einem schnell selbst gebauten Hochbeet kann man Vieles anbauen. Regelmäßig nachgesät - ein kleiner Gärtnertraum das ganze Jahr.
80 x 120 cm und trotzdem geht so einiges. Mit so einem schnell selbst gebauten Hochbeet kann man viele Gemüsesorten anbauen. Regelmäßig nachgesät – ein kleiner Gärtnertraum das ganze Jahr. Hier: Drei Wochen nach der Aussaat, v.l.: Rauke, noch sehr kleine Karotten, Pflücksalat, Radieschen, Karotten, Radieschen, Karotten, Radieschen. Die Radieschen sind so fix im Wachstum, wenn sie abgeerntet sind, dann hat das andere Grüne genügend Platz zum Wachsen.

Ein Hochbeet selber bauen ist einfach und schnell gemacht. Hier ist nicht die Rede von der rückenschonenden Variante von Hochbeet, die ich auch bereits gebaut habe, sondern den kleinen aber feinen Hochbeete, die 20 bis 40 Zentimeter groß sind und mit denen der Gärtner so viel anstellen kann. Sie sind sehr effektiv, baut man mehrere auf, dann kann man die Aussaat wunderbar rotieren lassen, die kleinen Hochbeete können überall stehen und bieten gegebenenfalls auch noch Schneckenschutz. Und das Tolle: Mit wirklich nicht sonderlich viel Geschick ist so ein Hochbeet schnell gebaut. Zu geringen Kosten.

 

Neulich im Baumarkt: Herbstlicher Ausverkauf von Terrassendielen in hochwertiger Douglasie zum halben Preis. Die Zeit zuzuschlagen, denn ein, zwei kleine Hochbeete sollten noch an ein sonniges Plätzchen im Garten. Zumal die Schnecken dieses Jahr echt eine Plage waren und außer Zuckerhut und Radicchio kein Salat in den Gemüsebeeten die Erntezeit erlebte. Die Lösung war die intensive Nutzung des großen Hochbeetes – hier die Anleitung um ein richtig großes Hochbeet zu bauen – und der Topfgarten. Nun gibt es als Ergänzung: 2 kleine, schnell gebaute Minihochbeete, die richtig effektiv sind.

 

Was man vorher bedenken sollte und wie man so ein Hochbeet, oder gleich mehrere davon, schnell und einfach baut.

Vor dem Hochbeet bauen: Die Basics und der Nutzen der Hochbeete

 

Ein Hochbeet kann unterschiedlich hoch sein, ideal ist es so 20 bis 40 Zentimeter hoch. Die Länge richtet sich nach dem Platz, in der Tiefe sollte man ein Hochbeet allerdings so bauen, dass man von allen Seiten – oder vielleicht nur einer, wenn es aus Platzgründen nicht anders geht – zum säen, Setzlinge setzen und zum Ernten mühelos an jeden Winkel des Hochbeets gelangt. Denn: Reintreten will man ja nicht, sondern den Platz maximal ausnutzen. Es sei denn, die selbstgebauten Hochbeete sind so großzügig geplant, dass man einen Weg integriert.

 

Kleiner bereichert ein Hochbeet den Balkongarten, größer vielleicht den Topfgarten, das Gartenbeet sowieso. Wer im Topf- oder Balkongarten so ein Hochbeet plant, sollte ein wasserdurchlässiges Unkrautvlies sicher und fest daran fixieren, was im Garten nicht nötig ist.

 

Einer der vielen Vorteile eines kleinen Hochbeets: Befüllen wie man möchte, sind es mehrere, dann kann man das Gemüse rotieren lassen. Aber auch für Blumen jeder Art ist ein selbstgebautes Hochbeet eine tolle, optisch ansprechende Möglichkeit, sein Blütenmeer zu pflanzen. Beim Hochbeet befüllen kann man für Starkzehrer Kompost einarbeiten, für genügsame mediterrane Kräuter dagegen die Erde recht mager halten. Mager heißt: Den Grund mit Kies oder Spilt auffüllen für einen guten Wasserabzug und die Erde mit einfachem Sand mischen. Denn dies entspricht den ursprünglichen Bodenbedingungen in ihrer Heimat, ein Umstand, den sie durch starkes oder gesundes Wachstum danken.

 

 

Auch bei sehr lehmigen oder anderweitig ungüsntigen Böden kann ein selbstgebautes Hochbeet von Vorteil sein. So wie in meinem Beispiel ist der lehmige Boden für Karotten oder Pastinaken spätestens bei der Ernte wirklich nicht so ideal, denn der Boden wird im Lauf der Saison so fest, dass das eine oder andere Wurzelgemüse auch mal bricht. Kein wirklicher Beinbruch, aber mal schauen wie dies im Hochbeet funktioniert.

 

Zudem kann man an dem selbstgebauten Hochbeet einen effektiven Schneckenschutz anbringen, Kupferband oder Kupferdraht. Letzterer sollte allerdings nicht so dünn sein, denn sonst interessiert ihn die Schnecken so gar nicht, wie ich hier an den beiden Hochbeeten feststellen musste.

 

Um das eigene Hochbeet zu bauen braucht es nicht viel, wie es wirklich einfach geht: Siehe Bildergalerie. Viel Spaß beim Nachbauen und der Obst-, Gemüse- oder Blumenpracht. Und die Kosten? Trotz Douglasie kostete das Material für ein Hochbeet lediglich 10 Euro. Es gehen auch günstigere Holzarten, kesseldruckimprägniert (wenn möglich nicht auf Kupferbasis) sollten sie schon sein. Denn dann halten sie ewig und man kann auf eine Plastikauskleidung verzichten.

Edit: nach einem Jahr Anbau darin: Super effektiv, der mehrfach darum gewickelte Kupferdraht hält jedoch die Schnecken nicht ab. Da hilft eher selbstklebendes Kupferband (2 cm breit), welches am anderen Hochbeet super funktioniert. Tipp: Dieses zusätzlich mit Grampen fixieren.

Idee, Bilder & Text: (c) Jürgen Rösemeier-Buhmann

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6 Gedanken zu “Hochbeet selber bauen: Anleitung für „klein, aber oho“-Beete

  1. hallo jürgen.
    habe mir für den balkon ebenfalls ein kleines hochbeet zusammengebaut (aus 2 alten europaletten), jetzt bin ich am überlegen wie ich das befüllen soll/will…
    zum einen, sollte die unterste schicht auch laub/gehölz sein? oder einfach wie in normalen töpfen, tonscherben und blähton rein?
    dann die frage kompost rein, ja oder nein? hängt wahrscheinlich davon ab was man anpflanzt, schätze ich mal. denke ich werde hauptsächlich salate, radieschen etc rein machen. evtl auch paar salate, die im winter draussen bleiben können.
    und dann noch dein hinweis mit dem unkrautvlies. hab ich nicht wirklich verstanden, wo das hin soll..!? :-S
    vielen dank schonmal und auch immer wieder danke für deine tollen tipps die du hier von dir gibst!!
    grüße und schönen sonntag noch!
    ralph

    1. Hallo Ralph,
      vielen Dank für Deine lieben Worte und dass Du stets passende Tipps hier auf Muhvie.de findest! Das Unkrautvlies ist als Unterlage gedacht und als Maßnahme, dass Dir die Erde nicht „davonläuft. Oder wie hast Du letztlich das Ganze konstruiert. Nein, das Laub benötigst du nicht. Bot sich bei mir nur im Herbst an. 😉 Die Drainageschicht aus Blähton o.ä. ist eine gute Idee! Kann ich nur zustimmen.
      Wenn Du Radieschen und Salat darin anbuast, dann genügt einfache Gemüse-/Pflanzerde völlig. Diese frischst Du Dir ab und an mal mit etwas Urgesteinsmehl (alle paar Monate eine Hand voll) oder Hornspäne (zersetzt sich allmählich in einem Gartenjahr) auf, füllst gegebenenfalls auch mal etwas Erde nach, fertig. Auf der Facebookseite zu Muhvie.de kannst du gerne mal ein Bild posten! 😀 Viele Grüße, Jürgen

  2. Hallo würde sowas gerne, für den Balkon bauen. Sollte etwas mehr Höhe haben, und einen Boden. Wie soll ich das am besten machen ?

    Mfg Andreas

    1. Hallo Andreas, das Mini-Hochbeet kann ich mit sehr gut auf dem Balkon vorstellen, auch höher, also rückenfreundlich. Hm, entweder du schraubst eine passend große Bodenplatte aus Holz (würde hier mit einem Unkrautvlies arbeiten. Wasserdurchlässig, aber ein gewisser Holzschutz) oder Metall an. Sollte einige Abzugslöcher haben, die du zB mit Tonscherben oder einer Blähtonschicht (ein paar cm) frei zum Wasserablauf hältst. Kurze Füsse darunter, sodass das Wasser ablaufen kann (4 Kantholzklötze oder rechts links eine „Schiene“ aus einfachen Dachlatten sollten genügen, ein doppelter Boden mit Löchern oder eine wie auch immer geartete „Wanne“, um das überschüssige Wasser abzufangen… Denn das Problem ist: Keine Staunässe und gleichzeitig auch ablaufendes Wasser auf dem Balkon… Wenn das überschüssige Wasser Deinen Balkon schutzlos auf einen darunter verlassen kann, dann kanns Ärger geben. Eine Dachrinne die das Wasser auffangen kann wäre top. Alternativ: Ein (sehr großer) Untersetzer – die größten die ich aus der Blumenkübelabteilung kenne sind 100 cm breit, ca 40 tief – oder etwas anderes, schalenmäßiges. Noch eine Alternative: Du schraubst dir schnell einen Kasten als etwas größerer „Untersetzer“ zusammen, der wasserdichte Folie enthält. Das Hochbeet mit kleinen Füssen (die würde ich nicht weglassen, eben wegen dem Wasserabzug) da reinstellen. Im Zweifelsfall stöbere ich immer in einem gutsortierten Baumarkt, Manchmal findet sich da etwas, das man bei so Bauprojekten prima für seine Zwecke nutzen kann. Auch wenn es ursprünglich gar nicht hierfür gedacht ist 😉 Viel Erfolg beim Bauen! Grüne Grüße, Jürgen

    1. Hallo Doris, danke und ich bin gepsannt, ob der Nachbau klappt. Ist wirklich einfach und wenn du im Holzfachhandel nachfragst, dann sägen die Dir die Bretter auch und du mußt nur noch schrauben 😉 Und, ja, die Latten kommen in den Boden. Habe das Ganze nur so stehend fotografiert, damit man auch genau sieht, wie es später im Beet steht. Werde, sobald alles schön aus der Erde schaut, das selbstgebaute Hochbeet nochmal fotografieren. Dürfte mit den Radieschen, Pflücksalat, usw. nicht mehr allzu lange dauern 😉 Liebe Grüße und viel Erfolg beim Nachbauen
      Jürgen

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