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Insekten- und vogelfreundliche Sträucher und Hecken

Nützliche Hecken, Sträucher und Wildgehölze im Garten für Insekten und Vögel
Unter Puristen umstritten, aber wirklich sinnvoll: Der Sommerflieder. Schmetterlingen, Honig- oder Wildbienen ist die ursprüngliche Herkunft (China) egal. Er liefert jede Menge Nektar. Zudem in einer Zeit, Juli – September und gar Oktober, in dem praktisch nichts Heimisches mehr Bienenfutter bietet. Aber… es gibt ja noch andere heimische Strs unter den Hecken und Sträuchern, die Insekten und Vögel etwas Gutes bieten.

Thuja und Kirschlorbeer, soweit das Auge im Gartencenter und nicht nur in Neubaugebieten reicht. Während in Thujen gerade mal noch einige Vögel brüten und einige Arten wohl Zweige für das Nest (desinfizierende Wirkung) holen, hat der Kirschlorbeer wirklich gar keine Funktion. Ausser der Blickdichte und dass die eine oder andere Amsel in sonst leergefegten Gärten mal ne Beere frißt. Dabei gibt es doch weitaus Besseres: Insektenfreundliche wie vogelfreundliche Sträucher und Hecken.

In einem bienenfreundlichen Garten , sind natürlich auch andere Insekten willkommen und auch den Vögeln gönnt man ein Ruhe- und Nistplätzchen sowie idealerweise Nährgehölze, die schmackhafte Beeren liefern.

Insektenfreundlich ist bei Sträuchern und Hecken in aller Regel auch mit vogelfreundlich gleichzusetzen. Zumindest in vielen Fällen hat dies Gültigkeit. Und da kommen wir gleich zum ersten, für Insekten besonders wichtigen Strauch, den Sommerflieder.

Obst- und Beerensträucher sind wahre Bienenmagnete

Alles was Obst trägt, lockt auch Insekten an. Von Stachel- über Johannis-, Himbeer- und Brombeersträucher mit ihren unterschiedlichen Blühzeiten, reicht hier das Sortiment. Vor allem die eher kleinwüchsigen unter den Beerensträuchern, Stachel-, Heidel- und Johannisbeere, sind für kleine Gärten und große Kübel bestens geeignet.

Vorteile:

  • Beerensträucher gelten als Nektarweide
  • Unterschiedliche Blühzeiten (natürlich auch Fruchtzeiten)
  • Durch jährlichen Schnitt gut in Form zu halten
  • Meisten Sorten auch topfgeeignet

Fruchtige Alternativen für kleinen Raum (mit Insektenwert): Säulenobst (natürlich schlank wachsende Obstbäume mit gutem Ertrag (z. B. Kirsche oder Apfel) und kompakte Züchtungen (Zwergobst).

Vielzahl an heimischen Wildgehölzen als natürliche Alternative

Sommerflieder im Garten

Ja, er ist unter Puristen umstritten, es hält sich sogar das Gerücht, dass die auch als Schmetterlingsstrauch Pflanze sie betrunken und orientierungslos machen würde, nach dem Konsum seines Nektars. Hierzu gibt es genau eine Quelle, die von hartnäckigen Puristen leierhaft heruntergebetet wird. Eine Quelle. Ein Mann. Dagegen wird die ursprünglich aus China stammende, bis zu 5 Meter hohe Pflanze vom Naturgarten e.V. oder Nabu empfohlen.

Zurecht, denn nicht nur Bienen, sondern auch so Tagfalter wie der Admiral, der Distelfalter, der C- oder Zitronenfalter schauen gerne in einem Garten mit einem Sommerflieder vorbei. Und, geht es in die Dämmerung, dann schauen auch geheimnisvolle Nachtfalter für ein Abendmahl vorbei.

Sommerflieder gibt es übrigens in verschiedenen Größen, als Zwergform ist er sogar für den Topfgarten geeignet, mittelwüchsige Sorten wie der Sommerflieder ‚Pink Delight‘, der im Muhvie-Garten wächst und der nicht größer als2,5 Meter wird, sind auch für kleine Gärten ein insektenfreundlicher Strauch.

Vorteile:

  • Eine wahre Bienen- und Schmetterlingsweide, die von Juli – September (nektararme Monate in der Natur) Nahrung bietet
  • Völlig unkompliziert
  • Schicke Farben von weiß über pink bis violett
  • Kann mittels Schnitt gut im Zaum gehalten und geformt werden

In der Schweiz steht der Sommerflieder auf der Schwarzen Liste, da er sich unkontrolliert verbreitet (wahrscheinlich wurde, wie auch beim Kirschlorbeer übrigens, dessen Verkaufsverbot in der Schweiz diskutiert wird, Schnittgut illegal entsorgt). Im heimischen Garten aber kein Problem.

Der schöne Zierapfel

Bienen lieben (Zier-)Apfelblüten!

Der Zierapfel ist ein attraktiver Baum oder Strauch, der seine Heimat in und außerhalb Europas hat. Mit nektarspendenden Blüten im Frühjahr und gelben, orangefarbenen oder roten, kleinen Äpfeln. Auch wenn sie sich „Zier“Äpfel nennen, sind sie tatsächlich doch essbar und lassen sich etwa zu Gelee verkochen. Oder: Man lässt die lange anhaftenden Äpfelchen einfach hängen, was unter anderem Amseln erfreut.

Vorteile:

  • Nektarreiche Blüten
  • Schöner Obstschmuck und Laubfärbung im Herbst
  • Früchte haften bis zum Winterende an und sind bei Vögeln beliebt
  • Es gibt auch schlank wachsende Sorten für den Topf oder kleinen Garten
  • Größen zwischen etwa 1,5 und 10 m

Wer 5 – 10 Meter Höhe und unter idealen Bedingungen 7 Meter in der Breite Platz hat, sollte eine Sal-Weide in Betracht ziehen. Das heimische Wildgehölz ist einer der besten Nektarspender im März und April, damit für frühe Bienen.

Vorteile:

  • Nektar- und pollenreiche, frühe Blüte
  • Bleibt auf magerem Boden eher klein
  • Durch regelmäßigen Schnitt kompakte Form
  • Insektenfreundliche Alternativen: Alle Weidenarten, vor allem Reif- und Lorbeerweide

So gar nicht gewöhnlich: Schneeball

Der Gewöhnliche Schneeball ist ein wahres Naturtalent im insekten- und vogelfreundlichen Garten. Duftende weiße Blüten von Mai bis August, die Bienen, Hummeln, Schwebfliegen anlocken und nähren, Beeren für Vögel im Herbst.

Vorteile:

  • Mit 3 m Breite und 4 m Höhe auch für kleinere Gärten
  • Blütenduft
  • Besonderheit: Zieht den Schneballblattkäfer an, der mitsamt seinen Raupen ein gutes Vogelfutter ist
  • Sein Verwandter der Winterduftschneeball bietet von Januar bis April frühen Bienen reichlich Nektar und duftet nach Vanille

Sein Verwandter, der Lorbeerschneeball, ist ähnlich wertvoll (Nektarspender und Vogelnährgehölz), bis 1,5 m etwas kleiner. Im Weinbauklima unkompliziert, in raueren Gegenden Winterschutz nötig.

Immergrün: Gemeine Eibe

Altbacken und nutzlos? Das ist die Gemeine Eibe beileibe nicht. Und: Eine prima, sehr gut schnittverträgliche Alternative für dichte, immergrüne Hecken. Sie gilt zwar in allen Pflanzenteilen als giftig (bis auf das Fruchtfleisch und wie Thuja und Kirschlorbeer auch)), aber sie hat einiges zu bieten. Wird die Eibe im Frühjahr von Läusen befallen (unschädlich), dann dient der Honigtau Insekten aus Nahrung. Die leuchtend-roten, im Hochsommer entstehenden Beeren indes sind nicht nur bei Amseln beliebt.

Vorteile:

  • Immergrün
  • Blickdicht und gut schnittverträglich
  • Schnellwüchsig
  • Honigtau im Frühjahr
  • Beeren im Sommer

Eingebürgert und gut: Felsenbirne

Der Renner zu 3 Jahreszeiten: Die Felsenbirne. Foto: Heckenpflanzentotal.de

Die Felsenbirne (nicht heimisch, trotzdem sinnvoll), noch schicker die Kupfer-Felsenbirne, bietet auf 5 – 6 Metern Endgröße und -Breite ganzjährige Attraktivität. Ist der Großstrauch im April und Mai über und über mit nektarreichen Blüten übersät, bildet sie im Sommer zunächst kleine schwarze Früchte und im Herbst (Kupfer-Felsenbirne) flammend rotes Laub.

Vorteile:

  • Nektarreiche Blüten
  • Hübsche, bei Vögeln beliebte Früchte
  • Tolle Laubfärbung (Kupfer-Felsenbirne)

Wehrhafte Schlehe

Schlehdorn, kurz Schlehe oder Schwarzdorn ist ein kleiner, kompakter, 1 – 3 m hoher Strauch, der es in sich hat. Im März und April schmückt er sich mit überbordener, duftender Blütenpracht. Das Meer aus weißen Blüten ist besonders reich an Nektar und Pollen.

Im Herbst bildet die Schlehe dann dunkelblaue Früchte, die anfangs sehr herb sind und erst nach Frosteinwirkung für den Menschen genießbar und verarbeitbar sind. Oder eben für die Vögel, zumal sie lange an dem Strauch haften.

Vögel suchen auch gerne Schutz in Schlehen, nicht zuletzt, da sie spitze Dornen zum Schutz gegen Pflanzenfresser ausgebildet hat.

Vorteile:

  • Eher kleinwüchsig
  • Reiches Nektar- und Pollenangebot
  • Schöne, duftende Blüten im zeitigen Frühjahr und schöne Früchte im Herbst und Winter
  • Einfach und pflegeleicht

Buchenhecke: Alles dicht

Buchen, etwa die Hainbuche, sind ideale Sichtschutzhecken, die man hübsch in Form bringen kann. Sie treiben etwa im April ihr neues, dichtes Blattkleid aus. Bis dahin haften ihr die letztjährigen Blätter an. Ein Umstand, der sie praktisch 12 Monate nahezu dicht macht (bei entsprechender Breite von mind. 1/2 m).

Buchen, besonders ungewöhnlich ist die Rotbuche für eine Hecke mit ihrem dunkelroten Laub, sind attraktive Vogelgehölze. Allerlei Vogelarten suchen in ihr gerne Schutz, bei unserem Nachbarn sind die Hecken besonders bei Meisen und vor allem einer ganzen Spatzenfamilie als Dauerwohnort beliebt. Praktisch: In unmittelbarer Nachbarschaft zum sinnvollen, ganzjährig angebotenen Futter in unserem Garten.

Vorteile:

  • Sehr gut schnittverträglich und formbar (2 x im Jahr in Form bringen)
  • Praktisch das ganze Jahr blickdicht
  • Beliebt bei Vögeln

Weitere sinnvolle heimische Gehölze, die bei Vögeln und/oder Insekten gut ankommen, sind (u.a.):

  • Feuerdorn
  • Kornelkirsche
  • Weißdorn
  • Faulbaum (wichtige Nahrungspflanze für zahlreiche Schmetterlingsraupen!)
  • Sauerdorn/Gemeine Berberitze
  • Wildrosen wie die Hundsrose
  • Schwarzer Holunder
  • Ölweide (Elaeagnus ebbingei blüht im Herbst!)
  • Mit ausreichend Platz: Apfel- und Kirschbäume, sowie andere Obstbäume

Eine heimische Hecke pflanzen

Die blüten- und/oder fruchttragenden Sträucher können auch wunderbar zu einer Hecke zusammengestellt werden. Am besten so abwechslungsreich wie möglich. Man rechnet etwa so einen Meter Abstand zum Nachbarn, vielleicht auch etwas mehr.

Alternativ kann man so eine Hecke aus heimischen Gehölzen und bei entsprechend mehr Platz auch versetzt setzen. Dann ist ein Abstand von 70 cm empfohlen.

Dank an Heckenpflanzentotal.de für einige der Bilder. Das Unternehmen liefert unterschiedliche und einige der hier genannten Heckenpflanzen direkt aus der Gärtnerei nach Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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