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Was kostet es, einen Garten anzulegen?

Garten anlegen Kosten
Einen Garten anlegen ist mit Kosten verbunden. Unter Umständen sogar mit jeder Menge davon. Eine Übersicht und wie man Ausgaben auch reduzieren kann, beispielsweise mit Aussaat von Sommerblühern und Stauden oder dem Bau einer Terrasse.

Neubau oder ein Haus im Bestand erstanden und spätestens im Frühjahr soll ein Garten angelegt werden. Doch, was kostet das eigentlich? Richtwerte und wie man den Kostenaufwand senken kann. Auch und gerade im Naturgarten.

Der Garten, rechnet man noch die Garageneinfahrt und den Parkplatz vor dem Haus hinzu, besteht aus jeder Menge Einzelelemente, die in der Summe und je nach Ansprüchen und Grundstücksgröße eine ganz schöne Summe kosten.

Denn so ein Garten besteht zunächst aus seiner Grenze, die eingezäunt oder mit Sträuchern oder Hecken bepflanzt werden soll. Dann zum Inneren. Hier gibt es gerade bei jungen Familien einen Rasen, vielleicht den einen oder anderen Baum, unter Umständen befestigte Wege und natürlich jede Menge Pflanzen.

Dann kommt ziemlich sicher ein Gartenhaus für allerlei Arbeitsutensilien oder gar als Freiluftzimmer hinzu, eine Terrasse, gerne mit Grill und natürlich mit schönen Sitzmöbeln, wahlweise ein zweiter Sitzplatz, vielleicht mit einem Pavillon und für viele Menschen gehört auch ein Teich hinzu. Bachläufe, gar ein Swimming-Pool sind weitere Optionen, die die Kosten ebenso steigern können wie eine Hanglage, die für eine größere Pflanzfläche mit einer Mauer abgefangen werden soll.

Garten anlegen: Das kostet die Bepflanzung

Nicht nur als Anfänger macht man mit langlebigen und über die Jahre immer größer werdenden Stauden nichts falsch. Für eine schön angelegte Fläche ist so ein Richtwert, dass man hohe Stauden, nennt der Fachmann Leitstauden, 2 – 3 Stück pro Quadratmeter setzt, bei kleineren, um die 40 – 100 Zentimeter rechnet man mit 4 – 6 und alles darunter auch mal mit um die 10 Stauden.

Mixt man das alles durch und nimmt einen etwaigen Durchschnittspreis von 2,50 (Baumarkt) bis 4 Euro pro Pflanze – kräftige Leitstauden können auch mal deutlich mehr kosten, aber Tipp: lieber klein kaufen, sie werden von alleine recht schnell groß – und mixt die Größen dabei durch, dann ist man bei 7 – 9 Stauden pro m² und bei einem Preis für die nötigen Pflanzen bei um die 30 Euro. Hinzu kommen je Quadratmeter noch ein paar Euro für Frühlingszwiebeln, die man von September bis Dezember selbst stecken kann. Für 40 – 50 Schneeglöckchen-, 20 Tulpen- oder 5 Allium-Zwiebeln kann der Hobbygärtner je etwa 10 Euro veranschlagen. Tipp: Gerade die verschiedenen Alliumzwiebeln, aber auch Schneeglöckchen oder Hyazinthen sind gut für Nektarsammler.

Bei Sträuchern, Hecken und Bäumen können ganz andere Hausnummern anstehen. Die hilfreiche Grafik listet hier beispielsweise Heckenpflanzen auf, die man als schnell wachsende Setzlinge mit 10, 20 Zentimetern Höhe für ungefähr 10 Euro pro Längenmeter erhält. Kleinere Sträucher, die erst in ein paar Jahren zu stattlicher Größe heranwachsen – gleich, ob Johannisbeerstrauch oder Vogelbeere – erhält man für um die 7 Euro. Sind die Sträucher deutlich größer, machen dadurch von Anfang an mehr her, dann kostet ein Obststrauch auch schon mal 25 €, der üppige Strauch oder der kleinwüchsige Baum in einem Meter Größe gerne 40 Euro und mehr. Und bei einem schönen großen Hausbaum ist der Neugartenbesitzer auch mal bei 300 – 800 Euro (siehe Grafik).

Garten neu anlegen die Kosten
Pflanzenkauf, Weggestaltung und die Anschaffung eines Gartenhauses – Größe und Qualität des Holzes ergeben wesentliche Preisunterschiede -, zahlreiche Faktoren bestimmen die Kosten

Tipps in Sachen Stauden: Einfach blühende, gerne heimische Arten und am besten eine Auswahl, die lange Blütenpracht über das Jahr liefert, ist gut für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten, die Pollen- und Nektarsuchen. Und gerne mal in einer Gärtnerei vor Ort nachfragen, ob sie die Pflanzen besorgen kann. Meine Erfahrung: Die machen das gerne, beraten auch noch gut und es kommen sehr gesunde, große Pflanzen zu einem attraktiven Preis (bei uns 3 € für gut entwickelte Stauden).

Wohlgemerkt sind dies Preise für das Anlegen eines Gartens reine Pflanzenpreise. Bringt ein beauftragter Gärtner die Pflanzen mit und legt die Beete oder Hecken an, dann kann die Anlage unter Umständen ein Mehrfaches des genannten Preises kosten.

Einen Sitzplatz im Garten anlegen: Die Preise

Zu einem größeren Kostenfaktor kann ein schöner Sitzplatz werden, wenn Ihr Euren neuen Garten anlegt. Für die Terrasse können zahlreiche Materialien verwendet werden. Hier reicht die Spanne von einfachem Betonsteinpflaster, das im Baumarkt um die 10 Euro pro Quadratmeter kostet, über Holz – auch hier gibt es immense Unterschiede, z. B. Douglasie kostet im Baumarkt unter 20 Euro der m², langlebigeres Holz oder WPC deutlich mehr – bis zum edlen Natursteinbelag. Dieser, vom Fachmann verlegt, kostet laut der Grafik ab 150 Euro/m².

Gerade wenn man einen Garten neu anlegt, dann ist die Terrasse Marke Eigenbau eine interessante Alternative. Da bedeutet zwar etwas Aufwand und ist nicht für die Ewigkeit gemacht, doch anfänglich und für die ersten Jahre spart dies Ausgaben, die anderweitig im Garten Verwendung finden. Was hierbei zu beachten ist und wie sie aufgebaut wird, das lest Ihr in meiner Anleitung zum Bau einer Holzterrasse.

Garten anlegen durch den Fachmann

Eine interessante Auflistung gibt der Gartenbauingenieur Johannes Windt aus Korschenbroich in Nordrhein-Westfalen. Der Fachmann gibt an, dass eine Faustregel besagt, dass man für die Anlage eines Gartens durch einen Gartenbaubetrieb 30 – 100 Euro vor Steuern pro Quadratmeter Fläche oder 8 – 12 Prozent des Kaufpreis eines neu gebauten Hauses – ohne Gartenteich, Gartenhaus oder Stützmauern und Gewächshaus – rechnen kann. Ein prachtvoll angelegter Garten in mittlerer Größe kann so schnell den Preis eines neuen Mittelklassewagens ausmachen. Dann, so der Fachmann, ist der Garten allerdings auch so hochwertig angelegt, wie das Haus ausgestattet.

Es geht auch günstiger…

Garten neu anlegen, Terrasse und Hochbeet selber bauen reduziert Kosten
Auch wenn sie nicht für die Ewigkeit gedacht ist, eine Holzterrasse selber bauen, Hochbeete einfach selbst und maßgeschneidert errichten und über die Jahre Pflanzen durch Vermehrung und Aussaat zu gewinnen, das alles drückt die Kosten bei der Neuanlage eines Gartens.

Selbstredend muss nicht alles gleich perfekt sein, oder aber: Ihr habt Lust darauf, den Garten selbst anzulegen. Es gibt hier zahlreiche Literatur, die auch Anfängern Schritt für Schritt erklärt, was zu beachten ist. Einige Tipps gibt es auch auf meinem Blog.

Die Basics erkläre ich in meinem Beitrag über die wichtigsten Grundlagen bei der Gartenanlage.

Gerade in kleineren Gärten ist es sinnvoll, sich für sein eigenes Gemüse ein Hochbeet zu bauen oder gleich mehrere Hochbeete, die sogar auf befestigter Fläche stehen könnten. Denn sie sind höchst effektiv und der Ertrag ist selbst auf kleiner Fläche hoch.

Stichwort „Aussaat“. Auch Anfänger können sich jede Menge Pflanzen mit günstigen Samen selber ziehen. Das sehr vielfältige Samenspektrum reicht von einjährigen Sommerblühern, die sofort Farbe in den Garten bringen oder Lücken wunderbar ausfüllen und idealerweise den Garten zu einer Oase für Nektar- und Pollensammler macht. Und selbst langlebige Stauden lassen sich aus Samen ziehen, das Ergebnis blüht noch im selben Jahr. Alles Wichtige zum Thema, Tipps, Tricks und meine ein- und mehrjährigen Favoriten, die unseren kleinen Garten zieren, gibt es hier.

Auch und gerade Gemüse kann man selbst ziehen. Das ist sehr einfach. Unter den Stichworten „Salat“, „Chili“, „Paprika“, „Aubergine“ oder „Tomaten“ in der Suchfunktion wird alles einfach erklärt. In Sachen Tomaten habe ich ein kleines Buch verfasst, mehr hierzu und Bezugsquelle unter „Alles Tomate: Mein kleines Buch über eine großartige Frucht.“

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