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Holzunterstand selbst bauen: Eine Anleitung mit Palette

Paletten Upcycling Anleitung, um Holzunterstand selbst zu bauen
Paletten sind einfach vielseitig. Man kann aus den stabilen und langlebigen Europaletten jede Menge basteln oder bauen. Hier: Unser Holzunterstand.

Wer mit Holz heizt, benötigt einen Holzunterstand, um die Holzscheite trocken und luftig zu lagern. Wenn man da nach vorgefertigten Modellen schaut, dann sind diese entweder günstig und wenig stabil oder sehr massiv gebaut und bei den Kosten legt man die Ohren an. Also wird der Holzunterstand einfach selbst gebaut. Auf Basis einer (oder mehrerer) Paletten.

Es geht doch nichts über Selbstgemachtes. Sei es nun in der Küche oder eben solche Utensilien wie ein Holzunterstand. Das hier gezeigte Modell auf Basis einer Europalette steht mit seinem Doppelgänger bei uns unter dem Carportdach. Es könnte auch überall anders stehen. Sei es in einem Abstellraum, im Keller, im Gartenhaus, der Garage, …

Holzunterstand mit Dach

Was der selbstgebaute Holzständer jetzt nicht hat aufgrund des geschützten Aufstellortes: Ein Dach. Aber das sollte nach dem Bau der sehr massiven Konstruktion kein Problem sein. Ich würde dem Dach mit Kanthölzern eine Neigung von 10 oder 20 Grad nach hinten geben und beispielsweise auf eine Rahmenkonstruktion ein Trapezprofil aus Metall – Schrauben mit Gummidichtung verwenden – aufschrauben, das auf allen Seiten 10 – 20 cm übersteht. Fertig wäre das Dach. Ebenso möglich und schön: Eine intensive (große Pflanzen wie Stauden) oder extensive (leichter Aufbau, Bienenfutterpflanzen wie Sedum oder Steingartenpflanzen) Dachbegrünung. Und wenn die Rückseite der Witterung ausgesetzt ist, dann einfach eine komplett geschlossene Rückwand anbringen. Die Seiten sollten wegen der Belüftung, und damit zum Trocknen des Holzes, offen bleiben.

Natürlich kann man sich auch mit einer stabilen Plane behelfen. Aber die hält nicht ewig.

 

Materialien für einen selbstgebauten Holzunterstand

Für eine Palette auf der Ihr knapp 2 Ster Holz lagern könnt sind folgende Materialien nötig:

  • 1 Europalette (80 x 120 cm)
  • 6 x 2 m Rahmen- oder Konstruktionsholz (z.B. 38 x 58 mm)
  • 6 Bretter à 2 m (sägerauh)
  • 9 Dachlatten à 2,5 m
  • 12 Winkelverbinder (z. B. die verzinkten hier)
  • 120 Edelstahlschrauben (z. B. 3,5 x 30 mm Spax mit Torx-Antrieb; einfach die allerbesten)

Werkzeug:

  • 1 Stichsäge (z. B. Bosch PST 900)
  • 1 Akkuschrauber (ich liebe den von Ryobi)
  • 2 klappbare Arbeitsböcke (ich habe primitive aus Holz, tut es auch, Arbeitsböcke aus Metall sind jedoch stabiler)
  • 1 Universalwinkel (sehr vielseitig und ein Must-Have für Bastler; die teilweise kritischen Bewertungen im Link kann ich nicht nachvollziehen)
  • 1 Wasserwaage
  • 1 Multischleifer (z.B. von Bosch), will man die Kanten schnell und einwandfrei entgraten und entsplittern
  • Metermaß, Bleistift oder Filzstift

Bauanleitung für selbstgebauten Holzunterstand

Alles fing an mit der Idee, eine Europalette zu benutzen. Europaletten sind massiv, standfest und mit ihnen kann man Bodenunebenheiten ganz leicht ausgleichen. Zudem verwittern sie nicht so schnell und, das wichtigste, sie lassen Luft an das gelagerte Feuerholz gelangen.

Wir haben 4 Ster Holz beim örtlichen Holzlieferanten bestellt. Etwa 1/2 Ster sollte feuerfertig (also trocken und max. 20 % Restfeuchte) direkt im Haus lagern. So kann man trockenen Fußes das Holz holen. Bei uns ganz praktisch: Der Keller ist ebenerdig angebaut und der Weg zum Kaminofen ist schnell zurückgelegt.

Der Rest lagert in den zwei selbstgebauten Holzständern im Carport. Dieser ist so dimensioniert, dass man trotzdem mit einem Auto reinfahren könnte. Allerdings dient er im Sommer dem Tomatenanbau in Töpfen, daher steht hier allenfalls im Winter ein Auto.

Wegen der Platzverhältnisse habe ich 2 Varianten gebaut. Eine, bei der das Rahmenholz außen an die Palette geschraubt wurde, eine, bei der 2 Konstruktionshölzer – um Palettenhöhe (12 cm) gekürzt – auf der Palette stehen, denn: Für mehr Platz reichte es zwischen außen montiertem Rollladen und Parkplatzkante (siehe Bilder) nicht. Optional kann man auch gleich die nächste Palette anschließen und sich zwei Kanthölzer sparen. Dann hätte ich die Konstruktion aber sicher nicht mehr so einfach an seinen jetzigen Standort schieben können.

Im Folgenden ist der Bau mit außen angelegten Kanthölzern erklärt:

Zunächst die Palette am Aufbauort platzieren. Zumindest so nahe, dass man sie später nur noch etwas verschieben muss. Die Konstruktion des Holzständers ist derart massiv, rumtragen möchte man die später nicht mehr.

Dann werden die Bretter (etwa 128 cm, je nach Kantholz) für die Rückseite und Latten (76 cm, ebenfalls, je nach Kantholz) für die kurzen Seiten gesägt. Das geht schneller, wenn ein Holz exakt gemessen ist und man mit diesem die weiteren anreißt und anschließend sägt. Jedenfalls werden nun 18 Dachlatten, für jede Seite 9, und 7 Bretter für die Rückseite gesägt. Das kann jeder auch mit etwas mehr Latten und Brettern machen. Hier geht es lediglich darum, dass das Scheitholz da liegen bleibt wo es gestapelt wird, im Holzunterstand.

Auch die Kanthölzer für den oberen Rahmen werden gesägt. Die Maße richten sich natürlich nach dem Maß der Kanthölzer und daran, wo die Pfosten an der Palette befestigt werden. Bei mir waren dies 1,2 m auf der langen und 61 cm auf der kurzen Seite.

Zunächst geht es an den Rahmen. Hier ist es hilfreich, wenn man, wie später auch, eine Hilfe dabei hat. Die Pfosten werden zunächst mit einem Winkel an der Palette, auf dem Boden stehend, befestigt. Da Paletten an den Kanten angeschrägt sind (3 cm etwa), sitzen die Pfosten bündig zur Kante (siehe Bilder). Nicht wundern, denn das Ganze sitzt auch mit jeweils drei Schrauben in der Palette und an dem Pfosten locker. Daher habe ich jeden Pfosten mit einer 80er Schraube an der Palette fixiert. Und die Stabilität ändert sich noch mit der Anfertigung des Rahmens.

Für diesen Rahmen habe ich zunächst Winkel an den 61er Stücken bündig angeschraubt und dann an den 120er Kanthölzern. Wie auf dem Bild ersichtlich, sind die Winkel an der Kante des Holzes angeschraubt. Sie könnten auch mittig sitzen, doch so habe ich sie ganz einfach und ohne Abmessen  so montiert, dass der Rahmen später exakt ausgerichtet ist.

Holzständer selbst bauen für Scheitholz
Die Menge Holz passte in einen Holzunterstand.

Nun werden diese Hölzer Stück für Stück an die waagrechten Kanthölzer angeschraubt. Dies macht Ihr mit zwei oder besser drei Schrauben pro Winkelseite. Ich habe mit den 120ern angefangen. Hiernach schauen, ob alles im Wasser ist (ggf. die Palette zunächst ausrichten, wenn der Untergrund wie auf unserem Pflaster leicht uneben ist). Dann nur noch die Querhölzer befestigen.

Nun sind die Latten dran. Ich habe das Ganze abstandsmäßig gar nicht ausgemessen. Sie sind lediglich nach Augenmaß von unten nach oben angebracht und mit einer Wasserwaage ausgerichtet. Bitte nicht zu weit vorne an das Kantholz anschrauben, da das relativ weiche Holz sonst schnell reißt. Da die einzelne Latte kein sonderlich großes Gewicht aushalten muss, sind nicht unbedingt vier Schrauben pro Latte zur Befestigung nötig; zwei würden auch ausreichen.

Genauso bin ich mit den Brettern auf der Rückseite vorgegangen. Sie sind ebenfalls mit jeweils zwei Schrauben pro Seite befestigt.

Mit einer helfenden Hand ist das Ganze fix errichtet und der selbstgebaute Holzunterstand muss jetzt nur noch mit Holzscheiten befüllt werden.

Und noch ein Tipp: Wenn das Ganze Wind und Wetter ausgesetzt ist, dann ist ein Schutzanstrich ratsam.

Idee & Fotos: © Jürgen Rösemeier-Buhmann

(Der Text enthält Produktlinks, die als Beispiele gelten sollen. Wer etwas über diese Links kauft, hilft mit einem kleinen Beitrag damit, diese Seite zu betreiben)

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