Zum Reinlegen: Herrliches Quittengelee in drei Varianten

Quittengelee selber machen und kochen, selbst ohne Entsafter
Quittengelee selber machen, das ist so einfach und gelingt selbst ohne Entsafter. Hier ein Rezept und Varianten.

Quitten sind roh meist steinhart. Wenn man sie aber entsaftet, dann kann man aus der gesunden Frucht herrliches Gelee zaubern. Das gelingt mit dem Entsafter genauso gut wie ohne. Gesund sind Quitten übrigens aufgrund eines hohen Vitamin C-Gehalts, der Radikalenfänger Pektin und Quertecin, sowie vielen Mineralien wie Zink, Eisen, Kupfer oder Mangan. Selbst wer keinen Quittenbaum hat, schon mit ein, zwei Kilo vom Markt kann man einen verführerischen Brotaufstrich zaubern. Rezept für Quittengelee in drei Varianten.

Es ist ja, wie immer, alles eine Geschmacksache. Doch ein Gelee aus der sehr harten Frucht, das ist eine dufte Sache, bereits bei der Zubereitung. Denn wenn die Fruchtstücke auskochen, um an den aromatischen Saft zu kommen, dann riecht es bereits in der ganzen Küche nach diesem typisch-feinen Quittenduft. Diesen Saft erhält man übrigens spielend leicht auch ohne Entsafter. Einfach die grob in Stücke geschnittenen Quitten in Zitronenwasser geben – verhindert das Bräunen der Frucht -, kochen und auffangen. Ich habe übrigens drei Sorten Quittengelee gemacht. Hauptsächlich einfach pur, mit etwas Vanillemark und mit Rosmarin.

Quittengelee, einfach gezaubert: Das Grundrezept ohne Entsafter

Also, ich hatte direkt aus dem Nachbardorf 3,5 Kilo Quitten. Wenn die geviertelt, entkernt und der Blütenansatz entfernt ist, dann sollten das so 3 Kilo sein. Zunächst werden die Quitten mit einem Tuch gut abgerieben oder abgebürstet, damit der Flaum runter ist. Dann werden etwa 3 Liter Wasser in einen Topf gegeben und der Saft von vier Zitronen kommt hinzu. Dieser ist nicht nur gut für den Geschmack, sondern sorgt auch dafür, dass die Viertel- oder Achtelstücke der Quitten nicht gleich an der Luft braun werden. Daher diese vierteln oder achteln, entkernen, Blütenansatz und Stiel weg, schälen und sofort in das Wasser geben.

Apropos braun, durch Überreife oder Kälteeinfluss kann das Fruchtfleisch innen auch mal braun sein. Wenn das Fruchtfleisch fest ist, dann ist dies kein Problem. Einfach mit verwenden, den Geschmack beeinflusst das nicht. Lediglich schadhafte Stellen außen an der Quitte sollten entfernt werden.

Für dieses Quittengelee-Rezept benötigt man dann lediglich noch 2:1 oder 3:1 Gelierzucker, ein großes Sieb, ein sauberes Geschirrtuch, etwas wie einen Kartoffelstampfer und 2 Töpfe.

Quittengelee selber machen und kochen, selbst ohne Entsafter
Der Topf sollte ausreichend groß für das Sieb sein. Das frische Geschirrtuch spüle ich immer unter kaltem Wasser ab. Dann sind mögliche Waschmittelreste in jedem Fall ausgewaschen.

Zubereitung von Quittengelee

Die Quittenspalten werden etwa 45 Minuten in dem Zitronenwasser gekocht. Das duftet schon mal herrlich. Danach wird ein Sieb auf einen zweiten, großen Topf gesetzt, das Tuch reingelegt und vorsichtig der Sud mit den Quittenstücken hierin abgegossen. Die Quittenstücke nun nur noch etwas durchstampfen, dann löst sich noch etwas vom Saft. Am besten einfach ein paar Stunden stehen lassen.

Den so gewonnenen Saft sollte man nun mit dem Messbecher genau abmessen. Denn dies bestimmt die spätere Menge an Gelierzucker. Nun lediglich noch die entsprechende Menge des Zuckers einrühren, unter Rühren aufkochen und 3 – 5 Minuten das Quittengelee kochen lassen. Die Gelierprobe, ein Esslöffel voll auf einen kalten Teller geben, ist hier vor dem Abfüllen sinnvoll. Bildet sich nach kurzem Abkühlen des Quittengelees beim Durchfahren mit der Löffelunterseite eine Straße, dann ist er optimal.

Dann wird das Quittengelee nur noch in heiß ausgekochte Schraubgläser gefüllt. Hierbei etwa ein Zentimeter zum Rand lassen. Sofort gut verschließen und abkühlen lassen. Spätestens wenn das Gelee abgekühlt ist, dann haben die Gläser das für die Haltbarkeit benötigte Vakuum gezogen. Haltbar ist das Ganze bei uns im kühlen Keller locker mehrere Jahre.

Aus dem Fruchtfleisch könnte man nun leckeres Quittenbrot (Fruchtleder) oder Quittenmus machen.

Quittengelee-Rezept: Varianten mit Rosmarin und frischem Vanillemark

Quittengelee selber machen und kochen, selbst ohne Entsafter
So, Endergebnis: Knapp 30 Gläser Quittengelee. Selbstgemacht, so lecker. Allerdings: Links, mittig, das Vanillemark hätte ich kurz aufrühren sollen. Es schwimmt jetzt im Gelee als ein Klumpen. Geschmacklich wird dies allerdings nichts ausmachen.

Fand ich spannend: Für eine andere Note des Quittengelees habe ich eine halbe Vanilleschote ausgekratzt und das Mark auf vier Gläser verteilt. Und etwa ein Duzend Rosmarinnadeln wurden sehr fein gehackt und ebenfalls auf vier Gläser verteilt. Die ausgeschabte Vanilleschote kann man übrigens wunderbar in ein Schraubglas mit Zucker geben. Dann heißt es nie wieder Vanillezucker kaufen, künstlich aromatisierten Vanillinzucker erst recht nicht mehr. Pur oder verfeinert – der Quittengelee ist echt super.

Tipp noch zum Gelierzucker: Man kann natürlich auch anders gelieren, etwa mit Zucker und entsprechender Menge reines Pektin oder Agar-Agar. Ich verwende Gelierzucker, schaue jedoch auf die Inhalte. Es gibt ein Markenprodukt, da steht doch wirklich „Palmöl“ auf der Inhaltsliste. Abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, was Palmöl in Gelierzucker zu suchen hat, kaufen würde ich jedenfalls kein Produkt in dem dieses zweifelhaft gewonnene Produkt enthalten ist.

Wer übrigens stärker in die Gelee- oder Saftproduktion einsteigen will, für den lohnt sich vielleicht die Anschaffung eines Dampfentsafters. Hier, ein einfaches aber gutes Dampfensaftermodell.

Bilder & Text (c) Jürgen Rösemeier-Buhmann

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