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Schnecken bekämpfen: Diese 10 Maßnahmen helfen wirklich

Schnecken bekämpfen auf natürliche Art und effektiv
Schnecken bekämpfen, ein Umstand, an dem viele Hobbygärtner verzweifeln. Aber es gelingt, ganz natürlich. 10 Maßnahmen der Schneckenbekämpfung wie diese hier mit einer ordentlichen Menge an Eierschalen ringsum eine Pflanze.

Schnecken sind schon richtige Plagegeister im Garten. Junge Setzlinge sind über Nacht verschwunden, die Aussaat kann teilweise zum Komplettausfall werden und selbst etablierte Pflanzen werden regelmäßig heimgesucht. Aber: Es gibt Methoden, um Schnecken zu bekämpfen. Effektiv und ohne Schneckenkorn & Co. Was hilft, was nicht hilft.

Schnecken bekämpfen: Ordnung muss sein

Grundsätzlich ist es bei der Schneckenbekämpfung wichtig, den schleimigen Gästen im Garten das Leben so schwer wie möglich zu machen. 1.: Bei der Fortbewegung. Schnecken bekämpfen gelingt daher zu allererst mit etwas Arbeit. Der Boden sollte regelmäßig gelockert werden. Wer dabei knapp unter der Erdoberfläche ein Gelege stecknadelkopfgroßer, weißer Eier sieht, am besten gleich aufsammeln und entsorgen. Die Lockerung erschwert es Schnecken, auf schnellstem Wege zum nächsten Gemüse oder die schöne Blüte zu kriechen. Nebenbei ermöglicht dies vor allem schwereren Böden, Wasser besser aufzunehmen.

Auch nicht nötige Wildkräuter, also all das, dass etwas abfällig auch Unkraut genannt wird, sollte man regelmäßig in vorhandenen Lücken entfernen, sprich jäten. Sie sind ideale Tagesverstecke, bevor sie abends abends oder bei Regen auf die Jagd geht. Was der Gärtner allerdings auch mit Regenjacke oder Taschenlampe machen kann.Es ist dann schon ein Erlebnis, wenn man so 20+ Schnecken an einer Lupine nagen sieht. Wenn auch kein erbauliches.

Apropos Verstecke, Schnecken bekämpfen gelingt auch, indem man lose Steine auch mal umdreht. Denn darunter verstecken sich Schnecken gerne nachts. Tipp, um mit dieser Eigenschaft Schnecken zu bekämpfen. Ein paar Bretter im Garten direkt an gefährdeten Stellen plan auf den Boden legen und regelmäßig kontrollieren. Gerne verstecken sich Schnecken hierunter und man kann sie absammeln.

Nicht nur ein unebener Boden, sondern auch so manches Hindernis macht es den Schnecken auf ihrer Zielroute voranzukommen schwer. Hierzu gibt es spezielle Schneckenzäune, die eine abgewinkelte Außenkante haben, was zu funktionieren scheint. Beispiel, dieser hier: Schneckenzaun 8 m.

Ein Beet mit Dachlatten lückenlos zu umranden kann den gleichen Effekt haben. Aber nur dann, wenn man hierauf zusätzlich und ebenfalls lückenlos Kupferband aufbringt und sie weit genug aus der Erde schauen. Sonst können die Schnecken sicherlich den Abstand überwinden, ohne dass das Kupferband stört. Schnecken mögen kein Kupfer, da ihr Schleim mit dem Metall reagiert. Das Band ist etwa fingerdick, selbstklebend und mittlerweile in einigen Gartencentern erhältlich. Tipp: Selbstklebend ist es zwar, aber auf Holz ist das nicht auf ewige Zeiten der Fall. Ich nagle das Band daher mit kleinen Grampen fest. (Tipp: Manchmal gibt es das Band auch als Abschirmband im Baumarkt, so wie dieses hier: Kupferband. (Anmerkung: Auf Töpfen scheint es laut Internetrecherche leider nicht zu funktionieren ebenso wenig wie Minikupferzäune, die man ins Beet stecken soll.).

Hier sind wir gleich bei der nächsten Maßnahme in der Schneckenbekämpfung. Die XXL-Variante der Latteneinfassung eines Beetes ist ein Hochbeet, das man sich wunderbar auch selbst bauen kann. Wie das geht, meine Anleitung um ein Hochbeet zu bauen. An dieses Hochbeet habe ich eine durchgängige Barriere gegen Schneckn aus Kupferband angebracht. Wie ich mal als mögliches Mittel entdeckte, Kupferdraht, um Schnecken zu bekämpfen, das kann man vergessen. Funktioniert nicht einmal in zwei, drei Wicklungen rund um unsere Minihochbeete. Die Dicke des drahtigen Materials genügt scheinbar nicht.

Schnecken natürlich bekämpfen mit Kupferband
Schnecken natürlich bekämpfen mit diesem Kupferband gelingt super. Dieses Band zierte 3 Jahre unser Hochbeet im alten Garten und es kommt definitiv keine Schnecke hinein. Es sei denn, es wertden „verseuchte“ Setzlinge oder Pflanzen eingesetzt. Mir schrieb kürlich ein Muhvie.de-Leser, dass er wiese wohl in Form von Eierern durch Setzlinge im Hochbeet hatte. Das selbstklebende Kupferband habe ich mit kleinen Grampen zusätzlich angenagelt.

Kaffeesatz hilft bedingt – wie ein Bannkreis um die am stärksten betroffenen Pflanzen dick gestreut –, viel besser: Zerkleinerte Eierschalen. Schnecken damit bekämpfen klappt wunderbar und man kann hiermit ganz gezielt gefährdete Pflanzen sehr gut schützen. Der einfache Grund: Sie möchten nicht über die spitzen, zerkleinerten Schalen schleimen.

Das gelingt sicher nicht mit vielen einzelnen Salatpflanzen – die ja wieder bei uns im Hochbeet mit Kupferband-Schutz wachsen -, aber doch mit einzelnen, wie die im Muhvie-Garten oft gebeutelten Zucchini. Frisch gepflanzt zum Saisonbeginn starb schon manche den Schneckentod. Dies passiert, wenn man ganz viele zerkleinerte Schalen richtig dick und in einem mehrere Zentimeter messenden Kreis um die Basis streut.


www.hagebau.de Gartencenter

Um Schnecken zu bekämpfen sammeln wir praktisch das ganze Jahr Eierschalen. Sie sollten erst antrocknen und kommen dann zerkleinert in eine Papiertüte. Da schimmelt dann auch nichts. Tipp: Gerade bis die Pflanzen etwas aus den Kinderschuhen heraus sind, darauf achten, dass der Bannkreis nicht durch das Gießen unterbrochen wird. Dann umgehend Eierschalen nachstreuen. Diese verteilen sich im Laufe eines Gartenjahres und können beim Aufräumen im Herbst problemlos untergearbeitet werden. Ein prima Dünger und Bodenverbesserer.

Was auch noch bedingt hilft und ein altes Hausmittel gegen Schnecken ist: Tagetes pflanzen. Die sehr günstig im Handel erhältlich gelben Blümchen lenken mit ihrem Duft und scheinbar leckeren Geschmack – aus Sicht der Schnecken – von Salat und weiteren Opfern ganz gut ab. Ich habe diese schon rund um ein Salatbeet gepflanzt. Hat bedingt funktioniert. Die Tagetes sind aber auch ganz fix bis auf die Stängel runtergefressen.

Schneckenbekämpfung mit Homöopathie

Nichts gegen Homöopathie oder Naturmittel, aber: Es gibt ein Mittel, das man als die Wunderwaffe beim Schnecken bekämpfen preist. Also als Anbieter dieses Produkts. Es bestand zu meinem Test (vor 2 Jahren) aus Extrakten gerösteter Schneckenhäuser, welches man gießen soll. Gerade die Nacktschnecken – nur die bekämpfe ich im Garten, die Hausschnecken wie die Tigerschlegel fressen Eiergelege der Nacktschnecken – haben sich nach mehrmaliger Anwendung eins gelacht. Und schlenderten weiterhin in jenen Beeten und fraßen jene Pflanzen, die ich zwecks Schneckenbekämpfung damit schützen wollte. Da der lateinische Name des Produktes zur Schneckenbekämpfung noch identisch ist und dieser den Inhalt beschreibt, wird sich daran auch nichts geändert haben.

Schnecken bekämpfen: So nicht

Ein alter Mythos hält sich nachhaltig: Schnecken bekämpfen mit Bierfallen. Ab und an lese ich das noch im Internet, dabei ist das Aufstellen von Schneckenfallen mit Bier kontraproduktiv. Da lockt man gerne Nachbars Schnecken gleich mit an, da Nacktschnecken den Gestensaft „meilenweit“ riechen können. Schneckenkorn ist auch noch eine Alternative für die Schneckenbekämpfung. Da gibt es richtig giftiges Zeug, aber auch ein Bio-Schneckenkorn (arbeitet irgendwie mit einem scheinbar harmlosen Eisen-Irgendwas-Gemisch). Das Hardcore-Gift will ich aber nicht in einem Naturgarten, das andere ist wenig effektiv.

Zumal: Weinbergschnecken nach Jahrzehnten des Absammelns als Delikatesse heute unter Naturschutz stehen. Und diese gehen bei dem Einsatz von Schneckenkorn auch drauf. Zudem haben wir mindestens einen Igel im Garten, der uns sehr gegen die Schnecken hilft und ich mal nicht annehme, dass das Schneckenkorn für diesen stacheligen Gartenbewohner besonders gesund ist. Auch wenn die Schnecken dem Igel nicht unbedingt bekommen, da er von ihnen Lungenwürmer bekommen kann…

 

Text & Fotos: (c) Jürgen Rösemeier-Buhmann

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8 Antworten

  1. Rita
    | Antworten

    Danke für den Eierschalenvorschlag!! Morgen früh werde ich ihn glelich ausprobieren. Das schlimmste sind die ganz ganz kleinen hellen Nachkommen. Ich muss immer erst sicher sein, dass es Nacktschnecken sind und keine kleinen Schmetterlingsraupen o.Ä.
    Hat jemand einen Tipp, wann die beste Schneckeneinsammelzeit ist? Ich stehe morgens 5.30 Uhr auf und habe das Gefühl, die meisten sind bereits auf dem Rückmarksch. Abends gegen 22 Uhr finde ich nicht eine einzige Schnecke…..

    • Rita
      | Antworten

      Hä??? Was muss daran moderiert werden??? Sind diese Kommentare nicht kostenlos??? Dann möchte ich diese Gedanken zum Thema nicht veröffentlicht wissen!!! Danke.

      • Jürgen Rösemeier-Buhmann
        | Antworten

        Diese Anmerkung an anderer Stelle bezieht sich darauf, dass immer mehr Kommentare hier schlaten möchten mit Links auf Ihre, meist kommerziellen Internetseiten. Macht das jemand, der auf ein passendes Thema linkt, okay, dann lasse ich dies stehen. Sieht es für mich aus, als ob „Link Building“ betrieben wird, so der Fachausdruck, dann schalte ich einen Webseitenlink nicht frei. Nicht mehr und nicht weniger. Leserfragen oder -Tipps sind selbstredend herzlich willkommen. 🙂

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Rita, es kommt auch auf die Bodenfeuchtigkeit an, meiner Erfahrung nach. Sprich, sie bei oder nach Regen oder irgendwann nach dem Gießen, gerade am Abend abzusammeln, ist am effektivsten. Hier im neuen Garten ist das Schneckenproblem nicht wirklich eines, wird sich aber wohl und nach meiner üppigen Bepflanzung nach und nach einstellen. Dann lese ich sicher wieder abends nach dem feierabendlichen Gießen wieder einige ab.

  2. Nicole
    | Antworten

    Hab zwei unverzinkte Drähte mit Tacker in 2 cm Abstand am Hochbeet angebracht. Dazwischen eine 9V Batterie. Wirkt wie ein Elektro-Weidezaun. Nur halt, dass er die Schnecken draußen hält 🙂

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Kreativ! Und sicher effektiv 🙂

  3. Denny
    | Antworten

    Hey Jürgen,

    Super Sache!! Das mit den Eierschalen wusste ich noch gar nicht, wird gleich ausprobiert!!

    …Was machst du mit den gesammelten Schnecken???
    Liebe Grüße, Denny

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hi Denny,
      die Eierschalen wirken wirklich. Aber man benötigt auch viele, gerne mehr, als auf dem Foto… Hätte ich einen Eimer dabei, würde ich sie an den Waldrand fahren 😉 Liebe Grüße nach Trier!

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