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Sträucher schneiden: Für eine reiche Blütenpracht

Frühlingsblüher, Sommerblüher oder Zergsträucher wie Lavendel: Sträucher richtig schneiden
Magnolien, gleich, ob Strauch- oder Baumform, sind ein willkommener Frühlingsbote. Nur, wie werden diese und andere Sträucher geschnitten? (Quelle: Couleur (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Ein schöner Garten setzt sich aus vielen kleinen Details zusammen. Ob ertragreiche Gemüsebeete, traumhafte Blumenbeete, schattenspendende Bäume oder der Gartenteich. Nicht zu vergessen: üppig wachsende Sträucher, am liebsten jene mit üppiger Blütenpracht. Gerade Letztere benötigen in vielen Fällen einen fachgerechten Schnitt, um dauerhafte Pracht zu bieten. Für Viele ist im Frühjahr genau die richtige Zeit.

 

Rechtzeitiges Schneiden ist das A und O

 

Sträucher, auch und gerade die blühenden Arten, können nicht zu jedem Zeitpunkt des Jahres gut in Form gebracht werden. Sogar der Gesetzgeber hält hier seine schützende Hand über die Tierwelt wie brütende Vögel und schreibt ein Schnittverbot vor: „Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen“(Quelle: https://dejure.org/gesetze/BNatSchG/39.html) Von großangelegten Schnitt-Projekten sollte während dieses Zeitraumes also besser Abstand genommen werden. Dann gehören Hecken ausnahmslos den Vögeln, dürfen insekten darin weilen und vielleicht auch mal ein Igel darunter Schutz suchen. Wer trotzdem schnippelt und erwischt wird, muss nicht nur mit einer Rüge rechnen, sondern darf in einigen Fällen sogar ein Bußgeld zahlen.

 

Mildes Wetter vor dem Frühlingsbeginn ist die beste Zeit, um Blühsträucher – nebenbei auch Hecken – für die kommende Gartensaison in Form zu bringen. Hier zeigen sich meist die besten klimatischen Voraussetzungen, um Schnittverletzungen schneller heilen zu lassen und dem Strauch nicht zu viel Substanz zu nehmen. Und auch wenn Sträucher nicht zwingend beschnitten werden müssen, kann dieser Handgriff dennoch sinnvoll sein. So werden viele Sträucher nach dem Schnitt zum Neuaustrieb animiert und, im Falle der blühenden Sträucher, animiert der Schnitt zur reichen Blütenpracht angeregt. Dagegen kann es ohne Schnitt passieren, dass sich die Zahl der Blüten von Jahr zu Jahr verringert.

 

Wer blühende Sträucher im Vorfrühling, also etwa von Anfang Februar bis Ende März, zurechtstutzt, genießt einen weiteren Vorteil: Das Gewächs hat dann genügend Zeit, um sich an die neuen Bedingungen anzupassen.

 

Wie Sträucher beschnitten werden sollten

 

Beim Schnitt eines Strauchs spielt selbstverständlich auch die eigene Gartengestaltung eine entscheidende Rolle. Wie der Garten angelegt wurde und selbstredend seine Größe, verrät meist viel darüber, wie groß oder klein ein Strauch letztlich sein darf. Bei der Auswahl, am besten in der Baumschule, kann man sich an der späteren Endgröße orientieren. Eher niedrig und schlank, raumgreifend und hoch – gepflanzt wird, was in das eigene grüne Reich passt.

 

Schnitt von Sichtschutzhecken

Bei den typischen Sichtschutzhecken ist der Schnitt am einfachsten: Hier schneiden Gartenfreunde die gewünschte Form jedes Jahr einfach nach. Im Sommer und Herbst, wie oben erwähnt, sind allenfalls kleine optische Retuschen erlaubt.  So bleibt gewünschtes optisches Ergebnis über lange Zeit. Tipp: Sichtschutzhecken an der Basis etwas breiter lassen, nach oben geringfügig verjüngen. Dies bringt Licht auch in den unteren Bereich und hat zur Folge, dass sie nicht mit der Zeit verkahlen.

 

Generell gilt: Um einen Strauch sinnvoll zu beschneiden, braucht es manchmal mehr als nur eine gute  Gartenschere. Insbesondere bei größeren Sträuchern, oder wenn es im Garten sehr viele Sträucher gibt, kann die rein manuelle Arbeit sonst schnell zur energieraubenden Angelegenheit werden. Im Zuge dessen spricht sich gartengerätetest.de zur Gestaltung und Formgebung von Sträuchern für sogenannte Strauchscheren aus, da diese auch härtere Gehölze mit weniger Kraftaufwand durchtrennen können.

 

Der Verjüngungs- oder Auslichtungsschnitt bei Frühjahrs- & Sommerblühern

 

Sträucher richtig schneiden: Anleitung für Sommerblüher, Frühlingsblüher und Zwersträucher wie Lavendel
Das richtige Werkzeug ist trumpf. Für den Formschnitt von Hecken ist die Heckenschere optimal. Für exakte, beispielsweise Verjüngungsschnitte ist eine Astschere oder gute Gartenschere sinnvoll. (Quelle: Alexas_Fotos (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

 

Für Frühjahrsblüher kann ein anderes Vorgehen sinnvoll sein. Der Auslichtungs- oder Verjüngungsschnitt. Hierzu gehören unter anderem:

 

  • Holunder
  • Flieder (früh blühend, nicht Sommerflieder)
  • Forsythie
  • oder Deutzie, sowie: alle Zierobstarten wie Zierapfel oder Zierjohannisbeere, Heckenkirsche, Duftjasmin, Schneebeere, Kolkwitzie frühjahrsblühende Spiersträucher .

 

Meist genügt es, einen zwei- bis dreijährigen Turnus einzuhalten, oder: Einfach nach Bedarf. Beim Schneiden sollten vor allem alte Triebe an der Basis entfernt werden. Optional alte Triebe auf jüngere einkürzen, genauso wie unverzweigte, lange Jungtriebe.

 

Diese Schnitttechnik ist auch bestens geeignet, um jahrelang nicht gepflegte Gehölze wieder in Form zu bringen und die Blühfreudigkeit zu erneuern.

 

Zwergsträucher schneiden

Ist der Vorfrühling mit allmählich steigenden Temperaturen beendet, dann ist es Zeit, Kleinsträucher wie Lavendel, Sommerheide oder Fingerstrauch zu schneiden. Oft heißt es hier „eine Handbreit“ über dem Boden alles einzukürzen. Gerade bei älterem Lavendel wäre das ein Fehler. Vielmehr muss man schauen, bis wohin der Kleinstrauch verholzt ist und wo noch neue Triebe herauskommen. Darunter sollte NICHT geschnitten werden.

 

Hat man im Frühjahr blühfaule Triebe bemerkt, dann werden diese nach dem Blühen ebenso herausgenommen oder eingekürzt auf einen vitalen Seitentrieb.

 

Bei sehr dichten, sommerblühenden Sträuchern kann es sich ebenso, bei zu dichtem Wuchs beherzt aus der Mitte ganze Triebe an der Basis zu kappen, um die Pflanze zu verjüngen. Dieses Vorgehen beim Schneiden von kleineren Blühsträuchern eignet sich besonders für Hortensien, Säckelblume, Buschmalven oder Garten-Eibisch und den späten Nektarlieferant, die Bartblume.

 

Sträucher, die keinen Schnitt vertragen

Holunder und blühende Sträucher richtig schneiden
Erst erfreut uns der Holunder mit zeitigen, eßbaren Blüten, dann mit sauren Beeren, die die Vögel wie der Mensch – zumindest als Saft oder Sirup – gleichermaßen schätzen. Holunder richtig schneiden ist für eine gute Blüte wichtig. (Quelle: 127071 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

 

Auch in der Welt der (Blüh-)Sträucher gilt: Was die einen zu Höchstleistungen anspornt, kann bei anderen schädlich, schlicht sinnlos sein oder, schlimmer, zu Wasserschossen führen. Sträucher, die von einem Beschnitt profitieren, von jenen zu unterscheiden, bei denen die Strauchschere besser im Schuppen bleibt, ist jedoch nicht schwer. So müssen Sträucher, die auch an mehrjährigen Ästen noch Blüten tragen und lediglich am Ende der Zweige Wachstum zeigen, nicht beschnitten werden. Es ist zwar durchaus möglich, die Größe dieser Sträucher durch Beschnitt einzugrenzen, auf die Blühfreudigkeit jedoch wirkt sich dieser Schritt nicht aus. Die Blüte kann allerdings auch mal ein Jahr ausfallen.
Oft ist es sogar gut, solchen Sträuchern keinen Einhalt zu gebieten, da sie im Laufe der Zeit zu äußerst imposanten Eyecatchern im Garten oder auch Vorgarten werden. Hierzu gehören zweifellos

  • die Magnolie, die nicht geschnitten werden sollte. Besonders die hochwachsenden Arten neigen zu Wasserschossen.
  • Der Goldregen, da er mit den Jahren schöner und üppiger blüht.
  • Die meisten Schneeball-Arten: Duftschneeball im Umfang allenfalls einkürzen, Winterschneeball verträgt einen Schnitt, ist aber nicht nötig und die Blüte kann ein Jahr ausfallen; beide gerne jung in Form schneiden um eine bessere Verzweigung anzuregen.
  • Blumen-Hartriegel, da er nicht vergreist und schlecht regenerationsfähig ist.
  • Sowie Scheinbuchen. Ihr Wuchsbild wird sonst zerstört. Allenfalls einzelne Triebe auslichten.

Weitere Arten von Sträuchern, die nicht regelmäßig gestrichen werden: Felsenbirne, Zaubernuss, Seidelbast, Zier-Ahorn, Glanzmispel oder Glockenhasel.

Stattdessen sollten diese Sträucher schon beim Anlegen eines Gartens an Stellen gepflanzt werden, die auch großen Gewächsen ausreichend Platz bieten.

Einen radikalen Rückschnitt mögen Sommerflieder oder Blauraute einen radikalen Rückschnitt auf zwei Knospen im zeitigen Frühjahr oder gar an milderen Januartagen.

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