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Cooler Kompost: Kostenlos und so vielseitig für Garten & Balkon

Kompost anlegen, auch auf dem Balkon
Im Herbst oder Frühjahr einen Kompost anlegen hat viele Vorteile. Einer hiervon: Kostenloser, sehr wertvoller Dünger und universell einsetzbarer Bodenverbesserer. Wie man so einen Kompost anlegt? So macht man es richtig. (Anmerkung: Ich habe hier noch zwei alte Plexiglasscheiben eingesteckt, da etwas Kompost aus diesem sehr einfachen Komposter herausrieselte.)

Gerade im Herbst einen neuen oder zweiten Kompost anzulegen ist ideal. Zwar arbeitet bei kalten Temperaturen das spätere Gärtnergold noch nicht so richtig. Doch fällt über die kalte Jahreszeit genügend organisches Material an, das ab dem Frühjahr vor sich hin arbeitet, um ein vielfältiges Produkt in etwa einem Jahr zu produzieren. Das gilt auch für Kompost auf dem Balkon.

Gartenkompost zu produzieren ist zwar nicht die allerspannendste Aufgabe, erst Recht, weil es schon seine Zeit dauert, aber das Ergebnis ist traumhaft für den Hobbygärtner und, letztlich ist es ein Kreislauf, bei dem zumeist wieder das was im Garten so an Grünem anfällt zu etwas wertvollem wird. Apropos, was kann so alles auf den Kompost?

Was auf den Kompost kann

Als Faustregel kann alles Grünzeug aus dem Garten, dem Obst und Gemüsebeet, Strauchschnitt (wirklich klein, am besten gehäckselt), Laub, Rasenschnitt, Grünabfälle, zusammen gefallene Sommerblumen, usw. auf den Kompost. Und dies in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen eher trockenem und feuchtem Material. Als Basis gut, da es die Luftzirkulation fördert: Schnittgut aus kleinen Ästen und Laub. Ist kein Laub vorhanden dann zerreißt man einfach ein, zwei Kartons in grobe Stücke und schichtet dies mit dem Schnittgut ein paar Zentimeter hoch.

Wenn ich Grünschnitt auf dem Komposter gebe, dann stehe ich mit einer guten Gartenschere da und schneide alles klein. Alle rohen Grünabfälle aus der Küche kommen ebenfalls auf den Kompost. Zerkleinerte Eierschalen, Kaffeesatz, all das ist ebenfalls gut für einen tollen Kompost. Bei Zitrusfrüchten sollte man etwas zurückhaltend sein. Sie bauen sich sehr schlecht ab und sind, wenn ich mich recht entsinne, schlecht für die „gemütliche Zersetzungsatmosphäre“ im sonst sehr lebendigen Kompostbehälter. Rasenschnitt und jetzt vor allem Laub, kann auch auf den Kompost. Hiervon sollten die einzelnen Lagen aber lediglich hauchdünn sein. Also nicht alles auf einmal, wenn Rasenschnitt und Laub anfallen. Dann eher das Kompostmaterial zwischenlagern, bis etwas anderes dazwischen kann.

Was ich nicht oder nur mit sehr viel Vorsicht auf den Kompost packe: Beikräuter, üblicherweise „Unkraut“ genannt, Tomaten-, Gurken- oder Zucchinipflanzen. Ersteres, gerade so hartnäckig Wurzelndes wie der Giersch, sollte vor dem Kompostieren mindestens ein paar Tage in der Sonne welken. Ansonsten bleiben sie im Kompost weiterhin aktiv. Die eventuell kranken Sommerstars im Gemüsegarten lasse ich ebenfalls außen vor, da sich unter optimalen Bedingungen und bei genügend Hitzeentwicklung die Erreger zersetzen können. Allerdings müssen sie das nicht unbedingt. Daher: Ab in die Biotonne damit. Übrigens genauso, wie gekochte Lebensmittel, insbesondere Fleischreste. Zwar kann ein gut sortierter Kompost mit richtig viel Temperatur im Inneren auch das „verdauen“, aber das muss nicht immer der Fall sein. Zumal gerade Fleischreste auch gerne Nagetiere anlocken.

Als Grundformel für alles was auf den Kompost kommt gilt: Idealerweise alles in dünnen Schichten darauf geben, eher feuchtes und trockeneres Material stets abwechseln.

Standort, Kompost anlegen und die geringe Pflege

Es dauert locker ein Jahr bis etwas Zählbares aus dem Kompost wird. Dafür benötigt er nicht viel Pflege. Wichtig ist dabei nur: Er sollte weder zu trocken werden, noch zu feucht sein. Gegen die Trockenheit, gerade im Sommer, hilft ein eher halbschattiger Standort. Und, wenn es wirklich allzu warm ist oder lange nicht regnete, dann helfen schon mal 2, 3 Kannen Wasser, um den mehr oder minder zersetzten Berg voll Grünzeug aktiv zu halten. Denn, wenn zu trocken, dann missfällt das all den fleißigen Arbeitern darin, vom winzigen Bakterium bis zum Regenwurm. Und, zu feucht ist auch nichts, daher kann man ihn bei Dauerregen oder über den nassen Winter über auch mal abdecken. Ab und an kontrollieren und alle 2, 3 Monate mit einer Grabegabel durcharbeiten und lockern. Fertig ist die so gar nicht mühselige Arbeit mit dem Kompost.

Welcher Komposter-Typ?

Es ist ein wenig Geschmacksache, welchen Komposter oder Kompostbehälter man für seinen Garten verwendet. Bei genügend Platz kann man sich gleich mehrere Komposter mit einer Pfosten-Hasendrahtkonstruktion oder Europaletten bauen, man kann einen schnell umsetzenden Thermokomposter aus Kunststoff verwenden (wie dieser Thermokomposter aus Recyclingkunststoff von Neudorff), oder, so wie hier, eine einfache Konstruktion aus zusammengesteckten Latten wie diesen hochwertigen Steckkomposter aus Holz. So ein Komposter ist völlig ausreichend. Der Nachteil: Ringsum rieselt ab und an etwas von dem schwarzen Gärtnergold heraus.

Man kann übrigens auch Kompost auf dem Balkon produzieren. Ideal als Basis ist ein mindestens 20 – 30 Liter großer Eimer, ein Deckel hierfür wie bei diesem Eimer mit Deckel ist ideal. Wer mehr Platz hat, dann gerne auch größer. Auf der Unterseite so eines Eimers werden großzügig Löcher gebohrt. Noch nötig: Ein passend großer Blumenuntersetzer und zwei Latten zwischen dem Komposteimer auf dem Balkon und dem Untersetzer, was der Belüftung dient, genauso, wie eine erste Schicht aus kleinen Ästen und Laub oder wieder Kartonage. Abwechslungsreich befüllen und genauso feucht halten, Deckel drauf und ab und an durchmixen. Riecht das Ganze mal etwas strenger, dann ist die Zugabe von 2, 3 Händen Urgesteinsmehl optimal. Auch eine Lage Karton kann helfen. Nach einem Jahr sollte auch der Kompost auf dem Balkon fertig sein.

Wofür man den selbstgemachten Kompost alles verwenden kann

Wenn alles schön feinkrümelig und so richtig schwarz wie gute Erde ist, noch dazu herrlich nach Wald- und Gartenerde duftet, dann ist der Kompost fertig. Hat man größere Stücke noch enthalten, dann kann man den Kompost sieben. Das geht top mit einem Quadratmeter Hasendraht. Rechts und links eine Dachlatte daran befestigen und beispielsweise aufstellen und den Kompost durchschaufeln oder die Konstruktion auf eine Schubkarre legen und grobes Material absammeln und zurück auf den Kompost geben. Anders ist es bei den Thermokompostern. Aus ihnen kann man unten aus einer Klappe nach und nach den frischen und fertigen Kompost entnehmen.

Mit dem herrlichen Kompost kann man Rosen wie Beerensträucher im Herbst oder Winter mulchen, um ihnen so etwas Schutz an der Basis zu geben und für die kommende Saison sozusagen den Langzeitdünger parat zu haben.

Für Starkzehrer wie Tomaten, Gurken und Zucchini – im Beet wie Topf – arbeitet man vor der Pflanzung den guten Kompost in die Erde ein. Das humusreiche Material ist zum einen ein phantastischer Dünger, zum anderen ein guter Bodenverbesserer und Wasserspeicher. Dies ist auch der Grund, warum ich Kompost stets im Herbst auf die Gemüsebeete gebe. Denn, ein paar Zentimeter hoch gleichmäßig verteilt – ohne unterzuarbeiten –, dient es zum einen als Schutz vor Wildwuchs auf den abgeräumten Beeten. Regen, Schnee und vor allem Regenwürmer sorgen bis zur ersten Pflanzung oder Aussaat dafür, dass das schwarze Gärtnergold in den Boden eingearbeitet wird. Dies verbessert über die Jahre selbst die Struktur eines richtig roten, sehr schweren Lehmbodens. Optional kann man Kompost auf den Gemüsebeeten auch noch im zeitigen Frühjahr einarbeiten. Eine Grabgabel ist hierbei ein hilfreiches Werkzeug.

Wer übrigens jetzt im Herbst noch keine Verwendung für (den ganzen) Kompost hat, kann ihn auch beiseite stellen und beispielsweise abdecken, um ihn im Frühjahr einzusetzen. Nur komplett luftdicht sollte diese Lagerung nicht sein. Und austrocknen darf das wertvolle Material auch nicht.

Wie auch immer man Kompost vom eigenen Kompostbehälter oder Komposter einsetzt, es ist von der Natur und vielen kleinen Helfern eine kostenlos für den (Bio-)Gärtner hergestellte Wunderwaffe.

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3 Antworten

  1. Filip
    | Antworten

    Kompost ist DAS Sinnbild für einen gesunden Kreislauf! Nice & easy..

  2. Häußermann Dieter
    | Antworten

    „Toll“, wenn man im Laptop lesen kann, wie ich schon viele Jahre meinen Kompost herstelle und verarbeite in unserem Garten.
    Ein ganz wichtiger und umweltschonender Teil in unserer ?? „Chemischen Zeit“. Es erzeugt guten Appetit und schlanke Gesundheit.
    Danke!!

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Und wenn ich ergänzen darf: Kostenlos, mit wenig Aufwand und in großen Mengen nach kurzer Zeit vorhanden. Noch dazu eines der wenigen Dinge aus der Natur, die nötig sind, um alles schön wachsen und gedeihen zu lassen 😉 Danke und Grüße, Jürgen

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