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Anleitung, um einfach tolle Tomaten-Samen selbst zu gewinnen

Tomatensamen selbst gewinnen ist einfach. Die Anleitung hierzu zeigt drei Methoden, um Tomatensamen zu gewinnen.
Tomatensamen selbst gewinnen ist einfach. Die Anleitung hierzu zeigt drei Methoden, um Tomatensamen zu gewinnen.

So, die erste Anzucht aus Tomatensamen hat geklappt oder soll nächstes Jahr aus tollen, eigenen Tomaten endlich auch mal losgehen. Nichts leichter als das, denn jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um Tomatensamen selbst zu gewinnen. Drei Methoden, um Tomatensamen zu gewinnen und warum es mit veredelten Tomaten, F1-Tomaten oder Tomaten vom Markt eher nicht funktioniert.

Nach der Saison ist vor der Saison, dieser Gärtnerspruch gilt im auslaufenden Sommer auch für die Gewinnung von Tomatensamen. Man kann Tomatensamen zwar auch früher gewinnen, doch, zum Ende der Saison, finde ich es idealer. Und dies aus gleich mehreren Gründen. Hat es den Tomaten bei mir gefallen und waren sie ertragreich? Sind sie vielleicht viel zu groß für meinen (Balkon-)Garten oder den jeweiligen Standort? Genial für Saucen und zum Tomaten einkochen oder sowas von lecker pur. Oder sind sie eher tragfaul, zicken mimosenhaft rum, schmecken dann doch nicht oder wurden viel schneller krank als andere. All dies sind Ausschusskriterien, die man jetzt, also im September beim Tomatensamen-Gewinnen ganz genau weiß.

Methode No 1, um Tomaten-Samen zu gewinnen

So, um Tomatensamen zu gewinnen, kann man es sich einfach machen. Quer aufschneiden – so erwischt man mehr Kammern, und Samen am besten mit einem Löffel rauspulen. Bei Fleischtomaten ist es sinnvoll, den einen oder anderen weiteren Sezierschnitt zu machen, denn Fleischtomaten haben oft mehr Kammern.

Diesen Glibber nimmt man jetzt und streicht ihn auf eine saugfähige Unterlage. Zewa, darunter alte Zeitung, und an einen trockenen Platz legen. Ich verteile sie immer bestmöglich mit einem Messerrücken, dann trocknen sie schneller. Tipp: Sofort mit der Sorte beschriften, sonst endet das Ganze in Chaos. Vor allem, wenn man mehrere Sorten hat.

Sind die gewonnenen Tomatensamen wirklich trocken, dann kann man die Trockenunterlage zusammenfalten und in einen entsprechend mit der Tomatensorte beschrifteten Briefumschlag stecken. Nun nur noch kühl und trocken lagern. So bleiben die Tomatensamen nach dem Gewinnen etwa fünf Jahre keimfähig.

Das ist die schnelle Variante, um Tomatensamen zu gewinnen.

Tomatensamen selbst gewinnen: Die Abspülmethode

Tomatensamen selbst gewinnen: Anleitung.
Um Tomatensamen selbst zu gewinnen werden ausschließlich gesunde Tomaten ausgewählt. Normalerweise quer aufgeschnitten, macht es bei pflaumenförmigen Tomaten Sinn, sie der Länge nach zu halbieren oder zu vierteln.

Wer gerne am Waschbecken steht, kann die Tomatensamen wie folgt gewinnen: Tomatensamen wie oben beschrieben aus den Früchten entnehmen und in einem feinen Sieb unter kaltem Wasser abspülen. Dies hat den Vorteil, dass die glibberige Umhüllung abgespült werden kann. Dies schadet so gar nicht, denn dieser Hülle ist ein Keimhemmer, welcher in der Regel das vorzeitige Keimen verhindert. Nebeneffekt: Die Keimrate kann so bei den selbstgewonnenen Tomatensamen erhöht werden. Nachteil dieser Methode: Nicht alle Tomatensamen wollen sich so von der schleimigen Hülle – welche übrigens die Keimung in der Tomate hemmt – trennen.

Methode Nummer 3, um Tomatensamen zu gewinnen

Strenggenommen auch eine faule Methode: Tomatensamen wie oben auspuhlen, in eine Tasse oder ein Wassserglas geben und zum Teil einfach mit kaltem Wasser aufgießen. Diese Mischung bleibt dann einfach zwei Tage stehen, ich rühre das Ganze ein, zwei Mal um. Achtung: Nicht die Samen mit der Gabel oder dem Löffel von einem Trinkgefäß ins andere befördern. Ach so, beschriftet werden sie auch. Einfach einen Notizzettel mit dem entsprechenden Namen der Tomatensorte unterlegen.

Nach zwei Tagen werden die Tomatensamen ganz einfach gewonnen. Wiederum in ein feines Sieb gießen, vielleicht unter Zuhilfenahme von sanftem Rühren mit einem Löffel. Wiederum auf Zewa geben und trocknen lassen.

Nur wenige Tomatensamen haben sich so bisher nicht gelöst. Dann hat man nur wieder die eine Chance: Auf Zewa mit der Hülle gut verteilen. Steht das Ganze länger, dann fängt die Flüssigkeit an zu schimmeln.

So Tomatensamen selbst gewinnen gelingt mit allen Sorten. Die Angst vor „Inzucht“ mit anderen Sorten ist eher gering bis sehr unwahrscheinlich. Was man von Paprika oder Chili indes nicht behaupten kann. Bei den Pflänzchen kann das schon sehr leicht passieren.

Warum man aus gekauften, F1-Tomaten oder veredelten Tomaten bessere keine Samen gewinnt

Tomatensamen gewinnen Anleitung.
Die Methode, um Tomatensamen zu gewinnen ist am idealsten, dauert allerdings länger. Samen mit dem Glibber drumherum zwei Tage in Wasser einlegen. Namen auf Notizzettel schreiben macht sehr viel Sinn.

F 1 das ist kein Kürzel für die schnellste Autoklasse im Motorsport, sondern, im Fall von Pflanzen, eine Züchtung. Ich nehme hier eine über mehr Generationen vermehrte Sorte, sagen wir, die besonders ertragreich ist, dort eine zweite, die besonders resistent gegen Krankheiten ist. Kreutzt man diese beiden nun, dann erhalte ich im Falle der Tomaten eine Sorte, die vielleicht alle Bedingungen traumhaft erfüllt. Diese nennt man dann F 1-Sorte. Meist ist es bei Tomatensamen aus solchen Früchten dann aber so, dass die Vermehrung hieraus, als die F 2-Generation dann oft die ursprünglichen Merkmale der einen oder anderen Sorte aufweist. Nicht das, was man letztlich beim Tomatensamengewinnen haben will.

Ähnlich verhält es sich mit veredelten Tomaten. Hierbei wird, grob gesagt, eine Tomate wachsen lassen, was da oben rauskommt will man aber nicht, pfroft dann stattdessen eine andere Tomatensorte oben drauf. Das Unterteil sorgt dann vielleicht für großen Wuchs, der obere Teil indes für tolle Tomaten. Ähnlich wie bei F 1-Tomaten kann dann aus den Samen was ganz anderes entstehen.

Tomatensamen gewinnen Anleitung.
Jetzt spült man die selbst gewonnenen Tomatensamen in einem feinen Sieb lediglich noch aus und läßt sie auf einer saugfähigen Unterlage trocknen. Wirklich völlig trocken: Einfach und nicht luftdicht kühl und trocken lagern. Ich stecke die zusammengeklappten Zewaseiten in einen Briefumschlag. Dieser trägt, wie die Unterlage, den Sortennamen.

Letztlich sieht es bei gekauften Tomaten später oft mit den Samen ähnlich aus. Es sei denn, man hat sie aus sicherer Quelle, zum Beispiel in „Bio“ und mit Sortennamen. Dann kann man sein Glück versuchen. Aber auch hier gibt es keine Erfolgsgarantie. So kann es der Tomate beispielsweise in unserem Klima nicht zusagen. Die Erfahrung sammelte ich mit einer typischen mallorquinischen Sorte. Samen aus dem Urlaub mitgenommen, hier ausgesät, eine kränkliche Pflanze kam heraus. Der Guten war es hierzulande wohl schlichtweg zu kalt.

So, die Tomatensamen sind gewonnen und eingetütet? Dann kann man gleich weitermachen und zum Beispiel Bliumensamen gewinnen.

Viel Spaß und erfolg damit und bei Fragen, wie immer eine Mail an redaktion (at) muhvie.de.

Fotos und Text: © Jürgen Rösemeier-Buhmann

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