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Aus Tomaten Ketchup selber machen: So einfach wie lecker

Tomaten-Ketchup selber machen. Einfaches, aber geniales Rezept
Tomatenketchup: Ketchup machen ist einfach und nicht mit gekauften Produkten zu vergleichen. Ein Grund-Rezept für Ketchup und Variationen.

Wer im Garten oder aus dem Topf an Tomatenüberschuss „leidet“, kann sich, neben eingemachter Tomatensoße, zum Beispiel auch seinen eigenen Ketchup machen. Das ist so einfach wie genial, frei von Zusatzstoffen, enthält viel weniger Zucker als gekaufter Ketchup und man kann ihn ganz nach Gusto variieren. Er eignet sich zu allem Möglichen und ist mit gekauftem Tomatenketchup überhaupt nicht zu vergleichen. Tipp für all jene mit geringer Ernte oder keinen eigenen Tomaten: Einfach ein paar kaufen, vielleicht sogar mal nach Ausschussware fragen. In unserem Hofladen gab es dann die hier verarbeiteten zwei Kilo für günstige zwei Euro. Regional angebaut. Doch egal woher die frischen, reifen Tomaten für den selbstgemachten Ketchup sind: Jeder läßt den gekauften Ketchup dann ab sofort links liegen. Versprochen.

Eigenen Ketchup machen: Das Grund-Rezept

Etwas Geduld muss man schon mitbringen. Denn für eine sämige Konsistenz benötigt das Ketchup machen einfach Zeit. eine Stunde oder mehr sollte man das Ganze schon mit folgenden Zutaten (für etwa 10 – 12 Gläser à 230 ml) kochen lassen. Dies beeinflusst die spätere Konsistenz. Wie übrigens auch die verwendete Tomatensorte, denn: Die eine Sorte enthält mher Flüssigkeit, die andere weniger.

2 Kg reife Tomaten

0,5 l Apfel- oder weißer Balsamico-Essig

1 getrocknete oder frische Chilischote (optional und nach Geschmack mit oder ohne Kerne)

2 – 3 EL Meersalz oder Steinsalz (eine Leserin schrieb unlängst, das sei zu viel; Geschmacksache, aber testet selbst erstmal vorsichtig, da Geschmäcker bekanntlich verschieden sind)

2 TL süßes Paprikapulver (wie dieses geniale Bio-Paprikapulver)

Frisch gemahlener Pfeffer

500g oder etwa 10 mittelgroße Zwiebeln

300 g Tomatenmark

Brauner Zucker nach Geschmack oder Gelierzucker (zwischen 100 und 500 g. Tipp: Erst etwas weniger verwenden. Dann ein, zwei Esslöffel der köchelnden Masse herausnehmen, abkühlen lassen und testen. Gegebenenfalls noch etwas nachzuckern. Kalt verhält sich Zucker wie Salz oft anders. Ich nehme auf die Tomatenmenge 200 g 2:1 Gelierzucker. Der sorgt noch für etwas Bindung, auch wenn er flüssiger als gekaufter Ketchup ist)

Öl zum Dünsten der Zwiebeln

Bindemittel (Pektin, Agar Agar, o. ä.) nach Bedarf und wenn kein Gelierzucker verwendet wird

Optional: 1 TL Rauchpaprika

Die vom grünen Stielansatz befreiten Tomaten vierteln, die Zwiebeln grob kleinschneiden, in Öl glasig dünsten, das Tomatenmark kurz mitdünsten (wichtig für den Geschmack) und alle Zutaten in den Topf geben. Aufkochen lassen und bei kleiner Flamme einreduzieren lassen. Immer wieder durchrühren. Nach einer Stunde probieren, eventuell abschmecken, um Würze und Süße individuell zu gestalten. Wem der selbstgemachte Ketchup zu dünn ist – hängt auch von der Tomatensorte ab – dann ruhig nochmal eine halbe oder ganze Stunde weiterköcheln lassen.

Wer sich Tomatenketchup aus der Flasche auf den Teller macht, erwartet diese gewisse Konsistenz, die man bei Gekauftem immer hat. Dickflüssig und dann auch noch knallrot. Wer Rezepte mit Ketchup einmal selbst gemacht hat weiß, dass das etwas anders aussieht. Wahrscheinlich fehlen die Farbstoffe… Und, je nachdem wie sehr man es einkochen lässt, ist der Tomatenketchup aus eigener Herstellung dünnflüssiger und etwas blasser.

Dickflüssiger wird Tomatenketchup, sofern gewünscht, indem man noch etwas mehr Tomatenmark zugibt oder einfach länger kochen läßt. Besser geht es mit Bindemittel beim Ketchup machen. Pflanzliches Agar-Argar oder Pektin eignet sich ebenso, wie 2:1 Gelierzucker (gerne palmölfrei, das braucht wirklich kein Mensch und schadet nur der Umwelt) oder eine Packung Geliermittel 1:1. Doch, egal wie dick- oder dünnflüssig der selbstgemachte Tomatenketchup ist, er schmeckt. Tipp hierbei: Ein, zwei Esslöffel des selbstgemachten Ketchups erkalten lassen. Dann erkennt man in etwa die spätere Konsistenz.

Viele Rezepte für Ketchup schreiben, dass man die Masse erst wnthäuten soll. Ich persönlich finde es aber schade – wie auch bei der Tomatensoße – irgendetwas von der Frucht wegzuwerfen. Alles was im Topf ist sorgt letztlich für Geschmack. Um das Stückige aus dem Ketchup zu bekommen wird er einfach gründlich mit dem Pürierstab durchgemixt. Da sind dann keine Zwiebelstückchen mehr zu sehen oder Reste der Schale. Doch Vorsicht bei einem Kunststoffmixer. Da kann in der heißen Ketchupmasse auch schon mal das Plastik einschmelzen. Ein Grund, warum man einen aus Metall nutzen sollte. Da uns stets kurz nach der Gewährleistung nacheinander zwei Braun-Stabmixer kaputt gegangen sind, setzten wir jetzt auf das Original, den ESGE-Zauberstab.

Nicht mit der Kochzeit geizen, denn je länger die reifen Tomaten kochen, desto dickflüssiger und aromatischer wird der eigene Tomatenketchup.
Nicht mit der Kochzeit geizen, denn je länger die reifen Tomaten kochen, desto dickflüssiger und aromatischer wird der eigene Tomatenketchup. Hier habe ich etwas Currypaste hinzugegeben. Dieser, kurz erwärmt, ergibt die beste Currysauce. Bei den Zutaten sind dem Ketchup keine Grenzen gesetzt und wer ihn sich einmal selbst gemacht hat, der isst nie wieder gekauften…

Heiß in saubere Schraubgläser – vorher mit heißen Wasser ausgespült, auch die Deckel – abgefüllt, hält er mindestens bis weit in die nächste Grillsaison. Was bei der sehr penibel durchzuführenden Abfüllung zu beachten gilt, steht im Beitrag Gurken einlegen. Praktisch zum Abfüllen sind kleine Schraubgläser oder Saftflaschen. Beide haben ein Volumen von etwa 230 bzw. 250 ml.

Tipp: In der Bildergalerie erkennt man vielleicht, dass ich unseren Ketchup auf einer Induktionsplatte auf der Terrasse eingekocht.

Rezepte für Ketchup: Nach eigenem Geschmack variieren

Rezepte für Ketchup gibt es im Netz und diversen Kochbüchern zuhauf. Das Rezept hier ist ein Grundrezept, welches sich jeder nach eigenem Gusto verfeinern kann. Für Curryketchup wurden auf den Rest im Topf, der für zwei Gläser reichte, beispielsweise 3 TL Currypaste hinzugegeben und nochmals kurz aufgekocht. Die Paste schmeckt einfach besser als normales Currypulver. Man kann zu den Zwiebeln ein paar Knoblauchzehen geben, ein Stück frisch geriebenen Ingwer, frische mediterrane Kräuter, die mitkochen und vor dem Abfüllen entnommen werde oder Koriandergrün, Rauchsalz oder Rauchpaprika für eine Barbecue-Variante (mein Favorit!), gemahlene Senfkörner,…  Was auch immer das Herz und der Gaumen begehrt.

Beim Ketchup machen sind einfach viele Zutaten möglich und es bringt einen tollen Geschmack auf den Teller. Nicht nur beim nächsten Grillen.

Bilder & Text (c) Jürgen Rösemeier-Buhmann

(Der Text enthält beispielhafte Produktlinks. Solltet Ihr über die Links das Produkt oder etwas anderes kaufen, dann hilft dies, um diese Internetseite zu finanzieren).

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9 Antworten

  1. Gisela Prihoda
    | Antworten

    Heute habe ich das Rezept ausprobiert. Die Rezeptur stimmt 100%ig. Ich habe die Masse 2 Stunden köcheln lassen, und es wurde eine sämige Konsistenz. Der selbstgemachte Tomatenketchup schmeckt super lecker.

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Gisela, freut mich sehr, dass dir das Resultat mundet! Einfach lecker, oder? Frohen Genuß und liebe Grüße, Jürgen

  2. Gabriele
    | Antworten

    Für dieses Rezept sind 0,5 l Essig und 3 Eßl. Salz viel zu viel. Die hälfte Essig und höchsten 1,5 Eßl. Salz sind mehr als genug, Salz kann noch weniger sein. Und damit Pektin geliert muss es niederverestert sein, d.h. dass es gelieren kann ohne Zuckerzusatz.

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Ach ich liebe es, wenn der Rechner abstürzt… so, dann meine Antwort nochmal. 🙂 Also, Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. DAS Rezept hier – nach Gusto selbst entwickelt – funktioniert und schmeckt hervorragend. Ob das Ganze länger haltbar ist mit weniger Essig, weiß ich nicht. Die Salzmenge ist natürlich immer abhängig vom eigenen Gusto. Und auch wenn wir ansonsten Salz gerne sparen, hier passt das Verhältnis für uns (und nach dem Googlen und Ergebnissen auf Gourmetseiten sehe ich ähnliche Mengenangaben). Aber, danke, den „Warnhinweis“ habe ich hinter dem Salz vermerkt. 😉 Sonnige Grüße, Jürgen

  3. irmea walker
    | Antworten

    die schönste Jahreszeit ist die Einmachzeit. Ich habe Senfgurken eingelegt (köstlich) Jetzt sind die Tomaten drann. Ich habe ein Rezept gefunden 500 g Tomaten und 300 g Himbeeren (guter Geschmack und tolle Farbe)Dann habe ich Zuccine mit Tomaten zu einer Souce verarbeitet.Ich halte mich immer an das jeweilige Grundrezept und später spiele ich immer noch zusätzlich mit anderen Gewürzen. Jetzt werde ich mal Tomatenmarmelade machen. Trotz des bescheidenen Sommers bin ich sehr zufrieden mit meiner Ernte.Ich habe viel mit Brennesseljauche gegossen, Zwiebelschalenjauche gespritzt und Salbeitee gespritzt. Es ist schon schön wenn man einen eigenen Garten hat und ohne Chemie sein Gemüse anbauen und ernten kann.

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Klingt lecker Irmea! Und du hast definitiv Recht! 🙂 <3

  4. ruedi
    | Antworten

    ich reduziere mein ketchup seit 5 stunden, sieht aber immer noch wie tomatensuppe aus!! auf 4 kg tomaten nehm ich 150g rohzucker.
    ist das einfach zu wenig?

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Ruedi, hm, vielleicht waren es besonders „saftreiche Tomaten“? Richtig dick wie der Gekaufte wird der selbstgemachte Ketchup ohne Hilfsmittel (wie Gelatine, Agar Agar oder andere Geliermittel) zwar nicht, aber eindicken tut`s schon… Sorry, Ich sehe Deine Nachricht erst jetzt. Irgendwie bekomme ich keine Mailbenachrichtigung zu Kommentaren mehr :-/

  5. […] ihr übrigens, dass ihr aus euren Tomaten auch ganz einfach euren eigenen Ketchup machen könnt? Hier geht’s zum Rezept vom Balkongartenblog […]

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