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Do It Yourself: Hochbeet selber bauen und das ganze Jahr ernten

Hochbeet bauen: Bauanleitung und Hochbeet befüllen
Ein Hochbeet selber bauen ist mit etwas handwerklichem Geschick einfach und spart, im Vergleich zu einem fertig gekauften, jede Menge Geld. Was hier wie ein Galgen noch zu sehen ist, war die Auflage für biegsame Kunststoffplatten, die als Dach im Winter das selbstgebaute Hochbeet schützten. Die einfachste Variante für den Anbau im selbstgebauten Hochbeet: Gartenvlies über solch eine Konstruktion zu legen. Das verlängert die Anbausaison und läßt sie früher starten. Zwei der vielen Vorteile eines Hochbeets.  In Sachen Dach für ein Hochbeet habe ich übrigens meine ganz eigene Lösung ausgetüftelt, die ich noch präsentieren werde.

Eine Bauanleitung für ein Hochbeet.

Ich kann es nur empfehlen, ein Hochbeet selber zu bauen. Gerade wenn es so etwa 90 Zentimeter hoch ist, kann man hier rückenschonend arbeiten, sehr viel, viel früher und länger ernten. Wenn das Hochbeet noch ein Dach und Seitenwände bekommt, kann der Genussgärtner strenggenommen, bei guter Planung und Sortenauswahl, das ganze Jahr aus seinem eigenen Hochbeet ernten. Sind alle Materialien da, dann ist das Projekt an einem Tag abgeschlossen. Und belohnt das ganze Jahr mit reicher Ernte. Bei Bedarf: Schneckenschutz inklusive. Nebenbei: Das Do It Yourself Hochbeet ist wirklich nicht teuer. Wenn man es selber baut.

Meine Anleitung, um ein Hochbeet selber zu bauen

Letzten Herbst ging ich im Internet auf die Suche nach einer Bauanleitung für ein Hochbeet. Nach etwa zwei Stunden habe ich aufgegeben, denn alles was ich fand waren allenfalls Beschreibungen und suchmaschinenoptimierte Seiten auf denen man glauben konnte, dass hier allenfalls IT-Experten die Seite betreiben, keinesfalls aber jemand der vom Gärtnern, Holzhandwerk, geschweige denn vom Hochbeet bauen eine Ahnung hat (Sorry. Musste mal zur Suchmaschinenoptimierung gesagt werden). Daraufhin habe ich mir zahlreiche Bilder angeschaut, die geplante Fläche ausgemessen, habe nach Holz gesucht, mir Materialien notiert und bin mit Notizzettel in den Baumarkt.

Grundlagen und Material zum Hochbeet bauen

Ein Hochbeet selber zu bauen erfordert nicht wirklich handwerkliches Geschick. Ein paar Werkzeuge, eine gute Kontrolle der Maße und das Hochbeet ist locker an einem Tag gebaut. Vor dem Bau, Holz- und Materialeinkauf sollte man sich natürlich die Größe des Hochbeetes genau überlegen. Wo passt es hin – Nord-Süd-Ausrichtung ist ideal, es muss allerdings nicht den ganzen Tag Sonne haben – und wie groß soll es sein. Tipp für diejenigen, die ein Hochbeet selber bauen möchten: Nicht zu tief planen, denn idealerweise kommt man von einer Seite später an alle Pflänzchen.

Die Höhe eines Hochbeetes sollte zwischen 80 bis 120 Zentimetern liegen. Dann hat es eine gute Arbeitshöhe und dies ist auch nicht unwichtig bei der späteren Füllung. Mein selbst gebautes Hochbeet misst einen auf etwas über zwei Meter. Es kann ruhig länger sein, passte so aber genau in das vorgesehene Eckchen im Garten.

Die benötigten Werkzeuge zum Hochbeet selber bauen sind: Eine Säge – Kreis- oder Stichsäge sind schon gut, wenn man das Holz nicht vorgesägt kauft –, ein normaler Hammer und ein sehr großer Hammer, um die Pfosten einzuschlagen, Wasserwaage, Drahtzange, Akkuschrauber und ein Metermaß. Als Baumaterial für das Hochbeet dient wetterfestes Holz wie etwa Lärche oder Douglasie, aber auch weniger langlebige Kefer oder Tanne ist geeignet, um ein Hochbeet selber zu bauen. Ich habe kesseldruckimprägnierte Terrassendielen aus Nadelholz verwendet, das gerade im Baumarkt im Angebot war.

Hochbeet Bauanleitung: So einfach geht`s

Der Start beim Hochbeetbauen: Die geplante Fläche abmessen, abstecken und begradigen. Ist hier Rasen vorhanden, dann kann man diesen abstechen – geht später auch als Teil der Füllung – oder: Das Hochbeet wird einfach hierauf gebaut. Der Rasen stirbt hier definitiv ab.

Nun gilt es die Pfosten einzuschlagen – hier: 7 x 7 Zentimeter Pfosten aus der Zaunabteilung, die 1,25 Meter lang waren. Da das selbstgebaute Hochbeet 90 Zentimeter werden sollte, habe ich die Pfosten dementsprechend 35 Zentimeter eingeschlagen. Mit der Wasserwaage lieber einmal mehr überprüfen, ob der Pfosten gerade eingeschlagen ist. Alternativ kann man auch Einschlagbodenhülsen verwenden – sind im Winkel verstellbar – oder einbetonierte Hülsen, welche etwa im Zaunbau verwendet werden.

Dann sollte die exakte Tiefe der Pfosten gemessen werden und, wie hier bei einem Hanggrundstück, ob die beiden gegenüberliegenden wie auch die benachbarten Pfosten auch wirklich auf einem Niveau sind. Ansonsten wird das selbstgebaute Hochbeet „krumm und schief“.

Wenn die vier Eckpfosten eingeschlagen sind, dann sollten nochmal die Abstände von einem Pfostenende zum anderen, oben und unten gemessen werden. Dann geht es an das Bretter sägen. Tipp: Man kann das Hochbeet anschliessend zum Schutz des Holzes mit Teichfolie oder Unkrautvlies auskleiden oder mit umweltfreundlicher Schutzfarbe anstreichen. Wer es natürlicher mag und auf Plastik und Farben verzichten will – was ich bei meinem selbstgebauten Hochbeet gemacht habe, nimmt rein kesseldruckimprägnierte Bretter. Fertig. Dies soll mindestens 10 Jahre halten.

Hochbeet Bauanleitung: Der Aufbau

Zunächst wird die erste Lage Bretter eben zum Boden angeschraubt. Die Bretter sollten so abgemessen sein, dass auf allen vier Seiten die Bretter bündig zum Außenpfosten zu liegen kommen, die Bretter der Längsseiten sollten innen (Stichwort Gewicht der Füllung), die der Querseiten können außen auf die Pfosten angeschraubt werden. Pro Pfosten sind zwei Schrauben je Brett nötig, so habe ich etwa 100 Schrauben – rostfrei, aus Edelstahl, 5 cm – benötigt.

Sind die Pfosten mit der ersten Lage Bretter fixiert. dann ganz einfach Brett für Brett und Seite für Seite montieren. Tipp: Die oben angeschraubten Bretter (siehe Bild) sorgen für mehr Masshaltigkeit bei der Montage des Hochbeets, erst recht, wenn man am Ende doch mehr, dass die Pfosten nicht 100 Prozent exakt gerade und im Wasser sind. Damit kann man sie bedingt noch beiziehen.

Ich habe mit den kürzeren Außenwänden angefangen, dann folgten die längeren Wände des selbstgebauten Hochbeetes. Eine kurze Seite habe ich ausgespart, da ich so leichter den Wühlmausschutz – einfacher Hasendraht auf dem Boden auslegen konnte.

Je nach Grösse des Hochbeets sind, neben den Eckpfosten weitere Stützpfosten nötig. Pro Meter einen zusätzlichen Pfosten einzuschlagen macht Sinn, denn das Gewicht, erst Recht wenn die Erde im Beet nass ist, wird schon gewaltig. Das kann schnell das Hochbeet auseinanderdrücken. Die Pfosten schlägt man entweder vor der Außenwandmontage ein (die Position dann aber wirklich exakt ausmessen!) oder, so habe ich es bei meinem Hochbet gemacht: Die beiden Seitenwände anschrauben und dann die zwei zusätzlichen Pfosten einschlagen und wie gehabt von innen anschrauben.

Stehen drei der vier Wände beim Hochbeetbau, dann den Hasendraht auslegen. 10 – 20 Zentimeter sollte er breiter und länger als das Hochbeet sein, denn so kann man ihn bequem an den Innenwänden – etwa mit Stahlgrampen – fixieren. Arbeitet man mit Meterware, dann die einzelnen Stücke überlappen lassen und den Wühlmausschutz mit Draht verbinden.

Gekauftes oder selbstgebautes Hochbeet richtig befüllen

Sobald das Hochbeet fertig errichtet ist, dann geht es ans Befüllen.

Ist das Hochbeet fertig montiert, kommt die Füllung. Grundsätzlich wird das Hochbeet von unten nach oben in vier Schichten aufgebaut. Man könnte auch reine Gartenerde einfüllen – nicht ratsam ist die in manchen Baumärkten erhältliche Hochbeeterde, denn damit wird man arm – oder Pflanzerde, doch die traditionelle Füllung funktioniert am besten.

So habe ich, ganz klassisch das Hochbeet befüllt: Zunächst kommt eine 25 cm hohe Lage Äste, Zweige und Reisig hinein, grob geschnitten, geschichtet und festgetreten, so gut dies eben geht.

Die zweite Schicht besteht aus etwa 25 cm Laub. Diese Schicht kann mit Rasenschnitt oder feinerem Schnittgut aus den Beeten vermengt werden. Feuchtes Laub schadet bei der Füllung nicht, da es so beim Hochbeet befüllen richtig kompakt aufgefüllt werden kann. Wurde zuvor der Rasen für das selbstgebaut Hochbeet abgestochen – was aber nicht unbeding nötig ist, dann können die Rasensoden ebenfalls zum Befüllen des Hochbeetes genutzt werden. Sie sollten dann allerdings unter dem Laub liegen.

Als dritte Schicht der Hochbeetfüllung wird unreifer Kompost aufgeschüttet, etwa 15 cm. Alternativ: Einfache Erde. Auch zum Füllen des Hochbeetes in dieser Schicht geeignet: einjährige Topfpflanzen, inklusive Topfballen. Doch, Vorsicht: Die Ballen sollten sehr gut auf Schädlinge kontrolliert werden. Die von mir verwendeten hatten sehr viele Larven des Maikäfers enthalten.

Als letzte Schicht, zum Hochbeet füllen: Gute Muttererde etwa 20 cm aufschütten – 450 – 500 Liter Erde pro m² – oder reifer Kompost. Wird mit Kompost gearbeitet, dann können im ersten Jahr allerdings nur Starkzehrer angebaut werden. Salat, Karotten, Radieschen oder ähnliches kann dann noch nicht ins selbstgebaute Hochbeet.

Die Schichtdicke beim Hochbeet befüllen ist abhängig von dem Innenmaß hier, wie gesagt hatte ich 90 cm zu füllen. Und warum eigentlich diese Schichten? Der Verrottungsvorgang der unterschiedlichen Lagen geschieht unter merkbarer Wärmeabgabe. Merkbar, da alles viel schnell in dem so befüllten Hochbeet wächst.

Gleichzeitig startet die Anbausaison früher und dauert länger an. Ohne Überdachung würde ich etwa vier Wochen „Plus“ sagen. Erst recht, wenn das Hochbeet mit einem Folientunnel oder Dach mit Seitenwänden abgedeckt wird.

Wie man ein Dach für ein Hochbeet mit wirklich wenig Aufwand und Kosten baut, Seitenteile inklusive, die Anleitung für den einfachen Bau eines Hochbeet-Dachs (Eigenentwicklung) und warum man damit sogar im Winter anbauen kann, die gibt es hier.

Weitere Tipps in Sachen Hochbeet befüllen

Ist alles mit ordentlich Kraft aufgefüllt, dann sollte man schon zwei Wochen warten, bis das Hochbeet bepflanzt oder ausgesät wird. Einmal durchwässern schadet auch nicht. Denn das Ganze senkt sich noch und Nachfüllen ist sehr wahrscheinlich. Was übrigens nach und nach sowieso anfällt, vor allem im und nach dem Sommer, wenn die Hochbeetfüllung so richtig arbeitet. Denn das verrottende Material dieser Füllmethode reduziert sich merklich. Ich habe dafür das Beet in Sektionen aufgeteilt, mit Brettern und Bambusstangen. Ist eine Ecke abgeerntet.

Ach ja, auf eine Folie habe ich verzichtet, da ich keinen Kunststoff beim Hochbeet selber bauen verwenden wollte. Zumindest keinen, der direkten Kontakt mit der Erde hat.

Fragen? Einfach melden unter redaktion at muhvie.de.
Wer kein Hochbeet selber bauen will und fix mit dem Aufbau fertig sein möchte – die zwei hier muss man nur noch zusammenbauen. Ein Hochbeet in XXL und der tolle VegTrug. Seine Vorteile: Für die Füllung wird durch die Dreiecksform vergleichsweise wenig Material benötigt und man kann ihn wirklich überall aufstellen. Vielleicht als Snackbar oder Gemüsetheke direkt auf der Terrase? Im Land der Gärtner, Großbritannien, ist der VegTrug übrigens richtig beliebt.

Bilder und Text © Jürgen Rösemeier-Buhmann

 

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16 Antworten

  1. Corinna
    | Antworten

    Hallo!
    Wie muss ich so ein Hochbeet denn aufbauen, wenn es auf der Terrasse (=Steinboden) stehen soll? Wir ziehen demnächst um, und im neuen Haus ist kein wirklicher Garten – nur diese Terrasse.
    Vielen Dank im Voraus 🙂

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Corinna,
      dann geht es dir ja wie uns! 🙂 WIr sind auch gerade umgezogen. Kleiner(er) Garten, sehr viel Natusteinpflaster. Ich habe ein Hochbeet in den Eingangsbereich gestellt. Das steht jetzt halb auf einer Kiesschicht, halb auf dem Pflaster. DA drunter habe ich jetzt Unkrautvlies. Einfach innen locker ausgelegt und an das Holz getackert. SO läuft mir die Füllung unten aus dem Beet nicht aus. 🙂 Im Frühjahr ist es (bis auf den eben erfolgten Schnitt), schwer, die klassische Füllung für ein Hochbeet zu bekommen. Du kannst dein/die Hochbeet(e) natürlich wie beschrieben füllen. Tipp: Es gibt Grünschnittsammelstellen, Kompostieranlagen (städtisch oder gewerblich), etc. fast in jeder Stadt. Vielleicht bekommst du da Material wie eben Grünschnitt und Kompost. Alternativen… Hackschnitzel ersetzen dir den Grünschnitt. Oder: Du füllst es mit Mutterboden (manchmal bereits mit Kompost angereichert) eines Fachbetriebs. Auch da gibt es Händler in vielen Orten, wo du ihn a abholen kannst oder b) geliefert bekommst. Damit kannst du auch komplett die Beete füllen und entsprechend etwa mit Langzeitdünger aufpeppen. So werde ich das jetzt machen, neben etwas Grünschnitt und Kompost der neuen lieben Nachbarn. Mutterboden ist echt die günstige Alternative (zu säckeweise gekaufter Erde!). Meine Recherchen hier: Firma A verkauft 1 to Mutterboden für netto 10 Euro, eine andere für 24, dafür unterscheidet sich der Lieferpreis (79 oder 150 €). Kann sich lohnen. Zur Berechnung: Pro m³ Hochbeet = 1.000 L Erde (habe ich bei Recherchen so ermittelt) Rechne dir das Volumen aus, dann hast du die nötige Menge. Bei uns werden es 3 to. 🙂 Da lohnt auch die Lieferung. Alternativ: Manches Bauhaus liefert palettenweise Pflanzerde (noch eine Alternative). Aber für etwa 2.000 L zahlst du 200 Euro oder mehr. Fragen in etwa beantwortet? LG und viel Erfolg, Jürgen P.S. Wenn du die Beete etwa 50, 60 cm nur hoch machst, das würde das für die allermeisten Bepflanzungen auch genügen. Unsere 2 (siehst du auf meiner Facebookseite zum Blog im „Rohbau) sind a) 56 cm hoch, b) 70 cm und haben zusammen 10 m². Als c) baue ich aus den alten Terrassendielen, die teils noch gut in Schuss sind, nochmals 2 kleinere für Blumen. Die werden lediglich 3 Bretter hoch, 3 x 14 cm = 42 cm. Da die mal vor Jahren behandelt wurden, eben nur für Blumen, aber dafür ideal. Bei Fragen einfach melden, per Mail kann ich dir gerne Bilder des auf dem Pflaster stehenden Beetes schicken. Da siehst du auch, dass ich die Beete mit Stahlseilen verspannt habe, da ich ja keine Pfosten ins Pflaster schalgen kann…

      • Corinna
        | Antworten

        Danke für die ausführliche Antwort und die vielen Tipps! Habe mir die Bilder auf der Facebook-Seite angeschaut (und bei der Gelegenheit die Seite gleich gespeichert): Die Sache mit dem Stahlseil ist super. Bei der Befüllung muss sich mal schauen was sich da anbietet – vielleicht kann ich ja Grünschnitt von der Verwandtschaft schnorren. 🙂 Man unterschätzt da ganz schnell die Kosten für Erde und so weiter, daher ist der Tipp mit „niedriger reicht meistens auch“ echt gut. Aber erstmal den Innenraum wohnlich machen, dann kommt der Außenbereich. Wenn das Beet in ein paar Monaten fertig ist, oder ich auf weitere Fragen gestoßen bin melde ich mich wieder. 😉
        Lieber Gruß, Corinna

        • Jürgen Rösemeier-Buhmann
          | Antworten

          Liebend gern und mach das! 🙂
          Frohes Einrichten!

  2. Oliver
    | Antworten

    Hallo,

    könntest du mal ein aktuelles Bild einstellen? Quasi 2 Jahre später…

    Wie schaut es denn jetzt aus? Noch alles stabil? Hast du eventuell noch eine Lasur aufgetragen?

    Grüße

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Oliver,
      sory, dass ich erst jetzt schreibe… Aber damit auch gleich der Grund, warum ich Dir kein Foto machen kann. Wir sind umgezogen. Ich kann dir allerdings versichern, dass das Hochbeet nach dem 3. Winter aussah wie am ersten Tag. Lediglich natürlich ergraut (das Holz). Eine Lasur oder sonstwas kam nicht drauf und da die Erde jetzt ohne neues Auffüllen so 25 cm abgesackt war: Auch im Innern sah es tadellos aus. Ich werde jetzt im neuen, eher kleinen Garten vermehrt auf Hochbeete setzen. Ich plane so 10 – 15 m². Tipp? Wenn du aktuell Douglasie 2. Wahl googelst, dann kommst du auf einen Anbieter, der sehr günstig welche liefert, solltest du mehrere Hochbeete planen. Viele Grüße, Jürgen

  3. Johann
    | Antworten

    Hallo,

    schöne Anleitung, allerdings fehlt ein wichtiger Aspekt, der Wühlmausschutz, in den Hochbeeten fühlen die Schädlinge ansonsten sehr wohl.
    Hasendraht oder noch besser der geschweißte (da dicker und langlebiger), mit max. 10×10 mm Machenweite ganz unten auslegen, etwa 20 cm seitlich hochgehen lassen, dann erst mit der Befüllung beginnen. Aufschüttung aus gemischten Kieselsteinen (1-3 cm Körnung) als Drainage (sinnvoll bei Lehmboden), danach den Rest.
    Für mein Hochbeet 80cm x 2,5 m x 1,5 m besorgte ich mir aus dem Sägewerk Pfosten und 3,5 cm dicke ungehobelte, unbehandelte Douglasien Bretter (zusammen 93€), als Seitenverkleidung nahm ich diese Noppen oder Mauerschutzfolie ohne Weichmacher und anderen dubios klingenden chemischen Konservierungsstoffen, meiner Meinung nach ist es ein Unterschied ob ich aus chemisch imprägnierten Holz, eine Pergola, Veranda usw baue, oder diese Chemie mit der Erde in Verbindung bringe, in der mein ökologisch angebautes Gemüse wächst, da ich mir in dem Fall nicht sicher sein kann in wie fern diese Chemie letztendlich vielleicht doch in meinem Nahrungskreislauf landet.
    Jedenfalls hat diese Noppenfolie zum einem den Vorteil das Holz zu schützen, zum zweiten eine seitliche Wasserverdunstung (seitliche Austrocknung) verhindert, zum dritten durch die Noppen eine Luft-Isolation entsteht (wie bei Hohlblocksteinen), diese hält die Wärme im Hochbeet und die Kälte weitgehend draußen in der kälteren Jahreszeit oder plötzlichen Wetterumschwüngen.

    N,N-Didecyl-N-methyl-poly-(oxethyl)-ammoniumpropionat CAS: 107879-22-1 Gefahrstufe: C, N, R; 22-34-50.
    C= Ätzend, N= Umweltgefährlich, R 22= Gesundheitsschädlich beim Verschlucken, R 34= Verursacht Verätzungen, R 50= Sehr giftig für Wasserorganismen.
    Kupfercarbonat: CuCO3 · Cu(OH)2, CAS: 12069-69-1, Kennbuchstabe: Xi, Signalwort: Achtung, Gesundheitsschädlich, Wasserschädlich.

    Gruß

    Johann

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Johann,
      danke und richtig, wenn Holz ohne Folie, dann sollte man wirklich genau schauen, wie das behandelt wurde. Douglasie beispielsweise muss bekanntlich ja gar nicht behandelt werden und, so meine Recherche, hält so auch bis zu 10 Jahre (habe in einem Forum ein entsprechendes Foto eines selbstgebauten Hochbeets gefunden). Richtig auch: Einfach in einen Holzhandel oder ein Sägewerk gehen. Das habe ich danach, beim nächsten Projekt auch gemacht… Für den selbstgebauten Tisch aus Douglasie. 😉 Der Hasendraht ist textlich und bildlich im Beitrag übrigens dokumentiert. 😉 Viele Grüße, Jürgen

  4. michaela
    | Antworten

    Vielen Dank für deine Antwort. Ja, ich habe auch nochmal recherchiert und diese Infos gefunden.
    Daran, dass in Folie ja auch Weichmacher etc. enthalten sind, hatte ich noch gar nicht gedacht. Da hast du wohl recht.
    Ich denke, wir verwenden das Holz jetzt einfach so, ohne Folie. Ich habe noch so graues Unkrautvlies, vielleicht wäre das ja noch eine Idee. Mal sehen.

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hm, das Unkrautvlies könnte zumindest das Holz etwas von der Erde trennen, ohne die Wasserdurchlässigkeit zu behindern. Vielleicht ein guter Plan 🙂

  5. michaela
    | Antworten

    Hallo Jürgen,
    das ist eine wirklich ganz großartige Anleitung!
    Mir ging es nämlich ähnlich wie dir, die Suche im Netz liefert fast ausschließlich unbrauchbare Ergebnisse. Bis auf deines 🙂

    Ich hatte mir deine Anleitung schon vor einiger Zeit gemerkt und gestern haben wir dann endlich die Gunst der Stunde genutzt und kesseldruckimprägnierte Terassendielen aus Kiefer gekauft, die im Angebot waren.
    Nun habe ich zu Hause (leider erst) gesehen, dass auf dem Holz ein Zettelchen klebte, auf dem steht, dass es mit Holzschutzmittel behandelt ist (Kupfercarbonat und N,N-Didecyl-N-methyl-poly-(oxethyl)-ammoniumpropionat sind enthalten). Jetzt mache ich mir ein wenig Sorgen. Ist das ein Problem? Sollte ich dann lieber von innen Folie anbringen? Und ist das ein Problem für den Boden?
    Ich bin unsicher. Umtauschen können wir das jetzt aber auch nicht mehr, haben die Bretter auch schon zusägen lassen.
    Was meinst du?
    Viele Grüße und danke für die tolle Anleitung!

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Michaela, das freut mich, dass Dir die Anleitung zusagt! 🙂 Aber zu Deiner Frage: Für einen Nicht-Chemiker eine schwierige Frage. Ich fand im Netz, dass die obigen Stoffe wohl recht gängig Verwendung bei der Kesseldruckimprägnierung finden. Kupfercarbonat ist wohl auch, im Gegensatz zu Kupferacetat, unbedenklich und in Verbindung mit dem dahinter stehenden Wortungetüm ein gängiges mittel zum Holzschutz. Wenn diese Imprägnierung normal verlief, dann sei das Holzschutzsalz – so nennt sich das wohl – „Nach Fixierung im Holz schwer auslaugbar, witterungsbeständig, pflanzenverträglich.“ Klingt für mich, als ob es okay wäre. Aber, wie gesagt, da bin ich keine Fachmann. Physikalisch gesehen: WENN sich da doch was lösen sollte, dann geht es ja nach unten. Da frage ich mich: Kommt da was ans Gemüse dran? Hm. Wenn Ihr auf Nummer sicher gehen wollt… Es gibt sog. EPDM-Teichfolien, die u.a. keine so schädlichen Inhaltsstoffe wie Weichmacher enthalten. Damit vielleicht die Seitenwände (nicht den Boden) auskleiden? LG und viel Erfolg!

  6. "Hannes"
    | Antworten

    Ich hätte gern gewußt, ob ich für den Bau eines Hochbeetes kesseldruckimprägniertes Holz ( ich habe es bereits zugeschnitten )
    bedenkenlos verwenden kann. Oder was muß ich dabei beachten.
    Im Voraus Danke !

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Hannes, sorry für die späte Antwort. Ich war eine Woche nicht am Rechner… Also ich habe kesseldruckimprägniertes Holz ja selbst verwendet 🙂 Dieses soll bis zu 10 Jahre halten, wie meine Recherche ergab. Nach 2 Jahren ist unseres jedenfalls tadellos. Viele Grüße und noch mehr Spaß mit dem Hochbeet!

  7. Chase
    | Antworten

    Das denkt man ja nicht, oder? Ich he4tte jetzt getippt, dass die Zuccini im Garten beessr we4chst die drei wichtigen Faktoren (Licht, Erde, Wasser) kf6nnen wohl auch auf dem Balkon gut sein.Ich finde deine Zuccini ganz enorm. Ab wann hast du die denn vorgezogen?

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo und sorry, Deinen Kommentar habe ich übersehen… Die Zucchini habe ich dieses Jahr am letzen Wochenende in die Erde gesteckt! 🙂 Und ja, der Topfgarten hat einfach den, dass sich die Erde in den Töpfen besser erwärmt, damit das Wachstum gefördert wird. Ich habe gestern mal wieder etwas Giersch aus dem Staudenbeet gebuddelt und da merkt man schon noch, dass die Beeterde noch sehr kalt ist… Viele Grüße, Jürgen

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