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Hochbeet selber bauen und Dach drüber: Das Minigewächshaus

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Hochbeet selber bauen mit Dach
Ein Hochbeet selber bauen hat viele Vorteile und das Gärtnern damit bereitet große Freude. Wenn es dann noch ein Dach und gar Seitenverkleidungen bekommt, dann ist das wie in einem Minigewächshaus. Und das Hochbeet ist fast das ganze Jahr nutzbar. Hier: Mitte November mit Rote Beete, Fenchel (den es zu Silvester gab) lange wachsendem Pflücksalat „Brauner Amerikaner“ und Asiasalat. Letzterer steht zusammen mit Winterkopfsalatsetzlingen und den ersten Radieschensamen Mitte Februar top da.

Knollenfenchel zu Silvester, Radieschen Ende März, spätestens Anfang April und Salat, strenggenommen das ganze Jahr. Treibhausgemüse aus spanischen Gewächshäusern? Nein, aus dem selbstgebauten Hochbeet, dem man die „Krone“ aufsetzt, in Form eines selbstgebauten Dach mit Seitenteilen. Wie man das macht und was für Vorteile das hat: Anleitung für ein Dach auf dem Hochbeet, welches auch preislich überzeugt.

Die Vorteile eines selbst-gebauten Hochbeetes mit Dach

Ein kalter Samstag im Februar, der Thermometer zeigt ein Grad. Der zweite: 11 Grad. Letzterer befindet sich im Hochbeet, welches dank Dach und Seitenteilen selbst ein klein wenig UV-Licht schnell in wertvolle Temperaturen in dem kleinen Minigewächshaus umwandelt. So kann die Erntesaison um ein bis zwei Monate verlängert werden – was oben genanntes Grün angeht – und es wird auch einen Monat früher gestartet. Denn diese Temperaturen genügen beispielsweise, um Radieschen keimen zu lassen und auch für die Aussaat von Pflücksalat wird es Ende Februar ausreichen. Winterkopfsalate und ebenso robuste Asiasalate stehen hier bereits in den Startlöchern.

Aber nicht nur, wenn es bitterkalt ist, ist das Dach auf dem Hochbeet viel wert. Sehr feuchte Perioden im April kann man hiermit für das geliebte Gemüse genauso erträglich gestalten, wie kühl-nasse Herbsttage. Nichts ertrinkt darunter und die Bodentemperatur erhöht sich schneller, bleibt länger konstant. Und, schließlich wenn die ersten richtig warmen Tage kommen, dann dient die verwendete UV-stabile Gitterfolie bedingt als Schutz vor allzu arger Sonneneinstrahlung.

Wer sich so ein Hochbeet mit Dach kauft, der ist völlig unproblematisch auf einem Preisniveau, gerne weit jenseits der 1.000 Euro. Muss alles nicht sein, denn ein Hochbeet selber bauen (Link zur Anleitung) und das passende Dach darüber, das geht auch für einen Bruchteil. Das Ganze ist nicht millimetergenau oder luftdicht – was es zum Luftaustausch auch nicht sein sollte – aber es funktioniert. Wird dann bei Frost noch eine oder zwei Kerzen eingestellt, ist das selbstgebaute Hochbeet ganzjahrestauglich. Und dank der gewählten Konstruktion ist die Belüftung stufenlos regelbar, die Seitenteile sind mit je einer Schraube lediglich fixiert und schnell entfernt.

Hochbeet selber bauen und Dach drauf: Anleitung für eine runde Sache

Die Basis ist ein selbstgebautes Hochbeet in den Maßen 1 x 2 Meter, plus etwas Überstand, welchen ich als Ablage montiert habe. Die Folie, die als Dach fungiert – eine UV-stabile Gitterfolie – ist im Maß 2 Meter für die Dachkuppel (siehe Bild) und in der Länge entspricht sie der Länge des Hochbeets, inklusive Überstand, von etwa 2,30 Meter. Link zur Gitterfolie in verschiedenen, vorgeschnittenen Maßen. Tipp: 3 oder 4 m lange Gitterfolie nehmen und daraus die Wunschlänge schneiden. Geht hervorragend und die Ränder fransen nicht aus.


GartenXXL Gewaechshaus

Material für das selbstgebaute Hochbeet-Dach

Im Baumarkt oder bei Onlinehändlern gibt es 2 Meter lange so genannte Flachstangen aus hochwertigem, rostfreiem Metall und bedingt biegsam. Tipp: Mehr als 2 mm Dicke sollten sie nicht haben, da sie sonst zu starr sind und sich kaum noch bohren lassen. Bei den 2 m Hochbeet habe ich rechts und links eine montiert, nochmals eine mittig. Je weiterem Meter Hochbeetlä ge würde ich eine weitere Flachstange einplanen.

Dazu kamen 7 wetterbeständige Latten aus Douglasie in der Länge des Hochbeets, inklusive Überstand (keine üblichen Dachlatten aus Kiefer/Tanne, da diese sich verformen können) = 2,3 m.

Edelstahlschrauben mit Muttern (Schrauben 3 x 5 Stück, jeweils 1 cm länger als die Breite der Latten für das Hochbeetdach, und 2 x 5, 1 cm länger als die doppelte Breite der Latten).

Edelstahlschrauben, um Flachstangen ans Hochbeet zu schrauben (abhängig von Aussenwandstärke, z. B. Torx 4 x 40 mm, auch gut, um die Flachstangen zu montieren).

Eine Handvoll Krampen/U-Klammer-Nägel (um die Gitterfolie an Überkreuzungen zusätzlich auf den Latten zu fixieren.

1 Dachlatte für zwei seitliche Stützen des Hochbeet-Dachs. Zur Stabilisation wie Fixierung der Konstruktion mit Winkeln angeschraut, Einen jeweils unten und oben (also 4 x)

 

Für die Seitenteile des Hochbeetdaches benötigt man folgendes Material:

Verglasungsfolie (gibt es als Meterware im Baumarkt oder hier online)

Heizungsrohrabdichtung

Dünne Latten zur Stabilisierung der Verglasungsfolie

Nochmals ein paar Krampen/U-Klammer-Nägel, Kabelbinder und zwei drei kleine Schrauben

Pappkarton, um das Maß als Vorlage abzunehmen

 

Werkzeug, um sich ein Dach für das Hochbeet selber zu bauen:

Bohrmaschine oder Akkuschrauber (mein jahrelanger, leistungsfähiger Begleiter: Akkuschrauber von Ryobi)

Säge

Hammer

4 Zwingen, Metermaß, Bleistift, wasserfester Stift

Anleitung, um ein Dach für ein Hochbeet selber zu bauen

Als erstes werden die Flachstangen an beiden Enden mit je zwei Löchern versehen. Mit diesen werden sie in dem Abstand von einem Meter am Hocheet fixiert. Ich habe die Flachstangen rechts und links etwa 10 cm tief im Beet angeschraubt (siehe Bild), dadurch bleiben 1,80 Meter, die über dem Hochbeet herausschauen. Genaues Abmessen ist hier nötig, denn dieses Maß ist wichtig für die Abmessungen des späteren Dachs.

Dann gilt es, die Länge auszumessen für das spätere Hochbeet-Dach. Hat das Hochbeet keine Auflage wie meines ist ein Überstand von 10 cm je Seite empfehlenswert.

Gitterfolie gibt es in verschiedenen Maßen. Hier: Für das im 1 x 2,30 Meter Grundriss große Hochbeet habe ich 2 x 3 Meter online bestellt. Lässt sich auf dem Rasen ausgebreitet prima mit einem Teppichmesser schneiden. Tipp: Vorher mal die Gitterfolie auf Rechtwinkligkeit prüfen, was bei mir nicht der Fall war und gegebenenfalls entsprechend schneiden. Da bleibt dann ein Rest von 0,70 x 2 Meter, mit dem ich auch noch was anstellen kann. Vielleicht ein Tomatendach bauen, mal sehen.

Nun die obigen 1,80 Meter auf der Folie markieren. Rechts links: Plus 1 cm mehr, da die Gitterfolie recht störrisch ist. Hier werden nun auf jeder Seite die beiden äußeren Latten beidseitig angebracht. Zwei davon auf jeder Seite, da man sie so später in eine der nächsten Latten einhängen kann, was das Gießen oder ernten erheblich erleichtert. Tipp: abmessen und die vier Latten justieren, mithilfe der vier Zwingen.

So fixiert werden die Latten angebohrt, etwa alle 30 – 50 cm. Schraube und Mutter nun grob befestigen. Erst eine, dann die andere Seite. Auf Maßhaltigkeit, also den Abstand von 1,80 Metern, unbedingt achten.

Dann die exakte Mitte ausmessen. Diese bildet mit einer weiteren Latte die spätere Oberseite des Daches. Mit 2 Zwingen fixieren und ebenfalls anbohren, Schrauben und Muttern fixieren. Nun die Mitte in den beiden so entstandenen Feldern ermitteln und hier die letzten zwei Latten fixieren und wie gehabt befestigen. Hieran kann man wunderbar die unteren Latten einhängen. Sei es zum Pflanzen, Säen, Ernten, Gießen oder Lüften.

Ist dies erledigt, dann alle Schrauben anziehen und auf die Zwischenräume Grampen nageln. Dies fixiert die Folie und macht das Dach stabiler, sei es, dass der Wind daran zerrt oder Schnee aufliegt. Ideal zum Aufnageln der Grampen: Immer in ein Kreuz der eingeschweißten Fäden.

Slider Hochbeet bauen Winter 1500
EIn Minigewächshaus, oder eben ein Hochbeet für die Ganzjahresnutzung, die jedem Wetter trotzt.

 

Sichere Montage des selbstgebauten Dach auf dem Hochbeet

Die Flachstangen sind montiert. Da sie allerdings nur bedingt stabil sind, die Dachkonstruktion doch sehr wackelig ist, habe ich eine Lattenkonstruktion als zusätzlich Stütze montiert. Zwei an der Seite und eine Latte als Auflage. Die Seitenteile habe ich auf ein Stück Restholz geschraubt, welches direkt mit dem Hochbeet verschraubt ist. Dieser kleine Abstand ermöglicht es, die späteren Seitenteile einzuschieben. Die Länge der beiden Dachlattenstücke entspricht dem obersten Maß der Flachstangen. Jetzt kann das selbstgebaute Hochbeetdach einfach mittig aufgelegt werden. Die obere Latte wird mit den beiden seitlichen Dachlatten per Winkel fixiert. Im frühen Sommer kann das Dach des selbstgebauten Hochbeetes so ganz einfach entfernt werden.

Seitenteile für das Hochbeet mit Dach

Zunächst wird das Maß mit einem entsprechend breiten Karton abgenommen (Karton auf die an den Seitenteilen angeschraubten Restholzstücke stellen!). Das Maß nimmt man ganz einfach entlang der Biegung der Flachstangen ab. Dieses Maß überträgt man nun entweder auf Verglasungsfolie wie ich es gemacht habe, oder auf Plexiglas beziehungsweise ähnliche, durchsichtige Kunststoffplatten. Die Folie hat den Vorteil, dass sie mit einem scharfen Teppichmesser zu schneiden ist, bei Plexiglas muss der Fachmann ran oder der geübte Handwerker mit einer Flex.

Achtung beim Maß der Seitenteile! Denn ich habe hierzu Heizungsrohr-Isolation verwendet. Diese einfach aufgeschnitten, auf die Verglasungsfolie gesteckt und mittels Kabelbindern und in die Folie gebohrte Löcher fixiert. WENN man die Seitenteile so konstruiert, dann muss man etwa einen Zentimeter in dem Halbkreisradius wegnehmen. Wie im Bild zu sehen, sind die Seitenteile mit zwei dünnen Latten versteift. Das Ganze wird nun nur noch an die seitlichen Latten geschraubt.

Fertig ist das selbstgebaute Hochbeet-Dach mit Seitenteilen. Sind Unklarheiten in der Anleitung, dann erklären sich diese vielleicht aus den Bildern. Wenn nicht, einfach eine Mail an redaktion (at) muhvie.de.

P.S. Die Gitterfolie sieht übrigens in ihrem 2. Jahr – permanent auf dem Hochbeet montiert und im Sommer lediglich zusammengerollt – aus, wie am ersten Tag.

Bilder und Text: (C) Jürgen Rösemeier-Buhmann

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10 Antworten

  1. Zdena Gasparin
    | Antworten

    hallo, dieses Hochberzdach haben wir auch gebaut
    siehe Emmabeet
    aber
    jetzt wollen wir einen ganzen Folientinnel so bespannen
    wie können wir das machen

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo! Ich würde mir entweder einen Hersteller der Gitterfolie suchen, der die entsprechenden Größen auf Lager hat (sodass also nichts angestückelt, genäht oder sonstwie verbunden wird).

      Oder: In der Bildergalerie sieht man, dass ich an beiden Enden jeweils 2 Latten zusammengeschraubt habe. Die Enden der Folie haben (also zumindest meine hier), ein eingeschweisstes Band, nennt sich „Nagelrand“. Daran sollte man sie gut verbinden können (übereinandergelegt). Statt nähen wie ich andernorts gelesen habe, würde ich sie wie hier am Ande sichtbar verschrauben. Das Dach ist jetzt drei Jahre alt und alles hält einwandfrei.

      Optional kann man diese Folie auch mit Grampen auf Holz nageln. Am besten gelingt das, wenn es über Kreuz zweier Quadrate gemacht wird. Dann ist der eingeschweisste Faden dazwischen. Ich weiß nicht, ob die Zugkräfte an einem Folientunnel nicht zu stark sind. Beim größen Sturm passierte dem Hochbeetdach jedenfalls nichts. Und die Plane misst auch 2 x 2 Meter. Irgendwie klar?

      So, doch mal noch kurz gegoogelt und das fand ich auch auf Amazon: 2 x 5 m. http://amzn.to/2o9hMly Einen Meter abschneiden und alles passt für das Frühbeet (war es doch, oder?). Oder das Beet eben einen Meter länger lassen. 🙂

  2. heimerl
    | Antworten

    hallo
    ich hätte eine frage.wie breit wie stark und wie lang sind die flachstangen?
    werden die flachstangen einfach rund gebogen.

    danke im voraus
    franz

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Franz, die Flachstangen sollten – wenn die Breite des Hochbeetes 1 m beträgt, 2 m lang sein -> für eine ausreichende Wölbung des späteren Daches ((die Edelstahlflachstangen ließen sich auf diesen Radius ganz gut biegen). Die hier sind aus Edelstahl, 2 mm stark und 2 cm breit. Naturgemäß ist das Material schwer zu bohren. Als Alternative habe ich gehört, dass man einen Nachbau des Daches mit Aluminiumflachstangen machte. Viel Erfolg und Spaß mit dem Nachbau! 🙂

  3. Roswitha
    | Antworten

    So toll… vielen Dank für diese ausführliche Beschreibung…. mein Mann ist schon am tüffteln wie und wo wir die Materialien herbekommen… nächste Woche werden wir unser Hochbeet auch damit ausstatten… falls es nicht schneit… ich hoffe es funktioniert auch bei einem Hochbeet das nicht so hoch ist…. unseres ist nämlich selbst gebaut und tiefer….. aber ich denke es kommt nicht auf die Höhe an…
    Liebe Grüße
    Roswitha

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Roswitha, die Höhe des Hochbeetes ist hier sekundär, das funktioniert mit jedem. Wichtig nur, dass die „Kuppel“ hoch genug ist, solltet Ihr nicht nur Salatköpfe darunter anbauen wollen. Bei uns stand letztes Jahr Fenchel, Kohlrabi und hoch gewachsener Asiasalat darunter (der ist dieses Jahr noch arg klein, da spät ausgesät). Dieses Jahr ist hier unter anderem noch Lauch, der auch seinen Platz fordert und prima unter der Kuppel gedeiht. Viel Erfolg damit und gerne auf Facebook als Kommentar vom Endergebnis Bilder 🙂

  4. Heike
    | Antworten

    Vielen Dank für diese tolle Anleitung!
    Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, wie ich das für mein Hochbeet umsetze…
    Viele Grüße
    Heike

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Danke Heike 🙂 Du kannst ja zwei Deiner vier Hochbeete mit einem Dach bestücken. So gebaut muss es strenggenommen auch nicht abgenommen werden. Man kann es nahezu komplett aufklappen. Zumal die verwendete Folie auch mal einen UV-Schutz bietet. Sonnige Grüße
      Jürgen

  5. Robert Seifert
    | Antworten

    Sehr geehrter Herr Rösemeier-Buhmann,
    Vielen Dank für die tolle Anleitung zum Bau eines Hochbeetes mit Dach.
    Unser kleines Minigewächshaus ist toll geworden.
    Wir freuen uns jetzt auf die Ernte.

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Ach, das freut mich aber! Dann viel Erfolg damit! Gibt es vielleicht Bilder? 😀 Würde mich ja schon brennend interessieren wie das bei Ihnen aussieht.
      Sonnig-grüne Grüße
      Jürgen Rösemeier

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