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Tomaten selber ziehen: Ein „Tagebuch“ von der Aussaat bis zur Pflanzung

Tomaten aus Samen selber ziehen: Schritt-für-Schritt-Anleitung, vom Samenkorn bis zur Pflanzung.
Tomaten aus Samen selber ziehen: Schritt-für-Schritt-Anleitung, vom Samenkorn über die richtige Aussaat, den Standort und bis zur Pflanzung. Bild: © Printemps – Fotolia.com

Tomaten aus Samen selber ziehen ist eigentlich ganz einfach. Es gibt nur manche Widrigkeiten, die einem den Spaß verderben oder, man weiß schlicht und ergreifend (noch) nicht, wie das Ganze funktioniert, da man sich das Prozedere selbst noch nicht traute, noch kein Balkon oder Garten vorhanden war. Neben der wirklich umfangreichen Anleitung zum Tomaten selber ziehen mit einigen Tipps & Tricks, will ich hier mit diesem Beitrag mal einfach meine Aussaat bis zur Pflanzung begleiten.

Mein Stichtag war Donnersatg, der 19. Februar. An dem Tag habe ich mit den ersten Tomatensamen angefangen sie auszusäen. Diese Woche und auch noch die darauffolgende werden weitere Sorten hinzukommen, denn: Von Mitte Februar bis Anfang, Mitte März ist die beste Zeit, Tomaten selber zu säen, helle Bedingungen vorausgesetzt. Und da ich dieses Jahr einige Sorten ausprobiere, dadurch ein paar mehr Tomaten selber säen werde, verteile ich mir das einfach mal auf mehrere „Termine“ wie etwa nach Feierabend oder mal am Wochenende. Schließlich soll das Hobbygärtnern ja noch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.

Das Schöne am Tomaten selber aussäen: Es gibt so viele, hunderte von verschiedenen Sorten, die meist viel bessere Früchte erzeugen, als jene gekaufter Tomatenpflanzen. Zumal es auch noch richtig einfach ist.

Tomaten selber ziehen: Was man benötigt

Es ist wirklich nicht viel nötig, um Tomaten selber zu säen. Lediglich Aussaatschalen, idealerweise mit Deckel, Aussaattöpfe, sofern man später nicht die kleinen Pflänzchen pikieren will, Aussaaterde und, selbstredend, Tomatensamen. Hat man mehrere Sorten, dann sind Steckschilder sinnvoll, am besten weiße, die man erfahrungsgemäß mit Bleistift am langfristigsten beschriftet. Ich habe dann zum Abdecken noch Vermiculit. Vermiculit ist ein natürliches Silikat, welches unter anderem als Wasserspeicher in und auf der Erde gute Dienste leistet. Aber auch in Sachen Schimmel in den Anzuchttöpfen ist Vermiculit hilfreich und zumindest die Erde schimmelt dank Abdeckung nicht. Bei der Tomatenaussaat, wie bei allen anderen Samen, ist es praktisch, da es mir ganz gut anzeigt, wann ich die Schälchen wieder gießen muss. Nebenbei: Es gibt dann noch Torf- oder Kokosquelltöpfe und Ähnliches für die Aussaat. Ich persönlich mag diese eher nicht. Torf muss nicht sein unter Klimaschutzaspekten, aber gleich welche Sorte, ich finde die späteren Setzlinge haben in den Quelltöpfen nicht so viel Halt und sie trocknen schneller aus als eine gute Aussaaterde.

Und dann noch, für ein paar Wochen nach der Tomatenaussaat: 10 – 12 Zentimeter große Töpfe und gute Pflanz- oder Gemüseerde. So kleine Töpfe sammle ich bereits seit Jahren, mal vom eigenen Einkauf, mal gesammelt bei Nachbarn, Freunden oder Verwandten, selbst im Gartencenter nachgefragt erhält man auch mal welche oder in der Friedhofsmülltonne.

Tomaten aus Samen selber ziehen: Vom Samen bis zum Pflanzen
Tomaten aus Samen selber ziehen, so wird gesät: Anzuchtschalen mit Erde füllen, andrücken und wässern (optional von unten nach dem Säen der Tomaten), Samen mittig auflegen und ein paar Millimeter mit Aussaaterde (oder wie hier mit Vermiculit) bedecken. Fertig. Jetzt heißt es warm stellen. 20 Grad und mehr dürfen es sein. Bevor das erste Grün frech seinen Kopf aus der Erde reckt, sind auch die Lichtverhältnisse sekundär. Daher: Unsere Tomatenanzuchtschalen parken da auch schon Mal ein paar Stunden vor dem Kaminofen.

Doch, zum Aussäen der Tomaten. Ich fülle die Aussaattöpfchen und drücke die Erde an, sodass sie bis etwa einen Zentimeter unter dem Rand gefüllt sind. Dann werden sie gewässert, je Schale mittig ein Tomatensamen drauf mit ein paar Millimetern Erde oder Vermiculite abgedeckt, wieder angedrückt und fertig. Zum Wässern bevor die Samen hineinkommen. Dies mache ich, da ansonsten die kleinen Samen garantiert sonstwohin schwimmen, meistens ungewünscht in die Ecke, wo die späteren Setzlinge keinen Halt finden. Optional kann man die mit Samen besetzten Aussaatschalen auch in eine Schale mit Wasser stellen. Jedenfalls hat man, gut gegossen erst einmal für genügend Feuchtigkeit gesorgt.

Nun ist nur noch ein warmer Ort – 20 bis 25 Grad – nötig, um die Tomaten nach dem selber säen keimen zu lassen. Der Standort muss bis zum Keimen noch nicht hell sein, denn letztlich ist es dem Samen in der Erde egal wie hell es um ihn herum ist. Sobald das erste Ergebnis beim Tomaten selber säen allerdings aus der Erde spitzelt, dann ist der hellste, gleichzeitig warme Standort aber wichtig. Dann wiederum genügen auch mal knapp 20 Grad. Für das Keimen der Tomaten ruhig mal eine Woche einplanen, oder ein paar Tage mehr oder weniger, eben ganz nach den Temperaturen.

Und danach? Nun, dann sollte lediglich kontrolliert werden, ob die Anzucht nicht austrocknet. Das sollte nie passieren. Aber auch ertränkt werden mögen die Samen oder späteren Setzlinge nicht. Der Daumen auf einer mit zimmerwarmem Wasser gefüllten Flasche, der alte Aufsatz eine Spüliflasche oder spezielle Gießaufsätze für Plastikflaschen leisten hier gute Dienste.

Ach ja, und heute, am 24. Februar schauten die ersten Tomatensetzlinge frech aus der Erde. Sweet Aperitif, Mallorca-Tomaten, Schwarzer Maurer und Jersey Giant. Wird Zeit, dass ich heute die nächsten Sorten aussäe!

2. Gang – Tomaten aus Samen selber ziehen: Wunder Natur nach nur einer Woche und erste Probleme

Tomaten aus Samen säen
Tomaten aus Samen säen ist ein schneller Erfolg. Bei genügend Wärme, da können die Winzlinge nach 8 Tagen bereits so aussehen. Später können sie gerne etwas kühler stehen. Licht ist nun wichtiger, auch wenn sie bei kühleren Temperaturen (so bei 15, 16 Grad) langsamer wachsen. Vergeilen ist dann aber nur selten bis gar nicht problematisch.

Jedes Jahr aufs Neue ist es erstaunlich, was aus so kleinen Minisamen alles entstehen kann. Und auch, wie schnell das geht! Eine Woche nach der Aussaat und die selbstgezogenen Tomaten sind bereits 2, 3 Zentimeter groß.

Frisch gesät und wirklich gut angegossen sind die angehenden Tomaten für die ersten Tage gut mit Wasser versorgt. Je nachdem wie warm sie stehen, sollte man sie nach ein paar Tagen regelmäßig kontrollieren, um ein Austrocknen der Töpfe zu vermeiden. Ein Mal ausgetrocknet und das war es mit dem Keimprozess und man kann noch Wochen vergeblich auf das Aufgehen der Tomaten warten. Wobei mit der Feuchtigkeit bereits das erste Problem auftauchen kann: Schimmel in den Anzuchttöpfen. Dieser kommt aus mehreren Gründen. Die notwendigerweise aufgesetzte Haube sorgt für gutes Mikroklima. Leider auch für Schimmel. Ist Anzuchterde in aller Regel wärmebehandelt, schimmelt daher nicht – es sei denn sie ist alt, vom letzten Jahr oder im Handel nachlässig gelagert –, so schimmeln nur allzu gerne die Anzuchttöpfe. Diese sind aus verschiedenen Materialien hergestellt. Was auch der Grundstoff ist, Schimmel ziehen sie alle an.

Tomaten selber ziehen Schimmel im Anzuchttopf
Schimmel im Anzuchttopf, sehr lästig. Wie man sieht ist es nicht die mit Vermiculite abgedeckte Anzuchterde, sondern eindeutig der Pflanztopf. Gleich, ob aus Tofr, Zellulose und was es sonst noch gibt, diese neigen zum Schimmeln. Frische Anzuchterde eher nicht, da sie zuvor wärmebehandelt wurde.

Als erste, wichtige Gegenmaßnahme gegen den Schimmel hilft tägliches lüften der Anzuchtschalen. Deckel runter oder, was durchaus auch geht, eine übergestülpte Tüte entfernen beziehungsweise öffen. Zweite Maßnahme: Nicht zu feucht halten, was allerdings denkbar schwierig ist. Ist es eine gute, wasserhaltende Anzuchterde, dann kann man die Töpfe mit den selbstgezogenen Tomaten – oder was auch immer – einfach so von oben her eintrocknen lassen, dass der äußere Rand der Anzuchttöpfe abtrocknet. Zu viel trocknet aber das Saatgut oder die Setzlinge aus, zu kurz bringt nichts. Tipp: Diese Methode erst dann durchführen, wenn die Minipflänzchen das Licht der Welt erblickt haben, denn dann wird der Keimprozess im Zweifelsfall nicht unterbrochen.

Tipp zu den Deckeln der Anzuchtschalen. Diese nach dem Keimen zu entfernen ist ratsam. Dies kann auch den typischen langen Geilwuchs vehrindern oder reduzieren.

Was ich allerdings noch testen werde, sobald das nächste mal der Backofen an ist: die Anzuchttöpfe mal etwa 20 Minuten bei 180 Grad im Backofen erhitzen. Hitze tötet bekanntlich Keime. Mit der Anzuchterde soll dieser Trick auch funktionieren, selbst und gerade mit selbstgemachter Aussaaterde. Diese kann man aus (alter) Blumenerde und Sand, im Verhältnis 1:1 gemischt, herstellen.


Platzproblem auf der Fensterbank: Vertical Gardening in der Anzucht

Tomaten selber ziehen Anleitung
Standort: Südlich ausgerichtetes Fenster, da kann man um diese Jahreszeit und der derzeit sehr tief sitzenden Sonne, auch mal die Anzuchtschalen stapeln. Die links ist gerade beim täglichen Lüften.

Je mehr Anzuchtschalen, desto enger wird es auf der Fensterbank. Abhilfe, gerade wenn das Licht direkt hereinscheint, die Anzuchtschalen mit dem durchsichtigen Deckel stapeln, zumindest, im Falle der Tomaten, wenn sie noch nicht gekeimt sind oder noch winzig klein. Ich habe derzeit drei Anzuchtschalen übereinander stehen, was, bei einem der wenigen Februarsonnentage betrachtet, keinerlei Lichteinbußen für die einzelnen Schalen ergab.

Nach nur acht Tagen sind die selbstgezogenen Tomaten nun bereits 3, 4 Zentimeter groß und ein paar weitere Sorten gesellten sich, 5 Tage später gesät, mittlerweile hinzu. Immer mit Sortenschildern versehen, damit da auch ja nichts durcheinander kommt. Zwar im Prinzip sekundär, doch, wenn eines Sorte besonders gut schmeckt und ich davon später Tomatensamen mache, dann will ich ja schließlich wissen, wie die wohlschmeckende Sorte heißt.

P.S. Aktuell sind es so 16 Sorten an selbstausgesäten Tomaten. Alte Tomatensorten wie Black Krim, Ailsa Graig ode DeBrerao, kamen nun ebenso hinzu namenlose, getauschte Aromafleischtomaten oder eine bewährte Saucentomate namens Costoluto Fiorentino.

3. Tomaten selber ziehen und umtopfen

Am 19. Februar ausgesät werden diese Woche – in der 11. KW, damit lediglich drei Wochen nach der Aussaat – peu à peu die noch jungen, selbstgezogenen Tomaten in gute Erde und größere Töpfe umgetopft. Keine Panik, wenn die Tomaten noch nicht so weit sind in der kurzen Zeit. Denn das Erreichen der richtigen Größe hängt, neben der Sorte, meist von den Lichtbedingungen und auch der Temperatur im Raum ab. Das Umtopfen der Tomatensetzlinge macht man, sobald sie die ersten echten Blätter ausgebildet haben, ich also sehe, dass das mal eine Tomate wird. Dann sind die kleinen Pflänzchen in der Regel so weit, dass sie eine gewisse Größe haben und, viel wichtiger, am unteren Ende genug Wurzelwachstum.

Wer in eine Schale gesät hat, muss nun seine Tomaten pikieren, was übrigens nicht nur mit einem speziellen Pikierstab, sondern mit einem alten Küchenmesser ebenso super gelingt wie mit einer Gabel. Da ich dieses Jahr die Tomaten bis auf eine Cocktailsorte in Anzuchttöpfe vorgezogen habe, entfällt bei mir fast ausnahmslos diese Arbeit.

Tomaten selber ziehen und Setzlinge umtopfen.
Tomaten-Setzlinge umtopfen, dann, wenn die ersten echten Blätter da sind und die kleinen Pflanzen bereits gut gewurzelt haben.

Um die Tomaten einzutopfen werden einfach 10 cm große oder größere Töpfe mit guter Pflanzerde gefüllt und die Tomaten reingesetzt. Egal, ob sie nun ein wenig vergeilten, also so lange Stängel haben, oder nicht: die Tomaten werden immer etwas tiefer gesetzt, als sie vorher saßen. Ruhig ein paar Zentimeter, was bei den kleinen Rackern als viel erscheinen mag, aber kein Fehler ist. Hauptsache: Die Blätter schauen oben noch heraus, wenn nicht, wäre sie zu tief gepflanzt. Aber Scherz beiseite, das Tieferpflanzen der Tomaten – wie beispielsweise auch von Chili und Paprika, hat einen einfachen Grund: Sie bilden oberflächlich Wurzeln aus, was ihnen Halt verleiht und die Nährstoffaufnahme erleichtert. Beim späteren Auspflanzen macht man dies erneut so. An den Anzuchtschalen entferne ich vorsichtig etwas vom Rand und drücke die Erde um die Tomatensetzlinge etwas an. Nicht zu fest, alleine um die feinen Wurzeln nich tzu schädigen, aber doch ein klein wenig, um der Erde etwas Stabilität zu verleihen. Nur noch gut angießen, jedem ein Namenschildchen verpassen oder sich überraschen lassen und weiter darüber freuen wie schön die eigenen Tomaten am hellen Standort wachsen. Der muss jetzt auch keine tropischen Temperaturen haben. Wenn man einen eher etwas kühleren, dafür deutlich helleren Standort hat – mit leicht unter 20 Grad – dann ist dies von Vorteil.

Wird es sonnig und deutlich über 10 Grad warm, dann dürfen die jungen Pflänzchen auch mal raus an die frische Luft. Tagsüber und nicht in die pralle Sonne, die dem zarten Grün gerade anfänglich die Blätter verbrennen könnte. Selbst die leichteste Luftbewegung sorgt, neben ausreichend Licht, für ein gesundes Wachstum. Nebenbei kann man sich dadurch das Ärgern sparen, zumindest reduzieren ;-).

4. Tomatentagebuch: Selbstgezogene Tomaten Ende April und Vorbereitung zum Pflanzen

Tomaten selber ziehen, Pflege und pflanzen ab wann
Tomaten kommen bei gutem Wetter raus. Aber bitte – zumindest anfangs – nicht in die pralle Sonne stellen. Das gibt Verbrennungen. Manche haben jetzt auf der Fensterbank einen Stützstab bekommen, da sie teilweise doch schon arg groß (bis 40 cm) sind. Zumindest die Ende Februar gesäten. Die jüngsten werden gerade erst aus der Anzuchterde eingetopft.

Wie die Zeit vergeht. Kaum hat man die Tomatensamen in die Erde, da schauen sie einen ganz schön munter aus ihren Töpfen raus an. Wenn das Wetter passt, dann dürfen sie jetzt täglich raus, um Sonne zu tanken. Der beste Wachsutumsmotivator schlechthin. Aber Vorsicht, pralle Sonne kann erheblichen Schaden anrichten, es sei denn, sie waren jetzt seit Wochen immer wieder an der frischen Luft. Jetzt beginnt auch endlich die Zeit des Abhärtens. Wohingegen sie vorher zwar auch mal kühler draußen standen, ist der Freigang auf zum Beispiel Balkonien lediglich für ein gesundes, kräftiges Wachstum gedacht. Denn da draußen erhalten die selbstgezogenen Tomaten viel mehr UV-Licht und dank der leichten Windbewegung werden die Stiele einfach stabiler und das Tomatenärgern kann allmählich entfallen.

Ganz Mutige mit einem wirklich geschützten Standort können es auch testen, die Tomaten nun ganztägig und ohne Sperrstunde wenn es dunkel wird, draußen zu platzieren. Dies geht aber nur mit großen Frühbeetkästen oder in Gewächshäusern. Aber wirklich nach den Temperaturen schauen. Unter 5 Grad (als kurzfristige Tiefsttemperatur kamen meine damit noch gut zurecht) sollte es in ihrem Domizil auf gar keinem Fall werden. Im Zweifelsfall besser reinräumen. Und nicht wundern: Die Tomatenstängel können durchaus eine rötliche Färbung bekommen. Tipp: Wer es testen will kann das ja mit einem Teil der Anzucht der Tomaten machen, die die vielleicht überschüssig sind und einfach mal vergleichen. Da es in dem Gewächshaus schon mal 30 Grad im April gegeben hat und darauf die kühlen Nachttemperaturen folgten, ist dieses zum Abhärten kein Nachteil.

Und was gibt es sonst noch beim Tomaten selber ziehen jetzt in der Saison und kurz vor dem Auspflanzen zu beachten? Schaut Euch regelmäßig die Erdoberfläche an. Schauen da vielleicht schon Wurzeln raus, so mehr oder minder versteckt oder gar unten aus den Töpfen? Dann kann man die Tomaten nochmals in einen etwas größeren Topf setzen, der auf jeden Fall wieder etwas tiefer ist. Das fördert die Wurzelbildung und Pflanzenentwicklung.

Tomaten pflanzen ab wann?

Und dann? Die Tomaten sind selbst gezogen, wachsen und gedeihen hoffentlich und bald dürfen sie raus. Auch wenn ich vielerorts lese, dass viele mit den Hufen scharren und ungeduldig pflanzen wollen. Nein! Werder Paprika, Chili, Kürbis, Gurken, Zucchini und Tomaten kommen vor Anfang/Mitte Mai raus. Und dann sollte man stets die Wettervorhersage im Auge haben, denn: Das sind alles wärmeliebende Südländer und die Eisheiligen stehen Mitte Mai vor der Tür, auch wenn sie in den letzten Jahren keine sonderlich kalten Temperaturen mehr brachten. Regionale Unterschiede sind hier selbstredend auch noch zu berücksichtigen.

Wann also Tomaten pflanzen? Dann wenn die Eisheiligen mit dem 15. Mai durch sind und die Wetterprognose keine kalten temperaturen mehr vermeldet. Die Chance, dass es an diesen Tagen kalt wird ist zwar 50:50, wenn aber doch nochmals und gerade in der Nacht kalte temperaturen aufziehen, dann war es das mit der mühevollen Tomatenaufzucht.

Tomaten selber ziehen, Tomaten im Topf und die richtige Pflege
Schon mal besorgen, um die Tomaten etwa Mitte Mai in den Topf oder das Beet zu pflanzen: Kompost, Hornspäne und/oder Urgesteinsmehl kommt bei uns in die Töpfe und auch das Beet, für einen optimalen Start der hungrigen Tomatenpflanzen.

Tomaten richtig pflanzen im Topfgarten und im Beet

Tomaten hängen im Sommer über und über voll mit roten, gelben, fast schwarzen (Black Krim oder Schwarzer Maurer) auch mal grünen Früchten (Grünes Zebra). Diese leckeren Früchte zu bilden, das kostet Energie. Meine Mischung, ob Tomaten im Topf oder Beet: Kompost, Hornspäne und Urgesteinsmehl als Grunddüngung unter die Erde mischen. Das versorgt mit richtig viel Kraft als guten Start. Und apropos Topf und Tomaten: Gönnt ihnen Platz, Minimum 30 Zentimeter Durchmesser und 20 – 25 Liter Erdvolumen sollte ein Topf haben. (Edit: 2015 habe ich 10 Liter fassende Töpfe getestet. Gleiche Sorte, ungleich weniger Ertrag und die Krankheitsanfälligkeit siteg auch). Kleiner werden normalwachsende Tomaten einfach zu mickrig. Mal vom schnellen Austrocken gar nicht gesprochen. Ist der Topf aber bereits so 40 – 45 Zentimeter, dann können, jeweils an den Rand oder in die Ecken, auch mal zwei Tomatenpflanzen in dem Topf Platz nehmen. Bei 60 Litern auch mal drei. Aber: Sie müssen auch noch jeweils etwas Platz haben. Sitzen sie zu eng und, hat es geregnet, werden sie nass und können durch die Enge nicht abtrocknen, dann sind die Tomatenpflanzen auch ruck zuck krank. Was ja keiner will, oder? 😉

Und wer jetzt noch mehr Tipps für das Pflanzen der Tomaten benötigt wie bekomme ich zum Beispiel Tomatenstangen im Topf so richtig fest? Ganz einfach: bitte hier entlang.

Bei Fragen, wie immer melden redaktion (at) muhvie.de oder direkt via Facebook.

Text & Bilder (bis auf Einstiegsbild) © Jürgen Rösemeier-Buhmann

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8 Responses

  1. Ute Maiwald
    | Antworten

    wie macht man Tomatensamen für das nächste Jahr haltbar?

  2. Brigitte Weyers
    | Antworten

    Hallo Jürgen,
    schon seit Jahren ziehe ich viele verschiedene Tomatenpflanzen selber.In diesem Jahr bilden sich an einer Pflanze untypische glatte Blätter. Es ist eine neue Sorte,die angeblich regenresistent ist. Von 3 Samenkörnern ist eins anders.
    Mit freundlichen Grüßen Brigitte

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Brigitte,
      irgendwelche Ungeziefer siehst du nicht? Aber die werden auch kaum nur zufällig eine Sorte befallen… Hm, wie groß sind die und sind es nur die Keimblätter? Sind echte Blätter bereits raus und auch betroffen? Also ich hatte das jetzt auch bei verschiedenen Tomaten an den Keimblättern. Entweder war es das sehr sehr intensive Kunstlicht oder, das war mein erster Gedanke, schlicht Nährstoffmangel, da sie in der Anzuchterde so gut wachsen. Ich habe ganz schwach dosiert Flüssigdünger in das Gießwasser. Und siehe da, auf 1 x wuchsen sie esentlich besser, weitere gelbe Blätter kamen nicht. Alternativ und wenn du mit Anzuchttöpfen arbeitest: Vielleicht sind die bereits aus den Töpfen heruasgewachsenen Wurzeln viel zu trocken? Gerne mal ein Foto als Besucher auf der zum Blog gehörigen Facebookseite posten (wenn du das Medium nutzt). Oder mailen an redacktion ät muhvie.de. Viele Grüße Jürgen

  3. Ina
    | Antworten

    Hallo Jürgen, langsam tut sich was zwischen den Keimblättern. Zwar sind die neuen Blättchen noch winzig winzig klein, aber sie kommen 🙂
    Danke für Deine alljährliche Geduld mit mir!!!!
    Liebe Grüße, Ina

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Na, siehste, klappt doch 🙂 Und dann beim Eintopfen ruhig den halben Stängel versenken. Immer sachte dabei arbeiten und nie am Stängel, sondern maximal an einem Keimblatt halten 😉 LG und viel Erfolg!!!

  4. Ina
    | Antworten

    Hallo Jürgen,
    meine Tomätchen haben letzte Woche ihre Keimblätter bekommen.
    Also habe ich sie vom warmen Wohnzimmer auf die Fensterbank im Treppenhaus gestellt. Dort ist es hellen und kühler. Nicht kalt.
    Wann kommen die Laubblätter? Bin schon ganz ungeduldig, ob ich alles richtig gemacht habe. Die nächstgrößeren Töpfchen stehen bereit.
    Viele Grüße, Ina

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Ina, das geht dann genauso fix wie das Bilden der Keimblätter. 🙂 Warte mal eine Woche bis 10 Tage, dann sollten das erste echte Tomatenblattpaar da sein.

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