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So lecker: Tomaten einkochen als Tomaten-Chili-Chutney

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Gleich nach dem Einkochen verputzt. Aus Tomaten ein Tomatenchutney zu kochen hat ein sehr leckeres und vielseitiges Ergebnis und lohnt sich nicht nur, um einen Tomatenüberschuss zu verarbeiten. Tipp: Selbst aus nachgereiften Tomaten schmeckt das Chutney toll.

Eigentlich wollte ich einfach mal abwarten, wie viele Tomaten denn noch nachreifen, so zum Ende der Saison. Und das war eine ganze Menge. Daher war ich auf der Suche nach Rezepten. Wie immer gerne in Büchern und dem Netz inspiriert, wurde aber, auch wie immer, ein Rezept nach eigenem Gusto daraus: Tomaten-Chili-Chutney, das richtig lecker schmeckt.

Tomaten einkochen oder haltbar machen kann man auf vielfältige Weise. Wir haben für die kalte Jahreszeit fast fertige Tomatensauce, eine besonders würzige Pizzasauce, Ketchup mit wenig Zucker und viel Geschmack, getrocknete Tomaten pur und in Öl, und jetzt auch noch 10 Gläser Tomaten-Chili-Chutney. Dieses Chutney besticht durch Würze, eine leichte Schärfe und einem guten Verhältnis zwischen Süßem und Saurem. Und das geht recht einfach, man braucht lediglich etwas Geduld. Haltbar gemacht wurden die Gläser im Backofen.

Tomaten als Chutney einkochen

Die Zutaten reichen für etwa 10 Gläser à 330 ml Inhalt.

2 Kilo schön reife Tomaten

1 Kilo süß-saure Äpfel

1 Kilo Zwiebeln

1 Liter Apfel- oder Balsamico-Essig

400 g Rohrzucker

1/3 L trockener Rosé- oder Rotwein

100 g Tomatenmark

1 – 2 rote Chilischoten (je nach Schärfe, lieber nachdosieren)

1 daumengroßes Stück geriebener Ingwer

4, 5 EL getrocknete Tomaten

6 TL Salz

6 TL Senfkörner

Sowie ½ TL mildes Paprikapulver, 10 Pimentkörner, 4 Nelken, 2 Lorbeerblätter, 2 Kardamonkapseln (alle vier Zutaten in einem verschlossenen Teebeutel mitgekocht und später entfernt), eine Löffelspitze Muskat und Koriander.

Die Tomaten werden grob zerkleinert, der Apfel gewürfelt, die Zwiebel wurden in halbe Ringe geschnitten, Chili, Ingwer und getrocknete Tomaten fein gehackt. Beim Chili lieber etwas vorsichtiger vorgehen und lieber zur Hälfte der Garzeit nochmals nachlegen. Ich finde, man darf ihn schmecken, aber vor lauter Schärfe sollte einem nicht gleich der Hut wegfliegen.

Die getrockneten Tomaten sind übrigens aus Eigenproduktion und wirklich trocken, sind im Trocknungsvorgang mit Strauchbasilikumblättern und etwas Fleur de Sel gewürzt. Mit den in Öl eingelegten zum Kaufen gelingt das Rezept zum Tomaten einkochen sicher auch.

So, und die Umsetzung des Tomatenchutneys?

Die ist wirklich ganz einfach. Zunächst werden die Zwiebeln in etwas Rapsöl angedünstet. Kurz bevor sie glasig sind, kommt das Tomatenmark mit in den Topf, denn dieses dünstet man immer an, da es so seine Säure verliert. Dies wird nun mit dem Rosé- oder Rotwein abgelöscht, gut durchgerührt und alle weiteren Zutaten kommen hinzu. Das Ganze bleibt jetzt zunächst bei hoher Flamme stehen, bis es anfängt zu köcheln. Dann wird die Temperatur runtergedreht, so, dass das Chutney jetzt lediglich leicht köchelt. Gelegentlich umrühren und gerne auch mal probieren.

Bei diesem Chutney-Rezept habe ich sehr scharfe Chilis benutzt. Eine ganze Pinocchio‘s Nose (mit Kernen) und eine halbe, richtig scharfe Glockenchili (ohne Kerne). Nach der Hälfte der etwa 1,5-stündigen Kochzeit habe ich das Ganze nochmals damit nachgewürzt, da noch nicht würzig genug. Tipp zum Chili: Das eingekochte Tomaten-Chutney ist eine Mischung aus fruchtig, würzig, süß und sauer mit einer Note von Schärfe. Das war mein Ziel und die Mischung hat so geklappt. Die Schärfe habe ich getestet, indem ich ein, zwei Esslöffel davon verputzt habe. Merkt man die Schärfe, aber sie ist nicht zu dominant, dann passt das Ganze. Aber, wie bei allem, das ist bekanntlich Geschmackssache.

Und nun, so nach etwa anderthalb Stunden? Dann habe ich mir ein, zwei Esslöffel rausgenommen und abkühlen lassen. Jetzt liegt es an Euch. Passt die Konsistenz so, oder soll es etwas homogener und fester sein. Dann kann man zum Schluss etwas der üblichen Verdickungsmittel unterrühren. Einmal aufkochen lassen, fertig. Ich habe etwa 35 Gramm Gelfix 2:1 genommen, in Sachen Agar-Agar bin ich noch am Ausprobieren, aber mit dem Algenextrakt oder auch mit reinem Pektin gelingt das genauso.

Das Gute an der langen Einkochzeit: Die gespülten Gläser kamen in die Spüle und konnten bequem, wie auch die Deckel, mit kochendem Wasser aufgefüllt werden.

Nun heißt es lediglich noch die eingekochten Tomaten in Form des Chutneys in die Gläser abfüllen (wie üblich: Rand sollte sauber bleiben und max. bis 1 cm unter den Rand füllen), Deckel aufschrauben und in das Wasser der Fettpfanne im auf 120 Grad vorgeheizten Backofen stellen. Nach 40 Minuten abschalten und das Chutney abkühlen lassen.

Nächstes Jahr werden so definitiv nicht nur nachgereifte Tomaten eingekocht. Denn das Chutney-Rezept ist so lecker, da muss einfach mehr von eingelagert werden.

Text & Bild: © Jürgen Rösemeier-Buhmann

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2 Antworten

  1. Ines
    | Antworten

    Hallo Jürgen, ich hab da mal eine Frage, ich möchte gern das Tomatenchutney ausprobieren, kann es aber nicht mit Wein o.ä. ablöschen, was kann ich alternativ dazu nehmen?
    mfg Ines

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Ines, das sollte so gar kein Problem sein. Nehme einfach etwas mehr Essig (vielleicht brauchst du dann nochmal 1, 2 EL Zucker mehr, einfach mal vor dem Abfüllen abschmecken -> etwas abgekühlt schmeckts gleich ganz anders, darum mache ich immer eine Kostprobe auf einen Teller). Kann mir auch vorstellen, dass ein Glas Apfelsaft locker den Wein ersetzt. Prinzipiell ist der Wein kein Muss. Andere Chutney-Rezepte habe ich auch ohne kreiert. Viel Erfolg und Genuss damit! 🙂 Liebe Grüße, Jürgen

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