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Gurken einlegen oder einmachen: Aus dem (Topf-)Garten, rein ins Glas

Gurken einmachen ist ganz einfach, ein Rezept zum Variieren

Hobbygärtner freuen sich auf den Hochsommer, wenn sich die Mühe der Arbeit endlich auszahlt und fleißig geerntet werden kann. So wie die geliebten Gurken die im Selbstanbau ab Ende Juni, spätestens im August üppig reifen. Aber auch jeder Gurkenfan ohne Garten oder Balkon kann sich Gurken einlegen. Gerade die kleinen Einlegegurken, aber auch die ganz einfachen Landgurken – selbst Schlangengurken –, die es nun auf dem Markt für kleines Geld und aus heimischer Produktion gibt, sind hierfür bestens geeignet.

Gurken einlegen oder Gurken einkochen: Rezept für eingelegte Gurken süß-sauer
Bis Mitte August 2014 hat mir die Topf-Gurke fast 5 Kilo Gurken beschert. Im Topf gedeihen sie optimal, in meinem Fall sogar besser. Die leckere Art sie zu konservieren: Gurken einlegen! Dabei kann man übrigens herrlich experimentieren. Zweibel oder Dill machen sich hierin ebenso gut, wie Paprika, Apfel, Birne oder Cocktailtomaten.

Gurken einlegen ist so einfach wie genial. Denn das Einmachen ist schnell gemacht und nur mit wenigen Zutaten möglich.

Vor dem Gurken einlegen: Schraubgläser organisieren

Viele Lebensmittel gibt es in Schraubgläser zu kaufen. Diese Gläser kann man über das Jahr sammeln und für Einkochaktionen im Keller aufbewahren. Zudem können Freunde und Familie diese sammeln und schon hat man die richtigen Behälter für das selbst Eingelegte oder Eingekochte. Selbstredend gibt es auch Einmachgläser zu kaufen. Meistens kommen sie mit schmucken Deckeln daher. Das sieht natürlich schöner aus, erst Recht, wenn man die eingemachten Gurken auch mal verschenken möchte. Schön und toll zum Verschenken: Diese Einmachgläser mit Siegeletiketten und Wunschbeschriftung

Zum Gurken einlegen – wie bei allen anderen Einkochaktionen – ist Hygiene das A und O. Es darf nur einwandfreie Ware, in diesem Fall Gurken, verwendet und es muss richtig sauber gearbeitet werden. Ein Wasserkocher leistet beim Gurken einlegen und allen anderen Konservierungsarbeiten aber sehr gute Dienste.

Dafür werden die Einkocher mit Produkten ohne jegliche Zusatzstoffe belohnt. Denn einzig Hitze, sorgsame Verarbeitung und Essig, Salz und Zucker sorgen für eine natürliche Haltbarkeit. Bei eingelegten Gurken ist das mindestens ein Jahr gewährleistet. Meistens aber viel länger…

Gurken einlegen: Süß-sauer

1,5 Kg Landgurken oder kleine Einmachgurken

800 ml weißer Balsamicoessig (oder Apfelessig)

800 ml Wasser (geht auch mit etwas weniger, wird dann aber säuerlicher)

500 g Zucker (auch hier etwas weniger machbar)

2 mittlere Zwiebeln

Eine Birne und/oder 1 Apfel (optional)

2, 3 EL Senfkörner

1 TL schwarzer oder bunter Pfeffer

Ein paar Pimentkörner

1 Stück frischer Ingwer

2 TL Salz (ergibt etwa 8, 9 Gläser à 400 ml Inhalt)

Gurken einlegen oder einkochen. Süß-sauer, weniger süß, mit Dill, ein Rezept
Gurken einlegen oder einmachen, hier: Etwas weniger Zucker, dafür Dill. Hier ist es übrigens eine ganz normale Landgurke, es sind daher nicht immer spezielle EInlegegurken nötig. Zumal diese wesentlich weniger Ertrag bringen.

Oma hat die Gläser und die Deckel immer ausgekocht im Topf. Dies sorgte für absolute Sauberkeit beim Einmachen. Einfacher ist es, die sauber gespülten Gläser mit kochendem Wasser aus dem Wasserkocher randvoll zu füllen. Hierzu die Einmachgläser einfach in die Spüle stellen. Zudem ist es ratsam die Schraubdeckel in eine Schüssel zu geben und diese ebenfalls mit dem heißen Wasser zu füllen.

Dies wird parallel zum Erhitzen des Gurkensuds gemacht. Tipp: Wenn Gläser und Deckel für etwa 15 Minuten in dem heißen Wasser lagen, dann passt das aus Hygienegesichtspunkten.

Den Gurkensud herstellen

Zum Einmachen der Gurken wird einfach das Wasser, der Essig und die Gewürze in den Topf gegeben und erhitzt. Einmal aufgekocht ein paar Minuten sieden lassen.

Parallel die Gurken in gleichmäßig große Scheiben schneiden. Diese eventuell halbieren oder vierteln. Werden die kleinen Einmachgurken verwendet, dann ganz belassen, halbieren oder vierteln. So wie man sie essen möchte und vor allem in die Gläser bekommt.

Zwiebeln in dünne Ringe schneiden und anderes Gemüse nach Gusto ebenfalls klein schneiden. Die gezeigten eingelegten Gurken bekamen noch ein paar Cocktailtomaten ins Glas und roten, in halbe Scheiben geschnittenen Paprika. Wie geschrieben: Optional einen Apfel und oder eine Birne – ungeschält – in dünne Spalten geschnitten hinzugeben. Das gibt den süß-sauer eingelegten Gurken einen extra fruchtigen Kick.

Nun das heiße Wasser aus den Gläsern leeren und mit den Zutaten gleichmäßig füllen. Hier kann ruhig alles dicht gestopft sein, denn der Inhalt schrumpft durch den heißen Sud noch etwas. Gut einen Zentimeter zum Rand Platz lassen, was übrigens auch für den späteren Sud gilt.

Nun nur noch den Sud mit einem Schöpflöffel auf den Gurken verteilen, abgetropfter Deckel fest aufschrauben. Fertig sind die eingelegten Gurken.

Trick beim Gurken einlegen in Sachen der Gewürze: Je nach Zutat schwimmt das eine im Topf oben, das andere sinkt ab. Ich nehme hierfür einen Schaumlöffel, fahre durch den Topf, angle mir die Gewürze raus und schiebe sie mit einer Gabel gleichmäßig verteilt in die Gläser.

Gurken einlegen und aufbewahren

Sind die Gurken eingemacht und die Gläser fest verschraubt, dann werden diese auf den Deckel gestellt und so abkühlen lassen. Dies dient dazu, dass die eingelegten Gurken, respektive die Gläser, ein Vakuum ziehen und damit rein natürlich versiegelt sind. (Update 06/2015: Ich habe mittlerweile festgestellt, dass es auch ohne auf den Deckel stellen ein Vakuum zieht. Zumal die Stimmen hierzu unterschiedlich sind. Die einen sagen, dass es Weichmacher aus dem Deckel löst, andere, dass dies aufgrund des fehlenden Sauerstoffs nicht der Fall ist. Wer also die Deckelstellmethode nicht machen möchte: Aufschrauen und eine Nacht abwarten. Haben die Gläser kein Vakuum gezogen, was immer mal passiert, dann ab in den Backofen auf das tiefere Bratenblech bei 120 Grad, etwas Wasser angießen und 30 – 40 Minuten „backen“ lassen. Dann sollte definitiv ein Vakuum da sein). Das Vakuum kann man übrigens wie folgt testen: Drückt man auf den Deckel, dann sollte er nicht mehr nachgeben, sprich eingezogen sein. Dies kann aber auch dauern bis die Gurkengläser abgekühlt sind. Aufbewahrt werden sie am besten an einem dunklen, kühleren Ort, etwa in einem Kellerregal.

Ungeöffnet halten sich die eingelegten Gurken Minimum ein Jahr, geöffnet ganz locker mehrere Wochen im Kühlschrank. Eher länger, da sie durch Essig, Zucker und Erhitzen konserviert wurden. Vor dem Öffnen der ersten eingelegten Gurken diese mindestens zwei, eher drei Wochen ziehen lassen.

Variationen, um Gurken einzulegen

Die beschriebenen Zutaten, um Gurken einzulegen oder einzumachen, können selbstredend variiert werden. Senfkörner und Pfefferkörner sollten es aber schon sein, etwas Chili in den eingelegten Gurken macht sich beispielsweise sehr gut.

Weniger Süße, dafür eine Handvoll Dill hinein, noch ein Tick süßer und dafür Anis mitgekocht (passt sehr gut zu Rindfleisch mit Meerrettich. Dafür am besten überreife, gelbgewordene Gurken verwenden. Diese dann schälen und entkernen.), etc. Es gibt viele Variationen, um Gurken einzumachen. Das Schöne, im Gegensatz zu gekauften Gläsern: Man kann sich das Ganze ganz nach Gusto variieren. Die eingemachten Gurken sollten allerdings mindestens zwei Wochen ziehen, bevor man gespannt das erste Glas öffnet und probiert.

Tipp: Die Eigenkreationen aufschreiben, damit man auch noch nächstes Jahr weiß, was man denn da so experimentiert hat.

Text & Bilder (c) Jürgen Rösemeier-Buhmann

Twist off werden die Schraubgläser genannt, die wunderbar geeignet sind, um Gurken und viele andere Leckereien einzulegen. Diese Größe ist ideal:

 

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4 Antworten

  1. Shnivi
    | Antworten

    Super! Auch das wird probiert um meiner Gurkenschwemme Herr zu werden, danke!
    LG Shnivi

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hoffe es schmeckt und kommt auch bei den Kids an 😉 LG, Jürgen

  2. irmea walker
    | Antworten

    kann ich mir eigentlich den Sud auf Vorrat kochen. Die Gurken reifen ja nach und nach. Dann den Sud nochmal erhitzen und dann über die Gurken geben?

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Sorry Irmea, wurde nicht über das Posting per Mail informiert… Ich würde den Sud vielleicht ganz kurz aufheben. Ein paar Tage, gut gekühlt. Der Essig sollte für die Haltbarkeit sorgen. Aber: Dann wirklich mal kurz durchkochen, um ganz sicher zu sein. Ich mache es allerdings genau andersrum: Ich sammle die Gurken. In ein feuchtes Tuch eingeschlagen und im Gemüsefach des Kühlschranks gelagert. Geht ganz unproblemisch eine Woche. LG; Jürgen

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