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Genial und günstig: Blumen- & Pflanzerde ganz einfach selber machen

selbstgemachte Pflanzerde umweltfreundlich, günstig und torffrei 600
Pflanzerde oder Blumenerde für den Garten oder Balkon kann man sich wunderbar selber machen. Ich habe etwas herumexperimentiert und das Ergebnis kann auf die Pflanzen abgestimmt werden, ist günstig und umweltfreundlich, weil torffrei. Nebenbei: Säckeschleppen gehört damit der Vergangenheit an.

Blumen- oder Pflanzerde kostet einiges, vom Gewicht, Packungsvolumen und, trotz manch saftigen Preisen, von der Qualität mal ganz abgesehen. Das Ganze war mir jetzt in der Aussaat- und Pflanzzeit einfach mal zu bunt. Ich hatte noch eine ganze Schubkarre voll eigenem, feinkrümeligem Kompost, Vermiculite, günstige Kokosfaser wurden bestellt. Noch etwas Sand oder alte Pflanzerde, schon kann man sich seine Pflanz- oder Blumenerde ganz einfach und nach den Pflanzenbedürfnissen herstellen. Blumenerde selber machen – einfach, günstig und umweltfreundlich.

Selbstgemachter Kompost aus Garten- und Küchenabfällen ist einfach genial. Er düngt die Beete, gibt Balkonpflanzen genügend Power und ist eine prima Basis für eine selbstgemachte Pflanz- und Blumenerde. Ich habe hierzu jetzt einiges in deutschen und englischsprachigen Fachmedien gelesen und kam für mich zu folgender Grundmischung. Die ist herrlich feinkrümelig, hält richtig gut Wasser und ist dank dem eigenen Kompost – je nach Mischung – gut mit Nährstoffen versorgt. Prima finde ich folgende Zusammensetzung, deren Eigenschaften ich weiter teste und gegebenenfalls variiere. Der Gärtnermeister, der gerade hier war, war jedenfalls von der selbstgemachten Blumen- und Pflanzerde begeistert. „Sowas Tolles bekommt man nicht zu kaufen“, meinte der Profi.

Pflanzerde selber machen: Das kommt rein

Als Basis, so etwa die Hälfte, enthält meine Pflanzerde Kokosfasern. Diese sind ein Abfallprodukt etwa in der Kokosölproduktion und gibt es – wie in meiner Produktwahl – als gepresste Kokosblöcke. (z.B. zu 650 g als sogenannter Humusziegel). Dieser Klotz wird einfach in einen Eimer mit 3 Liter Wasser gegeben. Das genügt und durfte über Nacht quellen.

So, diese Basis für selbstgemachte Erde hat jetzt natürlich keinerlei Nährstoffe. Diese füge ich in Form von Kompost zu. Dann: Wasserspeichervermögen und gleichzeitig Wasserdurchlässigkeit, zwei Faktoren, die sehr wichtig sind. Das Wasser wird teilweise von den Kokosfasern gespeichert, die Zugabe natürlicher Perlite oder Vermiculit ist allerdings sinnvoll. Vermiculit kann beispielsweise bis zum 8-fachen seines geringen Gewichtes an Wasser aufnehmen, was es als Einstreu im Terrarium ebenso beliebt macht wie bei Profigärtnern.

Dass das Ganze nicht zu kompakt ist und überschüssiges Wasser gut ablaufen kann, hierfür kann man dann Sand hinzugeben. In kleinen Portionen gibt es diesen als Spielsand. Optional: Alte Blumenerde (gleich auf welcher Basis), die noch so in Töpfen, Kübeln und Balkonkästen herumsteht.

So habe ich die eigene Pflanzerde gemischt:

4 Teile der eingeweichten Kokosfasern

1,5 Teile Kompost (mehr bei besonders hungrigen Pflanzen und gerne auch noch Urgesteinsmehl, mein Universal-Langzeitdünger und/oder Hornspäne/das schneller verfügbare Hornmehl)

1 Teil Vermiculit

1 Teil Sand

Optional, zum oder anstatt Sand: 1 – 1,5 Teile alte Pflanzerde (auf Schädlinge kontrollieren) oder richtig lockere Gartenerde, wenn vorhanden.

Das Ganze habe ich einfach in meiner großen Erdschüssel in der Pflanzzeit gemischt. Für größere Mengen selbstgemachter Erde kann man einen Eimer oder eine Schubkarre verwenden und gegebenenfalls kurzfristig in einen leeren Sack gekaufter Pflanzerde einfüllen.

Bis dato finde ich dieses Pflanzsubstrat toll, schön von der Konsistenz, ohne sonderlich fest zu werden und mit guter Wasserspeicherfähigkeit. Denkbar ist es, diese Mischung zu variieren. Für mediterrane Kräuter – oder Mediterrane Blühpflanzen – gibt es einen Teil mehr Sand oder etwas Tonmineralien zum optimalen Abmagern der Pflanzerde, dann hat man Kräutererde oder Erde für mediterrane Pflanzen. Für hungrige Topfpflanzen wie Tomaten, Zucchini, Gurken oder Kürbis gibt es einen Teil mehr Kompost, Urgesteinsmehl und vielleicht noch Terra Preta (fördert die Aktivität von Mikroorganismen), dann hat man gute Tomatenerde oder Gemüseerde.

Mit der selbstgemachten Pflanzerde wurden jetzt jedenfalls erste Kräuter im Topfgarten gepflanzt und werden Sommerblumen und Zuckerschoten in Töpfen vorgezogen, sowie neue Stauden im Beet gepflanzt, um ihnen in unserem festen Lehmboden eine lockere Basis zu bieten.

Noch ein Tipp in Sachen Kokosfasern: Wer diese Kokosfasern – Kokosfaser als Basis für selbstgemachte Pflanzerde –  als Basis für die geniale Eigenkreation verwendet: So ein 650 Gramm Block weicht über Nacht in etwa 3, 4 Litern Wasser wunderbar auf. Ich habe 2 Blöcke mit entsprechender Wassermenge in einen Eimer über Nacht quellen lassen. Dieser 15 Liter Eimer war am nächsten Morgen fast vollständig gefüllt. Im verlinkten Beispiel gibt es 10 dieser Blocks für etwa 20 Euro; jede Menge für selbstgemachte Erde. Zumal diese Kokosfasern auch Jahre nach dem Kauf wunderbar zu verwenden ist. Ein weiterer Vorteil zu gekaufter Erde, die irgendwann dann doch schimmelt.

Ein Tipp in Sachen Vermiculit: Es gibt verschiedene Körnungen, meines hat 0 – 4 mm und diese ist ganz praktisch und vielseitig einsetzbar. Seit Jahren verwende ich sie in der Anzucht (als Deckschicht, da so weniger Wasser verdunstet und sich auch weniger Schimmel auf den Anzuchtschalen bildet) oder um die eigene Kräutererde herzustellen. Der folgende 100 L-Sack mit Vermiculit klingt jetzt viel für die Erdherstellung. Wer viel Erde selbst herstellen möchte oder andere „tunen“, wird sie dennoch irgendwann aufbrauchen. Balkongärtner teilen sich den Sack vielleicht mit Freunden. Wobei sie nie schlecht wird: PLANT IT-Vermiculit 100 L Sack.

Übrigens: Auch guten Kompost gibt es zu kaufen. Dann aber bitte richtigen Kompost. Es gibt auch „Komposterde“ beispielsweise im Baumarkt. Das ist jedoch nur irgendeine Mixtur auf Torfbasis, an der – die Packungen, die ich mir angeschaut habe – Kompost allenfalls in geringen Teilen enthalten ist. Noch ein Tipp: Viele Gemeinden kompostieren ihre Schnittgut, Herstlaub, etc. Oft bieten sie das Endergebnis zum Verkauf gegen ein kleines Entgeld an oder verschenken diesen sogar. Regional, so etwa auch bei uns, gibt es zudem Firmen, die neben Mutterboden, Rindenmulch, Split & Co. auch Kompost anbieten. In Sackware oder größeren Mengen, ebenfalls zum akzeptablen Preis, verglichen mit dem Einzelhandel.

 

Text, Idee & Fotos: © Jürgen Rösemeier-Buhmann

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3 Antworten

  1. Rene
    | Antworten

    Hey super Beitrag, ich bin gerade dabei mein Leben mehr in Richtung Bio zu drehen. Sei es in der Ernährung oder sonst wo. Ich finde es macht einfach Sinn. Auch Blumenerde, denn niemand weiß so recht was alles so in der fertigen gekauften Erde enthalten ist….

  2. Marco
    | Antworten

    Hallo,

    schöne Anleitung, ich „recycle“ meine alte Blumenerde immer wieder über den Komposter und habe so jedes Jahr super frische und lockere Erde voll mit Regenwürmern und Nährstoffen. Einmal den Garten und die Balkonkästen zu Beginn mit viel und richtig guter Erde füllen reicht, alle kommenden Jahre erledigt ein guter Komposter den Rest an Nachschub und natürlicher Erd-Aufbereitung.

    LG
    Marco

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Marco, danke und gerne! Ja, wenn man die „alte“ Erde nicht in neue einarbeitet, dann kann und sollte man sie unbedingt kompostieren. Mache ich auch seit Jahren so 😉 Gerade für unseren lehmigen Boden ist das Endergebnis dann top. Der wird so allmählich und gerade in den Gemüsebeeten lockerer dadurch. LG, Jürgen

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