Die 5 häufigsten Fehler im Blumenbeet, Obst- und Gemüsegarten

Fehler bei der GartenarbeitGartenarbeit ist ein beliebtes und lohnendes Hobby, das nicht nur Ihre Umgebung verschönert, sondern auch zahlreiche gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Doch die Pflege der Pflanzen und des Gartens ist nicht immer einfach. Mit ein paar Informationen und Tipps können Gartenneulinge Fehler leicht vermeiden und auf Anhieb einen gesunden Garten erstellen. Hier sind die fünf typischsten Fehler bei der Gartenarbeit und Tipps, wie man sie vermeiden kann.

Richtig gießen: Zu viel oder zu wenig wässern

Einer der häufigsten Fehler von Gartenneulingen ist die Überwässerung. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube unter Gärtnern, dass alle Pflanzen stets viel Wasser brauchen, aber das ist nicht immer der Fall. In Wirklichkeit kann Überwässerung Krankheiten wie Wurzelfäule und andere Krankheiten verursachen, die für die Pflanzen schädlich sind. Um Überwässerung zu vermeiden, sollten Sie wissen, wie viel Wasser Ihre Pflanzen benötigen. Je nach Bodenbeschaffenheit, Wetter und Jahreszeit hat jede Pflanze einen anderen Wasserbedarf.

Einfaches Hilfsmittel: Wenn Sie Ihren Finger in die Erde stecken, können Sie feststellen, wie viel Wasser Ihre Pflanzen benötigen. Wenn der Boden nicht nur oberflächlich trocken erscheint, ist es Zeit zu gießen. Warten Sie, immer wetterabhängig bei warmer Witterung zwischen ein oder zwei Tagen oder gar eine Woche, bevor Sie erneut gießen, wenn die Erde noch feucht ist.

Fast schädlicher und sicher häufiger der Fall ist es, wenn Sie zu wenig gießen. Gerade in Hitzeperioden, aber auch nach der frischen Pflanzung ist das richtige Gießen essentiell. Richtig heißt bei der Pflanzung: Gut einwässern! Auch wenn eher eine kühle oder feuchte Witterung herrscht. Danach wird einige Tage (im Sommer) oder einige Wochen (kalte Wetterperiode) nicht mehr gegossen. Das fördert die Wurzelbildung in tiefere Erdregionen.

Und hiernach? Viele Hobbygärtner sehen es als ihre, manchmal lästige Pflicht an, den Garten jeden Abend zu gießen, wenn es mehr oder minder warm ist. Und weil es ja der mehr oder minder große und ganze Garten ist – oder weil man ja Wasser sparen muss – fällt die Wassergabe oft sehr spärlich aus. Und dies ist definitiv falsch, da sie ihre Pflanzen dazu erziehen, oberflächlich zu wurzeln, anstand möglichst in die Tiefe zu gehen. Ausnahmen wie trockenheitsliebende Pflanzen natürlich ausgenommen.

Sie wissen nicht, wie viel Sie gießen sollen? 10 bis 15 Liter etwa sind im Blumenbeet richtig und wichtig. Entsprechend geht das Wasser auch bis in 10 bis 15 cm Tiefe. Dies klingt zwar viel, doch dafür müssen Sie, bei entsprechend dichter Pflanzung und mit einem humusreichen (z. B. durch Kompostgaben) Boden, selbst bei größter Hitze nicht jeden Tag gießen. Bei 20, 25 Grad vielleicht sogar nur 1 x die Woche. Dies ist allerdings abhängig von der Bodenqualität, Standort oder Sonnenstand über dem Garten.

Dagegen kann es schon sein, dass Sie im Gemüsebeet bei Hitze doch jeden Tag gießen müssen. Zumindest so empfindliche Pflanzen wie Salat. Der wiederum aber auch nur 4,5 Liter je Quadratmeter benötigt, weil Flachwurzler.

Und wie finde ich jetzt die richtige Gießmenge heraus? Wenn Sie mit dem Schlauch gießen, dann füllen Sie mal eine 10 L-Kanne und stoppen diese Zeit ab, denn jede Wasserleitung hat einen anderen Wasserdruck und jede Spritzdüse lässt unterschiedlich viel Wasser durch.

Pflanzen an den falschen Ort setzen

Ein weiterer häufiger Fehler von Gartenanfängern ist, die Pflanzen an den falschen Platz zu setzen. Viele Pflanzen haben besondere Anforderungen an Feuchtigkeit (Stichwort „Staunässe“), Schatten und Licht, und wenn sie in die falsche Umgebung gepflanzt werden, können sie langsam wachsen, nicht oder spärlich blühen oder nicht fruchten und schließlich sogar eingehen oder zumindest kränkeln.

Informieren Sie sich vor dem Einpflanzen genau über die Bedürfnisse der Pflanze. Berücksichtigen Sie in der Region, in der Sie pflanzen wollen, die Menge an Sonnenlicht, Schatten und Feuchtigkeit. Wichtig sind auch Beeteinfassungen oder andere Abgrenzungen, damit die Pflanzen nicht in den Rasen und der Rasen nicht ins Beet oder auf den Weg wuchert. Auf der Webseite www.beeteinfassungen.de finden hilfreiche Informationen rund um das Thema Beeteinfassungen. Beeteinfassungen sind auch gut, wenn man mit Kies, Splitt, Hackschnitzel, etc. die Beete mulcht. Und im Muhvie.de-Garten wurden Rasenkanten eingesetzt, um die nur dünne Erdschicht noch etwas aufzufüllen.

Sprechen Sie mit einem Gartenfachmann oder lesen Sie in einem Gartenhandbuch nach, wenn Sie sich über die Bedürfnisse einer bestimmten Pflanze nicht sicher sind.

Nährstoffmangel: Dünger richtig einsetzen

Die Entwicklung und allgemeine Gesundheit Ihrer Pflanzen hängt auch von der richtigen Düngung beziehungsweise von den vorhandenen Nährstoffen ab. Unerfahrene Gärtner düngen ihre Pflanzen häufig falsch oder gar nicht, was zu einem verkümmerten Wachstum, wenig Früchten und Blüten und einer schlechten Ernte durch Nährstoffmangel führen kann.

Selbstredend sind nicht alle Pflanzen hungrig nach Nährstoffen. Beim Gemüse nennen sich solche Pflanzen „Schwachzehrer“ wie etwa der Salat, der in ganz normaler Garten- oder Pflanzerde gedeiht. Bei Blühpflanzen sind es einheimische Wildblumen, die eine nährstoffarme Erde bevorzugen oder sogenannte Präriepflanzen wie die bekannte Echinacea purpurea, der Scheinsonnenhut. Das Gegenteil sind „hungrige“ Pflanzen, sogenannte „Starkzehrer“. Zu ihnen zählen Kürbisse und Tomaten und im Blumenbeet sind es vor allem Edelrosen. Sie mögen eine nährstoffreiche Erde und gelegentliche Düngergaben.

Es ist wichtig, den richtigen Dünger für die jeweilige Pflanze auszuwählen und ihn gemäß den Angaben des Herstellers auszubringen, wenn Sie Ihre Pflanzen düngen. Zu viel Dünger kann die Wurzeln Ihrer Pflanzen verbrennen und schädigen, sowie für übermäßigen Wuchs sorgen.

Nicht schneiden ist auch keine Lösung

Obwohl der Pflanzenschnitt ein wichtiger Bestandteil der Gartenarbeit ist, vergessen viele unerfahrene Gärtner es entweder oder führen es nicht richtig aus. Das Beschneiden trägt dazu bei, je nach Pflanze, einen gesunden Wuchs zu fördern, die Blütenbildung zu verstärken, den Fruchtbesatz zu erhöhen, oder sie, wie Formschnitthecken oder klassischen Buchskugeln in der gewünschten Form zu halten. Zudem gibt es den alljährlichen Schnitt im Blumenbeet, da bei den allermeisten Stauden der oberirdische Teil im Herbst abstirbt. Diese Schnittmaßnahmen sollten Sie am besten im Frühjahr durchführen, da Vögel die Samenstände schätzen und Insekten an und in abgestorbenen Pflanzenteilen überwintern. Ordnung machen, gerne als das „Winterfestmachen“ bezeichnet, muss im Herbst wirklich nicht sein.

Apropos Ordnung: Beeteinfassungen und Rasenkanten können hierbei eine große Hilfe sein. Informieren Sie sich hier. Beeteinfassungen helfen auch, die Optik des Gartens zu verbessern und Ordnung zu halten. 

Informieren Sie sich vor dem Beschneiden über die besonderen Bedürfnisse der Pflanze. Einige Pflanzen wie die Hainbuchenhecke können jederzeit bei Plusgraden beschnitten werden – in der Brutsaison nur leichter Formschnitt erlaubt! –, während andere zu bestimmten Zeiten im Jahr geschnitten werden müssen wie der Apfelbaum im zeitigen Frühjahr. Um die Pflanze nicht zu schädigen, ist es wichtig, die richtige Ausrüstung zu verwenden und präzise Schnitte vorzunehmen.

Krankheiten und Schädlinge

Viele unerfahrene Gärtner wissen nicht, wie man Schädlinge und Krankheiten erkennt und entsprechend behandelt. Wenn Schädlinge und Krankheiten nicht bekämpft werden, können sie sich schnell ausbreiten und Ihre Pflanzen schwer schädigen.

Ein sauberer, gesunder, möglichst naturbelassener und tierfreundlicher Garten ist die beste Verteidigung gegen Schädlinge und Krankheiten. Alle ungesunden oder vor dem Herbst abgestorbenen Pflanzenteile sollten entfernt und ordnungsgemäß entsorgt werden.

Um Krankheiten und Schädlinge zu bekämpfen, können Sie sinnvolle Hausmittel und Pflanzenextrakte verwenden, aber lesen Sie immer sorgfältig die Gebrauchsanweisung durch. Mein Credo bei Schädlingen wie Blattläusen indes ist: Abwarten! Marienkäfer und ihre Larven, Florfliegen-Larven oder Meisen benötigen die lästigen Sauger als wichtige Nahrung. Nur wenn eine Pflanze über und über bedeckt ist und kein Schädlingsbekämpfer anwesend ist, dann greife ich zum Wasserschlauch, um sie mit hartem Strahl abzublasen. Sie abzureiben ist übrigens auch bei Rosenknospen ratsam. An den klebrigen Ausscheidungen, die auf die Blätter tropfen, bleiben Rußtaupilze haften. Den Kleber spüle ich ab, dann kann die Erkrankung wiederum vermieden werden.

Fazit: Schließlich kann die Gartenarbeit eine freudige und befriedigende Tätigkeit sein, dabei es ist wichtig, häufige Fehler zu vermeiden, die Ihre Pflanzen gefährden könnten. Wer langfristig Spaß und Freude am Gärtnern und an den Pflanzen haben will, sollte sich ausreichend informieren. Sie können das Wachstum Ihrer Pflanzen fördern und einen schönen Garten anlegen, indem Sie es vermeiden, sie falsch zu bewässern, an der falschen Stelle zu pflanzen, nicht zu düngen, nicht zu beschneiden und Schädlinge und Krankheiten zu ignorieren. Machen Sie Ihre Hausaufgaben, beraten Sie sich bei Bedarf mit Fachleuten und üben Sie sich bei der Gartenarbeit in Geduld, denn ein schöner und gesunder Garten ist die Zeit und die Mühe wert.

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