Wettbewerb „Deutschland summt“: Was jetzt jeder für Wildbienen & Co. tun kann

Wettbewerb wir tun was für Bienen: Deutschland summt

 

Auch oder gerade wegen Corona können und sollten wir was für unsere heimische Artenvielfalt unternehmen. Frei nach dem Motto „think global, act local“ läuft seit 2016 mit „Deutschland summt“ ein einmaliger Pflanzwettbewerb, durch den bereits mehr als 100 Hektar Naturgärten entstanden. Macht mit! Es winken Sach- und Geldpreise, auch wenn der Preis für die Natur unbezahlbar ist.

Deutschland summt! Wir tun was für Bienen“ heißt der vielbeachtete Wettbewerb, der schon jede Menge natürlichen Lebensraum in Deutschland schaffte. „Wir möchten möglichst viele Bürgerinnen und Bürger dafür begeistern, mitzuhelfen, den Bienen vielfältige Lebensräume bereitzustellen“, heißt es auf der Wettbewerbsseite des jährlichen Wettbewerbs, an dem Interessenten ab sofort und bis zum 31. Juli Juli 2020 teilnehmen können.

Um was geht`s

Bei Deutschland summt geht es darum, jetzt noch öde Grünflächen möglichst naturnah zu gestalten. Dabei sollen deutschlandweit möglichst viele Flächen bienenfreundlich gestaltet werden. Und das findet ordentlich Anklang. Die den Preis auslobende Stiftung Mensch & Umelt beziffert die Zahlen des letztjährigen Pflanzwettbewerbs:

  • 250 Gruppen nahmen teil mit
  • 300 Aktiven
  • In 7 Kategorien
  • Mit 18 Gewinnern und
  • einer neu und nachhaltig bepflanzten Fläche (oder sinnvoll umgestalteten Flächen) von 50 Hektar (fast 70 Fußballfelder).

Erstaunliche Zahlen!

Doch, um was geht es eigentlich? Solange sich die Kontaktauflagen halten, ist es natürlich schwierig in einer Gruppe etwas umzusetzen, wenn nur 1 – 2 Personen (aktuell Anfang Mai 2020) an einem Projekt arbeiten dürfen.

Daher sind für dieses Jahr bei Deutschland summt folgende Kategorien vorgesehen:

  1. Privatgärten und Gärten von Mietwohnungen
  2. Balkone
  3. Kleingartenparzellen und Gemeinschaftsgärten
  4. Firmen-, Institutions- und Vereinsgärten
  5. Schul- und Jugendclubgärten
  6. Kitagärten
  7. Kommunale Flächen, Parks und Baumscheiben
  8. NEU: Bestehende Naturgärten und -balkone

Zum Punkt 8. Erklärt die Wettbewerbsseite: „In der neuen Kategorie ‚Bestehende Naturgärten und -balkone‘ bewerten wir Gärten und Balkone, die seit mindestens zwei Jahren (also seit mindestens 2018) bestehen. Bewertungspunkte hier: Wie wurde der Garten oder Balkon gepflegt und weiterentwickelt?“

Unser Dorf macht mit und wie Ihr den Umständen entsprechend aktiv werden könnt

Ausgangsfläche Mehrgenerationengarten in Carlsberg

Unweit des Muhvie-Gartens gibt es eine Fläche zwischen zwei Kitas, die bereits seit letztem Jahr in Planung ist. Ziel: Ein Mehrgenerationengarten. Da hinter der Fläche auch noch der Friedhof der kleinen Pfälzer Gemeinde Carlsberg (ja, wie das Bier, aber hier in der Pfalz trinkt man trotzdem lieber Wein 😊 ) soll der Garten vielfältig genutzt werden. Friedhofbesucher treffen und entspannen sich hier, die wissbegierigen Kita-Kids machen mit dem etwa 400 m² großen Garten naturpädagogischen Unterricht.

Hierzu haben wir einen groben Plan angelegt, um den in unserer Projektgruppe zu besprechen und dem Gemeinderat vorzustellen. Dieser sollte einfach nur dazu dienen, das Ganze dem Interessiertenkreis vorzustellen.

Plan Mehrgenerationengarten Carslberg
Die Zeichnung diente einerseits der visuellen Darstellung des Vorhabens für die Mitstreiter. Andererseits für die Präsentation vor dem Gemeinderat. So etwas ist vonnöten, wenn man solch ein Projekt auf öffentlichem Grund umsetzen möchte, denn hier müssen die Gemeinderatsmitglieder zustimmen.

Und jetzt geht es an die Umsetzung. Wir hatten zunächst die Zeit der Kontaktsperre abgewartet, aber das wird nichts. Da wir größere Erdbewegungen haben, um Geländeunterschiede auszugleichen, hat sich die Gemeinde und der Bauhof bereit erklärt, da zu helfen. Unser netter Bauhofmitarbeiter schiebt uns viele Tonnen Erde nun in die gewünschte Form. Vorher war das als Gemeinschaftsarbeit angedacht. Auch und gerade mit den Kita-Eltern.

Und wie gehen wir weiter vor? Dazu gibt es zeitnah einen digitalen Arbeitsplan, den wir per Mail in unserer Gruppe herumschicken. Hier tragen sich dann immer zwei Interessenten beispielsweise für zwei Stunden ein und reichen die Schaufel anschließend an die nächsten weiter.

So werden nach der Geländemodellierung in 2-er-Teams zunächst Steine für eine Trockenmauer geholt, die wir anlegen. Anschließend wird die restliche Fläche gefräst und, wo nötig, zu besorgender Kompost eingearbeitet (bleibt aber auch teilweise magerer Mutterboden).

Und dann geht es an kleine Wege und die eigentliche Bepflanzung, eventuell auch der Aussaat einer Blumenwiese. Hierfür haben wir Pflanzenspenden, können Pflanzen aus Geldern eines Spendenkontos (beworben in Presse, Amtsblatt auf der Gemeindehomepage) und von Spendenboxen in Geschäften kaufen, viele im ausgehenden Winter sind zudem selbst gezogen. Hinzu kommen Pflanzen, die wir nach der Bewilligung von Geldern aus einem regionalen Fördertopf in der Gärtnerei geordert haben. Ein oder mehrere Steinhaufen und ein Reisig-/Totholzhaufen runden das zu entstehende Gärtchen ab.

Auch wenn wir etwas Vorlaufzeit hatten… Man muss nur anfangen, damit es auch bald in Eurem kleinen Teil von Deutschland summt. Gleich, ob mit dem Einzelprojekt oder etwas Größerem. Aber das ist ja seit Jahren das Motto meines Gartenblogs. Global denken, regional handeln.

Und vielleicht sind bis zur eigentlichen Anlage die Kontaktmöglichkeiten ja erleichtert und die Umsetzung geht schneller vonstatten.

Umsetzung von Deutschland summt

Jeder dokumentiert sein Projekt vom ersten Spatenstich an mit ‚Action‘-Fotos. Diese werden auf der Wettbewerbsseite hochgeladen. Das motiviert andere und es winken den Gewinnern der einzelnen Kategorien bis zu 400 € Preisgeld. Die Ihr in das Projekt einbringen könnt.

Weitere Infos und Anmeldung unter: Wir tun was für Bienen.

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