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Neu oder Upcycling trifft DIY: Terrassen-Hochbeet bauen

Upcycling Hochbeet bauen Anleitung
Ob aus neuem Hartholz oder, wie hier, aus alten Terrassendielen – ein Hochbeet bauen ist gar nicht schwer und findet selbst auf einer großen Terrasse Platz. Was alles zu beachten ist und meine Anleitung.

Hochbeete bauen oder kaufen ist schwer angesagt. Jeder Baumarkt hat sie, überall wird vornehmlich mit Europaletten eines zusammengeschraubt, es kommt gerne Gemüse rein oder Blühpflanzen. Bei uns gibt es gleich mehrere, da ich Hochbeete seit Jahren aufgrund ihrer vielen Vorteile schätze. Neben den zwei richtig großen aus neuem Holz im neu angelegten Garten, habe ich noch zwei für Blühpflanzen gebaut. Diese sind, ganz Upcycling, aus alten Terrassendielen gebaut. Eine Idee, die in 20 Minuten steht und so praktisch ist. Upcycling-Hochbeet, nicht nur für die Terrasse, eine einfache Anleitung.

Die Basis für diese Hochbeet-Anleitung: Altes Holz der im Garten vorhandenen Terrasse, das teilweise in die Jahre gekommen ist. An manchen Stellen wurde es bereits morsch. Da der Zahn der Zeit sprichwörtlich an einigen Stellen genagt hatte, wir gleichzeitig aber noch, neben den Gemüsebeeten aus neuer Douglasie, weitere Blumen-Hochbeete wollten, die einfach Idee: Die vorhanden, noch intakten Bretter verwenden. Zumal als Untergrund hierfür im Eingangsbereich und auf dem Weg zu Haustür wie in den Garten jede Menge Natursteinpflaster verlegt war. Viel zu überdimensioniert, wie wir fanden.

Nach ein paar Säge- und Schraubarbeiten haben wir letztlich viele Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Unnütze (Terrassen-)Fläche mit Blühpflanzen besetzt – noch dazu, ohne das Pflaster zu entfernen –, der Blick auf den Garten wird im Sommer nicht gleich völlig freigegeben, der Garten hat einfach mehr Beetfläche und schließlich, da ja ein Upcycling-Projekt: Altes, aber intaktes Holz hat eine neue Verwendung. Übrigens nur für Blumen, da es mit Holzschutzmittel unbekannter Art behandelt ist. Aber dafür war es ja sowieso gedacht und die Anleitung funktioniert selbstredend auch mit neuem Holz und dann vielleicht für Euer tolles Gemüse. Meine Holzempfehlung: 1. Lieber dicker als zu dünn (hier: 28 mm), 2. eher Hartholz der Douglasie oder Lärche als weiches Nadelholz wie Fichte oder Kiefer.

Zur Miete – Hochbeet bauen ideal

Bevor gebaut wird, noch eine Anmerkung: Ihr wohnt zur Miete, wollt aber den Balkon – dann bitte kleiner dimensionieren und nach der Statik fragen! –, die Terrasse oder einen Bereich im Garten verschönern? Baut Euch doch so ein Hochbeet oder gleich mehrere. Gerade bei Mietobjekten gilt: Zur Not sind hier die Pflanzen schnell ausgebuddelt – oder das Gemüse abgeerntet –, die Erde rausgeschaufelt und das Hochbeet geht mit. Bei der hier umgesetzten Größe kann das Hochbeet noch locker getragen werden.

(Terrassen-)Hochbeet bauen: So geht`s

Die Hochbeete sind wie Kisten gebaut, oft übliche Pfosten haben sie genauso wenig, wie direkten Erdkontakt. Fixiert sind die 28 mm starken, 14 cm breiten Douglasiendielen lediglich an handelsüblichem Unterkonstruktionsholz, ein Holz, das so 4 x 7 cm misst und üblicherweise für die Basis einer Holzterrasse ihren Einsatz findet.

Die Hochbeete sind für unsere Bedürfnisse maßgeschneidert. 1,2 x 1,2 und 1,2 x 1,5 Meter messen sie. Diese Maße habe ich gewählt, da man so noch bequem durchs Gartentor schreiten kann, aber auch ungehindert in das Gartenhaus kommt (siehe Fotos), dennoch genügend Pflanzfläche für üppigen Blütenflor hat.

Viel größer sollten die Hochbeete in dieser Konstruktionsweise nicht sein, da übliche, stabilisierende Pfosten hier Fehlanzeige sind. Da lautet die Faustregel: Por Meter Hochbeet ein stabilisierender Pfosten, wahlweise eine Innenkonstruktion, etwa aus Stangen oder anderen, massiv angebrachten Querstreben. Auch habe ich hier keine Verspannung mit Edelstahlseilen im Inneren wie in den größeren Gemüsebeeten (Anleitung folgt) angebracht. Beides sind Maßnahmen, um den Druck der Erde auszugleichen. Baut man so ein Hochbeet größer als die zwei gezeigten, dann wird es sicher schwer mit der Statik.

Zudem muss ein Hochbeet auch nicht höher als die hier gewählte 3-Brett Höhe, also 42 cm sein. Außer einem Rettich wächst praktisch kein Gemüse tiefer und selbst die Jahre alten Hortensien wurzeln nicht annähernd so tief. Allerdings sind jene ab einer Höhe von 70 cm deutlich besser für den Rücken. J

Wollt Ihr so ein höheres, stabiles Hochbeet bauen: Hier gibt es meine Anleitung.

Was sonst noch, neben dem Holz, für den Hochbeetbau nötig ist:

Ein paar rostfreie Schrauben (ich hatte: 4 x 45 mm Schrauben)

Ausreichend Unkrautvlies, Tacker oder Grampen zum Nageln

Akkuschrauber und Säge

Hochbeet bauen: Die Anleitung

So, die Holzmenge für das individuelle Bauprojekt – bei mir 12 x 1,2 m lange Stücke, 6 x 1,5 m Länge – ist besorgt und gesägt. Auch das „Unterkonstruktionsholz“ für die stabilen Ecken ist entsprechend vorgesägt  – hier: 3 x 14 cm = 42 cm, also ungefähr, aber nicht länger? Dann geht es auch schon ans Zusammenschrauben.

Ich habe mir für die Hochbeete jeweils drei Bretter nebeneinander gelegt. Darauf kommen jeweils rechts und links bündig die Eckhölzer. Wer von innen zusammenschraubt, der benötigt mindestens so lange Schrauben, die durch das Konstruktionsholz und mindestens 1, besser 2 cm in die Bretter geht. Umgekehrt geschraubt, was ich gemacht habe: Die Bretter mit der gewünschten Außenseite bündig rechts und links unter die Bretter legen.

Für jedes Hochbeet habe ich mit so zwei Außenseiten zusammengeschraubt. Danach wurden sie eben (bei uns in der gepflasterten Einfahrt) mit helfenden Händen aufgestellt. Jetzt habe ich auf jeder Seite wiederum bündig die restlichen drei Bretter angeschraubt – Tipp: Mal mit der Wasserwage schauen, ob Ihr und das Hochbeet auch wirklich im Wasser steht. Erst die eine Seite, denn dann kann die helfende Hand wieder gehen, da so das Hochbeetelement bereits von alleine steht. Dann die andere.

Soweit, so gut. Nun wurden die Hochbeete positioniert. Wildwuchs darunter grob entfernen und dann mit Unkrautvlies – dieses Unkrautvlies ist echt stabil und meterweise zu kaufen – locker auslegen. Unkrautvlies in Bahnen, wie bei mir, wird stets überlappend verlegt. So 20, 30 cm sollten die Bahnen übereinanderliegen. Zudem steht der Rand hier wie im Bild ersichtlich etwas über, wird angetackert oder mit Grampen fixiert, fertig ist das selbstgebaute Hochbeet.

Hochbeet richtig befüllen und bepflanzen

Wer Google befragt zur Befüllung eines Hochbeetes, der bekommt die schaue Antwort „in 4 Schichten ein Hochbeet richtig befüllen“. Das ist richtig, für ein richtig hohes (ab 70 cm) und eines, das ordentlich „Bums“ in der Erde haben soll, sprich: Jede Menge Nährstoffe.

Dieser Schichtaufbau ist zumeist: Schnittgut, Rasensoden, Laub oder ähnliches, Kompost und dann Pflanzerde. Nur hat 1. Nicht jeder dieses Füllmaterial und 2, hier entscheidender, das funktioniert bei 42 cm Hochbeethöhe so gar nicht. Muss es auch nicht, schließlich benötige ich lediglich nährstoffreiche Erde, mit etwas aber nicht so richtig „Bums“ darin.

Wir haben recht günstigen Mutterboden verwendet, den wir, angereichert mit Kompost und wasserspeichendem Vermiculite, für die anderen Hochbeete für vergleichsweise kleines Geld geliefert bekamen. Ihr grabt parallel einen Teich, habt jemanden mit einem Hänger, der Euch zu einem Händler mit Erde fährt oder ihr packt den Kofferraum voll Pflanzerde, was vergleichsweise teuer ist (in eines unserer Hochbeete passen 700 bis 800 L Erde), aber: Vieles ist möglich, um so ein, in dem Fall Blumenhochbeet, zu füllen. Tipp: Für Gemüse würde ich 20, 25 % Kompost zugeben, den es auch zu kaufen gibt.

Bepflanzung des Hochbeetes

Ich habe mal nachgezählt: 18 Pflanzen sind in dem einen mit 1,2 x 1,5 m Größe, z. B. Echinacea, Herbst- oder Waldanemone, Akelei wie die schöne ‚Nora Barlow‘, Phlox, weißer Fingerhut, Hortensien, Ziergräser wie das Japan-Blutgras ‚Red Baron‘, Schaumblüte ‚Spring Symphony‘, Vergissmeinnicht, Hohe Fetthenne oder Ziersalbei. Sommerblüher, Hohes Eisenkraut und vielleicht auch die Prachtkerze werden noch folgen. So als konkrete Beispiele für eine standortabhängige Bepflanzung. Bei entsprechender Wasser- und Nährstoffversorgung ist das nicht zu viel, auch wenn auf vielen Pflanzen im Handel immer Pflanzabstände angegeben sind. Nur: Achtet darauf, dass auch mal Schlankwachsendes dabei ist, Pflanzen, die in die Höhe gehen, andere wiederum, die klein und kleiner bleiben, dafür in die Breite. Und zur Not teile ich wieder Pflanzen in ein paar Jahren, sollten sie zu groß werden, dann habe ich wieder neue. J

Und noch eines: Die Beete stehen wie erwähnt auf Natursteinpflaster. Auch andere, ebene Bodenbeläge sind denkbar. Gepflasterte Einfahrten oder Vorgärten, Terrassen,… Alles schick auf Euer eigenes Maß angefertigt und selbstredend viel billiger als ein Gekauftes; ob jetzt ein Beet aus alten, aber intakten Brettern oder aus neuem Holz. Neues Holz könnte man jetzt mit den üblichen Folien (gibt es auch weichmacherfrei) schützen. Ich finde es persönlich nicht nötig, aber wer auf Nummer sicher in Sachen Langlebigkeit gehen möchte…

Einen Rechner für Garten- oder Pflanzerde gibt es übrigens hier. Die Ergebnisse stimmen recht gut.

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2 Antworten

  1. Petra
    | Antworten

    Hallo Jürgen,

    deine Anleitung ist so ziemlich die einzige, die ich gefunden habe für ein Hochbeet auf Pflaster. Danke dafür 🙂
    Ich möchte auch auf einem gepflasterten Teilstück 1 oder 2 Beete für Blumen machen. Ginge das eigentlich auch mit WPC-Dielen?
    Da hätten wir welche übrig – weiß nur nicht, ob das dann so toll aussieht……
    LG Petra

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Petra und freut mich! 🙂 Hm, spricht sicher nichts dagegen, das/die Hochbeete aus WPC zu machen. Wie sehen die Schnittstellen dann aus? Wenn die hell sind, könnte das vielleicht stören. Aber z.B. mit Aluschienen könntest du das an den Kanten kaschieren und dem Ganzen noch einen edlen Touch geben. 😉 Andererseits…. ich füge gleich noch ein aktuelles Bild an. Zugewachsen jetzt im August, und mit Töpfen davor so kaschiert, dass du die selbstgebauten Hochbeete fast nicht mehr siehst. 😀 Liebe Grüße und gerne mal ein Bild auf meiner Facebook-Seite, wenn gebaut.

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