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Ganz natürlich düngen: Diese Wunderwaffen garantieren Erfolg

Tomaten sind Starkzehrer und lieben Naturdünger. Wie man Jauchen ansetzt und Langzeitdünger nutzt
Starkzehrer wie Tomaten, Gurken, Zucchini oder Kohl freuen sich auf guten Dünger. Ich mag diesen gerne natürlich, darum werden auch für Blühpflanzen Jauchen angesetzt und natürlicher Langzeitdünger verwendet, wie Urgesteinsmehl oder Hornspäne. Womit man schön natürlich düngen kann, ein kleiner Überblick.

Eine reiche Ernte ist das Ziel jedes Hobbygärtners. Die Nährstoffversorgung muss allerdings stimmen. Mein Tipp: rein natürlich düngen. Diese Naturdünger sind völlig ausreichend für den erfolgreichen Gärtner.

Gärtnern macht einfach unheimlich viel Spaß und ist meist auch von Erfolg gekrönt, selbst bei nur wenig bis sehr wenig Platz. Man muss es einfach nur mal versuchen und ein paar Regeln beachten, dann ist sowas wie der „grüne Daumen“ gar nicht nötig. Zu den wichtigsten Voraussetzungen gehört, dass die Gartenerde richtig gut mit Mulch, Kompost, etc. vorbereitet ist und voller Bodenleben oder dass Töpfe für die jeweilige Pflanze die richtige Größe haben. Dann noch entsprechend viel gießen und ausreichend Nährstoffe geben. Gesundes Wachstum, viel Blühkraft und eine reiche Ernte sind dann fast garantiert. Ich setze im Topfgarten wie im Beet auf das natürliche Düngen. Wie man aus was Jauchen ansetzt, welche Naturdünger und Langzeitdünger in unserem (Topf-)Garten die Pflanzen wachsen und gedeihen lassen.

Natürlich düngen: Von Schwachzehrern und Starkzehrern

Es ist wie beim Menschen. Die einen haben mehr Appetit – ob das jetzt der Figur zuträglich ist oder nicht, dass sei dahingestellt –, die anderen weniger. Was bei uns Menschen meist von mehr oder weniger Bewegung abhängt, manchmal auch von körperlichen Voraussetzungen bestimmt wird, ist bei Pflanzen anders. Die einen benötigen mehr Energie, die anderen weniger. Bei Gemüse unterscheidet man da Starkzehrer und Schwachzehrer. Bei den einjährigen Blühpflanzen würde ich gerade die einjährigen Dauerblüher ebenfalls zu den Starkzehrer zählen, auch wenn ich solch eine Einteilung noch nie gesehen habe.

Starkzehrer benötigen massig an Energie, kein Wunder, leisten sie doch viel im Laufe ihres kurzen Lebens. Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Kartoffel, Melonen, alle Kohlarten oder Sellerie sind hungrig und zählen zu den Starkzehrern. Wenn Kraft in der Erde in Form von Kompost (selbst produziert oder gekauft in Säcken) steckt, davor vielleicht eine Gründüngung ausgebracht wurde, die den Boden mit Energie auffrischt und oft auch lockert – ausbringen auf jedem leeren Beet oder im Herbst, wenn abgeerntet – dann ist das eine gute Basis. Bestes Beispiel: Unser Kürbis auf dem Kompost, dessen längster Ausläufer wohl die 8, 9 Meter Mitte August erreicht hat. Wenn diese Energie indes fehlt oder einfach irgendwann aufgebraucht ist (wie bei herkömmlicher Pflanzerde, die vorgedüngt ist), dann kann man in Form von Dünger nachhelfen. Wer es natürlich mag, dem nützen Jauchen, Auszüge und Langzeitdünger natürlicher Herkunft.

Natürlich düngen: Jauche ansetzen, Urgesteinsmehl, Hornspäne und mehr. Hier für Kürbis Bischofsmütze.
Kürbis zählen ebenfalls zu den Starkzehrern. Sie nehmen sogar gerne auf dem Kompost Platz. Da haben sie genügend Nährstoffe. Ansonsten heißt es beim Pflanzen bereits viel Energie geben und regelmäßig düngen. Hier: Kürbis Bischofsmütze, auch Türkenturban genannt.

2 x Jauche ansetzen und verwenden

Eine klassische Jauche ist jene aus Brennnesseln. Sie düngt dank Stickstoff hervorragend Starkzehrer gerade in ihrer Wachstumsphase. Aber auch gegen Schadinsekten ist sie, 1:20 verdünnt und gespritzt, sehr hilfreich.

Die Herstellung einer Jauche ist denkbar einfach. 1 Kilo frische Brennnessel (oder die entsprechende Menge an Bio-Brennnesselpulver) auf 10 Liter Wasser geben. Regenwasser ist günstiger, da die meisten Pflanzen dieses weichere Wasser bevorzugen. Ich nehme dafür immer einen großen Eimer und stelle das Ganze auf die Seite. Denn: Es riecht ordentlich nach „Landluft“ und sollte zumindest während die Jauche gärt nicht abgedeckt sein. Das Ganze muss jetzt so lange stehen – 1x täglich umrühren –, bis der Gärprozess durch ist. Dieser ist beendet, wenn sich keine Blasen mehr bilden. Je nach Außentemperatur kann das in fünf Tagen oder auch erst nach 10 oder mehr der Fall sein. Danach wird abgeseiht und die Jauche im Topfgarten etwa 1 x die Woche bis 14-tägig ausgebracht. Und zwar 1:20 im Topfgarten, im Beet 1:10 mit Wasser verdünnt gegossen.

Beinwell löst ab Mitte Juli die Brennnesseljauche für die Starkzehrer ab, da eine Beinwell-Jauche gut für die Fruchtentwicklung ist. 1:20 gegossen ist sie zudem ein gutes Universaldüngemittel für alle hungrigen Pflanzen wie Dauerblüher im Garten. Beinwell kann man durch Algen ersetzen, die es ebenfalls als Algenpulver zu kaufen gibt. Mehr zum genialen Dünger Beinwell, den es auch als effektives Beinwell-Pulver gibt.

Natürlicher Langzeitdünger: Urgesteinsmehl und Hornspäne

Urgesteinsmehl und Hornspäne kann man 1 x jährlich als Universal- und Langzeitdünger nach Anleitung in die Beete einarbeiten und frischen eine alte Topferde so richtig schön auf. Sie sind mineralienreich und geben ihre Nährstoffe erst nach und nach ab. Urgesteinsmehl etwas schneller, Hornspäne aufgrund der Konsistenz langsamer und über ein ganzes Gartenjahr. Was es auch gibt: Zu Kugeln gedrehtes Urgesteinsmehl, aber das löst sich ganz schön schlecht auf. Wenn ich im Frühjahr und Sommer etwas ins Beet pflanze, dann kommen immer je etwa ein gehäufter Teelöffel von beiden Naturdüngern mit ins Pflanzloch. Alte Topferde, die ich auskippe (Schädlingskontrolle), wird damit wieder gestärkt und wandert in den nächsten Topf. Dann gebe ich allerdings schon etwas mehr Urgesteinsmehl und Hornspäne hinzu, wie übrigens auch bei allen frisch gepflanzten Starkzehrern wie Tomaten und Co.

Zwei Sachen habe ich in Sachen Langzeitdünger noch entdeckt. Zum einen: Bio-Bodenaktivator von Compo. Das ist ein braunes Pulver, das Urgesteinsmehl enthält, Vulkangestein zur Wasserspeicherung und organisches Material wie Schafwolle, die ebenfalls toll Wasser speichern soll und die Humusbildung und das Bodenleben aktiviert. Diesen Bio-Bodenaktivator habe ich bei besonders gierigen Pflanzen ebenfalls in das Pflanzloch gegeben sowie auf Beete, die später beispielsweise Tomaten als Saisongäste bekamen. Ich nehme den Bodenaktivator als Ergänzung. Er kann allerdings auch als alleiniger Langzeitdünger fungieren und soll Sandböden verbessern und auch Rasenflächen prima düngen. Zudem ist er für ausgelaugte Topferde sicherlich eine Option, diese wieder fit zu machen.

Fertige Kurz- und Langzeitdünger im Gemüsegarten

Natürlich düngen: Jauche ansetzen, Urgesteinsmehl, Hornspäne und mehr. Hier für für Kohlrabi Superschmelz
Kohl, wie hier der Kohlrabi, hat auch gerne viele Nährstoffe. Der Kohlrabi Superschmelz ist Mitte August übrigens groß wie ein Handball, dennoch bleibt er richtig zart.

Zahlreiche Firmen bieten heute auch fertige Flüssigdünger für allerlei Anwendungen. Was für den Oleander oder die Zimmerpflanzen letztlich Entscheidungssache ist, ist für mich persönlich bei Gemüse wichtig: Flüssig düngen in Bio.Früher habe ich den Naturen-Bio-Tomatendünger und fand diesen völlig in Ordnung. Kunstdünger ist für mich keine Option in Sachen Obst und Gemüse, denn schließlich baue ich das Ganze auch aufgrund seiner Qualität an und mein Düngen soll nicht der Umwelt schaden, was Kunstdünger tun soll. Wer sich so gar keine Arbeit mit den ganzen Jauchen oder Langzeitdünger zum Einarbeiten machen will: Ein Bio-Flüssigtomatendünger leistet bei allen hungrigen Pflanzen auch eine ausreichend gute Arbeit. Gerade wer wie im Topfgarten wenig Pflanzen hat, wird hiermit sicher zurechtkommen.

Neu ist schließlich noch ein Bio-Universallangzeitdünger mit Schafwolle, ebenfalls von Compo, der besonders gut für den Topfgarten sein soll. Der Dünger soll in Form von Pellets die Wasserspeicherkapazität der Erde verbessern und für fünf Monate genügend Nährstoffe liefern. Je nach Pflanzenart wird er einfach unterschiedlich dosiert und in die Erde gearbeitet. Natürliche Wirkstoffe und 50 Prozent Schafwolle aus europäischer Herkunft sorgen hier für eine optimale Versorgung aller Pflanzen.

Der grüne Daumen oder „learning-by-doing“, aber nicht gegen die Regeln

Der Begriff, „einen grünen Daumen haben“, ist für mich überbewertet oder er wird mit etwas viel Respekt vor dem Unbekannten geäußert, denn: Richtig pflanzen und aussäen (zur richtigen Zeit!), die Bedürfnisse der Pflanzen während des Wachstums beachten, beobachten und agieren. Der Standort muss stimmen, der Platzbedarf der jeweiligen Pflanzen, die Wasser und die Nähstoffversorgung. Beispiele aus diversen Gartengruppen… „ich konnte es nicht mehr abwarten und habe die Zucchini und Gurken gesät…“ -> Auf der Packung steht Voranzucht Mitte, Ende April. Gesät wurden diese im Beispiel Anfang März. Oder „meine Tomaten im unbeheitzten Gewächshaus sehen nach dem Frost schlecht aus… sind die noch zu retten?!“ -> Tomaten an schönen Märztagen setzt man einfach nicht. Das sind Mittel- und Südamerikaner. Und spätestens ab 5 Grad ist für sie die Saison in aller Regel beendet. (2 von zufällig ausgewählte Beispiele aus Facebook-Gartengruppen im April 2017).

Beobachten, pflegen, die Bedürfnisse der Pflanzen beachten – dies gilt für das Beet, noch etwas mehr für den Topfgarten. Vielleicht auch mal ab und an neugierig schlau machen und eben mal nach dem Motto agieren „aus Schaden wird man klug“ oder „es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“, undsoweiter. Warum mag es wohl solche Sprüche geben? Weil nicht nur beim Gärtnern so einiges schief gehen kann. Der Schreiner kann sich auch mal vermessen, der Mathelehrer verrechnen oder der Arzt falsch diagnostizieren. Und selbst einem alten Hasen in Sachen Gärtnern macht einfach mal die Natur einen Strich durch die Rechnung, weiß er auch noch so viel. Wer jedenfalls richtig gießt und düngt, der macht schon mal sehr viel richtig.

Fehlt indes eine der eingangs genannten Komponenten oder wird die Pflanze nicht „artgerecht“ gehalten, dann bedeutet das für die Pflanzen Stress. Schlechtere Ernte und Krankheitsbefall sind die Folge.

P.S. Die ganzen empfohlenen natürlichen Dünger kosten etwas, aber: Die reichen ewig und belohnen mit gesunden, wohl genährten Pflanzen und einem guten Ertrag. Egal, ob im Beet oder Topf. Der Tomatenkorb oben? Das ist die Ernte auf dem Balkon an einem Augusttag… 😉 Tipp: Balkongärtner teilen sich die Packungen mit Gleichgesinnten.

Bei Fragen, Unklarheiten, was auch immer: Mail an redaktion (at) muhvie.de

Text & Bilder (c) Jürgen Rösemeier-Buhmann

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2 Antworten

  1. Ralph
    | Antworten

    hallo,
    vielen dank, sehr nützliche informationen.
    wie sieht es nur bei schwachzehrern aus? kann ich grundsätzlich die gleichen dünger verwenden, nur in geringerer dosis, bzw seltener düngen?
    und gibt es eine grobe empfehlung ab welchem zeitpunkt während des pflanzwachstums man mit regelmäßigen düngen beginnt?
    danke und grüße,
    ralph

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Ralph, freut mich! 🙂 Schwachzehrer, nehmen wir mal anspruchslose Kräuter, Erbsen oder Bohnen, werden bei mir nicht oder nur mal gelegentlich gedüngt. Die Nährstoffe in der Erde reichen im Beet meist aus, zumal ich jeden Herbst/Winter Kompost ausbringe. Zudem: Bilden beispielsweise Erbsen über ihre Wurzeln Stickstoff, das reicht denen nahezu aus. Im Topf kann man eher mal darüber nachdenken, denn die Topferde ist ja bekanntlich immer vorgedüngt. Hier geben die Hersteller meist an, dass die enthaltene Düngermenge für 6 Wochen reiche. Da würde sich eine Düngergabe rentieren.

      Aber wie du schon schreibst… Würde ich diesen auch eher schwächer dosieren. Vielleicht nur so die Hälfte der angegebenen Menge.

      Zur Frage, wann mit dem Düngen anfangen: Gerade Starkzehrer bekommen bei mir ab der Blüte die erste Düngergabe.

      Grüne Grüße und viel Erfolg, Jürgen P.S. Die Einordnung in Schwach-, Mittel- und Starkzehrer sind für mich manchmal etwas vereinfacht dargestellt. Denn, die Böden auf denen das Gemüse wächst, sind ja stets anders. Bei Zwiebeln (zählen zu den Mittelzehrern) habe ich schon gemerkt, dass sie durchaus froh sind über regelmäßige Düngergaben (oder viel Kompost in der Erde). Salat dagegen (soll auch ein Mittelzehrer sein) bekommt nie oder nur selten Dünger ab. Und das Lauch ein Starkzehrer ist, kann ich nicht bestätigen. Aber wie gesagt… Vielleicht liegt es da wieder am Boden…

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