Warum wir da draußen mehr Natur wagen müssen

Bienensterben, Artensterben, Vogelsterben, Pestizide, Glyphosat
Wildbienen werden immer weniger, das Vogelsterben nimmt dramatische Züge an und was machen wir? Wir sind mal wieder hochgradig entsetzt. Nur: Ändern wird das wie immer nichts. Warum wir endlich mehr Natur wagen müssen. © Foto: JayRB (mit Canon 80 D & 60er Makroobjektiv)

Die Landwirtschaft ist auf maximalen Ertrag aus, die diese beliefernde Industrie sowieso. Privat sieht es nicht wirklich anders aus, denn viele Gärten sind alles andere als lebenswert für kleine Gartenbesucher. Aber dann, alles kam vermeintlich plötzlich, ein Aufschrei geht durch die Nation. Nachrichten von dramatischem Wildbienensterben, viele Vogelarten sind in Gefahr, jede Menge Pestizide in Lebensmittel aus nah und gerne sehr fern. Ein Plädoyer für mehr Natur. Auch und gerade im kleinen grünen Reich und selbst auf dem Balkon.

Haben wir besorgte Bürger uns nicht schwindelig in den sozialen Medien geklickt dieser Tage (Edit: na ja, ein Jahr später hat sich da auch nichts getan…)?  Wirklich, aber auch wirklich jede Naturschutzorganisation die was auf sich hält berichtet vom dramatischen Vogelsterben. Im gleichen Atemzug vom desaströsen Bienensterben. Wie wirkt das auf Otto Normal? „Wahnsinn, wo kommt das plötzlich her?!“ Und die Berichte werden fleißig geteilt, geliked mit dem orangenen „Wütend-Smiley“ oder mit dem weinenden gelben Gesicht aus Zuckerbergs Bewertungsschema wieder und wieder, ja, demonstrativ markiert.

Bienen- und Vogelsterben, ich war dabei

„In einem unbekannten Land, vor gar nicht allzu langer Zeit…“ – was war das doch für eine schöne Geschichte um die pummelige Biene Maja, dem leicht depperten, ach so liebenswerten Freund Willi, die Stubenfliege Puck, Tekla, die gar nicht soo gruselige Spinne und all die anderen gezeichneten Tierchen, die ach so friedlich knapp über der Grasnarbe leben.

Unbeschwert? Das war einmal. Denn „die da oben“ stellen jede Menge Mist, Entschuldigung, ist so, an. Dabei ist es gar nicht so schlimm, wie es immer heißt, denn schließlich kommen lediglich Gifte, also Herbizide, Insektizide und Pestizide auf den Markt, die der Biodiversität nicht schaden. So heißt es beim Umweltbundesamt, die das schließlich wissen müssen „Das europäische und das deutsche Pflanzenschutzrecht gewährleisten, dass nur Pflanzenschutzmittel in Verkehr gebracht werden, die auf ihre Umweltauswirkungen geprüft wurden. Die Umweltprüfung erfolgt im Rahmen des Zulassungsverfahrens durch das Umweltbundesamt. Sie stellt sicher, dass direkte Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die Umwelt – einschließlich der Biodiversität – weitgehend verhindert werden.“

Darf ich „Schmarrn“ sagen? Hat sich mal jemand solche Äcker angeschaut, die regelmäßig mit allem möglichen bespritzt werden, obwohl das Hochleistungssaatgut – in Europa haben 5 Konzerne den Saatgutmarkt in der Hand Bayer mit Monsanto und Syngenta, beides erfahrene Pflanzenschutzmittel-Hersteller, sehr praktisch – meist eh schon vorbehandelt ist mit Pestiziden, harmlos „beizen“ genannt? Maximaler Ertrag, gegen leblose und totgespritzte Äcker, auf denen eben nur noch ganz spezielles Saatgut wächst, das so nebenbei, der Bauer jedes Jahr gewinnbringend nachkaufen muss.

Oder dann diese Geschichte – Zitat von der Internetseite Glyphosat.de –: „In einigen europäischen Ländern wird Glyphosat auch als Erntehilfe zur Feuchtigkeitsreduktion im Getreide benutzt. So werden die Kosten zur Trocknung der Ernte reduziert und der Reifungsprozess von Kulturpflanzen wie z.B. Ölsaaten und Getreide beschleunigt.“ Ich sage da nur „Mahlzeit“, denn das kommt auf den Teller und ich muss jetzt nicht betonen, dass seit Jahren über die wahrscheinliche Krebsgefahr dieses einen von 766 zugelassenen Giftstoffen für Landwirtschaft und Hausgebrauch diskutiert aber nichts getan wird. Übrigens: 46.000 Tonnen Pestizide, wer kann sich solche Mengen vorstellen, werden jährlich und alleine in Deutschland gespritzt. Apropos, warum steigen eigentlich die Zahlen von Allergikern und Menschen mit Darmerkrankungen?

Die Folgen des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft

Holzbiene an Spinnenblume - Blumen im Garten für Wildbienen und Artenvielfalt
Gestatten: Holzbiene auf selbst gezogener Spinnenblume, die größte Biene Deutschlands. Sie mag beispielsweise auch Zinnien, Woll-Ziest, Duftwicken, Patagonisches Eisenkraut und ganz besonders das kletternde Geißblatt.

Und was macht das nun mit uns, der Umwelt, der Natur, Bienchen und vielen anderen Erdenbewohner? Und wie sieht es jenseits des Ackers aus? Nichts wächst und gedeiht mehr, keine Kornblume, kein Mohn, keines des so wichtigen, aber abfälligen Unkräuter genanntes Grünzeug. Kein Wunder, dass hier die Spirale des eingangs genannten Bienen-, Insekten- und Vogelsterbens beginnt. Bienen finden hier keine Nahrung, aber es ist noch weitaus schlimmer.

Wie Mellifera e. V., die Vereinigung der wesensgemäßen Bienenhaltung, über Neonicotinoide, die weltweit häufigsten Pestizide zu denen Glyphosat zählt, schreibt: „Sie werden meist als Beizmittel eingesetzt, sodass von der Keimung an die ganze Pflanze mit dem Nervengift durchtränkt ist. Später, selbstredend, auch der Nektar und Pollen. Ihre Giftigkeit ist 7.000 mal höher als die von DDT (ein Pestizid, das in den 1970er Jahren weltweit geächtet wurde, als seine krebserregende und umweltschädigende Wirkung bekannt wurde). Landwirte wenden es unter anderem beim Mais an, um die Pflanzen vor dem Maiswurzelbohrer zu schützen.“ Man kann sich als entsetzter Laie nur ein abstraktes Bild über die Auswirkungen auf die fleißigen wilden Bestäuber machen, die einst in friedlicher Koexistenz mit uns lebten und mit kostenlosem Mundraub an Nektar und Pollen belohnt wurden.

Aber das reicht noch lange nicht, es geht weiter mit den Auswirkungen. „Bei Bienen kommt es beim Bestäuben von mit Neonicotinoiden behandelten Pflanzen meist nicht zum spektakulären Sterben ganzer Völker. Viel gefährlicher sind die so genannten sublethalen Effekte, welche nicht sofort zum Bienentod führen. Sie stören die Kommunikationsfähigkeit und den Orientierungssinn der Bienen. Diese finden nicht mehr in den heimischen Stock zurück und gehen zugrunde.“

Ganz aktuell weiß man aufgrund einer Studie, dass Pestizide wie Glyphosat ein für Bienen lebenswichtiges Bakterium zerstören können. Dieses optimiert deren Darmtätigkeit und ist wichtig für das Immunsystem. Untersuchungen haben ergeben, dass, werden Honigbienen in einem Stock, der üblichen Menge Glyphosat (das bienenunschädliche Mittel, wie die Industrie ja sagt) ausgesetzt und bekommen einen Krankheitserreger ab, das liegt die Sterblichkeit bei 90 Prozent.

Von den Vögeln wollen wir jetzt gar nicht reden. Sie finden keine Insekten mehr, keine Sämereien von Wildpflanzen, schmackhafte Beeren in den einst weit verbreiteten Wildhecken. Es gibt immer weniger Vögel – das kann wohl fast jeder in seinem Garten und bei dem BLick von Balkonien feststellen. Oder der durch Wald und Wiesen schlendernde Naturfreund, der oftmals durch eine stumme Natur wandert. 17 Prozent sollen es alleine in einem Jahr weniger geworden sein, wie aktuell (2017) der NABU aus einer seiner jährlichen Gartenvögel-Zählaktion berichtet wird.

Und gleichzeitig sagen eben jene, die die halbjährliche Vogelzählung in Deutschlands Gärten von uns Gartenbesitzer durchführen lassen, Vögel füttern sei allenfalls pädagogisch wertvoll (NABU). Im Winter wohl gemerkt, von der Ganzjahresfütterung wie sie der Chefornithologe, Peter Berthold, immer fordert, keine Spur bei den vermeintlichen Naturschützern. Wie nachhaltig die Ganzjahresfütterung jedoch ist, das lest Ihr in meinem Beitrag zu Ganzjahresfütterung.

„Geht mich jetzt nichts an“, mag da der letzte noch verbliebene Ignorant jetzt denken, der eben gerade sein fettiges Steak mit einem schalen Schluck Bier echt männlich beim Grillen abgelöscht hat und den Herrn einen guten Mann sein lässt, wenn er es mit dem üblichen Baguette aus dem Discountervollautomaten, und, ganz gesundheitsbewusst, mit dem frischen spanischen Kopfsalat genießt.

Aber auch die größten Ignoranten sind betroffen. So machte bereits 2015 eine weitere Geschmacklosigkeit die Runde: Pestizide an Obst und Gemüse können unfruchtbar machen wie beispielsweise Die Welt titelte. Ist das Bild nicht düster genug? Noch lange nicht, aber das Jammern geht weiter.

Werden wir mal konkret: Was frisst eigentlich so ein Meisennachwuchs?

Die Eltern können pro Tag 300-600 Mal Futter zum Nistkasten bringen und zwischen 5-7 g Insekten pro Küken“anliefern“. So heißt es über Meisen. Was für eine Leistung! „Eine schnelle Rechnung: Für ein Nest mit acht Küken und 6 g pro Küken, müssen die Eltern täglich 48 g Futter zum Nest bringen. Das ist mehr als ihr eigenes, zusammengerechnetes Gewicht (eine Kohlmeise wiegt durchschnittlich 18 g). Und dann haben die Eltern selbst noch nichts gefressen!“ So schildern es Fachleute im wunderbaren Vivara-Nistkasten-Webcamblog beispielhaft über Familie Kohlmeise den ich jedes Jahr verfolge. Beispiel aus 2017 der dortigen Beobachtungen und für den Kohlmeisennachwuchs: Immerhin, 5 von 7 Babymeisen konnten die fleißigen Eltern durchfüttern. Das war dann anscheinend viel und schaffen nicht alle in allen Ecken Deutschlands, weil die Insektenmasse einfach nicht ausreicht. Nicht mehr. Übrigens und nochmal zur Ganzjahresfütterung: Es ist erwiesen, dass die Eltern sich schnell an Eurer Futterbox satt essen. Und dann wieder Insekten für die Kids sammeln.

„Ich mach mir die Welt…“ oder warum unsere Gärten selten lebenswert sind

Bienen mögen ganz schön viele Blüten. Hier eine eingepuderte, Gehörnte Mauerbiene auf einer Blüte des Asiasalates. Übrigens: Im Balkonkasten gewachsen.

Ehrlich gesagt, ich bin aus vielerlei Gründen froh, dass wir Anfang 2017 Jahres umgezogen sind, warum? Weil ich lieber schnell mit dem Auto aus unserem Dorf weggefahren bin, als durch die kleinen, vermeintlich beschaulichen Straßen zu schlendern. Denn: Da kamen sie, die Profi- oder selbsternannten Gärtner, einer nach dem anderen und kippten den freudigen Hausbesitzern Tonnen von Granit oder andere Steine in den mit Unkrautvlies basierten Vorgarten. Steingärten nennt man das dann wohl, pflegeleicht und im Trend. Der schicke Ahorn in der Mitte dient hier als Hauptakteur, ein paar verzweifelte Gesellen, wie Mispeln, Zwergkiefern oder Chinaschilf runden das naturferne, steinbruchgleiche Vorgartendesaster ab. So war das dort, ist es andernorts nicht anders. Gartenliebhaber können ein trauriges Lied über dieses Massenphänomen singen, das, nebenbei, jede Menge Geld kostet. Was ich von diesen Schotterwüsten halte? Das erklärt mein preisgekrönter Beitrag: Rettet den Vorgarten oder warum Grau nocht ds neue Grün sein darf.

Und hinter dem Haus geht es weiter. Wer Glück hat, der sieht mal eine Buchenhecke mit der sich der cocoonende Hausbesitzer von der Außenwelt hermetisch abschirmt, Standard ist Thuja und Kirschlorbeer. Zwei grüne Zeitgenossen, die so unnötig für die Biodiversität sind, wie der sprichwörtliche Kropf im Hals des Menschen. Kein Tier profitiert von ihnen, sie halten sich von dem Grünzeug fern.

Und außer der hermetischen Abriegelung zum oftmals ungeliebten Nachbarn – oder sollen wir sagen zur Natur? -, ja, da geht es weiter mit dem Bilderbuchrasen. Für diesen wird alles getan, dass er beim nächsten Grillfest auch ja viele Neider unter den Besuchern findet. Ist der Unkrautstecher noch die harmloseste Waffe gegen Löwenzahn und Gänseblümchen, da übernehmen gerne auch Herbizide die astreine Aufräumarbeit. Wieder gespritzt oder in Kombi mit dem Rasendünger ausgebracht, ja, selbst wenn die Frau des Hauses darauf achtet „bio“ auf den Tisch zu bringen.

Und was ist wenigstens mit ein paar Blumen? Die schönen, einfach blühenden, die so nektarreich sind? Na, lieber soll es was Exotisches (damit meine ich nicht Blühpflanzen aus fernen Ländern, den die taugen sehr wohl was) sein, pompös am liebsten, blühen muss es auch nicht, also ohne jeglichen Mehrwert für Insekten und andere Bestäuber, aber bitte nicht so viel. Wie wäre es da beispielsweise mit zwei, drei ach so ver…, äh, wunderschön in Form geschnittenen Thujapflänzchen. Ein einigermaßen an das Vorbild der Großmutter herankommender, vielfältiger Garten? Macht ja Arbeit und für das Trampolin der Kinder – wer bitte spielt schließlich heute noch auf der Straße oder sogar draußen auf den Feldern?! Ach so, wissen wir ja, Pestizide – und den Swimmingpool muss ja auch noch Platz sein. Und wehe, es ist einem eine Laus über die Leber, pardon, den Blütenstängel gelaufen. Gerne wird gleich zur Chemiekeule gegriffen, was aber auch, ein paar Tage später, Familie Marienkäfer und Genosse Kohl- oder Blaumeise übernommen hätten. Zur Not einfach mal ein Wasserstrahl und echte gärtnerische Handarbeit. Ach so! Insektensterben haben wir ja auch, Vogelsterben sowieso, das ist schließlich jetzt offiziell. Da hilft einem im Garten unter Umständen keiner mehr…

Leider können wir alle aber nichts dagegen machen und ich esse ja schließlich „bio“, achte mit (weitgereisten) Superfoods sehr auf meine Gesundheit und kaufe beim Bauern regional und saisonal ein. Obwohl, bio aus dem Discounter tut es ja auch. Meinen viele Konsumenten.

Und wo ist das jetzt eingangs erwähnte Plädoyer für mehr Natur? Welche Natur?

Zurück zur Natur im Garten und auf dem Balkon

Erdhummel und Biene an Sedum oder Fetthenne
Unzählige Pflanzen spenden unseren umherschwirrenden Wildbienen jede Menge Nahrung. Hier eine meine Lieblingsstauden: Echinacea purpurea, der Rote Sonnenhut.

Okay, das Zurück ist recht einfach. Reißt die Thujas und die Kirschlorbeeren raus, pflanzt abwechslungsreiche, heimische Hecken, die oft im Frühjahr in einem einmaligen Blütenflor für die Wildbienen erstrahlen – und das winterlich arg gebeutelte Gemüt bezirzen –, später im Jahr Beeren liefern, und das ganze Jahr Nist- und Versteckmöglichkeiten für allerlei Getier bieten, wie etwa für Vögel.

Diese wiederum sorgen für ein Gleichgewicht im Garten, holen sich Schadinsekten und verbreiten gute Laune. Wie im Vorbeiflug.

Bieten wir doch auch noch Futter für Insekten, vor allem für die in der Natur ach so wichtigen Wildbienen. Was? Das ist ganz einfach. Zwar bestehen Puristen darauf, dass es heimische Wildblumen sein müssen, doch auch viele einfach oder offen blühenden Sommerblumen und Stauden bieten genug Futter. Die Pflanzen sollten möglichst so gewählt sein, dass von früh im Jahr bis weit in den Herbst hinein Nektar und Pollen im Gartenbüffet parat stehen.  Welche das sind? Einfach mal auf meinem Blog hier in die Suchfunktion Artenvielfalt eingeben. Hier findet man auch gleich noch natürliche Mittel gegen Schädlinge und ungemein guten Naturdünger.

Dass mit heimisch oder nichtheimisch in Sachen Pollen- und Nektarspendern ist übrigens belegt. Sogar die Tatsache, dass unsere Gärten die Wildbienen retten (ein ausführlicher Artikel von mir hierzu mit neuesten Studien und einem Interview mit Europas annerkanntestem Binenexperten). ‚Können retten‘, muss man da sagen, wenn er nicht so ignorant-trostlos angelegt ist.

Zudem ist Wasser wichtig. Dem Igel ist bereits ein regelmäßig gereinigter Topfuntersetzer mit kühlem Nass völlig ausreichend, die Vögel mögen es etwas erhöht und übersichtlich. Und Insekten fliegen auf die für sie ebenso wichtigen Wasserstellen, in die ihnen am besten ein paar Steine als Landezone und Rettungsanker parat liegen.

Ein Haufen Totholz in einer Ecke, idealerweise ein Laubhaufen, fertig ist das Mehrfamilienhaus für Hinz und Kunz der Gartenbewohner. Zudem: lasst auch mal Fünfe gerade sein, mäht den Rasen nicht immer gleich auf ein englisches Gardemaß. Schließlich, apropos Laub: Bitte Laubsauger wie –Bläser aus dem Garten verbannen. Im Gegenteil: Den darniederliegenden Stoff zum wertvollen Mulch der Beete und unter Sträucher geben, anstatt mit einer Aufräumaktion Massenmord im Nützlingsbereich zu begehen. Ach so, und: Lebensmittel kann natürlich jeder, auch auf kleinstem Raum, selbst anbauen.

Stöhnen da gerade ein paar Balkongärtner? Auch sie können jede Menge für die Artenvielfalt und das Überleben vor allem der wichtigen Bestäuber machen. Würde jeder Balkoninhaber lediglich einen Blumenkasten mit Nektarpflanzen aufstellen, dazu, dazu ein paar Töpfchen mit Kräutern wie Thymian oder Schnittlauch, die auch herrlich blühen und Bienenfutter bieten, ein regelmäßig gefülltes Schälchen mit Wasser – fertig wäre die urbane Oase für die fliegenden Freunde des Menschens. Sie brauchen unsere Hilfe mehr denn je. Wir aber auch ihre. Denn ohne sie sähe es düster aus… Wir alle haben keine Ausreden mehr und müssen endlich mehr Natur wagen. Punkt.

Bei über 35 Millionen Gärten und fast 57 Millionen Menschen, die einen Balkon oder eine Terrasse in Deutschland haben (Quelle: Statista), da ginge eine ganze Menge. Wie? Indem wir Sommerblumen für die Artenvielfalt säen.

Fotos & Text: © Jürgen Rösemeier-Buhmann

Quellen: Umweltbundesamt

Glyphosat.de

Mellifera e.V.

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4 Gedanken zu “Warum wir da draußen mehr Natur wagen müssen

  1. Auch ich werde diesen Artikel und den „Rettet die Vorgärten“-Artikel fleißig verteilen! Ich wohne in einem Neubaugebiet (zum Glück als Mieter) und gelte schon seit ein paar Jahre als das „schwarze Schaf“ der Nachbarschaft, weil mein Garten denen von den Nachbarn nicht ähnelt. Ihre Beschreibung des Vor- und Hintergartens solcher Neubauten trifft es wie die Faust aufs Auge! Zum Glück freuten sich meine Kinder, jetzt 11 und 8, immer mehr über die Natur als Trampolin, Sandkasten und Co, aber wir blicken trotzdem jeden Frühling auf die riesigen Gestellen zu beiden Seiten unseres Gartens (ich frage mich, wie viele Vögel sterben, weil sie gegen die Netze fliegen, die um die Trampolins gespannt sind…).
    Ich lasse viele Wildblumen und -Kräuter wachsen, so sie landen und sehe, wie gut es der Erde tut. Wo vorher eine kahle Stelle mit rissiger Erde war, ist nun grün und der Boden feucht und krümelig. Warum immer dem Boden die letzte Bedeckung nehmen, wenn man mit dem Fleck eh nichts vorhatte? Ich frage meinen Nachbar, der gerade die Steine im Vorgarten absaugt. Einzeln.

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