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Warum (Topf- und Balkon-)Gärtner gesünder leben

Gemüse in seiner ganzen Vielfalt kann man selbst auf engstem Raum anbauen. Hier: Kohlraabi, die selbst im Blumenkasten gedeihen. Tipp: Auch die Blätter gegen Ende der Garzeit kleingeschnitten hinzugeben. Sind gesünder als die Scheinknolle selbst.
Gemüse in seiner ganzen Vielfalt kann man selbst auf engstem Raum anbauen. Hier: Kohlraabi, die selbst im Blumenkasten gedeihen. Tipp: Auch die Blätter gegen Ende der Garzeit kleingeschnitten hinzugeben. Sind gesünder als die Scheinknolle selbst.

Die Sonne scheint, die Vögel trällern munter, der Wind läßt die Blüten wogen und das gute Gemüse oder der Salat wächst und gedeiht. Irgendwie ist die Welt doch ein klein wenig schöner, tritt man auf seinen Balkon, die Terrasse oder in seinen Garten. Und das macht auch noch glücklich, ist gesund und macht einfach nur Spaß! Ein paar Gedanken und Fakten.

Lebensmittelskandale im (Topf-)Garten passé

Was hört man nicht alles an Lebensmittelskandalen. Regelmäßig. Da gibt es EHEC-, Pferdefleisch in der Lasagne, es verfallen Rinder dem Wahn, mal ab und an Salmonellen oder ein paar Glassplitter im Essen aus der Fabrik. Und wo ist das Ganze in den allermeisten Fällen drin? In gekauften, meist verarbeiteten Lebensmittel, um nicht zu sagen das beliebte Fertigfutter. Geht ja schnell und dank Geschmacksverstärken und dem Griff ins Regal der E-Nummern hat sich so mancher so an den Geschmack gewöhnt, dass Selbstgekochtes gar nicht mehr schmeckt. Laut einer Umfrage von Statista konsumieren mindestens fünf Millionen Deutsche ein Mal pro Woche ein feines Fertigmenü. Dann kommt noch weitgereistes, fast „inhaltsleeres“ Obst und Gemüse in der falschen Jahreszeit auf den Teller, geschmacklos, in vielerlei Hinsicht. Das kann einem (Topf-)Gärtner nicht passieren.

XXL oder mini: Der Gärtner is(s)t gesünder

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Spinat beispielsweise läßt sich im Frühjahr oder wieder ab August selbst auf kleinstem Raum aussäen. Toll: Die jungen Blätter kontinuierlich zupfen und rein in den Salat.

Die Zeitschrift Focus machte mal den Test und schickte Allerweltsgemüse ins Labor. Ziel: Inhaltsstoffe testen. Also jetzt nicht unbedingt Chemikalien waren hier gefragt, sondern wertvolle Inhaltsstoffe. Und die sind, so das Laborergebnis ganz schön schnell bei Gekauftem und Gelagertem weg. Spinat, so ergab der Test, hat nur einen Tag nach der Ernte nur noch die Hälfte der Vitamine. Und bei anderem Gemüse, wie auch Obst sieht es nicht anders aus. Bei zwischen 20 und 50 Prozent soll der tägliche Vitaminverlust liegen, der nach der Ernte durch Licht-, Sauerstoff und Temperatureinfluss verursacht wird. Gut gekühlt wird das Ganze etwas eingebremst. Aufzuhalten ist es nicht. Und je zärter das Pflänzchen – so wie beim Spinat – desto schneller ist das Gute darin weg. Gesund ernährt, denkt man. Aber gerade in Zeiten des weitgereisten Obst und Gemüses, manchmal ein Trugschluss.

Apropos weit gereist. Die nächste Geschmacksbremse. Es kommt die angeflogene Mango zwar mit unzähligen Flugkilometern daher, aber die kann dann noch behaupten, dass sie frisch ist. Und wie frisch ist alles andere in der Obst- und Gemüsetheke? Frisch gepflückte Tomaten aus Spanien zum Beispiel. Die müssen entweder nur halb gereift, daher maximal nur halb so gut mit Inhaltsstoffen versorgt, geerntet werden, damit sie noch heil bei uns ankommen. Die Alternative: Mittels unschädlichen – so wird das betont – Röntgenstrahlen behandelt. Das manipuliert, einfach gesagt, den Zellstoffwechsel in der Tomate, lässt diese auch eine Woche nach dem Kauf noch mit roten Wangen vor sich hinstrahlen, sieht aus wie neu.

Und dann geht es weiter: Gentechnik, die teilweise nicht einmal gekennzeichnet werden muss, Gifte ohne Ende auf den Äckern, die in Urinproben nachweisbar sind, alles das findet man in lecker-frischem Obst und Gemüse. Diese Gifte übrigens, so sagen einige Forscher, sollen sogar dafür verantwortlich sein, dass chronisch Kranke das sind, was sie sind. Chronisch krank. Und schließlich weist eine ganz aktuelle Doku – „unacceptable Levels“ von Ed Brown – nach, dass ein frisch geschlüpftes Baby bereits 200 Schadstoffe oder Chemikalien im Blut hat. Diese Chemiecocktails wären für rasant steigende ADHS-, Asthma-, Allergie- und Autismuszahlen der letzten 20 Jahre verantwortlich. Auch dank dem Lebensmittelkonsum der Mama. Kurzinfo und Trailer gibt es hier bei Ecowatch.

Und was macht der (Topf-)Gärtner? Der geht schnell raus in den Topfgarten auf dem Balkon oder ins Gemüsebeet, schneidet sich die frischen Kräuter ab, pflückt sich Salat, holt eine Hand voll Radieschen oder sonnenverwöhnte Tomaten. Frisch, ohne lange Anreise, aus sicherer Quelle und voller wertvoller Inhaltsstoffe. Vom Geschmack mal ganz abgesehen. Nebenbei spart es auch noch Geld. Wer sich Kartoffel selbst anbaut, soll die mal ernten, wenn es so weit ist und sofort (innerhalb 1 Stunde) kochen. Abgießen, frische Kräuter drüber, Deckel drauf, 5 Minuten ziehen lassen und genießen. Wow! Sowas gibt es nicht zu kaufen. Warum? Testet es aus 😉

Selbst Abfall – Stichwort Lebensmittelverschwendung – ist passé, denn schließlich hat man das zarte Grün von Anfang an begleitet und freut sich Tag für Tag auf seine Bestimmung: Lecker und frisch gegessen zu werden.

Und dann ist da noch der Blick auf die Blumen, gekauft oder gar selbstgezogen, das Surren und Brummen der Insekten, vielleicht sogar der regelmäßige Besuch von neugierigen, gefiederten und mit ihrem Zwitschern gute Laune verbreitenden Freunden… (Topf-)Gärtnerherz, was willst du mehr?! Kein Wunder, dass (Topf-)Gärtnern gesund ist. Das hat auch der Psychologe Howard Gardener in einer Langzeitstudie herausgefunden. Gärtner und Floristen sind mit 87 % die glücklichsten in ihrem Beruf… Ich bin dann mal draußen.

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