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Salat fast das ganze Jahr: So einfach wird`s gemacht

Salat säen wie Winterkopfsalat und Asiasalat, und fast das ganze Jahr eigenen Salat genießen
Salat säen oder vorziehen und fas das ganze Jahr knackiges Grünzeug genießen? Das ist so einfach und natürlich auch für den Balkon prima geeignet. Selbst Anfänger kommen damit klar. Ein Guide durch den Salat-Dschungel. Hier übrigens: EIn Winterkopfsalat Mitte März und aus dem Hochbeet. Dahinter Laub der robusten Asiasalate (Sorte „Green in the Snow).

Salat landet bei allen gerne als knackige Beilage oder Hauptbestandteil einer Mahlzeit auf dem Tisch. Rein rechnerisch kaufen wir Deutschen pro Kopf jährlich knapp 3 Kilo, alleine an Kopfsalat. Das muss nicht sein, denn Salat säen ist eine der einfachsten Disziplinen und selbst der urbane Gärtner kann sich fast das ganze Jahr mit dem frischen Grünzeug versorgen. Die vielen als Samen erhältlichen Sorten wachsen fast überall und gesünder ist es auch noch, ihn selbst anzubauen. Salat, fast das ganze Jahr und auch was für die angesagte Wintergärtnerei. So geht`s.

 

Salat ist doch einfach super, oder? Er ist herrlich knackig, so vielseitig, ein äußerst flexibler Begleiter vieler Gerichte und für manch Figurbewusste eine kalorienarme Mahlzeit. Gesund ist er auch noch, wenn er auf unbehandeltem Boden gewachsen ist, also wie im eigenen Garten oder auf dem Balkon. Letzteres geht übrigens wirklich prima selbst im Balkonkasten. Und, sind Tomaten, Gurken und Zucchini im größeren Pflanzkübel durch, dann darf da gerne Salat einziehen.

Salat selber säen & ernten: Frisch, gesund & richtig knackig

Salat liefert unter anderem 2 % Ballaststoffe, gesundes Betacarotin, A- und B-Vitamine und die Mineralstoffe Kalium, Phosphor und Magnesium. Mancher Salat kommt noch mit ordentlich Vitamin C (Feldsalat) oder gesunden Bitterstoffen daher wie die  späten Sorten Endivie, Zuckerhut oder Radicchio.

 

Vitamine gibt es aber fast nur, wenn er richtig knackig frisch ist und nicht importiert wie beispielsweise die Hälfte der in Deutschland verkauften Kopfsalate (218.000 Tonnen/Jahr verkauft, 108.000 to sind importiert und 60.000 to aus Spanien). Frisch geernteter Salat ist toll, richtig knackig, da kann der Gekaufte selten mithalten. Mal abgesehen von den vielen, vielen Sorten, die es zum Selbstanbau gibt.

Salat säen & ernten: Die Strategie

Salatschwemme oder ein Defizit über Wochen, ohne einen Plan beim Salatanbau geht es einfach nicht. Also nicht unbedingt peinlichst genau mit spitzem Bleistift und Notitzblock, aber mit dem Hintergedanken: Wie oft essen wie viel Leute die Woche über so in etwa Salat. Da hat der Singlehaushalt vielleicht nur 2 Balkonkästen, die mit 3, 4 Wochen Abstand bestückt werden – 5 Pflanzen pro 1 m Kasten genügen – und kann so trotz begrenztem Raum ab und an eigenen Salat pflücken (was ich mit den meisten Frühjahrs- und Sommersorten mache, auch Kopfsalat) und essen. Dagegen hat die Familie mit 2, 3 Kindern vielleicht sogar mehrere Beete im Garten, die regelmäßig mit Salat bestückt werden. Selbst wenn man sich aus Platzmangel vielleicht nicht kontinuierlich mit dem knackigen Grünzeug versorgen kann: Jeder Salatkopf, der im Garten oder auf dem Balkon Platz findet, ist den Genuss wert. Und am besten selbst gesät, anstatt vergleichsweise teure Setzlinge zu kaufen.

Salat säen: Beispiel für die Menge

Tipp, bevor man selbst Salat anbaut und die Menge etwa abschätzen möchte: Wie viele Köpfe hat man da gekauft? Bei uns gibt es beispielsweise so 3 x die Woche Salat. Zu 2. reichen uns da locker etwa 10 – 15 Pflanzen unterschiedlichster Sorten, denen ich regelmäßig von außen her Blätter wegnehme. Selbst wenn Besuch mitisst und die Nachbarn den knackfrischen Salat schätzen.

 

Wobei es da auch wieder Feinheiten gibt. Manche Sorten sind größer oder ertragreicher, dann wachsen sie im Halbschatten langsamer, denn in der prallen Sonne, etc. Zu Letzterem: Wie haben selbst gesäten Salat sowohl am sonnigsten Standort und nochmals eher halbschattig gesetzt. Die merkliche Zeitverzögerung ist prima.

 

Die Salatsaison startet mit einem größeren Schwung im Januar (drinnen) – wegen der Vorfreude, aber auch weil er langsamer wächst und ich kleinere Köpfe auch mal ernte – und von März bis September wird etwa alle 3, 4 Wochen nachgesät. In der heißen Sommerzeit wird es allerdings schwierig und im Herbst säe ich nochmals einen Schwung, aber gleich hierzu mehr.

Salat säen: Warum vorsäen Sinn macht

Salat vorziehen auf der Fensterbank zum Beispiel: Früher Kopfsalat Viktoria später gesät Ende April
Gestatten, Kopfsalat „Viktoria“. Einer der ganz Harten, den man bereits ab Mitte Januar vorziehen kann. Gerne auf der Fensterbank. Hier habe ich mal eine tiefe Plastikschale verwendet und ihn im Foliengewächshaus gezogen. Nachteil dieser Aussaat: Man muss den Salat pikieren, aber das geht ganz einfach. Ein Messer oder eine Gabel nehmen, tief unter den Salat fahren und an einem Blatt festhalten. Umsiedeln, angießen, fertig. Der hier war etwas weit gediehen, da leider noch kein Platz im Hochbeet war.

Ich säe unseren Salat immer vor. Abstände von 25 Zentimeter einzuhalten ist mir a) zu mühselig mit den winzigen Samen, b) habe ich die Feuchtigkeit im Auge und c) säe ich immer gleichzeitig mehrere Sorten, die ich dann kunterbunt nebeneinander setze. Das wäre mit einem halben Duzend oder mehr Samentüten in der Hand einfach zu stressig. Zudem hat man so d) bessere Chancen den Salat „groß“ zu bekommen. Keine Schnecken rasieren ihn mir im kleinwüchsigen Stadium ab und ich muss nicht so nach warmen oder kalten Temperaturen schauen. Denn: Nahezu alle Salate wollen bei um die 12 – 16 Grad keimen. Im sonnigen Balkonkasten oder Beet Richtung Sommer ebenso oft ein Problem, wie beim zu kalten Jahresstart. Die Anzuchtschalen kann ich mir dort hinstellen, wo es ihnen am besten geht, zur Not auch mal vor Dauerregen in Sicherheit bringen oder vor zur großer Hitze in den kühlen Schatten retten.

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Salat vorzuziehen. Unsere 3 robusten Multitopfplatten mit Untersetzer sind mir am allerliebsten. Sie sind richtig langlebig, das Loch auf der Unterseite der einzelnen Aussaattöpfchen ermöglicht es den Pflanzen gut zu wurzeln und mir, sie mit einem Finger leicht herauszudrücken. Ich säe auch anderes Grün darin vor, vom Salat über Kohl oder Fenchel bis hin zu Cosmeen. Dadurch sind die Multitopfplatten fast das ganze Jahr im Betrieb.

 

Bei einer kleinen Gemüseabteilung genügt sicher auch eine davon und für den Balkongärtner tut es auch eine kleinere Anzuchtschale wie diese hier für 24 Pflanzen, inklusive Deckel, Untersetzer und Matte für die Bewässerung. Oder irgendeine Schale, aus der man die Setzlinge herauspikiert.

 

Aussaaterde nutze ich übrigens lediglich für die ersten Salate, da ich diese für Tomaten, Paprika und Chili sowieso habe. Danach gibt es normale Pflanzerde. Aussaaterde soll ja sein, da sie nährstoffarm ist und damit das Wurzelwachstum auf der Suche nach Nährstoffen anregt. Dem Salat (wie auch Kohlrabi, Fenchel und Co.) scheint das aber nicht wirklich zu interessieren. Gut so, Geld gespart und nicht noch ein Sack, der unmotiviert im Gartenhaus rumsteht. Und noch ein Tipp: Da Salatsamen sehr fein sind, drücke ich die vorbereitete Erde immer an, gieße sie gut, lege die Samen auf und bedecke sie anschließend mit Erde oder gerne Vermiculite (Kleinpackung Vermiculite, Großpackung Vermiculite), das ich auch sehr gerne als Wasserspeicher in Topferde gebe.

Salat säen, wohin setzen & mit wem „verbrüdern“

Ob vorgezogener Salat oder direkt gesäter, Salat ist eine der genügsamsten Gemüsesorten. Sonne, bei entsprechender Wassergabe, oder Halbschatten, nicht besonders nährstoffreiche Erde (Salat ist ein Mittelzehrer) und die Nachbarschaft zu anderen Gemüsen oder Kräutern – sowas ist dem selbst gesäten Salat nahezu egal.

 

Außer seinem Ausbreitungswillen auf, grob 20 – 30 cm im Radius, muss man praktisch nichts beachten. Selbst der Balkonkasten ist durchaus eine gute Heimat. Mehr als 4, maximal 5 Salat Köpfe oder Pflücksalate sollten es auf einen Meter aber nicht sein. Im Hochbeete halte ich aufgrund des beschränkten Raumes Abstände von Mitte zur nächsten von 20 cm ein und im Zweifelsfall dünne ich da auch mal einfach zwischendrin aus. Was bei besonders feuchtem Wetter auch gut ist, denn das kann einen Schimmelpilz auslösen, der sich Botrytis nennt. Mehr Infos und wie man diesen Pilz in den Griff bekommt hier. Beetgärtner mit mehr Platz: Gerne 30 cm Abstand halten.

Salat hat fast immer Saison, auch im eigenen Garten: Durch die Saison

Bereits so Mitte Januar beginne ich mit frühem Kopfsalat. Frühe Sorten wie „Viktoria“, „Maiwunder“ oder „Maikönigin“ werden bereits von Mitte Januar bis Ende Februar ausgesät. Sie können, je nach Aussaatzeitpunkt und Klima, im April, spätestens Anfang Mai geerntet werden. Hier wieder beispielsweise 2 – 4 Wochen versetzt säen, verlängert die Erntezeit.

Salatsaison starten mit frühen Sorten

Ab Februar – bis hierher auf jeden Fall im Haus vorziehen! –, spätestens im März starten dann alle Frühjahrs- und Sommersalate durch. So wie mein Favorit unter den richtigen Pflücksalatsorten, „Brauner Amerikaner“. „Richtiger“ Pflücksalat, da er dafür konzipiert ist und keinen Kopf bildet. Er ist nach etwa 6 – 8 Wochen zu beernten, sehr ertragreich, schießt lange nicht, benötigt nur etwa 20 Zentimeter Platz zum Nachbarn; alles in allem ein guter Salat bei wenig Pflanzmöglichkeit oder hohem Ertrag.

 

Tipp: Die Angabe auf der Packung zur Aussaat des Braunen Amerikaners deutet auf Frühjahrs- und Sommersalat hin. Tatsächlich säe ich ihn auch an kühleren Sommertagen und bis in den September hinein. Das ist bei allen mir bekannten Pflücksalaten so lange möglich. Selbst mit etwas Frost und einer Schneehaube hat der Ami übrigens keinerlei Probleme.

 

Bataviasalat, zarter Eichblattsalat, Lollo in Rot und Grün, Romanasalat und klassischer Kopfsalat runden die Aussaat alle 2 – 4 Wochen und bis in den Spätsommer ab. Diese kunterbunte Mischung finde ich einfach viel schöner in der Salatschüssel, zumal mal ein Salat fester als der andere ist und, selbst in dem Dressing, kann man die unterschiedlichen Sorten geschmacklich unterscheiden.

 

Cool sind hier noch einige alte Sorten. So, wie Hirschzunge. Sie soll ursprünglich ein Favorit der Amish People gewesen sein und hat spitze, vergleichsweise dunkelgrüne Blätter und wächst vergleichsweise schlank in die Höhe. Ähnlich geformt ist die Ochsenzunge. Sie ist nur deutlich heller als die Hirschzunge. und Eine alte österreichische Sorte, der Römersalat „Forellenschuss“ bereichert seit diesem Jahr mein Salatsortiment mit „Köpfchen“. Lecker, knackig und grün mit unterschiedliche vielen roten Sprenkeln. Auch prima blattweise zu ernten. Die ganzen mehr oder minder kopfbildenden Salate benötigen etwa 6 – 8 Wochen, bis sie ausgewachsen sind, die ersten Aussaaten wetterbedingt länger. Teilweise oder ganz ernten kann man sie aber jederzeit.

 

Insgesamt habe ich lediglich 10 m2 Hochbeete mit jeder Menge anderer Leckereien, aber für einen ausreichend reichhaltigen und abwechslungsreichen Salatanbau reicht das völlig. Ab Herbst kommen die abgeräumten Tomaten-, Zucchini- und Gurkenkübel dazu (weiter unten mehr hierzu). Folgende Salatsorten gibt es bei uns:

 

Kopfsalat Viktoria, Pflücksalat Amerikanischer Brauner, Hirschzunge, Eichblattsalat Bolchoi, Römersalat Forellenschuss, Bataviasalat Maravilla de Verano. Im März säe ich zudem Rucola/Rauke und sogenannte Asiasalate aus. Asiasalate gibt es in ganz unterschiedlichen Sorten und all die damit bezeichneten Gemüsesorten sind Blattsenf-Arten. Sie sind mehr oder weniger scharf, pur gegessen, was sich in der Salatschüssel oder durch wirklich ganz kurzes andünsten aber gibt. Unter den für Salat geeigneten Pflänzchen gibt es nichts, das schneller wächst und mehr Ertrag bringt. Gerade die besonders großwachsenden Sorten „Red Giant“ und „Green in the Snow“ schätze ich hier (Diese Mischung verschiedener Sorten am Saatband ist aber auch toll). Man erntet jede Menge, bevor der Asiasalat anfängt zu schießen. Wer Platz hat, kann die bis zu 1,5 m hohen Blütenstände aber stehen lassen. Wildbienen mögen den Nektar der gelbblühenden Korbblütler. Im Herbst gesät schießt Asiasalat nicht so schnell beziehungsweise erst nach dem Winter.

 

All diese Sorten werden alle 4 Wochen ausgesät. Weniger als die 54, die in die obige Multitopfplatte passen, dafür eben regelmäßig nachgesät. Bis auf den bräunlich-grünen Pflücksalat können alle genannten Sorten von Februar oder März bis Juli gesät werden.

Sommer und der Umsturz im Salatbeet

Endivien Salat säen und pflanzen
Wie gemalt sehen die Endivienköpfe in Reih und Glied aus. Hier: Ende Oktober im Hochbeet. Gelingt genauso im Beet oder Balkonkasten (siehe Bild in der Bildergalerie).

Juni, Juli, das ist ein Umbruch im Salatsortiment. Bis hierhin werden die obigen Salatsorten gesät. Aber das kann schon schwierig werden.

 

Denn: Mit verantwortlich für den nötigen Wechsel sind die nun meist hohen Temperaturen, die regelmäßig deutlich zu hoch für das Keimen der Salate sind. Okay, es keimt vielleicht noch der eine oder andere Samen – kühl und in den Schatten gestellt – richtig befriedigend und ertragreich ist das Ergebnis oft aber nicht. Ausnahme: Dieser Sommer (2017), da keimten alle Sorten in der kurzen Kälteperiode im Juli. Auf so eine warte ich immer. Dann heißt es bei den schnell keimenden Pflänzchen „ran an die Samen“ und schnell säen. Idealerweise gleich etwas mehr.

 

Lücken in der Salatversorgung sind trotzdem jetzt nicht selten, aber: Wir essen ja gerne Tomaten- und Gurkensalat, die das Grün herrlich ersetzen.

Salat säen für den Herbst

Doch, zurück in den eigentlichen Sommer… Dann rüsten wir uns bereits für den Herbst und Winter, starten den Sortimentswechsel in der Salatabteilung. Denn: Juni, Juli sind die festen Monate für Zichoriensalate. Was das ist? Endivie zum Beispiel. Aber auch Radicchio, Chicorée und der von mir geschätzte Zuckerhut zählen zu den Zichorien. Letzteren nennt man laut Tante Google in einigen Regionen Deutschlands auch Fleischkraut. All die Zichoriensalate sind übrigens mit der Gemeinen Wegwarte verwandt, dieses Wildkraut, mit denen die Blattgemüsesorten die Pfahlwurzeln und blauen Blüten gemein haben. Letztere sind besonders beim Zuckerhut ausgeprägt, was ihn einen schwierigen Gesellen für den Blumenkasten macht.

 

Diese Sorten haben alle einen etwas bitteren Geschmack – je nach Züchtung – und gleichzeitig eine gute Kältetoleranz (unproblematisch bis so etwa – 5 °C und selbst weniger) gemeinsam. Der heute immer seltener werdende Geschmack kommt vom Intybin genannten Bitterstoff. Dieser ist gesund und fördert beispielsweise die Gallenaktivität, damit die Verdauung. Nebeneffekt: Bitterstoffe sind eine Hungerbremse. Nicht wegen der Hungerbremse, aber gerne doch mal solche Salate leckeren Salate anbauen. Sie sind megagesund und wir essen viel zu wenig „bitter“. So bitter das klingt, da fehlt dem Körper was.

 

Tipp: Lieber eher im Juni diese Salatsorten säen, denn am letzten Julitag. In dieser Zeit zählen die Tage und die Ernte ab Oktober oder im November wird bei einer späten Juliaussaat des Salates echt schwierig (etwa 3 Monate bis voll ausgewachsen). Wobei diesen Herbstsalaten das temperaturmäßig dem Salat nichts ausmacht, denn als Zichoriensalat ist man keine Frostbeule. Einige Minusgrade werden durchaus toleriert und in einem milden Winter habe ich nicht nur 1 x Zuckerhut und Radicchio im März vom Beet geerntet. Außen können sogar Blätter abgestorben sein. Abmachen und genießen. Oder in Zeitung geschlagen kühl lagern.

 

Randnotiz: Wir hatten mal in einem Jahr mit wenig Zuckerhut im Beet welchen vom Hofladen. Zur Weihnachtszeit. Einen der beiden Köpfe habe ich aus Versehen und in Zeitung gewickelt auf dem Balkon vergessen. Hm, wer geht auch bei eisigen Temperaturen auf den Balkon?! Aber, Aha-Effekt und ein Hoch auf die Lagerfähigkeit: War so etwa 6 Wochen später noch super. Welcher schlappe Kopfsalat würde da auch nur ansatzweise mithalten können?

Salat säen, wenn es herbstelt

Im Herbst Salat säen, während viele andere Gärtner anfangen den Garten – leider – abzuräumen? Ja, bitte! Jetzt starten die Asiasalate erst richtig durch und, von Anfang September bis in den Oktober (die meisten Sorten, bitte auf die Packung schauen) gedeihen sie noch prächtig. Im September Pflücksalat säen, das gelingt auch in den meisten Lagen. Pflück- und Asiasalat ernten wir dann noch dieses Jahr (etwa nach 2 Monaten nach der Aussaat), letzteren sogar bis in das nächste Frühjahr, bis er, wetterabhängig, irgendwann im April schießt.

 

Bis Ende September kommen dann noch Feldsalat und Winterportulak/Winterpostelein bei ausreichend Platz in die Beete, die Rauke- und Rucolasorten und Wintersalate, genauer Winter-Kopfsalate.

Winter-Kopfsalat im Herbst säen

Nicht nur die eben genannten Klassiker in Sachen Salat säe ich, sondern auch Sorten, die etwas in Vergessenheit geraten sind und im Topf genauso gedeihen wie im Topf oder Balkonkasten (ausgetestet!)…

 

Früher, so etwa um anno dazumal, war es üblich, Winter-Kopfsalate im Spätsommer und Herbst zu säen und dann im Frühjahr zu ernten. Im August, spätestens bis Anfang Oktober wurden da direkt ins Beet kältetolerante Wintersalate gesät, die im zeitigen Frühjahr richtig Gas geben und so ab Ende März zu ernten sind (Region abhängig). Das kann man natürlich auch heute. Allenfalls muss mal ein Vlies drüber, wenn es zweistellige Minusgrade gibt, und den Topf sollte man vielleicht an die Hauswand stellen.

 

Ich habe hierfür die englische Kopfsalatsorte „Arctic King“, neu, ebenfalls ein Engländer „Wintercrop“ und dann noch den Romanasalat „Winter Density“. (Diese drei Sorten gibt es in einem Set für Wintersalate). Alte deutsche Sorten für den späten Anbau sind oben genannte „Maiwunder“ und so Sorten, die es gleich im Namen tragen, wann sie ins Beet oder den Topf möchten: „Altenberger Winter“, „Winterkönig“ und „Winter-Butterkopf“.

 

Auch diese Sorten säe ich vor, Ende September und Anfang Oktober ist das sogar sogar ratsam für eine bessere Keimquote. Sie sollten gut entwickelt bis Ende Oktober an ihrem Überwinterungsplatz sitzen. „Arctic King“ habe ich auch bei Eis und Schnee noch nie abgedeckt und sogar mal im Januar im Haus erfolgreich vorgezogen.

Salat im Winter: Setzen wo Platz ist

Salat pflanzen auf dem Balkon
Salat auf dem Balkon pflanzen? Aber ja, bitte! 4, max. 5 Pflanzen auf 1 m Balkonkasten gedeiht super. Oben genanntes Vermiculite in der Erde hilft Euch, dass die kleinen Pflanzkisten nicht immer gleich austrocknen.

Diese ganzen im Herbst gesäten Sorten kommen bei uns a) in die selbstgebautes Hochbeete (ohne und mit Dach ) und b) in die abgeernteten Kübel von Tomate & Co. Ich nehme lediglich den Wurzelstock raus, lockere die Erde, gebe etwas Urgesteinsmehl und ein, zwei Hände frischer Erde hinzu, pflanzen, fertig. Gerade die schnell wachsenden Asiasalate kann man bereits nach ein paar Wochen sehr oft beernten. Die Wintersalate bereichern den Speiseplan ab irgendwann im März und werden bereits als kleinere Köpfe abgeerntet, da schließlich genug Nachschub da ist.

 

Salat säen und fast das ganze Jahr ernten, auch und gerade was für Anfänger

Selbst ohne den für mich sowieso nicht existierenden grünen Daumen lassen sich im Garten und auf Balkonien jede Menge Salate aussäen. Das ist ganz einfach. Man/frau muss nur regelmäßig aussäen, gießen und das mit den Zeitpunkten und Temperaturen beachten. 🙂

 

Noch ein Argument für Salatanbau-Neulinge? Unsere neue Nachbarin, 75 Jahre alt, sagte im Frühsommer nach der einen oder anderen Salatspende: „Ich habe noch nie so guten Salat gegessen. Unvergleichlich mit dem Gekauften!“ Mit 75 baut auch sie jetzt den eigenen Salat an.

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6 Antworten

  1. Sabine
    | Antworten

    Danke für den ausführlichen und informativen Artikel. Ich glaub, Asiasalate muss ich auch mal ausprobieren. Das mit der versetzten Aussaat ist wirklich sinnvoll. So ein paar Zeitpunkte muss ich im neuen Jahr wohl noch selbst übernehmen. Großteils sät sich bei mir der Salat selbst aus und landet dann an den dollsten Plätzen. Zwischen Blumenzwiebeln und vorgezogenen Kornblumen ist es wohl besonders nett :-).

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Danke und viel Erfolg! 🙂

  2. at
    | Antworten

    Hallo und danke für deinen sehr informativen Artikel. Ich bin ein Neuling und werde mir wohl als erstes so eine Anzuchtschale und diverse Samen kaufen. Dann gehts auf dem Fensterbrett los. Für so ungeübte wie mich wäre noch eine übersichtliche Tabelle hilfreich: Monat, was, wo, wie

    Da ich auch versuche nachhaltig zu leben, ist mir noch etwas aufgefallen, deshalb eine kleine Anmerkung/Bitte: Verwende den Begriff „Internetsuche“ statt googeln und vermeide es Amazon zu verlinken. Ich denke es geht auch darum nachhaltig, ökologisch und fair unterwegs zu sein und da würde ich die beiden Riesen definitiv nicht dazu zählen. Ich werd mir die Utensilien im kleinen Gartengeschäft in der Innenstadt besorgen und die Samen, fals nich im Geschäft erhältlich, bei https://shop.sativa-rheinau.ch/ ah ja und suchen geht ganz gut mit duckduckgo.com
    Danke nochmals für deine wertvollen Erfahrungen
    lg, mat

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Matthias, danke für das Lob und die Anregungen! Mit dem „Googeln“ hast du wirklich recht… Ich versuche mir das abzugewöhnen. Amazon verlinke ich (leider), da nur so ein klein wenig Geld für die Arbeit mit dem Blog reinkommt. Auch hier hast Du natürlich Recht, wobei ich dagegenhalten muss, dass auch sehr viele kleine Shops dank Amazon eine Plattform erhalten, die so sicher nicht möglich ist. Solche Shops versuche ich übrigens auch zu verlinken. Und wenn Du meine Tipps zur Saatgutbestellung online gelesen hast, dann wirst Du gesehen haben, das ich hier einige Shops für gutes Saatgut verlinkt habe. Leider ist mir noch kein Laden vor die Augen gekommen, der anderes Saatgut als jenes von Kiepenkerl oder anderen Konzernen anbietet. Geschweige denn eine besonders grosse und gute Auswahl bietet. Daher verlasse ich mich hier leider aufs Internet. Aber: Unsere letzten grossen Anschaffungen wie Matratzen oder Wohn-Accessoires haben wir selbstredend auch im realen Leben getätigt. Und, im Falle der Matratzen, waren wir so von der Vor-Ort-Beratung überzeugt, dass wir annähernd das Doppelte gezahlt haben, wie im Netz… Das habe ich dann mal via Internetsuche herausgefunden, aber nicht bereut…. Und noch zu der Frage nach einer Tabelle: Die Samenhersteller drucken stets auf die Packungen die Aussaatzeiten, an die sich Anfänger sehr gut halten können. Wenn Du Dich daran hälst, dann wirst du gut fahren. Nur: Endivien oder Zuckerhut sollten besser gleich Anfang der empfohlenen Aussaatzeit (Juni) gesät werden. Im ausgehenden Jahr fehlt ihnen sonst die Zeit, gut zu wachsen… Viele Grüsse und noch mehr Erfolg!

  3. Jean Elizabeth Grad
    | Antworten

    Super Information……dieses Jahr wird wohl nichts mehr, aber im nächste Frühjahr lege ich los. Nach dem Pflanzen vom Frühjahrs Salate, wüsste ich nicht wie es weiter gehen sollte. Aber jetzt durch Ihre Anleitung klaps bestimmt! 🙂

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Lieben Dank und viel Erfolg! 🙂

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