Zauberwort Mulch: Beetauflagen lösen viele Probleme

Warum Mulch viele Vorteile hat, hier: Ein Kiesgarten
Dies war ein Kiesgarten auf der Bundesgartenschau in Heilbronn. Er war vornehmlich mit Rosen und Gräsern bepflanzt. Alle Pflanzen fühlten sich sichtlich wohl auf der dünengleich angelegter Fläche.

Es gibt einige Möglichkeiten, den Garten zu mulchen. Mulch nennt man alle Auflagen, die das Erdreich vornehmlich im Blumenbeet abdecken. Das hat mehrere Vorteile, auch im Kampf gegen den Klimawandel und zu hohen Wasserverbrauch. Übrigens: Auch im Topfgarten.

Was ist Mulchen und welchen Mulch gibt es?

Als Mulch organisches oder mineralisches Material bezeichnet, mit denen man ein Beet abdecken kann. Spricht man von organischem Mulch, dann meint man hier vornehmlich Rindenmulch, den es von verschiedenen Baumarten gibt. Eine gute Alternative in Sachen organischen Mulch sind langlebige Holzhackschnitzel. Dieses wird aus zerkleinerten Ästen gewonnen, die in der Forstwirtschaft und bei der Baumpflege anfallen.

Doch auch Rasenschnitt kann als organisches Mulchmaterial dienen. Auch mit dem Gras kann man Beete oder die Basis einzelner Pflanzen abdecken. Das Material sollte allerdings angetrocknet sein und möglichst frei von Unkrautsamen. Exotischer: Kakaoschalen und Muschelschalen.

Zudem eignet sich Stroh als Mulch, insbesondere unter Erdbeeren, was die Anfälligkeit für Fäulnis an den Früchten verhindert und für besonders hungrige Pflanzen wie Tomaten sind die nährstoffreichen Wildkräuter Beinwell und Brennnessel guter Mulch.

Mineralisches Mulchmaterial ist Kies, Schotter, Lavagestein und Schieferbruch in unterschiedlichen Größen sowie Splitt. Rentabel bei großen Mengen: Mulchmaterialien sind in zahlreichen Onlineshops wie dem von Amagard erhältlich. Der Kauf ist in der Regel günstiger als im Baumarkt, die Lieferung erspart das Schleppen von zahlreichen Säcken und jede Menge Verpackungsmüll.

Tipp: Je schwerer der Boden ist, desto leichter sollte das Mulchmaterial sein. Schwere Auflagen auf verdichtetem Lehmboden machen letzteren noch dichter.

Die Vorteile des Mulchens

Beete mit Hackschnitzel mulchen hat Vorteile
Wärmeliebende Stauden und Lavendel – das war unser ehemaliger Vorgarten. Südseite, mit Unkrautvlies abgedeckt. Eingewachsen wurde nur wenige Male im Jahr bei größter Hitze gegossen. Insgesamt vielleicht 5, 6 Mal im Hochsommer.

Organische Materialien wie Rasenschnitt, Brennnessel oder Beinwell werden vor allem zur Düngung genutzt. Auch wenn sie ein paar der Vorteile von Mulch ebenfalls mit sich bringen. Mineralischer Mulch sorgt nicht nur für eine schöne Optik, er hält beispielsweise auch Wildwuchs in seinen Grenzen und, heutzutage nicht unwichtig, reduziert Verdunstung.

Generelle Vorteile von Mulch sind:

  • Hemmt Wildwuchs (sofern vorher akribisch entfernt)
  • Gleich Temperaturschwankungen aus
  • Verhindert allzu schnelle Austrocknung der Erde, reduziert dadurch Wassergaben
  • Nimmt mehr Wasser bei Regen oder Gießkanneneinsatz auf (vergrößerte Oberfläche)
  • Poröses Lavagestein nimmt sogar Tau auf, der an die Pflanzen abgegeben wird
  • Gefräßigen Schnecken wird der „Gang“ zu den Lieblingspflanzen erschwert. Besonders raue Oberflächen – Schotter und Lava – meiden sie am meisten

Nachteile des Mulchens

Gerade Rindenmulch ist dafür bekannt, den Wuchs der Pflanzen zu hemmen. Ein Grund hierfür ist, dass sich dieser Mulch mit der Zeit zersetzt. Dies entzieht dem Boden Stickstoff, ein unablässiges Material zum Gedeihen der allermeisten Pflanzen in einem Garten. Abhilfe schafft eine regelmäßige (Flüssig-)Düngung und die Gabe von Urgesteinsmehl oder Hornspänen bei der Pflanzung. Ein weiterer, richtig großer Nachteil: Rindenmulch ist in Sachen pH-Wert sauer. Das wirkt sich mit der Zeit auch auf das Erdreich aus. Was etwa Rhododendren lieben, finden andere Pflanzen weniger gut. Beispiele sind Rosen, mediterrane Kräuter und Lavendel, sehr viele Beetstauden, Steingarten- und Präriestauden. Sie gedeihen schlecht(er) unter einer Rindenmulchauflage.

Wie man von Schottergärten weiß: Hier und da ein ödes Formschnittgehölz in die Kies- oder Schotterwüste gepflanzt und der Boden heizt sich spätestens im Sommer auf wie Asphalt. 20 und mehr Grad Unterschied kann es da geben, verglichen mit der Umgebungstemperatur. Will heißen, wird im mit Steinmaterial gemulchten Garten allzu sehr an Pflanzen gespart, dann kann sich das Beet sehr aufheizen. Zu dicht sollten sie allerdings auch nicht sitzen, um ihnen Platz für Zuwachs zu lassen. Dieser Ausbreitungsdrang ist meist auf den Pflanzetiketten beim Neukauf als Richtwert angegeben. Wer dies im Nachhinein ermitteln möchte, kann hierzu Suchmaschinen bemühen.

Schottergärten heizen sich auf
Schottergärten heizen sich auf. Dieses Foto entstand auf einer Versuchsfläche auf der BuGa Heilbronn mit Gabionenwänden und Steinschüttungen wie in vielen Vorgärten. An diesem Tag hatte es 24 Grad im Schatten…

Mulchen mit Rasenschnitt kann auch nachteilig sein. Zum einen können dicke Schichten anfangen zu schimmeln, andererseits können enthaltene Samen von im Beet unerwünschtem Wildwuchs dem Hobbygärtner das Leben schwermachen. Tipps zum Mulchen mit Rasenschnitt:

  • Nur Rasenschnitt verwenden, der keine Beikräuter enthält,
  • vor dem Auftrag antrocknen lassen und
  • keine Schichten von mehr als 2 cm Stärke auftragen.

Genereller Nachteil des Mulchens ist, dass eine weitere Pflanzung nach dem Mulchen umständlich wird, insbesondere mit einem wasserdurchlässigen Unkrautvlies als Unterlage, das die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Erfurt nach ausgiebigen Praxistests allerdings nicht empfiehlt. Ein weiterer Nachteil, der auf praktisch alle Mulcharten zutrifft, ist, dass die manchmal erwünschte Selbstaussaat von Pflanzen nur schwer oder gar nicht stattfindet.

Und schließlich: Ist auch nur ein Wurzelstückchen von unliebsamem Wildwuchs wie Giersch, Quecke oder Winde im Boden vor dem Mulchen zurückgeblieben, dann wird es unlustig. Weil abgedeckt lässt sich das stark wuchernde Kraut praktisch nicht mehr entfernen.

Mulchen auch im Topfgarten

Es spricht nichts dagegen, Topfpflanzen zu mulchen. Gerade bei Mehrjährigen bietet sich dies durchaus an, etwa um Wasser zu sparen.

Gemulcht wird hier gerne mit farblich attraktiven Kieselsteinen in eher kleiner Körnung. Rhododendron oder die angesagte Heidelbeere schätzen eine Auflage aus Rindenmulch, der dem Erdreich dauerhaft den gewünschten sauren pH-Wert sichert.

Sonderfall Kiesgarten: Ein „Schottergarten“, nur in gut

Warum Mulch viele Vorteile hat, hier: Ein Kiesgarten
Nochmals die BuGa: Der Kiesgarten sah richtig gut aus.

Nein, ein Kiesgarten ist nicht zu vergleichen mit den nach wie vor als pflegeleicht angesehenen Schottergärten. Kies oder Schotter haben als Abdeckung von gärtnerisch oder landwirtschaftlich genutzten Flächen eine Jahrtausende alte Tradition. So wurde das Steinmaterial gerne als Deckschicht im Wein-, Öl- und Obstanbau eingesetzt mit den genannten Vorteilen einer Mulchschicht. Als älteste Nutzer von Kiesmulch gelten arabische Nomadenstämme, die diesen bereits 1. Jahrtausend vor Christus eingesetzt haben sollen, um der kargen und sehr regenarmen Negev-Wüste eine Ernte abzuringen. Mit Erfolg.

Alternative zum Mulchen: Dichtpflanzung

Vielleicht mag es paradox klingen, doch wer möglichst viele Pflanzen in seinen Beeten setzt, der spart Wasser und erzielt einen ähnlichen Effekt wie mit dem Mulchen. Schlüsselwort ist die sogenannte Dichtpflanzung, bei der, je nach späterer Pflanzengröße, 5 – 8 Pflanzen pro Quadratmeter gesetzt werden. Gerne noch Bodendecker dazwischen. Der Grund für diese Maßnahme – neben einer lückenlosen Blütenpracht, ist einfach und doch logisch: In einem dicht bepflanzten Beet bekommt das Erdreich im Idealfall keine Sonne ab. Dies wiederum hält es kühler und die Verdunstung ist geringer. Auch Wildwuchs wird so verhindert.

Diese Erfahrung habe ich in unserem kleinen, wirklich dicht bepflanzen Garten nicht erst letztes Jahr gemacht. So mussten die gut bedeckten Beete nicht Mal an den heißesten Tagen des Sommers täglich gegossen werden. Und dies, obwohl unser Garten wie ein englischer Walled Garden auch noch von Mauern umgeben ist, was die Wärme mehr als im offenen Gelände staut.

Die Dichtpflanzung in unserem Garten reduziert den Wasserbedarf deutlich. Lücken zwischen Stauden können Einjährige füllen. Vorgezogen und direkt gesetzt.

Übrigens: Englische Forscher haben herausgefunden, dass das Mikroklima in einem dicht bepflanzten Garten vorteilhaft ist. Drei Grad sei die Außentemperatur im Sommer in solchen Gärten niedriger als in Nachbars weniger dicht bepflanzten Garten. Die beiden Hauptgründe hierfür: Zum einen verdunstet das Blattwerk ganz natürlich Wasser, was der Abkühlung dient. Je mehr Pflanzen ein Garten beherbergt, desto höher der Verdunstungs- und Abkühlungseffekt. Zum anderen erhitzt sich das lückenlos bedeckte Erdreich nicht mehr so stark, verglichen mit locker bepflanzten Beeten. Damit wird weniger Wärme im Erdreich gespeichert und abgegeben.

Fazit: Mulchen sorgt unter dem Strich für weniger Pflegeaufwand im Garten, kann gut aussehen und spart am Ende Wasserverbrauch ein, schützt sogar die Basis empfindlicher Pflanzen. Mulchen ist eine Möglichkeit, Einem Hitzesommer zu begegnen und Wasser einzusparen. Weitere Tipps zum Thema Klimawandel und Wasser gibt es hier

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