Blütenpracht und Nektarpflanzen im Oktober und danach

Blüten im Oktober und Nektarpflanzen im Herbst Ackerhummel an CosmeeDer Garten und Balkonien können im Oktober noch sehr wohl mit ihren Blüten verzaubern. Das entzückt nicht nur das Auge des Betrachters und hellt die oft trüben Tage auf, denn auch die hungrigen Nektar- und Pollensammler, die an einem goldenen Oktobertag auf Nahrungssuche sind, erfreut das vielfältige Angebot. Hier zur Inspiration die Blüten im Oktober und auch später in unserem kleinen Garten.

Mal haben wir ihn, mal nicht. Der goldene Oktober, an dem es nochmals und nach Morgennebelauflösung richtig angenehm draußen ist. Immer öfter ist zu beobachten, dass es da Tage gibt, die an der 20 Grad-Marke kratzen oder sie sogar überschreiten wie dieses Jahr (2020) mal wieder. Doch selbst bei etwas über 10 Grad fliegen mindestens die verschiedenen Hummelarten und einige späte Wildbienenarten zum Einkaufstrip auf unsere Blühpflanzen. Bei wenig mehr sind auch noch Honigbienen zu beobachten.

Leider beginnt Mitte Juli bereits die Zeit, in der das Angebot an heimischen Pollen- und Nektarspendern echt rar wird. Das hat die Natur einfach so eingerichtet, ist eine Entwicklung über Jahrtausende. Die heimischen Trachtpflanzen, in der Natur sowieso rarer und rarer, können aber auch nicht mit dem sich ändernden Klima mithalten. Was im Frühjahr eher noch klappt, also die Versorgung mit Pollen und Nektar durch ausnahmslos heimische Pflanzen noch klappt – auch wenn früher anziehende Temperaturen durch immer mildere Winter ein Problem für Wildbienen sind, da die Natur sich nicht so schnell umstellt -, ist im ausgehenden, immer länger währenden Sommer und stets milderen Herbsttagen ein echtes Versorgungsproblem. Nektarsammler sind hier dann noch unterwegs, aber die Natur bietet nichts mehr.

Doch der Nahrungsmangel für vor allem Nektarsammler – Pollensammler sind in der Regel im Spätsommer fertig mit der Anlage der Kinderstuben – ist prima durch Dauer- und Spätblüher aus mehr oder minder fernen Ländern zu beheben. Und es sieht natürlich auch noch toll aus, an einem sonnigen Oktobertag das grüne Reich mit großer Blütenpracht zu bestaunen.

Ich weiß um die Diskussion heimisch vs. nicht-heimisch, doch in Sachen Nahrungsangebot für Bienen, Schwebfliegen und Falter – ich meine nicht die Falterlarven, die natürlich an Brennnesseln, Dill und Co. knabbern -ist es bei der richtigen Auswahl unproblematisch, heute mehr denn je wichtig, nicht-heimische pollen- und nektarreiche Pflanzen anzubieten. Die Vielfalt macht es da viel mehr, wie einer der anerkanntesten europäischen Wildbienenexperten, Professor Dave Goulson betont.

Nektarpflanzen im Herbst im Muhvie.de-Garten

Im Folgenden eine Auswahl, die auch und gerade in einem kleinen Garten eine lange Blütezeit garantiert und ein Mehrwert für Pollen- und Nektarsammler darstellt.

Cosmeen/Schmuckkörbchen: Unermüdlicher Dauerblüher

Kosmeen, Cosmea, Cosmeen (Cosmos bipinnatus) oder einfach Schmuckkörbchen gehören zu meinen liebsten einjährigen Sommerblühern. Die viel besuchten Dauerblüher ziehe ich stets vor, um sie erstens dort zu platzieren wo Lücken sind oder sie einfach gut passen und zweitens, weil der Platz fehlt sie sich selbst versamen zu lassen. Zudem blühen sie ab Ende März oder Anfang April vorgezogen deutlich früher als die möglichen Sämlinge, die anstatt im Juni eher Ende Juli aufblühen. Mal abgesehen davon, dass Schnecken Jungpflanzen zu schätzen wissen.

Wichtig ist es, die ansonsten sehr pflegeleichten Cosmeen im Sommer mindestens 1 x wöchentlich auszuputzen. Hierzu den Blütenstil bis zum nächsten Blattaustrieb mit einer scharfen Schere entfernen. Meist sieht man hier aber auch schon die nächste Knospe. Mache ich das nicht, dann hält die Blütenpracht längst nicht bis zum ersten Frost. Die Pflanze hat so nämlich ihre Samen gebildet und bringt alsbald kaum noch Blüten hervor. Schmuckkörbchen gibt es in verschiedenen Größen, so zwischen 50 cm und zwei Metern. Wer zum Ende der Saison Samen selbst sammelt muss wissen, dass sie selten sortenrein sind. Sprich, die selbstgezogenen Pflänzchen könnten im nächsten Jahr anders aussehen.

Da ich mich über eine möglichst große Vielfalt freue, werden zum Ende der Saison an verschiedenen Pflanzen einfach die Samen ausreifen lassen (immer nur 1, 2 Blüten, das reicht) und als Mix in einem Umschlag gesammelt. Da die Cosmeen-Samen mehrere Jahre gut keimfähig sind, mache ich das nicht jedes Jahr.

Echinaceen, die Hochsommerstars

Blüten im Oktober oder Herbst Nektarpflanzen Echinacea

Echinaceen (Echinacea purpurea), also der Scheinsonnenhut oder Purpur-Sonnenhut liefert nicht nur ein tolles Mittel für Erkältungsbeschwerden (aus den Wurzeln hergestellt), sondern ab etwa Anfang oder Mitte Juli bis September oder Oktober (dann vornehmlich an halbschattigem Platz) eine einmalige Blütenpracht. Die bei vielen Insekten beliebten Stauden mögen es heiß, vollsonnig bis halbschattig, am besten auf nährstoffreichem, nicht allzu schwerem Boden.

Leider sind Echinaceen nicht wirklich langlebig und der anfängliche jährliche Zuwachs lässt mit den Jahren nach. Erfahrungsgemäß bei weißen noch schneller als bei den klassischen karminroten Sorten. Wenn Verblühtes gleich nach der Blüte abgeschnitten wird, soll das die Lebenszeit verlängern. Da ich jedoch nichts im Garten vor dem Frühjahr schneide – Ausnahme gammelnde Einjährige -, für mich keine Option.

Dass Echinaceen schwächeln kann man durch Teilung im Frühjahr verhindern. Einfach aus der Erde holen in zwei oder mehr Teile teilen und wieder Pflanzen. Das ist gleichzeitig die beste Vermehrungsmethode. Der Kaltkeimer lässt sich auch super aus Samen ziehen. Tipp: Ab März 3, 4 Samen in kleine Töpfe mit normaler Pflanzerde geben, im Haus anziehen und nach Keimung gerne draußen geschützt aufstellen. Blüht allerdings dank etwas behäbiger Entwicklung nicht zuverlässig im ersten Jahr.

  • Echinaceen gelten als Kaltkeimer. Das heißt theoretisch: Die Samen bräuchten einen Kältereiz von +4 – -4 Grad. Praktisch interessiert es die Achänen genannten Samen nicht.
  • Mein Favorit – eine der höchsten Echinacea – heißt ‚Magnus‘.

Salvia ‚Amistad‘, einer der schönsten Salbei-Arten

Blüten im Oktober oder Herbst Nektarpflanzen Salvia Amistad klein

Also Salvia ‚Amistad‘ ist für mich – und glaube viele andere – ein absoluter Showstar im Bereich der Gartenstauden. Es gibt zahlreiche Ziersalbei-Arten und manche vertragen unsere frostigen Temperaturen nicht, auch wenn diese in den meisten Teilen Deutschlands längst nicht mehr so extrem sind. Zu den empfindlichen, sehr trendigen Salbei-Arten zählen der knallorangefarbene ‚Ember’s Wish‘ und der pink-violette ‚Love & Wishes‘. Diese sollten möglichst frostfrei überwintern.

In der Mitte zu den wirklich frostfesten Salbeiarten treffen wir auf ‚Salvia Amistad‘. Er kann so um die -10 Grad ab (die einen sagen -8, andere -12 Grad Celsius). Und sollte einen durchlässigen (wichtig) Boden um das Wurzelwerk haben.

  • Ein Grund, warum in meinem ersten Amistad-Gartenjahr 2019/2020 unserer wahrscheinlich verstorben ist. Der eher lehmige Boden war einfach klitschnass. Trotz winterlicher Abdeckung – da muss man leider mal vor dem Winter schneiden – war er im Frühjahr tot. Die neuen sind daher in Töpfen. Für`s 1. Jahr in 25 L Töpfen und damit ideal auf der Baumscheibe des Kugelahorns. Wenn die Töpfe aber vergleichsweise trocken sind, dann bläst es die voluminöse Staude mit locker 1 m Durchmesser auch mal um.

ihre Blühfreude begeistert mich echt. Start in die Saison ist etwa im Juni – standortabhängig, also eher kühle oder milde Lage – und reicht bis in den November. Dieser Salbei blüht einfach ununterbrochen, im Halbschatten oder in der prallen Sonne. Durch seinen üppigen Wuchs ist er recht durstig, aber die bis zu 1,5 m große Staude – viele Shops etwa geben ihn viel kleiner an – belohnt das mit der Blütenfülle auf die Wildbienen, vornehmlich Hummeln sprichwörtlich fliegen. Zwar hat der Lippenblütler vergleichsweise lange Trichter, doch die Nektarsuchende wissen sich mit Nektarraub zu helfen. Dies bezeichnet die Tatsache, dass der Blütenkelch einfach angebissen wird, um an das begehrte Futter zu kommen. Bei Hummeln, aber auch Honigbienen beobachtet.

  • Die neuen Pflanzen werde ich in den Töpfen belassen, gut einpacken und windgeschützt aufstellen, in der Hoffnung, dass sie überleben. Und wenn nicht dann steht fest: Ich kaufe sie im nächsten Gartenjahr wieder.

Salvia ‚Nachtvlinder‘: Robuster Dauerblüher

Salvia Nachtvlinder Dauerblüher und Nektarpflanzen

Er hier ist auch eine wahre und zugleich unkomplizierte Schönheit. Salvia ‚Nachtvlinder‘ (vlinder = holl. Für Falter, also heißt der Salbei ‚Nachtfalter‘) ist eine Zufallskreuzung, die in einer Gärtnerei entdeckt worden sein soll. Ob da Nachtfalter wirklich rangehen, das konnte ich noch nicht beobachten. Allerdings lieben Hummeln diesen Salbei.

Die etwa 60 bis 70 cm hohe Staude (in der Breite nach 3 Jahren etwa 1 m) begeistert mit ihrer langen Blütezeit von Ende Mai/Anfang Juni bis zum Frost und der satten, purpurvioletten Farbe. Die verholzende Staude ist, je nach Angaben, die man findet, irgendwo zwischen -12 und -20 Grad, frostfest. Da ich sie eher geschützt gepflanzt habe, haben Salvia Nachtvlinder die letzten Winter keinerlei Schaden zugefügt.

  • Kleiner Geheimtipp und absolut empfehlenswert, auch für den Topfgarten.

Salvia, die 3.: Steppen-Salbei, der für Töpfe und Randbereiche

Blüten im Oktober Nektarpflanzen Salvia nemorosa Helgoland

Und noch ein mehrjähriger Salbei. Steppen-Salbei (bot. Salvia nemorosa) ist zwar kein Dauerblüher, doch, wenn er blüht eine richtige Schönheit. Steppen-Salbei hat lange Blütenrispen, die bereits Anfang Juni erblühen und bis in den August blühen können. Verblüht? Dann wird immer empfohlen ihn entweder bodennah oder um ein Drittel abzuschneiden. Doch leider ist das, ehrlich gesagt, Blödsinn. Man muss sich, wie immer, die Pflanze anschauen. Unter den verblühten Rispen, die übrigens in Weiß, Rosa, Blau oder Violett erscheinen, sieht man bereits deutlich einen neuen Blütenansatz. DA ist der Punkt, an dem Salvia nemorosa geschnitten werden möchte. Etwas aufwändiger, aber die richtige Methode.

Die ansonsten pflegeleichte Pflanze für sonnige Standorte in durchlässiger Erde (im Halbschatten kümmert sie etwas und Schnecken machen den jungen Austrieb gerne völlig platt) blüht dann ein zweites Mal im September. Bei milder Witterung auch noch im Oktober.

Blüten im Oktober Nektarpflanzen Schopfsalbei

  • Ich hatte einige rosafarbene. Die sind in drei Jahren dank Schneckenfrass völlig verschwunden. Wie fast alle Salvien: Für trockene Standorte geeignet.
  • Und da wäre dann noch zwei: Der dauerblühende, einjährige Mehlsalbei (Salvia farinacea) und Buntschopf-Salbei (Salvia viridis, siehe Bild und wahlweise auch mit rosa oder weißen Hochblättern), die wunderbar für den Topfgarten geeignet sind.

Die „nicht immer“ einjährigen Löwenmäulchen

Blüten im Oktober Nektarpflanzen im Herbst Löwenmäulchen

Löwenmäulchen (Antirrhinum) zählen zu den einjährigen Dauerblühern, deren Lippenblütlerdasein jedem einleuchtet. Ober- und Unterlippe sind wirklich gut zu sehen. Nachteil: Eine „normale“ Biene kommt mit den fest verschlossenen Lippen einfach nicht zurecht, nur die kräftigen Hummeln können die Mäuler öffnen, um an den begehrten, reichlich vorhandenen Nektar zu gelangen.

Löwenmäulchen gibt es in allen möglichen Farben und ich säe sie praktisch jedes Jahr – frühzeitig im Februar – aus. Wobei Löwenmäulchen gerne auch mehrjährig sind, vor allem an geschützten Standorten. Einen Garten ohne diese Schönheiten mit Bauerngartenflair kann ich mir nicht vorstellen.

  • Tipp: Wenn eine Rispe im Hoch- bis Spätsommer definitiv verblüht ist, schauen, wo man in Blattachseln neue Triebansätze sieht. Darüber die Samen bildenden Stängel abschneiden. Eine Flüssigdüngung gibt dem Löwenmäulchen neue Kraft.

Zinnien: Die Eleganten unter den Einjährigen

Blüten im Oktober Nektarpflanze im Herbst Zinnie Orange King

Zinnien in ihrer Vielfalt sind absolute Stars im Beet und Topfgarten und, sofern sie nicht gefüllt sind, Honigbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Florfliegen lieben das reiche Angebot an Nektar. Der Korbblütler, der mit Astern, Sonnenblumen oder Dahlien – mit denen man sie leicht verwechseln kann – verwandt ist, ist ein absoluter Dauerblüher. Die Blüten der Zinnien halten sich recht lange und sie schieben dauerhaft neue Blüten, auf deren Austrieb Verblühtes heruntergeschnitten wird.

Der Sommerblüher ist wie die Cosmee wirklich leicht aus Samen selbst zu ziehen. Einfach ab März auf der Fensterbank vorziehen und bei Frostfreiheit und Platzmangel draußen geschützt aufstellen. Leider sind sie offensichtlich ein Leckerbissen für Schnecken, was sich ab einer gewissen Größe aber gibt. Auch darum ziehe ich sie vor.

  • Im Bild: Die etwa 1 m hohe Orange King.

Dahlien: Von wegen nichts für Nektarsammler

Schachbrettfalter und Biene auf Dahlie Dauerblüher bis Frost

Die Vielfalt der Dahlien (Dahlia), deren Rhizome leider nicht winterhart sind, daher drinnen überwintern müssen, ist fast einmalig im Sortiment der Blüher für Garten und Balkon. Immer wieder lese ich, dass Dahlien nichts für Insekten bieten. Klar, so Züchtungen wie Pompon- oder Kaktusdahlien (und selbst die noch, wie ich bereits gesehen habe) sind eher nichts, weil eben mit gefüllten Blüten. Doch es gibt einfach- oder offenblühende Dahlien wie die Halskrausendahlie oder jene der dunkellaubigen Bishopgruppe, die wirklich gut für Nektarsammler sind.

Die nektarreichen Dahlien gibt es in den unterschiedlichsten Farben, vom reinen Weiß bis zum tiefen Dunkelrot. Ihre Größe reicht von 30 cm bis zu stattlichen 1,5 m und sie sind absolut topftauglich. Die Rhizome werden von Ende April bis spätestens Anfang Juni in die Erde gebracht. Gerne darf es etwas Kompost sein und die Erde sollte stets feucht, aber nicht nass sein. Tipp: Lieber mal antrocknen lassen, denn zu viel wässern. Die Knollen können sonst faulen. Ab und an mag sie etwas Flüssigdünger, gerne selbst hergestellte Brennnesseljauche.

Dahlien blühen wirklich bis zum Frost. Am besten lässt man sie eine leichte Frostnacht erfahren (das Erdreich darf nicht durchfrieren!), dann zieht sich das Grün der Pflanzen ein und sie werden vorsichtig aus der Erde genommen. Alternativ kurz vor angekündigten Frösten ausgraben. Abgestorbene oder verletzte Rhizomteile werden entfernt, das Laub etwa 10 cm über dem Wurzelansatz gekappt. Dann dürfen sie an einem trockenen Standort für ein, zwei Wochen vollständig abtrocknen, damit man die anhaftende Erde entfernen kann.

Gelagert werden die Dahlienknollen frostfrei und möglichst kühl. Ihr könnt sie in Sand einschlagen oder in Zeitungspapier wickeln. Ich binde gerne Stecketikette mit Namen darauf an die jeweilige Knolle.

  • Tipps: Da Schnecken wirklich auf Dahliengrün abfahren und für eine frühere Blüte: Man kann sie in entsprechend großen Töpfen (eben ausreichend für die Rhizome) an einem hellen, frostfreien Standort vorziehen. Ich mache das gerne ab Ende März. Die Blühzeit kann dann allerdings früher beendet sein.
  • Im Winterlager alle paar Wochen auf Schäden kontrollieren.

Der Name ist nicht ganz Programm: Oktober-Silberkerze


Oktober-Silberkerzen brillieren mit großformatigem Laub und mehr oder minder hohen, meist weißen Blütenkerzen (die Sorte ‚Brunette‘ mit herrlich dunkelrotem Laub ist im Austrieb leicht rosa), etwa 1,5 m hoch. Botanisch lautete ihr früherer Name Cimicifuga, da aber Botaniker stets die Aufmerksamkeit von Pflanzenenthusiasten aufrechterhalten wollen, wurde diese auf Actaea umgetauft. Bei ihrem Namen könnte man annehmen, dass die nach wenigen Jahren sehr imposante Staude erst spät im Jahr blüht. Tatsächlich aber blüht sie ab etwa Mitte August und dann bis Ende Oktober, abhängig von den Temperaturen. Bei sehr warmen Temperaturen halten die Blüten nicht so lange.

Am wohlsten fühlen sich Oktober-Silberkerzen im Schatten oder Halbschatten, etwa am Gehölzrand. Stehen sie sonniger, tolerieren sie das, allerdings dürfen sie gerade in sonnigen Bereichen nicht austrocknen. Wenn sie die volle Mittagssonne abbekommt, dann kann sie darunter leiden und das Laub wirkt wie verbrannt.

  • Die Staude wächst horstig, also ohne Ausläufer zu bilden. Sie ist sehr langlebig und muss nicht unbedingt geteilt werden, um ihre Blühfreude zu erhalten. Zur Vermehrung ist das aber durchaus machbar. Ich habe vor dem Umzug vor 4 Jahren aus einer großen Pflanze vier gemacht. Nach zwei Jahren waren die Teilstücke so groß wie die Ursprungspflanze.
  • Die zweite bekanntere Silberkerze ist die Traubensilberkerze. Sie kann bis zu 2 m hoch werden und blüht von Juni – August. Daneben gibt es noch die Septembersilberkerze (ebenfalls mit grünem oder rotem Laub). Sie blüht etwa zur gleichen Zeit wie die Oktobersilberkerze.

Helenium: Die verkannte Schönheit Sonnenbraut

Blüten im Oktober Nektarpflanzen Helenium Sonnenbraut Baudirektor Linne klein

Sonnenbraut (bot. Helenium) sieht man nicht sonderlich oft in Gärten. Die auch für Kübel geeignete mittelgroße Staude (ca. 1 m) ist ein verkannter Sommerstar, der allerdings selten länger als zwei Monate blüht. Dann, je nach Sorte, in gelb, rot oder orange und im Juni und Juli oder von Juli bis August. Eine länger blühende Sorte hört auf den Namen ‚Baudirektor Linne‘. Es ist eine ältere Züchtung, die von Juni bis September blühen soll, was sie auch macht. Hier schaffte sie es bis Mitte Oktober.

Die mit der Zeit sehr breit werdende Staude liebt es sonnig. Im Halbschatten blüht sie etwas weniger. Bienen, vor allem kleinere Arten, und Florfliegen fliegen auf Sonnenbräute. Tipp: Verblühtes immer ausschneiden.

Eine meiner Favoritinnen: Verbena bonariens

Blüten im Oktober Nektarpflanze Eisenkraut Verbena bonariensis

Verbena bonariensis wie das Patagonische oder Hohe Eisenkraut botanisch heißt, ist ein weiterer Dauerblüher. Nicht ganz langlebig, aber sich selbst aussäend, bringt die schlanke blaue Blühpflanze mit gerne 1,8 m Höhe von Juni bis November Form und Farbe in das grüne Reich. Bienen fliegen genauso auf sie wie Tag- und Nachtfalter. Trotz seiner Höhe dank kräftiger Stängel recht standfest.

Seitdem ich sie vor so 10 Jahren entdeckt habe, darf sie bei uns im Garten nicht fehlen. Die Staude ist sehr pflegeleicht und benötigt nicht sehr viel Wasser. In magerer Gartenerde wird sie einfach etwas kleiner, dagegen sind unsere „illegal“ im Balkonkasten aufgegangenen Exemplare fast genauso groß wie im Beet.

  • Eine der einfachen Stauden, die Ihr mit Gelingsicherheit aussäen könnt.

Prachtkerze: Nektar zum Frühstück

Prachtkerzen sind beliebt bei städtischen Begrünungsmaßnahmen, da wirklich keine Pflege nötig ist und sie trockenheitsverträglich sind. Botanisch Gaura lindheimeri genannt hat sie noch einen weiteren Vorteil: Sie samt sich gerne aus.

Die Staude, die in weiß oder rosa von Juni bis zum Frost blüht, wird auf nährstoffreichen Böden etwa 1,2 – 1,5 m hoch, auf dagegen mageren gut die Hälfte. Es wird geraten, dass sie einen leichten Winterschutz, etwa aus Laub bekommt. Bei uns im Garten hatte sie den jedoch noch nie. Funktioniert trotzdem. Und beim Aussamen ist sie sowieso mehr als fleißig. Tipp: In den Morgenstunden beobachten. Da wippt die ganze Pflanze voller Bienen, da sie ihren Nektar offensichtlich für deren Frühstück produziert.

Knolauch: Der letzte Blüher aus der Allium-Familie

Blüten im Oktober Nektarpflanzen Allium Knobigras mit Wespe

Was für ein umständlicher Name. Schnittlauch-Knoblauch oder weniger umständlich Schnitt-Knoblauch und einfach Knolauch (Allium tuberosum) heißt ein Alliumgewächs, dass durchaus aromatisch ist und geschmacklich wirklich an Knoblauch erinnert, ohne für unsere Umwelt unangenehme Duftwolken zu verbreiten. Knolauch ist absolut winterhart und gut geeignet für Töpfe wie das Beet.

Das ca. 30 cm hohe Gewächs schiebt etwa ab August typisch alliumförmige, halbrunde weiße und etwa 50 cm hohe Blütenstände. Dann dauert die Blüte bis in den September hinein, wenn, ja wenn er will und nicht mal wieder später dran ist. So wie dieses Jahr, in dem er im September erst erblühte und in der letzten Oktoberwoche verblüht.

Diese als letztes im Gartenjahr blühende Allium-Art mag Sonne oder Halbschatten und benötigt praktisch keine Pflege.

Blauer Borretsch: Dank Selbstaussaat „mehrjährig“

Blüten im Oktober Nektarpflanzen Borretsch

Also Borretsch (Borago officinalis) blüht echt ewig. Und wer ihn im Herbst nicht zurückschneidet, der/die hat ihn als Dauergast in Töpfen und Beeten. Das Würzkraut, dass man übrigens nur in geringen Mengen essen sollte aufgrund der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide, die auch in kleinen Mengen giftig sind (siehe Pflanzenforschung.de), habe ich nur für die vielen Bienen bei uns im Garten. Bei ausreichender Wasserversorgung blüht das Kraut jedenfalls bis in den November.

Herbst-Anemone: Name ist nicht immer Blühprogramm

Blüten im Oktober Nektarpflanzen Herbstanemone

Herbst-Anemone? Hm. Wenn ich bei uns im Hochsommergarten schaue, dann sind hier einige frühe Spezies bereits im Juli am blühen und Ende August oder Anfang September verblüht. Hier ist das die zart rosafarbene ‚Serenade‘ (Typ: Anemone tomentosa), die gute 1,5 m hoch wird. Allerdings und zum Glück ist dies nur die halbe Wahrheit, denn andere Herbstanemonen wie die beiden weißblühenden ‚Honorine Jobert‘ und ‚Wirbelwind‘ blühen tatsächlich später und bis November, wenn sie Dauerregen nicht der Blütenblätter beraubt. 

Jetzt mag der Kenner vielleicht betonen, dass Herbstblüher wie die Herbst-Anemone, ja nur Pollen hergibt, die beispielsweise den spät umherschwirrenden Hummeln nichts mehr bringen (benötigen jetzt Nektar) und allenfalls ein paar Honigbienen und Schwebfliegen darauf abfahren. Aber es gibt ja besagte früher blühende Arten und ich habe Hummeln an der später blühenden ‚Wirbelwind‘ noch im September bei der Nahrungsaufnahme beobachtet.

Schließlich finde ich, dass man hier wirklich fünf gerade sein lassen kann. Sie sehen toll aus und sind im Herbst jetzt eine der wenigen Pflanzengattungen, die in schattigeren Bereichen blühen. Stimmt das weitere Angebot, dann ist die relative Nutzlosigkeit dieser Spätblüher durchaus verschmerzbar.

Chrysanthemen und Herbstastern: Die Herbststars

Sie beide sind die wirklich späten, vielseitigen und in vielen Farben erhältlichen Staudenstars in unseren Gärten. Die inflationär als kurzblühende Stauden im ausgehenden Sommer angebotenen Topf-Chrysanthemen (Chrysanthemum) unterscheiden sich jedoch von den sogenannten Garten-Chrysanthemen, auch Winterastern genannt. Vor allem in dem Punkt, dass letztere definitiv winterhart sind. Die kleinen im Topf können unter Umständen aber auch überleben (im alten Garten überlebte die Hälfte der gepflanzten) und, da sie gestaucht werden mit Hormonen, erblühen sie im folgenden Jahr zu etwa 60 – 100 cm hohe Stauden.

  • Für Nektarsammler die offenblütigen Chrysanthemen bevorzugen.

Grundsätzlich blühen Garten-Chrysanthemen länger als die modische und modifizierte Variante für den Herbst-Topfgarten, in den sie meist gepflanzt werden. Je nach Sorte starten sie im September. Beispiel ist hier die cremeweiße Sorte ‚Poesie‘. Meine rosafarbene Variante – Name weiß ich leider nicht mehr -, hat erst Mitte Oktober die Blüten geöffnet. Beide sollten bis November weiterblühen. Das einzige was man bei Winterastern beachten sollte: Sie mögen keine Winternässe. Davon gehen sie auch mal ein. Daher sollten stark wasserhaltende Böden mit Kies, Split oder Sand etwas aufgelockert werden.

Blüten im Oktober Nektarpflanzen Schwebfliege an Herbstchrysantheme Winteraster

Ähnlich ist es mit Herbstastern, die aber meist schon etwas früher starten und mit ihren vielen Sorten irgendwo zwischen 25 cm und 3 m groß werden. Gleich, ob Myrtenaster, Kissenaster, Raublattaster, Glattblattaster oder Wildaster, sie alle zählen zu den Herbstastern. Herbstastern sind eben erst in unseren Garten als kleine Pflänzchen eingezogen. Da sie wie üblich vorgetrieben waren, sind sie bereits verblüht.

… und da ist noch mehr

Bei unseren Nachbarn blühen seit September die Efeuranken am Haus und über einem Zaun. Efeu ist eine der wenigen heimischen Pflanzen, die so spät blühen. An einem sonnigen Tag finden sich hier unzählige Nektarhungrige Insekten ein. Man sollte es wissen, dass auch Wespen das Angebot nutzen, denn auch Wespen sammeln Nektar.

Blüten im Oktober Nektarpflanzen Glockenblume

Im Muhvie-Garten blühen sogar noch Polster-Glockenblumen (Campanula portenschlagiana), obwohl sie laut Beschreibung bis einschließlich August nur blühen sollen. Das Kleine Immergrün (Vinca minor) regt ebenfalls noch ein paar Blüten heraus, der bodendeckende Storchschnabel (Geranium) ‚Tiny Monster zeigt sein üppiges Blütenkleid von Ende Mai bis November und die Schneeheide/Winterheide bildet gerade ihre Knospen, um ab Januar oder Februar als wichtiger Nektarspender zu erblühen. Sitzen bei uns in Töpfen und Balkonkästen. Die aus den Töpfen dürfen im Frühjahr in einen Garten. Zwei Rosen, die Beetrose ‚Weg der Sinne‘ und die schwach kletternde ‚New Dawn‘ zeigten immerhin bis Mitte des Monats Oktober noch Blüten und Ende Oktober strahlt das Mutterkraut mit seiner zweiten bis dritten Blüte. 

Und dann ist bald Zeit für klassisch weiße Christrosen (Helleborus niger, Heimat: Alpen), Lenzrosen (Helleborus orientalis, Heimat: Kaukasus) oder Schneerosen. Letztere sind eine nektarreiche Züchtung der erstgenannten Pflanzen. Zusammen können die drei Verwandten strenggenommen von Mitte November bis April blühen, wobei die Lenzrose, wie der Name ‚Lenz‘ bereits sagt, als letzte (etwa Februar) ihre Blüten öffnet und damit das Frühjahr ankündigt.

Neu in diesem Jahr sind bei uns Schneerosen Ice’N’Roses, die als besonders robust gelten und, je nach Sorte, weiß, rosa, weinrot oder weiß-rosa blühen. Ihr Blühstart unterscheidet sich auch und wird mit dem Start im November bis Februar angegeben, Ende ist erst im April. Infos zu den immergrünen Schneerosen Ice’N’Roses gibt es hier.

Und dann haben wir noch etwas: Viburnum Bodnantse ‚Dawn‘, den Winter-Duftschneeball. Das ist ein eher kleinwüchsiger Baum, der bei uns in einem 90 L Topf sitzt. Seine Besonderheit: Er öffnet ab Oktober (vereinzelt, in diesem Jahr) oder November seine rosafarbenen, nach Vanille duftenden Blüten, die bis März mehr und mehr werden und insbesondere bei den ersten nektarsuchenden Wildbienen willkommen sind.

Blüte praktisch das ganze Jahr?

Durchaus möglich, dass immer irgendwas im Garten blüht, denn nach den genannten geht es ja weiter mit den frühen Zwiebelblühern wie Schneeglöckchen und Co. Und das ist auch gut so, denn durch die milden Winter ist die Verschnaufpause für Wildbienen kürzer und kürzer in den allermeisten Regionen des Landes. Wenn ich da noch im November und wieder spätestens Anfang Februar – je nach Witterung und bei frühlingshaften Temperaturen um die 10 Grad – Wildbienen fliegen sehe, dann ist so ein Blütenbüffet auch nötig.

Wir machen den Garten (nicht) winterfest

Und wenn nichts mehr blüht? Bitte den Garten NICHT aufräumen oder „winterfest“ – welch ein Unsinnsbegriff! – machen. Viele Stauden sind deutlich winterhärter, wenn man sie jetzt nicht bodennah massakriert, Vieles sieht auch im Winter einfach gut aus, spätestens bei Raureif und Frost, aber vor allem: Zahlreiche Insekten nutzen das vorhandene Grün als Winterlager. Das einzige was in unserem Garten abgeräumt wird, das sind im Spätherbst die verblühten Einjährigen, da diese mit der Zeit einfach in sich zusammenfallen.

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