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Aussaat im Februar: Was im Haus oder draußen schon gesät werden kann

Aussaat im Februar
Zwar können im Februar die wenigsten Gemüsesorten direkt ins Freiland, dennoch geht so einiges in Sachen Aussaat.Bereits 100 m² sollen bei ordentlicher Planung und Nutzung der Fläche ausreichen, um eine vierköpfige Familie mit dem meisten Grün selbst zu versorgen. Egal, ob dies das Ziel ist – gleich wie viel Raum man zur Verfügung hat, auf meinem Aussaatkalender für Februar stehen, neben Tomaten, Paprika, Chili und Auberginen, auch bereits die ersten Salate, Kohlrabi, Radieschen,…

Mit der Aussaat im Februar läutet man das neue Gartenjahr ein. Zwar kann noch längst nicht alles draußen im Beet oder Topfgarten ausgesät werden, doch auf der Fensterbank, an einem kühlen Platz im Haus, im Frühbeet oder ungeheiztem Gewächshaus geht so einiges.

Eines vorab: Bitte, bitte keine Gurken, Zucchini und Kürbis im Februar säen! Ich sehe es alle Jahre wieder in einigen Gartengruppen auf Facebook, dass stolz die schnell keimenden und noch viel schneller wachsenden Pflänzchen präsentiert werden. Bis diese Pflanzen hinauskönnen, so sie bis Mitte Mai überhaupt überleben, sind sie so groß, dass Ihr sie gefühlt über die Gardinenstange drappieren könnt. Wann man diese schnellwachsenden Pflanzen wie aussät, dass erfahrt Ihr hier.

Aussaat im Februar: Aubergine, Tomaten, Paprika & Chili

Auberginen, Paprika, Chili, aber auch Tomaten benötigen schon eine gewisse Zeit, bis man sie beernten kann. Dauert es bei Tomaten so etwa drei, vier Monate – je nach Aussaattermin, kann man in milden Lagen im Juni die ersten frühen Cocktailtomaten ernten, die größeren ab Anfang Juli –, so kann man bei Paprika, Chili und Auberginen auch mal ohne weiteres sechs Monate bis zur ersten Ernte warten.

Daher säe ich Aubergine, Chili, Paprika und Tomaten früher als die meisten Gemüsesorten. Die ersten drei im Januar, spätestens im Februar. Mit den Tomaten starte ich Ende Februar, spätestens Anfang März.

In folgenden Blogbeiträgen gibt es Tipps & Tricks zu diesen vier Leckereien:

Chili und Paprika richtig säen,

Tomaten aus Samen ziehen,

Auberginen säen leicht gemacht.

Aussaat im Februar: Gemüse zur Aussaat im Haus

Im Haus geht so Manches, was man jetzt als Gemüse aussäen kann. Hier sollte man allerdings auf die auf der Samenpackung aufgedruckten Temperaturwünsche achten. Manche – Beispiel Salate wie der frühe Kopfsalat „Viktoria“ – Salate mögen gerne um die 16 Grad, Minimum allerdings 12 Grad als Keimtemperatur. Andere wie Kohlrabi – hier säe ich wieder den zarten Giganten „Superschmelz“ – mögen eher Temperaturen Richtung 20 Grad.

Grundsätzlich für die Aussaat im Februar im Haus geeignet sind, neben Lauch, Salat (beides ist sortenabhängig), Asiasalate und Pak Choi, Gartenkresse (hat größere Blätter als die aus der Keimschale) und wärmeliebendes Lemongras (Lemongras ist hartnäckig bis es keimt) wie auch die langsam wachsenden Artischocken.

Weniger bekannt ist die Gartenmelde – gibt es ganz grün und rot-grün, wird wie Spinat verwendet –, die man drinnen im Februar zur Aussaat bringt. Gleiches gilt für Mangold. Im Gegensatz zu späten Sorten kann jetzt auch früher Knollenfenchel im Haus gesät werden.

Wer im Februar im Haus sät, sollte ausreichend Licht haben, zumindest eine helle Fensterbank. Die meisten gekeimten Setzlinge können anschließend kühler stehen als es die Keimtemperatur fordert. Denn zu dieser jahrezeit haben sie in den wenigsten Fällen genügend Licht, selbst auf der Fensterbank. Kühlere Temperaturen – wie im obigen Beispiel für den Salat – verhindern das „Spargeln“, Vergeilen, also dünnen langen, ungesunden Wuchs.

Paprika und Chili säen Tipps.
So sieht eine junge, zufriedene Paprikapflanze nach drei Wochen aus. Wenn sie mehr als 25 Grad Keimtemperatur hatte und viel Licht (Tageslicht, ob echtes oder künstliches Tageslicht). Mit weniger Wärme kann es auch mal ein paar Wochen länger dauern, bis sie die ersten echten Blätter ausbildet.

Aussaatkalender im Februar: Was jetzt bereits draußen gesät werden kann

Wirklich draußen ins Beet – wer mal testen will: Ein ganz großer Kübel geht definitiv auch – kommt zur Aussaat ab Februar eine wirklich alte Bohnensorte. Ackerbohne, Puffbohne, Dicke Bohne oder auch Saubohne nennt sich die Bohnenart, die jetzt tief in die Erde gesteckt werden kann. Frostfreie Tage natürlich vorausgesetzt. Sie ist eine der ältesten kultivierten Gemüsesorten in Mitteleuropa, wurde dann nur irgendwann fast verdrängt von den anderen Bohnen wie Busch- oder Stangenbohnen und Feuerbohnen (alle amerikanischen Ursprungs). Der Name Saubohne weist darauf hin, dass die heute bei Gourmets wieder geschätzte Bohne auch der Tierfütterung diente. Die Puffbohne mag den Kältereiz, daher wird sie im frostfreien Februar, spätestens März oder April gesät. Diese Puffbohne ist eine attraktiv rot blühende, kleinwüchsige Sorte, die ohne Stützen auskommen soll (teste ich dieses Jahr)

Ebenfalls kann Knoblauch nun als Frühjahrspflanzung in Zehen in die Erde, sofern nicht bereits im Herbst geschehen, sowie Frühlingszwiebeln. Nicht wundern: Was draußen gesät wird, das benötigt auch seine Zeit, bis etwas Sichtbares aus der Erde erscheint. Selbst bei den folgenden Gemüsesorten, die man etwas wärmer im Frühbeet oder Gewächshaus zieht.

Aussaat im Februar mit Frühbeet, im Gewächshaus oder Tunnel

Nur etwas Schutz und tagsüber warme Temperaturen – die Vorteile von Frühbeeten und Gewächshäusern liegen klar auf der Hand. Ich habe selbst im überdachten Hochbeet 10 Grad und mehr Unterschied zur Außentemperatur gemessen, wenn die Sonne auch nur etwas rausspitzelt.

Darum kann man mit diesem Schutz bereits an die Aussaat im Februar gehen. Dies gilt für Zwiebelsamen (alternativ im Haus vorziehen), frühe Karottensorten, Radieschen, Asiasalat, Spinat, Sommerlauch oder manchen Pflücksalat. Hier gelingt „Brauner Amerikaner“ (auch „Amerikanischer brauner“ genannt, alternativ im Haus vorziehen, was ich je nach Witterung auch mache) bei mir ganz gut zu dieser frühen Zeit im Jahr. Rauke beziehungsweise Rucola kann man ebenfalls unter Schutz im Februar säen.

Als Faustregel, sofern man eine der Schutzmöglichkeiten hat: Alles was für den März zur Aussaat geeignet ist, kann im Frühbeet, Gewächshaus oder unter dem Folientunnel bereits Anfang bis Mitte Februar gesät werden. Bei einem extremen, späten Wintereinbruch kann das allerdings auch mal schief gehen.

Und hier noch meine Tipps für Anfängergemüse im Garten und auf dem Balkon.

Aussaatkalender: Aussaat im Februar
Irgendwann im März in der Vergangenheit… Kurz danach kam vieles ins Foliengewächshaus. Heute haben wir leider nicht mehr so viel Fensterbankfläche. Das geiche ich eben mit Pflanzenlampen und beleuchtete Zimmergewächshäuser aus.

Aussaat von Blumen im Februar

Die meisten Sommerblüher dürfen im Februar noch in den Samentüten verweilen, doch ein paar langsamere Genossen können bereits in die Aussaaterde. Hierzu zählen Löwenmäulchen, Nelken, Begonien und Lobelien. Auch die meisten Mehrjährigen, also Stauden, können jetzt im Februar gesät werden.

Übrigens können auch Kaltkeimer jetzt im Februar gesät werden. Dann am besten gleich in Töpfe, die man draußen etwas geschützt aufstellt. Im Temperaturbereich zwischen -4 und + 4 bekommen sie einen idealen Kältereiz. Mit zu den Kaltkeimern zählt einer meiner Favoriten, die Echinacea. Wobei diese ohne Probleme auch im Haus keimt. Früh gesät blüht sie mit etwas Glück noch im gleichen Jahr.

Es lohnt sich übrigens, Stauden und Einjährige selbst zu säen. Die Auswahl an (bienenfreundlichen) Blühern ist in Form von Samen riesig und der Preis für eine Tüte mit jeder Menge Samen liegt meist unter dem einer einzelnen Pflanze.

Mehr Tipps zur Aussaat von Sommerblühern und Stauden.

Anzucht im Februar und raus ins Foliengewächshaus

Weniger Empfindliches kann nach dem Keimen und bei frostfreien Temperaturen gerne auch nach draußen. Frühe Salat und Kohlrabi zählen hierzu. Sie nehmen dann gerne in einem Frühbeetkasten Platz, oder, meine Variante, im preisgünstigen, aberstabilen Foliengewächshaus. Ganz praktisch, bei wenig Platz oder für Balkonien sind kleine Foliengewächshäuser.

Tipp hier: Ein Foliengewächshaus mit eher grüner Folie hält erfahrungsgemäß gar nicht lange. Nach 2 Jahren ist die Folie durch, abhängig davon, wie lange sie der „zermürbenden“ UV-Strahlung ausgesetzt wird und selbst wenn sie nach der Anzucht abgenommen wird. Zumal es selten Ersatzfolien gibt.

Nützliche Produkttipps für die Aussaat im Februar

Aussaat im Februar in Multitopfplatten
Von Februar bis Oktober könnt Ihr direkt oder vorsäen. Bei Salat, Fenchel, Kohlrabi und Co. finde ich die Vorsaat viel praktischer. Aus den Multitopfplatten zur Anzucht nehme ich immer dann etwas raus, wenn ein Plätzchen frei ist. Ganz praktisch und hilfreich: Zur Abdeckung der Samen Vermiculite oder, wie hier, Perlit verwenden.

Ich liebe meine Multitopfplatten! Die extrem stabilen Aussaatschalen sind bei uns seit Jahren fast rund ums Jahr im Einsatz. Durch das Loch in jedem Anzuchttopf (54) kann man Salatsetzlinge und Co. super herausdrücken. Dazu: torffreie Anzuchterde.

Steckschilder sind mega praktisch und mehrfach verwendbar. Am besten mit Bleistift beschriften. Optional aus Joghurtbecher selbst schneiden.

Aufzuchtstation mit drei Anzuchtschalen, Heizung und Bewässerung. Solche Zimmergewächshhäuser sorgen für ein gutes Mikroklima, dank Deckel.

Ein beleuchtetes Zimmergewächshaus ist bei schlechten Lichtbedingungen in der Wohnung eine sehr gute Lösung. Für weniger Pflanzen in kleiner Ausführung oder großer Ausführung mit Licht und Heizmatte. Auch cool: Ein XXL-Zimmergewächshaus mit dem Ihr sogar in der Küche ganzjährig Kräuter und Salat ziehen könnt.

Frühbeet auch als Minigewächshaus für Terrasse oder Balkon.

Vegtrug – Terrassenhochbeet mit abnehmbarer Gewächshausfolie (Frühbeet und Vorkultur; ganzjähriger Gemüseanbau im Hochbeet!)

Kleines Foliengewächshaus für Balkon & Terrasse.

Gartenfreude Folien Gewächshaus inklusive 8 Regalen 140 x 140 x 200 cm (LxBxH). Das hier hat die erfahrungsgemäß bessere, weil haltbarere Folie. Jenes im Muhvie.de-Garten hat jedenfalls eine optisch vergleichbare Folie und die wird für den Februar zum dritten Mal aufgespannt. Sie hat lediglich 2, 3 Risse an scheuernden Stellen, welche vor dem letzten Abnehmen mit Panzerband repariert wurden.

Wer Platz hat und ein Gewächshaus stellen kann, das man auch nach der Anzucht toll bepflanzt: Ein annähernd 6 m² großes Gewächshaus.

Noch zwei Tipps: Wann man aussät ist natürlich auch wetterabhängig und von der Region. Wer nie vor Mai in Höhenlagen was draußen aussäen kann, der wartet selbstredend lieber etwas. Auch wer Probleme mit wenig hellen Fensterbänken hat, der sollte eher gegen Ende des Monats mit der Aussaat der beschriebenen Sorten abwarten. Zumindest bei jenen, die schneller keimen.

(Text Text enthält Produktlinks, die als Beispiel dienen. Wer über diese Links was kauft, hilft mit, dieses Internetangebot zu finanzieren.)

Text & Fotos © Jürgen Rösemeier-Buhmann

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4 Antworten

  1. Delphine
    | Antworten

    Danke für den Tips. ich habe diese Jahr also probieren, Vermiculit oben zu legen. ich habe aber nur ein kleines Problem: viel Fensterbank gibt es bei mir nicht und die die es gibt sind leider nicht so gut orientiert.. und Temperatur ist auch nicht so stabil (zwischen 16 und 23 Grad abhängig wie Zentralheizung heisst- oder eben nicht)
    ich habe sonst ein „Stauraum“ mit einem Dachfenster, ist aber aktuell dort nur 11,5 Grad da nicht geheizt. kann ich dort was aussäen? und wenn ja was? sonst Knoblauch wollte ich heute draußen pflanzen, hoffe es ist noch ok.

    Grüße aus LB-Kreiz

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Halo Delphine, lieben Dank für das Lob! 🙂 Also wenn die temperatur auch länger mal über 20 Grad ist, dann ist das völlig okay. Da keimen Dir beispielsweise Tomaten schon. Es dauert nur länger. Solche Schwankungen gibt es bei uns aufgrund der Nachtabsenkung der Heizung (schaltet sich ab 1 Uhr ab) auch. Tipp: Lege z.B. Ein paar Zeitungen unter die Anzuchtschalen, das isoliert etwas ab. Bei 11 Grad kommen dagegen keine Tomaten, Paprika oder später Gurken. Das ist für sie zu kalt. Was du machen kannst:
      a) Tomaten auf der Fensterbank keimen lassen und im hellen Stauraum direkt unter dem Fenster weiterwachsen lassen. WENN du die Temperatur auf 15 Grad bekommst. Vielleicht wenn die Tür zum Nachbarraum auf ist? Ich würde – nach dem Keimen – für wärmeliebende Pflanzen so einen kühlen Raum nicht empfehlen.
      b) Du schaffst Dir eine Heizmatte an. DANN kannst du auch die wärmeliebenden Pflanzen in dem Raum keimen und wachsen lassen. Die kleinen Heizmatten für die Anzucht verbrauchen vll 15, 20 Watt und ich lasse meine 12 – 14 Stunden an (Tipp: benötigte Größe und Preise vergleichen. Da gibt es ganz schöne Unterschiede).
      c) Du wartest mit den wärmeliebenden Samen noch ein paar Wochen. Dann genügt das Licht auf der Fensterbank vielleicht.
      d) Kopfsalat, Pflücksalat, Hirschzunge (eher unbekannt aber leckerer Salat z.B. von Dreschflegel) oder Batavia: Keimen bei etwa 12 – 16 Grad, mögen es auch danach etwas kühler. Da ist der Stauraum ideal. Anderes Gemüse kommt in dem Stauraum sicher auch (siehe Text, jene, die Schutz benötigen, aber nicht so viel Wärme).
      Viele Grüße & noch mehr Erfolg! 🙂
      P.S. Ja, Knoblauch geht jetzt bei frostfreiem Boden sehr gut zu stecken. Ich mache immer Kompost mit in die Erde.

  2. Jan
    | Antworten

    Super Tipps! Wir können die Anzucht auch kaum noch abwarten in 2-3 Wochen geht es wieder los!

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Vielen Dank und viel Erfolg! Die nächste Woche werde ich auch so einiges aussäen. 🙂 Paprika, Chili und Auberginen sind schon fleißig am wachsen. Viele Grüße, Jürgen

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