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Tomaten aus Samen selber ziehen: Einfache Anleitung für unverfälschten Genuss

Tomaten aus Samen selber ziehen, Probleme in der Anzcuht und der richtige Umgang mit den Setzlingen: Praxistipps.
Tomaten aus Samen selber ziehen ist gar nicht so schwer und gelingt auch auf einer hellen und warmen Fensterbank selbst dem Anfänger. Eine einfache Anleitung und ein paar Tricks, die die sebstgezogenen Tomaten wirklich gut wachsen lassen und dadurch eine reiche Ernte fast wie von selbst folgt.

Tomaten aus Samen selber ziehen ist nun wirklich nicht sonderlich schwer. Dagegen ist die Vielfalt an Tomatensamen von Spezialisten aus hunderten Sorten im Vergleich zu gekauften Tomaten-Pflanzen oder den Samentüten aus dem Gartencenter unvergleichlich. So, wie auch ihr Geschmack. Überhaupt, der Anbau von Tomaten lohnt sich überall, selbst oder gerade im Topfgarten. Tipps zur Auswahl der Tomatensamen und eine einfache Anleitung, um Tomaten ab Anfang, eher Mitte Februar bis etwa Anfang April – Nachzügler können aber durchaus auch danach ihr Glück versuchen, so bis Ende April (habe ich 2017 mit einer vergessenen Sorte gemacht; war nur wenig in der Entwicklung hinter den anderen) – zu säen. Zudem: Warum man sie „ärgern“ sollte und wie man sie für eine perfekte Saison richtig vorbereitet.

 

Die richtige Wahl der Tomaten, ob Beet, Topf- oder Balkongarten

Im Handel sieht es leider so aus: Wenige Firmen produzieren nur ein paar Sorten. Auswahl, wie richtig guter Tomatengeschmack, Fehlanzeige. 2012 etwa, als Beispiel, habe ich teilweise selbst gezogen, teilweise Bio-Tomatenpflanzen gekauft. Eine nannte sich „Aromatomate“. Ja, es war eine Tomate. Das war es dann aber auch.

 

Ein weiteres Problem: Hybridsorten (gekennzeichnet mit „F1“ oder „F1-Hybrid“) oder sogenannte, „veredelte“ Tomatensorten, aus beiden man keine eigenen Tomatensamen machen. Also, kann man schon, strenggenommen. Aber da wurde gekreuzt oder anderweitig manipuliert, sodass daraus gewonnene Tomatensamen nicht das ursprüngliche Ergebnis erzielen. Dies ist übrigens auch meistens der Fall, wenn man meint, aus Supermarktobst oder -Gemüse Samen zu gewinnen. Fazit für mich: Gekaufte Tomatenpflanzen, Einheitsware aus dem Baumarkt oder Gartencenter und F1-Tomaten sind für mich tabu.

 

Ich mag ja nicht unbedingt den Onlinehandel preisen, aber, leider, ist es die einfachste Methode, um an „gescheite“ Tomatensamen zu kommen. Leidenschaftliche Züchter haben hier wirklich hunderte Tomatensorten zur Auswahl. Sie vermehren sie liebevoll, teilweise sogar in Bioqualität. Es gibt große, kleine, dicke, dünne, grüne (auch wenn sie reif sind), fast rosane, lilane, fast schwarze, sehr frühe bis sehr späte Tomaten, drei Gramm schwere Cocktails und bis einen Kilo wiegende Fleischtomaten, die man und frau aus Samen ziehen kann. Schaut Euch doch einfach mal in den Shops um. Im Garten-Balkon-Genuss-Topfgarten sind derzeit ein paar mehr Sorten geplant. Werden alles was, dann wird wieder fleißig verschenkt.

 

Meine Empfehlungen:

irinas-shop.de,

biogartenbedarf.de hat nur ein paar, fast alles alte (und bio), die ich auch bereits hatte und schätze.

sativa-saatgut.de (alt & bio)

dreschflegel.de (ebenso)

reinsaat.de (ebenso

Michael Schick, Naturerlebnisgaerten.de hat unzählige Tomatensorten, auch sehr viel alte Tomatensorten

Bei solchen Händlern zu bestellen – idealerweise danach, also im Folgejahr die Samen selbst zu gewinnen – sorgt für Artenvielfalt und letztlich auch Geschmack auf dem Teller.

 

Meine persönlichen Sortenempfehlungen

die alle auch im größeren Topf gedeihen und toll schmecken:

 

Auriga (goldgelbe alte Sorte; ein Favorit), Big Rainbow (tolle, gelbe Fleischtomate), Black Krim (schwarz-roter Klassiker, nicht zu spät ernten; top Geschmack und Vielseitigkeit), Black Plum (pflaumenförmig, klein, sehr guter Ertrag, früh und lange tragend, gut im Geschmack, wenn nicht zu spät geerntet), Brad`s Blackheart (ähnlich wie die Krim, Fleischtomate), Brandyvine-Sorten (große, super Tomaten, z.B. Yellow und Red sowie Brandyvine schwarz), Cherokee Purple (eine der coolsten schwarzen Sorten, groß, lecker), Feuerwerk (spät, robust), Florentiner Rippchentomate/Costoluto Fiorentino (Alleskönner), Grünes Zebra (eine meiner Lieblinge; super, wenn sie leicht gelblich wird; für Gäste überraschend 🙂 ), Golden Currant (Wildtomate, kein geizen, trotzdem kompakt, hoher Ertrag an gold-gelben Früchten), Green Giant (weniger Ertrag, aber geniale grüne Fleischtomate), Haubner`s Vollendung (trägt viel, lecker), Ildi oder Sliwowidnij (sehr ertragreiche gelbe Cocktailtomate), Ochsenherz, Paul Robson (wie viele hier: gute Salattomate), San Marzano (gut zum Kochen, mags sehr warm), Sweet Aperitif (sagenhafte Cocktailtomate; für mich die Beste). Beispielhaft sind Shops verlinkt.

 

Auch cool: Dieses Set alter Tomatensorten (20 Sorten à 10 Samen). Enthält viele, die ich mag und ein paar der genannten.

 

Qual der Wahl, auch für den Balkon

Ich mag Cocktailtomaten und viele Topfgärtner bauen diese oder spezielle Balkontomaten (aus dem Baumarkt oder Gartencenter, die für mich einen seltsamen Wuchs haben) an. Der Nachteil ist, gerade wenn man nur zwei, drei Pflanzen aufstellen kann: Der Ertrag ist gering, da diese Tomaten oft nur ein paar Gramm wiegen. Okay, sie schmecken wirklich toll, aber das können auch größere Tomaten. Man muss nur die richtigen Sorten finden. Daher empfehle ich, bei etwas mehr Platz: Normal große – die haben dann 70, 80 Gramm oder mehr – oder richtig große Fleischtomaten, die noch schwerer werden. Das Ergebnis: Wenig Platz oder Pflanzen, aber mehr Ertrag.



Wer genügend Platz hat, sollte am besten verschiedene Tomatensorten anbauen. Von der Cocktail-, über die Salat-, bis hin zur Saucentomate. Schmeckt dann die eine oder andere Tomatensorte besonders gut, dann kann man sich hiervon Samen sichern und baut die nächste Saison eben mehr an. Übrigens: Auch wenn es jetzt eine etwas größere Sorte ist, für viele ein Ausschlusskriterium und ich lese das auch immer in Gartenratgeber -, egal, denn es ist kein Problem, auch diese im Topfgarten anzubauen. Der Topf muss nur groß genug sein, es muss ordentlich Dünger her und die Halterung für die Tomatenpflanze sollte gut und sicher sitzen. Groß genug ist ein Topf ab etwa 20 L Topfvolumen für Cocktails, bitte 30 L oder mehr für „normale“ Tomaten. Ist der Kübel wiederum groß genug, dann dürfen auch 2 Tomatenpflanzen einziehen. 3 in einem 90 L Erde fassenden Topf habe ich auch getestet (2016). Das Ergebnis war nicht so prickelnd, sprich, eine geringere Ernte.

 

In Sachen Balkontomaten gibt es seit einiger Zeit eine Neuheit, die man aber nur aus Samen ziehen kann: Dwarftomaten. Dwarftomaten sind natürlich gezüchtete, kleinwüchsige Tomaten, 1 Meter oder 1,5 Meter maximal hoch, die trotz ihrer Größe einen sehr guten Ertrag ermöglichen. Dieses Jahr werde ich 4 Sorten testen, die bis zu 350 Gramm schwere Tomaten tragen sollen. Na ja, vielleicht lag es am Wetter 2016, jedenfalls waren die getesteten Dwarfsorten auch gering im Ertrag.

 

Letztes Jahr testete ich natürlich klein wachsende Minitomaten. Da gibt es so Sorten wie Windowbox Yellow oder Red, Minibel, Red Robin oder Micro-Tom, die von Natur aus klein bleiben (30 cm +/-). Fazit: Eine Sorte (Windowbox Yellow) ging nicht auf, und da ich die Schilder verloren hatte, weiß ich nicht, ob jetzt Minibel oder Red Robin die bessere im Geschmack war. Beide trugen sehr, sehr gut! Saßen zu 2. in einem Kasten, der etwa 15 Liter Erdinhalt hatte (wie ein Balkonkasten in XXL).

 

Tomaten aus Samen selber ziehen: Die Materialien

So, wenn die Tomatensamen da sind, dann benötigt man noch gute Anzuchterde (Tipp: Anzuchterde Neudorff, Compo hat aber auch sehr gute und ich testete 2017 die Eigenmarke von Toom mit wasserspeicherndem Perlit. Ergebnis: Asolut okay). Anzuchterde, kurz erklärt, ist nährstoffarme Erde, die man benötigt, dass die kleinen Pflanzen in den ersten Wochen ihre Wurzlen gut ausbilden. Kurze Anmerkung zur Anzuchterde siehe unten *.

 

Wer pikieren kann, kann Tomaten nahezu in jedem wasserhaltenden Gefäß aussäen – Tüte darüber (siehe Bild) ist für ein warmes, feuchtes Mikroklima gut. Wer nicht, dann besser sein lassen und Anzuchttöpfe und Anzuchtschalen mit Deckel, Zimmergewächshäuser genannt, für ein gutes, feuchtes Mikroklima verwenden. Anzuchttöpfe, das sind kleine aus Torf – es gibt auch torfreduzierte, ist umweltfreundlicher – oder aus Zellulose gepresste Töpfchen, die für die Anzucht ideal sind. Die Anzuchttöpfe werden übrigens später mitsamt der Pflanze in die Töpfe gepflanzt.

 

Wer lediglich ein paar Pflanzen vorzieht, kann die meist im Baumarkt nur erhältlichen, runden Anzuchttöpfe verwenden. Ich favorisiere die eckigen, die es in den Maßen 5 x 5 und 6 x 6 cm Größe gibt. Ich hatte die ganze Zeit 6 x 6er, doch die benötigen bei etwa 300 Setzlingen (von Tomaten bis vorgezogene Sommerblumen) jede Menge Platz. Die 5 x 5er haben sich für mich daher bewährt. Es gibt sie auch noch in 4 x 4. Doch die sind echt klein und die Pflanzen kommen hier im wahrsten Sinne des Wortes schnell an ihre Grenzen. Getestet und für nicht sonderlich praktisch befunden. Tipp: ollten die Anzuchttöpfe mal schimmeln, das ist halb so wild. Bei mir hat der Schimmel in all den Jahren nie den Pflanzen geschadtet und irgendwann ist er auch verschwunden.

 

Seit Jahren setze ich auf die genannten Zimmergewächshäuser mit Deckel. Diese bestücke ich mit Anzuchttöpfen Beispiel (online ist leider billiger wie der Handel) diese torffreien Anzuchttöpfe: 144 Anzuchttöpfe von Romberg. Die Größe der Anzuchttöpfen ist 5 x 5 cm. Hiervon passen 28 in das zuvor verlinkte Gewächshaus. Mehr aussäen und Platz vorhanden? Dann ist das große Zimmergewächshaus praktisch. Zumal der Deckel höher ist, somit die Pflanzen länger mit diesem gezogen werden können.

 

Es gibt dann auch noch sogenannte Quelltöpfe aus Kokos, aber die sind nicht so mein Fall. Ich finde, die Pflanzen wachsen in Anzuchterde besser. Aber vielleicht ist das auch nur subjektiv. Was nicht subjektiv ist: Sie stehen nicht so kompakt in Anzuchtschalen/Gewächshäuser.

 

Auch gut für die Aussaat von Tomaten und Co.: Die untere Hälfte von Eierkartons, die man dann einfach in eine ausreichend große Tüte stellt. Großer Nachteil: Sie schimmeln noch schneller, als oben genannte Anzuchttöpfe (oder Quelltöpfe), zumindest nach meinen Erfahrungen.

 

Zum Tomaten selber ziehen ist jetzt nur noch ein warmer, heller Fensterplatz nötig. 20 Grad sollten es schon mindestens sein, damit die Samen auch gut und schnell keimen.

 

Tomaten aussäen: Die Anleitung

Tomaten aus Samen selber ziehen
Ich mag diese Anzuchttöpfe. Auch wenn sie dazu neigen, etwas Schimmel anzusetzen was der Pflanze nicht schadet und irgendwann auch wieder vergeht… Diese werden bis einen fingerbreit unter dem Rand mit Erde gefüllt, andrücken, gut wässern, je ein (!) Samen mittig platzieren und leicht abdecken. Entweder mit Anzuchterde oder, mag ich auch gerne, mit Vermiculite. Nochmals andrücken ein wenig Wasser daraufgeben und abwarten.

 

Zum Tomaten aussäen selbst. Füllt die Gefäße oder Anzuchttöpfe bis höchstens einen Zentimeter unter den Rand mit Erde. Gut andrücken und dann angießen. Bevor die Tomatensamen aufgelegt werden anzugießen verhindert, dass die armen Minisamen beim späteren Angießen kreuz und quer in den Töpfen umherschwimmen. Meist werden sie dann an den Rand der Anzuchttöpfe gespült und wachsen eher schlechter, da ihnen der Halt fehlt. Die Erde sollte feucht sein, aber nicht richtig nass.

 

Bei Anzuchttöpfen zum Tomaten selber ziehen nun je fünf oder sechs Zentimeter großem Topf einen Samen auflegen. Bei einem größeren Behältnis zum Aussäen auf einer Fläche ist etwas Abstand, so zwei, drei Zentimeter zwischen dem Tomatensamen für das spätere Pikieren hilfreich. Wie dies dann aussehen sollte, das zeigt ein Bild im Beitrag zum Auberginen aussäen.

 

Mein Tipp, um später zu wissen was man denn da gesät hat: Sorte für Sorte die Tomaten aussäen und mit Steckschildern beschriften. Streifen aus alten Joghurtbechern zu schneiden genügt allerdings auch, statt gekaufte Steckschilder zu verwenden. Ich verwende zur Beschriftung einen Bleistift, welcher selbst durch Sonneneinstrahlung erfahrungsgemäß am längsten lesbar ist. Wasserfeste Stifte indes sind irgendwann verblast. Den Bleistift kann man nach der Saison einfach abreiben (Tipp: Feuchtes Mikrofasertuch) oder abradieren und die Schilder im nächsten Gartenjahr wieder verwenden.

 

Sind die Tomatensamen gesät, dann lediglich mit wenigen Millimetern Aussaaterde bedecken, nochmals andrücken, sehr gut angießen (danach nur noch wirklich bei Bedarf) und dann geht es auf die Fensterbank. Nach gut 10 Tagen, je nach Temperatur und Sorte, erscheinen die ersten selbstgezogenen Tomaten. Sind die Bedingungen optimal, dann erscheinen sie auch früher. Die Keimtemperatur sollte auf jeden Fall über 20 Grad liegen.

 

Wenn die Tomaten gekeimt sind

Tomatensetzlinge umtopfen
Es geht auch schon früher, doch, als das Foto 2017 entstand, war vorher keine Zeit, die Tomaten umzutopfen. Das ist aber auch nicht so dramatisch, denn, wie man sieht: Sie war gut entwickelt. 1, 2 cm Erde in den Topf und dann die Tomate beim um- oder eintopfen entsprechend tiefer setzen. Tipp: Setzt man die Tomatensetzlinge so spät in die Töpfe, sehr schwach verdünnter Flüssigdünger, vielleicht ein Esslöffel auf 1 L Wasser geben und damit gießen. Eine Notlösung, die funktioniert.

Sind die Tomatensetzlinge etwas gewachsen und die ersten richtigen Blätter ausgebildet und haben schöne Wurzeln gebildet (siehe vorheriges Bild), dann kommt der nächste Schritt: Dann werden die Tomaten in größere Töpfe gepflanzt. Und zwar tiefer als sie vorher gewachsen sind. Ich nehme 9er Plastiktöpfe, die ich seit Jahren sammle. Gute Erde rein – Pflanz-, Blumen- oder Gemüseerde -, die Tomatensetzlinge darin ein paar Zentimeter tiefer setzen als zuvor, Erde auffüllen und angießen. Tiefer setzen verhindert das Vergeilen etwas, und, viel wichtiger, es sorgt dafür, dass die Tomatenpflanzen oberflächennahe Wurzeln bilden. Die kommen direkt aus dem mit Erde aufgefüllten Haupttrieb der Tomatenpflanzen. Dieser Umstand sorgt für eine optimale Versorgung mit Wasser wie mit Nährstoffen. Sie wachsen so einfach viel, viel besser, Grundvoraussetzung für eine reiche Ernte.

 

Dieses Tiefersetzen der selbstgezogenen Tomatenpflanzen macht man übrigens ein zweites Mal. Dann, wenn sie etwa Mitte Mai gepflanzt werden. Es sei denn, es sind gekaufte die veredelt wurden. Deren Veredelungsstelle muss immer über dem Boden sein. Früh gezogene Tomaten kann man gerne, wenn sie in den 9er Töpfen richtig gut gewachsen sind, nochmals weitertopfen. Dann in etwa 12 oder 13 cm große Töpfe.

Tomaten selber ziehen und Setzlinge umtopfen.
Tomaten selber ziehen und Setzlinge umtopfen.

 

Noch ein Tipp zur Fensterbank. Langt einfach mal darauf. Ist die aus Stein und eiskalt? Das kann eine Kältebrücke von außen sein. Dann würde ich empfehlen, dass man zum Tomaten selber ziehen einfach etwas Isolierendes darunter legt. Eine alte Zeitung leistet hier schon hervorragende Isolierarbeit. Sind die Pflanzen bereits etwas größer, dann macht diese Kältebrücke aber nichts mehr. Ach, und: Das Gießwasser sollte auch nicht so kalt sein wie aus einem Gebirgsbach. Mein Gießwasser steht immer griffbereit auf der Fensterbank. Dann ist es etwas vorgewärmt.

 

Und schließlich noch Tipps zum Licht: Die Tomaten sind erfolgreich gekeimt, doch sie werden lang und dürr? Dann stimmt das Licht-Wärme-Verhältnis nicht. Der Hintergrund ist einfach erklärt. Tomaten benötigen viel Wärme aber auch viel Licht. Stimmt die Lichtmenge nicht und ist es zu warm (etwa mehr als 20 Grad), dann wachsen sie auf der Suche nach diesem in die Höhe. Aber das ist ungesund und wird vergeilen oder Geilwuchs genannt. Im Normalfall endet das mit dem Absterben der Pflanzen.

 

Auch meine guten Fensterbänke und beleuchteten Anzuchtstationen sind irgendwann alle belegt. Der Trick: Hat man eine helle Fensterbank, die nicht so warm ist, dann die Tomaten hierher stellen, wenn sie gekeimt sind. Aufgrund der fehlenden Wärme wachsen sie nun zwar etwas langsamer, dafür gesund und kräftig. Etwa ein Ost- oder Westfenster mit Raumtemperaturen von etwa 14 – 17 Grad, beispielsweise im nicht so kalten Treppenhaus oder im unbeheizten Schlafzimmer, Wintergarten, dem spärlich beheizten Dachboden, aber mit großem Fenster, usw. Im Zweifelsfall und wenn bei Euch nicht soo ideale Bedingungen herrschen: Lasst Euch nicht verrückt machen von all den Tomaten-Fans in den diversen Facebook-Gruppen! Wenn Ihr meint, dass Ihr eine einfach zu warme und dunkle Hütte habt oder schlechte Erfahrungen bereits gemacht habt, dann fangt lieber etwas später an. Abhilfe schaft hier aber auch Kunstlicht. Mehr hierzu weiter unten.

 

Tipp: Tomaten & Co. selber ziehen – Rund-um-Sorglos-Paket

Wenn Ihr eine Wohnung habt, die dunkel wie ein Kellerverlies ist, Ihr einfach das Einrichtungskonzept nicht mit den „unschönen“ Anzuchttöpfen und Zimmergewächshäusern „zerstören“ wollt, noch dazu auf ganz Nummer sicher gehen wollt oder richtig spät dranseit: Wie wäre es mit dem Zimmergewächshaus mit Vollausstattung? Große Schale, hoher Deckel, geniales Licht, Zeitschaltuhr und optional zu nutzende Heizmatte? Ich liebe dieses Zimmergewächshaus, das Romberg Maximus Complete 3.0! Es hat ebenfalls maximal 77 Stellplätze, macht es selbst in dunklen Räumen taghell für die Pfänzchen, ist einfach genial. Ich besitze den Vorgänger bereits seit 2 Jahren, dieses Modell seit diesem Winter und bin absolut begeistert.

 

Pflanzen „ärgern“, zu dunkel, gießen und so, nach dem Keimen der Tomatensamen

Tomaten aus Samen selber ziehen, der richtige Umgang mit den Setzlingen: EIne Anleitung
Gleiche Sorte und Aussaattag. Die „geärgerte“ Tomate ist die deutlich kräftigere im braunen Topf.

Erste Pflicht für alle, die Tomaten auf der Fensterbank selber ziehen: die Erde nie austrocknen lassen, daher: Täglich kontrollieren. Ist der Samen am Keimen und trocknet nur ein einziges Mal aus, ist Schluss mit lustig und das Pflänzchen stirbt. Nicht mehr ganz so schlimm ist es, wenn die Tomatensamen bereits gekeimt sind. Wenn möglich sollte aber auch dann die Erde nie austrocknen. Vorsichtig gießen ist hier dann angesagt. Am besten geht das mit einer Wasserflasche, auf die man den Daumen hält. Leichter geht es mit einem speziellen, wirklich sehr guten Gießaufsatz für die Aufzucht, der wohldosiert, mit ganz feinem Strahl Wasser abgibt. Alternativ: Der alte Aufsatz einer leeren Spüliflasche. Dieser passt prima auf eine Plastikflasche. Plastik, da ihr etwas drücken müßt, damit Wasser herauskommt. (2 Gießaufsätze mit 100 Steckschildern im praktischen Set).

 

So, die selbstgezogenen Tomaten sind gekeimt, wachsen, bilden schnell die ersten Blätter. Dies sind die Keimblätter, über die es das „erste Futter“ via Photosynthese gibt. Ab jetzt kommt die Anzuchterde ins Spiel. Da sie so nährstoffarm ist, wachsen die Wurzeln optimal. Schnell sieht man sie auf der Unterseite der Anzuchttöpfe herausschauen. Bis sie in größere Töpfe kommen ist das aber kein Problem. Da sind wir aber wieder beim Gießen. Denn werden die Töpfchen wirklich richtig trocken, dann trocknen auch die Wurzeln aus. Und das gefällt der kleinen Tomate so überhaupt nicht. Eines der vielen Argumente übrigens für Zimmergewächshäuser mit Deckel. Sie halten die Feuchtigkeit bestens im Innern.

 

Apropos besseres Wachstum der kleinen, selbstgezogenen Tomatenpflanzen. Den Trick habe ich von einem englischen Gärtner, zunächst sehr skeptisch, habe ich ihn probiert. Und er funktionierte: Die Tomatenpflanzen sollte man zwei, drei Mal am Tag „ärgern“. Ja richtig. Man sollte sie einfach mehrmals mit dem Zeigefinger leicht schütteln, dann wachsen sie besser. Sie werden kräftiger und größer. Was ich mir nicht erklären konnte, aber auch sonst nirgends las, hat mir ein Agraringenieur erklärt. Durch die Bewegung – geht auch wunderbar mit dem Ventilator – entstehen Mikrorisse in den Zellwänden der Triebe, die die Pflanze mit Lignin auffüllt. Lignin sorgt beispielsweise bei Bäumen für die Verholzung der Zellen, somit letztlich für Stabilität zuständig. Und eben das machen auch Tomaten. Sie schütten den magischen Stoff aus und werden so stabil und kräftig. Dass das Ärgern wirklich funktioniert, das sieht man an dem Bild mit den vier Tomatensetzlingen. Arg skeptisch, habe ich es zunächst an einer Pflanze probiert (links im Bild) und es funktionierte. Das Ärgern funktioniert auch bei allen anderen selbstgezogenen Pflanzen (ich mache es auch an Paprika, Chili, Auberginen) und wird das mit dem Ventilator gemacht, dann diesen einfach für ein paar Minuten mit gebührendem Abstand auf die Pflanzen richten.

 

Selbst gezogene Tomaten schießen in die Höhe? Abhilfe

Gibt es für die Pflanzen partout keinen ausreichend hellen Platz am Fenster oder die Wohnung bietet den Pflanzen einfach keine deutlich kühlere und helle Fensterbank, dann wachsen sie mit dünnen Stängel Richtung Licht. Man nennt das auch vergeilen. Dem kann man aber noch anders Abhilfe schaffen.

 

Hier empfielt sich dann der Einsatz spezieller Wachstumslampen, die es als LED, Energiesparlampen oder als Leuchtstoffröhre gibt. Die Lampen müssen Tageslichtlampen sein und eine Angabe in Kelvin zwischen 5.400 K (für kelvin) und 6.500 K haben. Dann sind sie für die Pflanzenaufzucht geeignet. Gerade als LED gibt es die Wachstums- oder Tageslichtlampen energiegünstig schon um die 15 Watt. Infos zu den Wachstumslampen in meinem Artikel zur Pflanzenbeleuchtung. So jedenfalls kann man prima seine Tomaten auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen und auch in einem dunklen Raum oder irgendwo im Wohnzimmerregal aussäen und gesund wachsen lassen.

 

Mein Tipp für ein paar wenige Pflanzen in der Anzucht: Es reicht auch eine Schreibtischlampe (die auf dem Foto gibt es hier) völlig aus.

 

Tomaten selber ziehen, abhärten, frische Luft genießen und Pflanzen

Etwa Mitte März baue ich immer mein Foliengewächshaus (aktuell zum Schnäppchenpreis) auf. Dort werden direkt Sommerblumen gezogen (Ausnahme: 2018 und das Haus wird erst in der letzten Märzwoche stehen) und, sofern die Temperaturen passen, dürfen die Tomaten auch dort tagsüber einziehen, spätestens im April. Manchmal haben wir ja dann bereits richtig schöne Temperaturen, die im (Folien-)Gewächshaus noch viel höher sind. Wenn es nachts noch kalt wird, kalt heißt im Gewächshaus deutlich unter 15 Grad!, dann kommen sie wieder auf die Fensterbank. So Foliengehäuser haben den Vorteil, dass sie wirklich gut die Sonne einfangen und nachts noch etwas Schutz bieten.

 

Wird es im April richtig gemütlich draußen, dann können die Tomaten unter Umständen ganztags auch hier oder im unbeheizten Gewächshaus verbleiben.

 

Wer kein solch ein Gewächshaus sein Eigen nennt, nicht weiter schlimm. Nur: Irgendwann solltet Ihr mit dem Abhärten der Tomaten beginnen. Tagsüber auf den Balkon stellen ist da super:

Tipp 1: NIE gleich in die Sonne! Die das Zimmerlicht gewöhnten Mimosen verbrennen Euch sofort! Die Folge reicht bis zum Totalausfall.

Tipp 2: Mit einer Stütze – etwa ein Schaschlikstab und etwas locker drumherum geknotete Schnur – lässt die Schätzchen nicht wie Fahnen im Wind wackeln und schlimmstenfalls abknicken.

Tipp 3: Während dieser Frischluftkur weder austrocknen lassen (morgens am besten immer gießen), noch in kühlen Nächten draußen vergessen!

Alles Tomate - Mein Praxishandbuch für das erfolgreiche Tomatenjahr. Vom Tomaten selber ziehen über Ausgeizen und natürlich düngen
„Alles Tomate!“ – Mein Praxishandbuch für das erfolgreiche Tomatenjahr. Von der Anzucht über die bestmögliche Pflanzung im Beet und auf dem Balkon, was tun bei Problemen, richtig pflegen und natürlich düngen.

Ob Gewächshaus oder freistehend: Immer die (Nacht-)Temperaturen im Auge behalten. Die Foliengewächshäuser gibt es übrigens auch in klein für den Terrassen- und Balkongärtner. Tipp: Ob groß oder klein, nach dem Frühjahr die Folie abnehmen, das lässt sie länger leben.

 

Was man dann weiter mit den Tomatenpflanzen macht, warum sie sich so toll für den Topf- und Balkongarten eignen und wie man gerade Letzteren auch im Topf guten Halt verleiht, das verrät der Warum sich ein Topf- oder Balkongarten lohnt: Geliebte Tomaten.  Weitere Informationen rund um die erfolgreiche Anzucht von Tomaten habe ich hier mal in mein Tomatentagebuch, von der Anzucht bis zum Pflanzen zusammengefasst.

 

Wer diese ganzen Tipps beachtet, kann ganz einfach Tomatenpflanzen selber ziehen. Und, so nebenbei: Die späteren Tomaten schmecken einfach nochmal viel, viel, viel besser als Gekaufte. Also, sowohl die gekauften Tomaten, als auch die Früchte  von den allermeisten gekauften Tomatenpflanzen. Gleich welche Sorte 😉

 

„Alles Tomate!“ Mein Praxishandbuch für alle Tomatengärtner

 

„Alles Tomate! Natürlich & einfach zu tollen Tomaten aus dem Beet & Topfgarten“ ist sozusagen „druckfrisch“. Mein kompakter Ratgeber gibt viele Tipps und verrät meine Tricks für bestmöglichen Erfolg durch das ganze Tomatenjahr. Anfänger wie Fortgeschrittene finden in dem kompakten Ratgeber alles Wichtige, um, ganz natürlich und von der Anzucht über die Pflanzung, mittels natürlicher Dünger und dem richtigen Schutz vor Krankheiten, jede Menge schmackhafte Tomaten zu ernten.

 

Das kleine Buch habe ich als eBook im Eigenverlag veröffentlicht. Dieses ist nicht nur auf dem Kindle, sondern auch am PC, auf dem Smartphone oder Tablet mit kostenloser, auf der Seite zum Download parat stehender App lesbar. Zudem ist der Tomatenrageber als praktisches Taschenbuch erhältlich. Download für alle digitalen Endgeräte und Buchbestellung unter „Alles Tomate!“.

(die Amazon-Links sind eingefügt, da die empfohlenen Produkte sinnvoll und gut sind. Die Verlinkung bringt dem Blogbetreiber eine kleine Einnahme, um diese Seite zu finanzieren…)

 






Text & Bilder: © Jürgen Rösemeier-Buhmann

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74 Antworten

  1. Nina
    | Antworten

    Echt klasse, vielen lieben Dank. Alles umsonst, obwohl du Geld damit verdienen könntest. Ich werde wohl in das Taschenbuch investieren.

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Nina, danke für das Lob! Das eBook ist nur im Rahmen des Kindle Unlimited-Abos kostenlos. Als normales eBook, dass man ja auch ohne einem Reader mit der kostenlosen Software auf dem Rechner, dem Tablet oder Handy lesen kann, nicht. 🙂 Das Internetangebot des Blogs ist in der Tat kostenlos. Ich will ja auch die Menschen zum Gärtnern animieren. 🙂 Liebe Grüße, viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg mit phantastischen Tomaten, Jürgen

  2. David Nuber
    | Antworten

    Hallo Jürgen,
    Ich habe in meinem kleinem Garten einen riesigen Stock Tomaten dieses Jahr, mindestens 120+. Nun habe ich 2 Tomaten bisschen überreift und die Kerne entfert anschließend gabe ich sie getrocknet (1 Tag in der Sonne). Nun wollte ich fragen ob das so in Ordnung ist oder ob es verbesserungsvorschläge von dir gibt?
    Oder gibt es einen komplett anderen Ansatz?

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo David, genau richtig so! Ich packe meine Samen anschliessend immer in einen Briefumschlag. Sorte draufschreiben und möglichst kühl aber trocken lagern. Viel Erfolg mit der nächsten Aussaat! Liebe Grüße, Jürgen

  3. joe
    | Antworten

    Danke für den informativen Artikel, aber was in Gottes Namen ist „Bio-Qualität“ bei Tomaten (-Samen)???

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hey Joe, danke für das Lob! Es gibt sie, die Tomaten(-Samen) in Bio-Qualität. 😀 Und wenn es die Wunschsorte in bio gibt, dann greife ich da zu. Schließlich sind meine auch komplett biologisch gezogen/angebaut, etwa dank der selbst hergestellten Jauchen. Warum bio? Generell habe ich die Erfahrung gemacht, dass Biosaatgut zu einem meist besseren Ergebnis führt, etwa zu einer besseren Keimquote, höheren Ertrag oder gesünderen Pflanzen. In meinen Anfängerzeiten habe ich nicht sonderlich auf „bio“ geachtet. Später, als es vorzugsweise Saatgut aus biologischem Anbau sein sollte, war und bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Gleich, ob bei Tomaten oder anderem Grünzeug. Vielleicht mag das auch ein wenig subjektiv sein, jedenfalls kann man die meist kleinen Biosaatguterzeuger nicht genug unterstützen. Alleine weil sie für mehr Sortenvielfalt sorgen (bestes Gegenbeispiel: Baumarktsaatgut von großen Firmen mit wenig Auswahl), diese gezielt erhalten. Viel Erfolg mit deinen Tomaten!

    • Tanja
      | Antworten

      Lieber Jürgen, danke für Deinen gut geschriebenen und informativen Blog. Ich dieses Jahr das erste Mal nach Deiner Anleitung Tomaten selbst gezogen und jetzt wachsen sie mir über den Kopf und tragen wie blöd. Ich freu mich schon, wenn sie endlich reifen. Danke noch einmal für Deine Hilfe bei der Aufzucht

      • Jürgen Rösemeier-Buhmann
        | Antworten

        Liebe Tanja, vielen Dank für die lieben Worte! <3 Es freut mich, dass die Aufzucht gelungen ist und Dir die Tomaten über den Kopf wachsen. 🙂

  4. Frank
    | Antworten

    Hallo Jürgen, hast du die Fleischtomate ‚Tschernij Prinz‘ schon mal versucht? Oder kannst du was vergleichbares empfehlen? Die Tschernij Prinz wird von vielen hoch gelobt.

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Frank, leider habe ich diese Sorte noch nicht ausprobiert. Aber: Viel davon gehört. Da es ja soooo viele tolle Sorten gibt, kann ich die, nach der Beschreibung sehr ähnliche Cherokee Purple empfehlen. Trägt gut, sieht sehr ähnlich aus und schmeckt traumhaft. Wenn es goldgelb mit einem Hauch orange-rot sein darf, dann ist die Big Rainbow eine weitere Alternative. Kleiner: Die Black Krim. Alle drei gehören zu meinen Favoriten. Eine leckere Tomatensaison wünsche ich! 🙂

  5. arthur
    | Antworten

    hallo!
    tolle tips,vielen Dank!
    Wie muss denn die erde beschaffen sein für das umpflanzen nach der keimung? noch mal anzuchterde?
    oder schon gedüngt/kompost?
    Liebe grüsse!

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Arthur,
      lieben Dank! Oh, habe ich das vergessen zu erwähnen? Gleich mal nachlesen und eventuell ergänzen… Du pflanzt die Tomaten dann weiter in ganz normale Pflanzerde. Den enthaltenen Dünger können die Kids jetzt sehr gut brauchen. 🙂 Viele Erfolg!

  6. Bine
    | Antworten

    Hallo,
    habe meine Tomaten vor 4 Wochen gesät. Sind auch schnell sichtbar geworden. Ab wann bilden sich die nächsten Blätter?
    Habe Angst den Zeitpunkt des Umtopfens zu verpassen. Und sollen sie erst ab dann geärgert werden?
    Liebe Grüße und Danke für die Seite

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Huhu Sabine,
      die nächsten Blätter sollten sich jetzt zeigen, aber, wie immer, ist alles abhängig von den individuellen Bedingungen. Ich tippe mal, dass du die Tomaten recht kühl stehen hast? Mit dem „Ärgen“ kannst du ruhig so langsam loslegen. Das schadet nie 🙂
      Lieben Dank für dein Lob! <3
      Und ein erfolgreiches Tomatenjahr wünsch!
      Jürgen

      • Bine
        | Antworten

        Hallöchen nochmal,
        nein kühl stehen sie nicht. Stehen in unserem bewohnten (also normal geheizten)Wintergarten mit geschlossen Dach.
        So Wohnraumtemperatur und Licht von allen Seiten und von oben durch ein Veluxfenster.
        Aber sie sind auch noch nicht so hoch ca. 4cm.
        Auch dir eine gute Ernte. Ich habe übrigens zum dritten Mal bei Dreschflegel die Sorte „siebirisches Birnchen“ gesät. Kann ich wärmstens empfehlen.
        Liebe Grüße

        • Jürgen Rösemeier-Buhmann
          | Antworten

          Huhu Bine,
          ah, bei so guten Lichtbedingungen stehen sie natürlich optimal! Und lieben Dank für den Tipp! Die Sorte höre ich nicht zum 1. x. Muss ich mir mal merken. Für dieses Jahr habe ich in den letzten Tagen aber bereits 30 Sorten gesät:-)

  7. Wilde Hilly
    | Antworten

    Ich habe seit Jahren viel Erfolg mit Smoothie-Bechern aus durchsichtigem Kunststoff mit passendem Dom-Deckel. Der Deckel ist mit einem großen Loch versehen, so dass Luft rein und Feuchtigkeit entweichen kann. Wenn man Qualitäts-Aussaaterde benutzt, schimmelt nichts an und die Becher sind stabil genug fürs Waschen und Wiederverwenden. Ein tolles Mini-Gewächshaus! Meistens muss ich nur ein einziges mal anfangs anfeuchten und nachher nicht mehr, bis sie den Deckel sprengen.
    Weil die Becher lebensmittelecht sind, habe ich keine Angst, dass sie in ihrem kurzen Einsatz ungesund sein können. Und mittlerweile gibt es kompostierbare Smoothie-Becher.

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Prima Idee, Wilde Hilly!
      Ja, das mit dem (Mini)Gewächshaus und der Feuchtigkeit… Während ich die offen stehenden Pflanzen bereits locker 3 x gewässert habe, sind die im Zimmergewächshaus noch gut feucht, da kaum was verdunstet.
      LG!

  8. Heike
    | Antworten

    Danke für deine gute Anleitung. Als erstes habe ich deinen Rat befolgt und diesmal meinen Samen bei irinas-shop.de bestellt. Das aufziehen hat eigentlich auf der Fensterbank immer funktioniert, Ich pflanze sie später in große Töpfe ( 90 Ltr viereckige Speissfässer) und stelle sie an einem Platz wo sie auch bei Regen geschützt sind. Meine Frage: oft wird die Schale sehr hart oder die Früchte bekommen später braune Flecken. Ich hatte aber auch immer „normalen“ Samen gekauft as dem Baumarkt. Dünger: die ERde mische ich Pferdemist (aus unserm Stall) und später benutze ich flüssigen Tomatendünger. Die Ernte war im letzten Jahr sehr reichhaltig, aber wie gesagt oft mit harter Schale und später teilweise mit braunen Flecken.
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
    Danke und liebe Grüße Heike

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Heike! Lieben Dank für das Lob! Hm, es können natürlich die Sorten gewesen sein und deine Beschreibung der harten Schale erinnert mich irgendwie an die namenlosen Treibhaustomaten. Wobei es auch unter den alten Tomatensorten manche mit sehr harter Schale gibt. Ohne, dass da jetzt irgendein Mangel bestünde… Ich bin gespannt, wie deine Erfahrungen dieses Jahr sein werden. Die harte Schale kann (muss aber nicht) auch aufgrund von Wassermangel entstehen bzw. bei sehr großer Hitze. Aprospos Wasser- oder Nährstoffmangel… Sind die braunen Flecken auf der Unterseite, also dort, wo die Blüte ursprünglich saß? Das wäre dann Blütenendfäule. Diese kann – bei manchen Sorten mal mehr, andere sind nicht so empfindlich – durch den Wassermangel/sehr große Hitze/Nährstoffmangel kommen. Der fehlende oder nicht aufgenommene Nährstoff wäre Kalzium. Infos hierzu liest du hier: http://www.muhvie.de/meine-tomate-ist-krank-bluetenendfaeule-ursachen-und-beseitigung/ Liebe Grüße und viel Erfolg!

  9. Marco
    | Antworten

    Danke. Super Tipps!

    Wir haben auf dem Wochenmarkt unglaublich tolle Tomaten entdeckt, Kilopreis bei knapp 20 €. Hast du noch was parat, um aus den Kernen Zucht fähige Samen zu zaubern?

    Der Marco

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Marco,
      hui, das ist aber ein stolzer Preis! 🙂 Na ja, wenn das eine richtige Tomatensorte ist, also keine von einem veredelten Strauch beispielsweise, dann ist das ganz einfach: http://www.muhvie.de/tomaten-samen-nicht-nur-aus-alten-tomatensorten-gewinnen/ Aber: Nicht enttäuscht sein, wenn das Ganze nichts wird. Es kann sein, dass die mehr oder minder weitgereisten Früchte hierzulande nicht gedeihen. Die Samen haben quasi die Umgebungsbedinungen „abgespeichert“ und könnten auf Deine Anbaubedingungen recht zickig reagieren… Ich hatte da schon Peck mit einer traditionellen mallorquinischen Sorte. Aber: Versuch macht Kluch. 🙂 Viel Erfolg!
      P.S. A. Marketing ja, aber nicht einfach so 😉

  10. Julian
    | Antworten

    Hallo Jürgen,
    ein sehr gelungener und detaillierter Beitrag für ungeübte Tomatenzüchter. Ich habe letztes Jahr auch versucht Tomaten aufzuziehen, habe jedoch den Fehler begangen, dass ich die Keimlinge zu früh der prallen Sonne ausgesetzt habe und sie dadurch verbrannt sind. Jetzt will ich es dieses Jahr vermeiden, dass dies nochmal passiert. Ab wann kann man denn die Pflanzen ohne Bedenken auf die Terrasse stellen? Zur Zeit stehen sie in einem sehr hellen Dachgeschosszimmer, wo es auch gern mal ein bisschen wärmer werden kann, wenn es draußen schön ist. Keimblätter sind bereits vorhanden.
    Vielen Dank schonmal und Grüße

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Julian! Vielen lieben Dank für Dein Lob! 🙂 Ich würde Tomaten in diesem frühen Stadium noch nicht rausstellen. Ich persönlich lass das junge Grünzeug erst nach dem Umtopfen mit mindestens einem echten Blattpaar an die frische Luft. Aber auch nur dann, wenn der Thermometer mehr als 15 Grad zeigt. DANN aber bitte auch erstmal in den Schatten, den du dir zur Not selbst machen kannst, etwa mit einem Stück Karton, dass du irgendwo fixierst. Dahinter kann sich das junge Gemüse gut vor den zunächst zu intensiven Sonnenstrahlen verstecken. 😉 Das muss dann auch nicht jeden Tag sein; passt es bei dir oder mit dem Wetter nicht, dann ist der Freigang eben ausgefallen. Und wenn du siehst, dass sie sich draußen tagsüber wohlfühlen und weiter entwickelt sind, dann, allmählich, darf es auch die Sonne sein. Aufpassen wegen Austrocknen der Töpfe. Gutes Gelingen! 🙂

  11. Sabine
    | Antworten

    Hallo Jürgen,

    ich habe dieses Jahr auch zum ersten Mal Tomaten selber ausgesäht. Sonst habe ich fertige Pflanzen beim Biogärtner erstanden. Aber in diesem Jahr hat mich der Ehrgeiz gepackt. Soweit so gut. Die Samen sind auch alle schön aufgegangen, es haben sich schöne Pflänzchen gebildet alles gut. Seit letzter Woche beobachte ich aber, dass sich die Blätter verändern. Die Pflanzen sind beim 4. Blattpaar. Nun werden aber die unteren nach und nach gelb. Ich habe angst, dass mir die Pflänzchen eingehen. Sollte ich den Pflanzen etwas Dünger gönnen? oder gieße ich vielleicht zu viel? Ich bin etwas verzweifelt.

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Sabine! Wo drin sitzen die jetzt? Hast du die schon eingetopft in normale Erde? Das sollte an Düngung eigentlich genügen… Und: Was für Blätter genau werden gelb? Wenn es nur die Keimblätter sind, dann ist das nicht weiter schlimm. Die sterben immer irgendwann ab. Magst mir mal ein Bild schicken oder am besten auf Facebook posten?

  12. Donna
    | Antworten

    Hallo Jürgen!
    Vielen dank für diese wirklich gelungene einfache Beschreibung! Ich bin begeistert u habe dich gleich bei mir im pinterest gepostet. Auch ich habe da noch ne Frage: meine Tomaten habe ich dieses Jahr schon Mitte Februar gesät u dementsprechend sind sie nun gewachsen. Wir haben einen Wintergarten der zumeist innen im schnitt um die 12° wärmer als draussen ist. Dort ist es sehr hell u ich wollte die Tomatenpflanzen dort auf die Fensterbank stellen. Ist es dort zu kalt? Also es kommt ja immer auf die Außentemperatur an, Frost wird es keinen im Wintergarten geben. So können die Tomaten auch für draussen schon Abhärten, oder?!
    Herzlichen dank u viele grüße von Donna

    PS: ein Klasse Beitrag! Weiter so!!!

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Donna, lieben Dank für das Lob und das Verlinken! 🙂 Deine Tomatne können da natürlich rein, ab einer gewissen Größe, erst Recht bei diesem Wetter in Deutschland. 🙂 Selbst wenn es dann 0 Grad draußen hätte, im Wintergarten 12, im heranwachsenden Alter kein Problem. Ein Wintergarten ist eine tolle Pflanzenkinderstube 😉 Nur: Pass auf, dass sie nicht direkt Sonnenlicht abbekommen, zumindest am Anfang. Da könnten die Blätter verbrennen. Viele Grüße und frohes Weiterlesen hier auf Muhvie.de! 🙂

  13. Sebastian
    | Antworten

    Hallo Jürgen,
    erst einmal vielen Dank für deine tolle Infoseite.
    Meine Tomaten (drei Cocktail-Tomatensorten) sind seit gestern auch schon alle geschlüpft. Wie lange lässt du die Pflanzen in der Anzuchtschale?
    Grüße,
    Sebastian

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Sebastian,
      erst mal lieben Dank für dein Lob! 🙂 Ich lasse sie auf jeden Fall ein echtes bis zwei Blattpaare entwickeln, dann wird es Zeit. Aber ich schaue auch immer, in wieweit sich die Wurzeln entwickelt haben (die ja durch nährstoffarme Anzuchterde im Wachstum gefördert werden). Wenn die merklich aus den Anzuchttöpfen rausgewachsen sind, dann wird es allmählich Zeit. Aber auf ein paar Tage kommt es da nicht an. Viele Grüße & Erfolg, Jürgen

  14. McMaries Kleingartenwelt
    | Antworten

    Danke für diesen gut und informativ gestalteten Beitrag! Hab mir gleich ein paar Infos notiert…
    Liebe Grüße Marie

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Lieben Dank und gerne, Marie!

  15. Jasmin
    | Antworten

    Hallo Jürgen!
    Wann fängst du dieses Jahr (2017) mit dem aussähen von Tomatensamen an, wenn du künstliches Zusatzlicht verwendest?
    Liebe Grüße * Jasmin

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Jasmin, ich habe jetz am Wochenende die ersten ausgesät. Das sind 3 Sorten Minitomaten – Minibel, Windobox Yellow und Red Robin -, da diese besonders schnell tragen sollen, selbst auf der Fensterbank funktionieren sollen und ertragreich wie aromatisch seinn sollen (eine weitere Empfehlung unter den Zwergen: Micro Tom). Meine „üblichen“ Outdoortomaten werden ich jetzt nach und nach in den nächsten 2 Wochen säen. Bis Mitte März und wohl auch noch etwas später ist man mit Zusatzlicht aber nicht zu spät. Viele Grüße, Jürgen

      • Jasmin
        | Antworten

        Vielen Dank für die Infos! Dann fange ich jetzt auch mal an ☺️

        • Jürgen Rösemeier-Buhmann
          | Antworten

          Gerne und viel Erfolg! 🙂 Die ersten sind bei mir bereits geschlüpft! 🙂

  16. Holger
    | Antworten

    Hallo Jürgen,
    jetzt muss ich Dich mal um Rat fragen. Ich bin anfang März auf Deine Seite gestoßen, und habe ganz spontan die Idee ergriffen ein paar Tomaten zu pflanzen. Ich hatte vergangenes Jahr Samen aus ein paar Rispentomaten (ganz normale Tomaten aus dem Supermarkt) „geerntet“ und inspiriert von Deiner Anleitung mitte März in Anzuchterde ausgesät. Im kleinen beheizten Minigewächshaus beu 24° sind alle(!) gekeimt und ich habe Sie tagsüber ob des kargen Lichts noch zusätzlich mit einem 30W LED Growlight und 2*25W weißen LED Strahlern beleuchtet. Die kleinen Pflänzchen haben sich gut entwickelt. Nach dem das erste Blattpaar entwickelt war habe ich sie in etwas größere, und garnicht so viel später in Ihre endgültigen Blumentöpfe ausgesät (in ganz normaler Blumenerde). Anfang Mai habe ich langsam mit tagsüber rausstellen zum abhärten begonnen. Morgens und Abends haben Sie nochmal etwas Kunstlicht zusätzlich bekommen. Die kleinen Pflanzen waren da schon gut 50cm groß. Zwei Wochen später gingen sie Mir schon bis zur Brust und ich habe Sie dann draußen gelassen. Sie stehen auf einem halb überdachten Balkon – Südseite zwar, aber ob dieses Sommers haben Sie nicht wirklich viel Sonne abbekommen. Vielmehr habe ich immer die Markise draußen, damit Sie nicht nass werden wenn es schräg regnet – was es ja glaube ich in den letzten 8 Wochen mindestens einmal am Tag gemacht hat.

    Soweit so schön, nun zu meinem „Problem“: Die Tomaten sind mittlerweile locker 2,50 Meter groß. Da ist nämlich das Dach. Ich habe inzwischen eine Schnur gespannt und versuche Sie halt horizontal weiter wachsen zu lassen – was Sie auch bereitwillig tun. Jede Pflanze hat inzwischen so 7-8 Blütenstände und die unteren sind voll mit Früchten (in größtenteils angemessener Größe). Die erste habe ich heute gegessen, denn die ersten sind schon Reif. Eine der Pflanzen war ein Nachzügler, das war noch ein Keimling als die anderen schon 30cm groß waren. Bei der hatte ich auch einen Geiztrieb übersehen, welcher sich in meinem einwöchigen Urlaub zu einem zweiten Haupttrieb entwickelt hat. Beide sind inzwischen nur unwesentlich kleiner als die anderen, vollständig ausgegeizten Tomaten. Sie haben einmal Calzium in Form von Gartenkalk bekommen, nachdem ich an einer Frucht Blütenendfäule entdeckt hatte. Ich habe dann gelesen, dass dies bei schnellwachsenden Sorten häufiger ein Problem ist. Und ich habe sie erst einmal gedüngt (mit einem Dünger der ebenfalls Calzium enthält). Die anderen Früchte sind in Ordnung.

    Aber kannst Du als Tomatenspezi mir erklären was da los ist? Das ist doch nicht normal wie die wachsen. Ich habe die Tomaten damals weder in Tschernobyl gekauft noch mit Wasser aus Fukushima gegossen. Wasser pumpt da übrigens an einem warmen Tag jede so 5 Liter weg!

    Vor allen dingen, wie soll das denn weiter gehen? Ich habe gelesen, vor August sollte man den Haupttrieb nicht kappen, und ich weiß wirklich bald nicht mehr wohin die noch wachsen sollen.

    Beste Grüße
    Holger

    PS: Die Tomate die ich heute genascht habe war fruchtig tomatig und lecker, hatte „allerdings“ so einen leicht „würzigen“ Geschmack, ganz ähnlich wie der (flüssig)Dünger riecht. Besteht da ein Zusammenhang? Kann der Geschmack vom Dünger in die Frucht übergehen? Ich habe absolut keine Ahnung davon, bisher dachte ich eigentlich einen ziemlich braunen Daumen zu haben, aber anscheinend ist der grüner als ich dachte…

    Kannst Du mir erklären was da lo

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Holger, leider hat mir WordPress mal wieder einen Kommentar „geschluckt“… Dein Tomatenproblem sehe ich erst jetzt :-/ Sorry dafür! Wie hast du das gelöst? Nun, es gibt schon Sorten, die abgehen wie die Feuerwehr und auch ich hatte dieses Jahr eine getauschte gelbe Sorte, die war am Ende locker 3,5 m hoch. Das gibt es schon, erst Recht unter guten Bedingungen. Sie querwachsen zu lasen, ha, habe ich auch bereits gemacht. Im Zweifelsfall kappe ich die dann aber doch und lasse u. U. einen oder 2 Geiztriebe ebenfalls wachsen. Denn: Die Bilden auch fix Blüten und damit Tomaten. Wie der Geschmack vom Dünger in der Frucht ist, keine Ahnung. War es vielleicht zu viel Dünger? Viel Erfolg im nächsten Gartenjahr! 🙂 LG, Jürgen

      P.S. Ein Überdüngen kann die Blütenendfäule übrigens auch verursachen, dann wenn die einen Nährstoffe zu viel sind und andere (Kalzium) hierdurch zu wenig aufgenommen werden können. Oft sind es aber auch hierfür empfängliche Sorten, die beispielsweise bei starken Temperaturschwankungen hierzu neigen. Nebenbei und getestet: Wenn die Tomate reif ist und die Blütenendfäule nicht allzu stark ausgeprägt ist… Ich habe das Kranke auch schon großzügig weggeschnitten, die Tomate war lecker.

  17. Frieda
    | Antworten

    Hallo, ich bins nochmal! Diesmal mit einer anderen Frage.
    Habe jetzt einen 65L-Kübel für drei Pflanzen angeschafft. Mindestens eine von ihnen muss auch bald in einen großen Topf, so dass ich möglichst schnell Umtopfen würde. Den 65L-Kübel kann ich unmöglich abends reinholen, die Pflanzen müssten also draußen bleiben. Bis zu den Eisheiligen sind es natürlich noch zwei Wochen – was tun? Wachstumsverzögerung wegen Topfgröße riskieren oder Frost riskieren? Macht Frost in so einem großen Kübel noch groß was aus, wenn ich mit dem Gießen abends aufpasse?

    PS: habe neben Mutterboden jetzt Langzeittomatendünger und Hornspäne besorgt – kann man Tomaten dadurch überdüngen oder passiert da nichts?
    Vielen Dank und sonnige Grüße!

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Frieda, Langzeitdünger (verabreicht nach Angabe) – das sind Hornspäne auch – haben den Vorteil, dass sie die Nährstoffe langsam abgeben. Da sollte nichts schief gehen. 😉 Seit glaub 1981 hatten wir – aus 2, 3 Nächte in Bayern – keinen Frost mehr an den Eisheiligen. Wie ich kürzlich las, gab es hier sowieso eine Verschiebung, die bedingt, dass es eher gegen Ende Mai nochmals kalt werden kann. Aber: Kalt ist ja relativ. Gewöhne mal Deine Tomaten an das Wetter da draußen und hole sie dann für ein paar Nächte nachts wieder rein. Wenn du unbedingt dann vor Mitte Mai pflanzen müßtest: Topf so geschützt wie möglich aufstellen, 2 Lagen Gartenvlies drumherum wickeln (nachts) oder einen Karton drüberstülpen (irgendwie fixieren, dass er nicht weggeweht wird), Wolldecke mit einem „Abstandhalter“ – nen Stock oder sowas – darüberhängen, sollte reichen. Ich habe jetzt auch ein paar Tomaten im Foliengewächshaus. Wenn die Pflanzen kontinuierlich über einige Tage an „draußen“ gewöhnt werden und es nicht dauerhaft unter 10 Grad hat… Viel Erfolg! 🙂

  18. Delphine
    | Antworten

    Hallo Jürgen,

    ich habe auch dieses Jahr wieder Tomaten gesät und alles ist ziemlich gut, nun aber sind bei ca 1/3 der Pflanzen die Blätter nicht so flach sondern ein bisschen auf sich „aufgerollt“ oder gebogen, und vor allem der Innenseite ist so lila farbig.. woher kann das kommen? alle haben gleiche Erde bekommen, nur einige sind Am Fensterbank (mit Zeitung unten wegen Kaltbrücke) und andere sind bei mit hinten in ein etwa kühlere Raum mit nur einem Dachfenster. Komischerweise sind die „problematischen“ die am Fensterbank, wo eigentlich mehr Wärme und mehr Licht da ist…
    hast du das schon bei dir erlebt und weißt du was man dagegen tun kann?

    Liebe Grüße aus LB Kreis..

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Delphine,
      hast du die gedüngt? Das kenne ich persönlich als Grund (bei ausgewachsenen) Tomaten später draußen. Wenn sie zu viel Dünger erhalten, dann rollen sie für eine gewisse Zeit die Blätter. Auch schon erlebt (wieder bei Pflanzen bereits draußen): Bei größeren Temperaturschwankungen – -> ist es nachts auffallend viel kühler als tagsüber? – oder bei extremer Trockenheit (große Hitze, bei der man mit dem Gießen nicht nachkommt). Trockenheit, also zu wenig Wasser, kann daher auch der Grund sein. Trocknen die manchmal völlig ab? Das alles ist aber auch immer sehr sortenabhängig. Die einen rollen schneller die Blätter, die anderen nicht. Ist das bei Dir auch so sortenspezifisch? Und: Lilafarben, die Blätter? Ich kenne es nur von Jungpflanzen, die sehr kühl (im Foliengewächshaus) stehen und wenn es da mal kühlere Nachttemperaturen gab. DANN wurde der Stängel so farbig. Nicht aber die Blätter. Und was mir noch einfällt: Kartoffelblättrige Tomaten haben manchma so „schrumpelige“ Blätter, die wie eingerollt aussehen können. Nicht weiter schlimm. Schau mal nach den genannten Kriterien. Wenn du keine Schädlinge irgendwo siehst, dann sollte da letztlich aber kein ernsthafter Schaden die Folge sein… Viel Erfolg und grüne Grüße, Jürgen

      • Delphine
        | Antworten

        Hallo Jürgen,

        ich habe die noch drin, von daher habe ich den nicht gedüngt. also zu viel kann es nicht sein. Temperaturschwankungen kann meiner Meinung nach auch nicht sein, die sind in eine Raum wo Heizung auf 18 Grad ganzen Tag ist, also wahrscheinlich +-2Grad, mehr nicht. und dann erwarte ich eher dass die die hinter in kühlerer Raum sind das haben, da hier kein é Heizung gibt uns also Temperatur abhängig von Wetter mehr schwenken.. und das ist gar nicht der Fall. Sortenabhängig sollte auch nicht sein, da ich genauso so gesunder so wie „Lila Farbe unten den Blätter“ Pflanzen habe von gleichen Sorten (Lemon Boy, Ochsenherz, Wonderwhite, Ananas Tomaten, usw…)
        es gibt ja einige kleine Schädlinge (ganz kleine dunklere fliegende Insekten) aber ich habe auch hinten welche, und bis jetzt gibt es keine Probleme, auch nicht auf Kürbisse, Paprika, Auberginen oder Gutken.. (die Gurken machen sogar schon deren ersten Blumen….)
        gibt es bei dir auch Schnee heute?

        Grüße

        • Jürgen Rösemeier-Buhmann
          | Antworten

          Salut Delphine, ja, auch hier hat es geschneit. Habe nicht schlecht heute gestaunt 🙂 Hm, erstmal scheint alles zu passen, dann würde ich einfach mal abwarten. Gegen die fliegenden Schädlinge habe ich Gelbtafeln aufgehängt. Die sind dank einer „verseuchten“ Gemüseerde mit der ich umgetopft habe, echt eine Plage. Gingen einige Pflanzen drauf :-/ Gelbtafeln helfen da übrigens, wenn auch bedingt. Gestern habe ich damit angefangen: Töpfe gerütelt und mit entsprechendem Abstand zu den Pflanzen einfach weggesaugt. Hat die Zahl der Plagegeister deutlich reduziert… Man muss nur aufpassen, dass man kein Pflänzchen ansaugt. Die Blätter sind dann weg. Liebe Grüße, Jürgen

  19. Frieda
    | Antworten

    Hallihallo,

    ich habe diesen tollen Blog auch vor ein paar Wochen entdeckt, mich gleich ans pflanzen gemacht und habe jetzt drei (habe wenig Platz) sehr hübsche kleine Tomatenpflänzchen, die seit dieser Woche jeden Tag ein paar Stunden Frischluft genießen und ihre ersten „richtigen“ Blätter bilden. Zugegebenermaßen stecken sie grade in Blumenerde. Bevor ich in ein paar Wochen aus den 12ern in richtig große Töpfe pflanze (wie groß sollten die Pflanzen zu dem Zeitpunkt sein?), frage ich mich nun: geht Blumenerde über den Sommer? Habe auch noch Kräuter- und Anzuchterde und überlege, das zugunsten der Durchlässigkeit und der Nährstoffe zu mischen? Wollte mir eigentlich nicht noch eine dritte Erde anschaffen, auch aus Platzgründen… Hast Du Tipps? 🙂

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Huhu Frieda, danke für das „toll“! 🙂 Aaaalso, das spezielle Erdengedöns finde ich kann man vernachlässigen 😉 Für 3 Tomaten eine extra Tomatenerde kaufen, die eh nur marginal anders als die anderen ist, muß nicht sein. Wenn du ihnen was Gutes tun möchtest, dann besorge Dir Urgesteinsmehl und/oder Hornspäne. Diese Langzeitdünger kannst du eh jeder Pflanze geben. Blühpflanzen weniger, hungrigem Gemüse wie Tomaten, Gurken, Zucchini entsprechend mehr. Kräuter-/Anzuchterde würde ich hierfür nicht nehmen, die ist zu nährstoffarm. Es sei denn, sie muss weg (man soll sie kein Jahr aufheben), dann mische die unter. Gepflanzt wird, wenn es bei Dir und dem Wetter passt. Manchmal sehen sie für die Töpfe arg klein aus, aber das gibt sich 😉 Bereits nach 2, 3 Wochen bei schönem Maiwetter wachsen die locker einen halben Meter, da sieht ein „zu großer“ Topf schnell gar nicht mehr so groß aus… 😉 Liebe Grüße, Jürgen
      P.S. gut und verlässlich ist das Agrarwetter von Proplanta. Postleitzahl eingeben und vorsorglich schauen: http://www.proplanta.de/Agrar-Wetter/Deutschland/

  20. Doris
    | Antworten

    Hallo ich habe mit Erfolg Tomaten ausgesät. Teils sind sie schon Carl. 4 cm hoch. Meine Frage: muss ich die Setzlinge düngen und wie oft ?

    Lbg

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Doris,
      super! War gar nicht so schwer, oder? 🙂 Also, du hast sie schon umgepflanzt in Töpfe oder machst das noch? DANN bekommen sie ja frische Pflanzerde und diese ist für die ersten Wochen stets mit ausreichend Nährstoffen angereichert. Nur wenn du in ein paar Wochen merkst, die wachsen so gar nicht mehr oder werden sogar gelb an den Blättern, dann ist eine schwache Düngung angesagt. Ansonsten genügt es, wenn junge Tomaten mit der ersten Blüte auch die erste Düngung bekommen. Viele Grüße in die Schweiz, Jürgen

  21. Ralph
    | Antworten

    hallo,
    beim tiefersetzen der pflänzchen, sollten die keimblätter überirdisch bleiben, oder sind diese nicht mehr wichtig, wenn schon ‚richtige‘ blätter gewachsen sind? sollen diese nämlich überirdisch bleiben, wäre nämlich nicht mehr viel spielraum zum ‚tieferlegen‘..!?

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Ralph, die Keimblätter sind in der Tat nicht mehr wichtig. Du kannst sie beim „Tieferlegen“ dranlassen oder abknipsen und die Tomate tiefer setzen. Grüne Grüße, Jürgen

  22. Ina
    | Antworten

    Hallo Jürgen, ich wackel seit Mittwoch oder Donnerstag 3 Mal/Tag an den Tomatenpflänzchenchen. Das tut denen wirklich sichtbar gut (auch wenn es für Außenstehende wahrscheinlich befremdlich aussieht 😉
    Und – sie haben jetzt auch Zeitung unter’m Popo!
    Liebe Grüße, Ina

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Ina,
      Ja, das funktioniert wirklich! 🙂 Schön, dass das Deine Tomaten auch mögen und die Zeitung hilft Dir sicher bei einem doch eher kalten Boden. LG, Jürgen

      • Mary
        | Antworten

        Darf Ich schnell anhängen: ab wann ärgert man die pflanzen? Ich will nicht zu früh anfangen aber auch nicht zu spät, bei meinen kommen gerade die ersten echten Blattpaare durch (ging vor 1 Woche los) und es ist mexikanischer Honig

        PS: super Seite für neu Züchter!

        • Jürgen Rösemeier-Buhmann
          | Antworten

          Hallo Mary,
          lieben Dank für das „P. S.“! 🙂 Du kannst mit dem Ärgern ruhig anfangen. 1, 2 x am TAg einfach mit dem Zeigefinder die Pflanze ein paar mal antippen, sodass sie ein wenig wackelt, fertig. Viel Erfolg und liebe Grüße, Jürgen

  23. Birgit
    | Antworten

    Lieber Jürgen,
    ich ziehe Tomaten für das Kalthaus, das ich von meinem Vater geerbt habe.
    Unsere Fensterplätze im Haus sind hell, aber bei Sonnenschein zu warm.
    Darum überlege ich die Jungpflanzen jetzt schon raus zu stellen.
    Im Gewächshaus gibt es Pflanztische.
    Ich möchte sie aber nicht dauernd raus und rein tragen.
    Welche niedrigste Temperatur halten die Pflanzen aus?
    8 Grad?
    Herzliche Grüße
    Birgit

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Liebe Birgit, ich hatte eine Tomate zum Test draußen (Foliengewächshaus). Die hat eindeutige Kälteschäden und es war nachts nicht kühler als 8 Grad. Ich würde es (noch) nicht riskieren, die Tomaten ins GWH zu stellen. Was vielleicht noch ginge (aber ohne Gewähr): WIe groß ist das Kalthaus? Ich habe das knapp 3 m2 große Foliengewächshaus schon mit 2 Windlichtern (und großen Kerzen darin) durch kühlere Nächte gebracht. Das hob die Innentemperatur um ein paar Grad an. Wenn du einen hast, dann kannst du die Temperatur so mal mit einem Thermometer testen… Früh morgens hast du ein reeles Ergebnis. Ich warte jedenfalls noch eine Weile. Letztes Jahr war Ende April völlig okay. Da kam ein Teil der Chili, Paprika und Tomaten da hinein… Liebe Grüße, Jürgen

  24. Nadja
    | Antworten

    Hi.bin ein totaler Neuling und würde gern etwas wissen.hab vor ca. 1.5 Wochen die tomatensamen im zimmergewächshaus gepflanzt.seit 3 Tagen sprießen die pflänzchen nur so.hab aber kaum noch platz unter dem Deckel. Kann ich ihn schon dauerhaft abmachen?es ist draussen ja noch nicht so warm.

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Nadja, sorry, bin diese Woche mehr im Garten, denn am Rechner… Wie hoch ist der Deckel denn? In 3 Tagen bis an den Deckel, würde für zu starkes Wachstum bei wenig Licht und viel Wärme sprechen, wenn wir von einem Zimmergewächshaus mit einem etwa 10 cm hohen Deckel sprechen. Oder ist das eine Anzuchtschale mit so einem flachen Deckel? Ansonsten gilt: Ja, nimm den Deckel vom Zimmergewächshaus ruhig ab. Die Raumtemperatur reicht denen völlig. Bis 15 Grad ist alles okay. Dann schießen sie auch nicht so in die Höhe und wachsen etwas langsamer, dafür gesund. Sollten sie geschossen sein (man nennt es auch vergeilen oder Geilwuchs), dann zeitnah eintopfen. Du kannst gerne mal ein Foto auf meiner Facebook-Seite posten. Dann kann ich Dir Genaueres sagen. Viel Erfolg!

  25. Barbara
    | Antworten

    Hallo Jürgen,

    für mich als Tomatenaussaat-Neuling, bin ich froh Deine informative Seite gefunden zu haben, aber ich habe trotzdem noch einige Fragen:
    – heute erhielt ich die bestellten alten Tomatensorten – Aussaat doch noch möglich, oder?
    – wenn ich dazu Quelltöpfchen nehme und ich es schaffen sollte kleine Pflänzchen zu bekommen, lass ich sie bis zum auspflanzen in einen großen Topf NUR da drin, oder setz ich diese Quelltöfchen auch wie nach dem pikieren in ca. 10 cm Ø Töpfe (mit Blumenerde und Komposterde).
    Danke vorab und bis zu meiner nächsten Frage ;o)),

    Lieben Gruß Barbara

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Huhu Barbara, willkommen auf Muhvie.de! 🙂
      Ja, Tomaten kannst du jetzt noch locker ausäen. Ich habe auch eine Sorte vergessen, die kommt die Tage in die Erde. Wenn die Pflänzchen im Quelltopf – ein Samen pro so einer Anzuchtmöglichkeit – etwas gewachsen sind, dann setzt du die MIT diesem in einen Topf mit normaler Erde. Da muss Du nichts mehr pikieren und hier können sie noch wachsen, bis es raus an den endgültigen Standort geht. (Werden sie zu groß für diesen Topf, dann kann du sie ruhig nochmal in einen größeren umtopfen.) Beim erstmaligen eintopfen, wie später dann auch, etwas tiefer setzen. Das fördert die Wurzelbildung und, Falls die Tomatenpflanzen doch etwas „spargelig“ mit einem langen dünnen Trieb wurden, wird das so kompensiert. Viel Erfolg! 🙂
      Liebe Grüße
      Jürgen

  26. Ulrich
    | Antworten

    Hallo Jürgen,
    kann ich für die Topferde nur Komposterde von unserer Kompostierung nehmen und was muss ich mit der Erde weiterhin machen? Diese ist sehr gut, und kostenfrei.
    Ich danke schon mal für eine Antwort.

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Ullrich,
      hm, gute Frage. Probiert habe ich das noch nicht, aber: Ich würde fast vermuten, dass du damit (also reinem Kompost) die Tomaten überdüngst, also pur verwendet. Zumal sich der gute Kompost bei Wassergabe auch noch vollsaugt wie ein Schwamm. Das habe ich gerade diese Woche bei einem Eimer voll Kompost gemerkt, den ich stehen ließ und auf den es regnete. Der Eimer wog gefühlt eine Tonne 😉 Die Gefahr des „Ertrinkens“ und mangelhafter Wurzelbelüftung ist daher auch noch gegeben.

      Was einen Versuch wert wäre, es wie die Pflanzenerde-Hersteller machen, heißt, Erde, in Deinem Fall Kompost, abmagern und wassderdurchlässiger zu machen. Normalerweise wird das ja mit billigem Torf (gibt es auch pur zu kaufen) gemacht, den ich so gut es geht meiden möchte. Alternativ: Es gibt recht günstig dieses Kokossubstrat wie es bei den Jiffy Kokosanzuchttöpfen enthalten ist. Damit lockerst du vielleicht das Ganze optimal auf (Menge muss man testen) und das Ganze ist ein nachhaltig genutztes Abfallprodukt aus Kokosnussschalen. Lustigerweise ist Ikea da wohl recht günstig. Amazon oder Ebay hat aber auch größere Mengen zu einem akzeptablen Preis. Alternativ kann man sich seine eigene Erde aus dem Kompost mischen mit Sand, Perlit und Vermiculit (wasserspeicherndes, natürliches Silikat, das ich persönlich sehr gerne verwende). Am besten vielleicht aus Kokos, Kompost, Sand, Vermiculit oder Perlit? Kokosfasern werden da aber die Hauptrolle spielen müssen. Und. Dank der Anregung werde ich das dieses Jahr auch einfach mal ausprobieren. Billiger wird es auf jeden Fall, verglichen mit einer guten Erde aus dem Gartencenter…. Wenn du ein gutes Ergebnis erzielst, gerne berichten! 🙂

  27. Ines
    | Antworten

    Hallo Jürgen, vielen Dank für deine Antwort. Hatte wegen diesem Beitrag schon Bedenken: http://www.focus.de/gesundheit/news/toedliches-gartengemuese-79-jaehriger-stirbt-nach-zucchini-verzehr_id_4890301.html. Habe den ersten Samen schon vor Jahren von einer gegessenen Ochsenherz-Tomate gewonnen. Hatte es damals genauso gemacht, wie du es beschrieben hast: Samen auf Küchenkrepp und dann trocknen lassen – funktioniert super. Hatte bis jetzt auch keine Probleme mit dem Keimen. Ich liebe diese Tomaten!! Werde aber im nächsten Jahr unbedingt die Pflänzchen „ärgern“ – hört sich spannend an. Viele Grüße!

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Ines, was da derzeit die Runde macht, das fällt bei mir unter journalistisches, gefährliches Halbwissen. Beispiel: Am Wochenende haben wir Gurken eingekocht. Eine davon ist wohl bei der letzten Hitzewelle „auf die Welt gekommen.“ Ihr Anschnitt war richtig bitter. Das kam dann wohl vom Gießstress. Dieser, also das dann Kürbisgewächse wie Kürbis, Zucchini und Gurke bitter werden, das ist nicht ungewöhnlich. Und diese ganzen Artikel vergessen zu betonen, dass dann das Gemüse sowas von bitter schmeckt, dass man das unter normalen Umständen sicher nicht isst. Der Rest der Gurke war übrigens einwandfrei. Tomaten und anderes Gartengemüse betrifft das überhaupt nicht! Also: Ruhig weiter Samen von Deinem Ochsenherz für die nächste Gartensaison sammeln 😉 Mehr und ausführliche Infos zu dem Sensationsthema „Tod durch Zucchini“ (und die wart bestimmt nicht der Grund…), die habe ich mal hier zusammengefasst: http://www.muhvie.de/zucchini-toedlich-gurke-bitter-kuerbis-wann-zierkuerbis-und-essbar/

  28. Ines
    | Antworten

    Hallo, ich ziehe meine Tomatenpflanzen auch selber. Kann ich den Samen der neuen Früchte für das nächste Jahr nehmen, oder gibt es dann Probleme (Inzucht)?

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Ines, wenn du keine sogenannten Hybride hast – Samen hätten entsprechend z.B. mit „F1“ gekennzeichnet sein müssen -, dann ist das gar kein Problem. Im Gegenteil. Denn wenn sich die Pflanzen bei Dir wohlgefühlt haben, dann stehen die Chancen gut, dass sie auch nächstes Jahr gut dastehen. Also, ruhig machen. Trocknen auf Zewa, einen Tag in Wasser einlegen und dann abseihen und auf Zewa trocknen. Oder (dauert mir zu lange) unter fließendem Wasser abspülen. Der Glibber drum ist keimhemmend. Auf Zewa abgetrocknet, ist das aber kein Problem mehr. Viel Erfolg! 🙂

  29. Eva
    | Antworten

    Hallo, wenn ich die Erde für meinen Tomaten-Topfgarten vorbereite, schneide ich pro Topf 3-5 Stängel Brennesseln hinein und gebe noch 1 große Tasse Asche hinzu. Das ergibt eine üppige Ernte. Seit zwei Jahren pflanze ich noch eine 20 Cent Mini-Petersilie (die gibts bei uns im Blumenladen) in jeden Tomatentopf. Erstens habe ich so immer reichlich Petersilie und zweitens hieß es, die Petersilie würde das Aroma der Tomaten fördern. Der Tip war mal in einer Gartensendung im Fernsehen. Viele Grüsse Eva

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Eva, Brennessel gibt es bei mir in Form von Jauche (kann man übrigens auch ganz einfach als Pulver kaufen…) 🙂 Guter Stickstoffdünger, daher gut fürs Wachstum. Und Petersilie oder Basilikum pflanze ich auch zu den Tomaten. So wie Dill oder Borretsch zu Gurken. Die pflanzen mögen sich und, kleiner Nebeneffekt, der Platz im Topfgarten ist optimal genutzt 😉 Tagetes zu den Tomaten pflanzen erhält übrigens auch die geliebten Früchte gesund. Viel Erfolg auch in diesem Jahr mit Deinen Tomaten! 🙂

  30. Verena
    | Antworten

    Hallo Jürgen!
    Bin auch nun kurz vor „drittens“.
    Da ich sie mir „nur“ später auf dem Balkon ziehen kann, geht es eigentlich auch das ich in einem 30er Kübel zwei oder sogar drei Cherry-Pflanzen ziehen kann? Denn ich habe (durch das umkippen der Samen im Minigewächshaus, meines Sohnes) nun ca. 20 Zöglinge…..
    Viele Grüße aus Bremen

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Verena, lieber eine zu viel, als zu wenig 😉 Hm. 30er Töpfe sind schon arg klein, es sei denn er ist sehr hoch (nicht die Putzeimergröße) oder die Cocktails ziemlich klein. Gibt ja auch so Zwerge wie meine Johannisbeertomate, die nicht größer als einen Meter werden… In 40er habe ich eine Cocktail und eine „normale“ seit Jahren sitzen. Das klappt super, sitzt unten sogar noch Basilikum drin. Du kannst es aber mal testen, mehr als 2 würde ich aber nicht setzen. Gib was Stabilisierendes unten rein (Kies, Splitt), es sei denn der Balkon ist gut geschützt oder es steht alles so voll, dass nichts umfallen kann. Ansonsten könnte der Topf mit dem später vielen Laub auch mal vom Wind umgepustet werden… Mein Tipp: Gib Kompost rein (Nahrung und guter Wasserspeicher, gibt es ja auch in Säcken zu kaufen). Bei mir bei Starkzehrern wie der Tomate obligatorisch: Urgesteinsmehl und Hornspäne = Langzeitdünger. Viel Erfolg und ich schreibe die Tage 4. 😉

  31. Anika
    | Antworten

    Hallo Jürgen,
    was für eine Erde muss man nehmen, wenn die Tomaten in einen Kübel umgepflanzt werden? Kannst du eine Bio-Marke empfehlen? Und wie groß sollte der Kübel sein? Und ab wann muss man die Tomaten düngen?

    🙂

    Grüße,
    Anika

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Anika,
      ich verfasse diese Woche noch einen Text zu #Topfgarten und #Balkongarten und was die allerwichtigsten basics sind… Aber vorab: Gönne Deinen Tomaten mindestens einen 30er Topf. Oftmals auch als 10 Liter Topf angegeben. Ich habe gut Erfahrungen mit 40+ Töpfen gemacht. Bei der Größe kann aber eine „normale“ und eine Cocktailtomate in einen Topf. An den Rand getopft, wie üblich dann tiefer für die Wurzelbildung, dann klappt es. Unten setze ich gleich noch passend selbstgezogenen Basilikum rein, Haben ähnliche Ansprüche und, geht es der Tomate gut, klappt es auch mit dem Basilikum (entspitzen nicht vergessen, wird er buschiger). Zur Erde: Bio, torffrei, da gibt es ja heute Einiges. Ich persönlich mag die torffreie Floraself-Erde zB gar nicht. Das ist ein faseriges Substrat. Habe es aber bereits zu normaler Erde beigemischt. Ebenso wie die Neudorff-Erde (auch torffrei), die ich besser finde. Die Mischung fand ich super. In Sachen Bio-Erde finde ich jene von Compo gut. Aber diese ist nicht völlig torffrei. Egal aber, ob Bio, torffrei oder nicht. Ich würde Gemüseerde verwenden. Die ist anders in der Zusammensetzung als Blumenerde. Was ich mache: Für Tomaten, Gurken wie Zucchini im Topf: Zwei, drei Hände Kompost unter die Gemüseerde mischen. Speichert Feuchtigkeit und gibt den starkzehrenden Pflanzen eine gute Basis. Mit dazu: Etwas Urgesteinsmehl (u. a. wichtige Mineralien) und Hornspäne als Langzeitdünger. Dies genügt erstmal. Zumal alle Erden bereits vorgedüngt sind. Das genügt locker 6 Wochen. Gedüngt wird bei uns dann ab der ersten Blüte. Soweit alles geklärt? 🙂 Sonnige Grüße Jürgen

  32. Ina
    | Antworten

    Hallo Jürgen, Du hast recht – Tomaten aus Samen selber ziehen ist gar nicht so schwer. Glaube, ich stehe kurz vor „drittens“ und muß in größere Töpfe umtopfen. 🙂 Danke für Deine super Anleitung für Gartenanfänger!!!!!!!!! Viele Grüße!

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Sage ich doch! 😉 Dann weiter viel Erfolg! Das Pikieren klappt bestimmt auch problemlos und dann hast du es fast geschafft. 😉 Sonnige Grüße!

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