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Tomaten aus Samen selber ziehen: Einfache Anleitung für unverfälschten Genuss

Tomaten aus Samen selber ziehen, der richtige Umgang mit den Setzlingen: Eine Anleitung. © kingan - fotolia
Tomaten aus Samen selber ziehen ist gar nicht so schwer und gelingt auch auf einer hellen und warmen Fensterbank selbst dem Anfänger. Eine einfache Anleitung und ein paar Tricks, die die sebstgezogenen Tomaten wirklich gut wachsen lassen und dadurch eine reiche Ernte fast wie von selbst folgt.(c) kingan – fotolia

Tomaten aus Samen selber ziehen ist nun wirklich nicht sonderlich schwer. Dagegen ist die Vielfalt an Tomatensamen von Spezialisten aus hunderten Sorten im Vergleich zu gekauften Tomaten-Pflanzen oder den Samentüten aus dem Gartencenter unvergleichlich. So, wie auch ihr Geschmack. Überhaupt, der Anbau von Tomaten lohnt sich überall, selbst oder gerade im Topfgarten. Tipps zur Auswahl der Tomatensamen und eine einfache Anleitung, um Tomaten ab Anfang/Mitte Februar bis etwa Mitte März – Nachzügler können aber durchaus auch danach ihr Glück versuchen, so bis Ende April – zu säen. Zudem: Warum man sie „ärgern“ sollte und wie man sie für eine perfekte Saison richtig vorbereitet.

Die richtige Wahl der Tomaten, ob Beet, Topf- oder Balkongarten

Im Handel sieht es leider so aus: Wenige Firmen produzieren nur ein paar Sorten. Auswahl, wie richtig guter Tomatengeschmack, Fehlanzeige. 2012 etwa, als Beispiel, habe ich teilweise selbst gezogen, teilweise noch Bio-Tomatenpflanzen gekauft. Eine nannte sich „Aromatomate“. Ja, es war eine Tomate. Das war es dann aber auch.

Ein weiteres Problem: Hybridsorten (gekennzeichnet mit „F1“ oder „F1-Hybrid“) oder sogenannte, „veredelte“ Tomatensorten, aus beiden man keine eigenen Tomatensamen machen. Also, kann man schon, strenggenommen. Aber da wurde gekreuzt oder anderweitig manipuliert, sodass daraus gewonnene Tomatensamen nicht das ursprüngliche Ergebnis erzielen. Dies ist übrigens auch meistens der Fall, wenn man meint, aus Supermarktobst oder -Gemüse Samen zu gewinnen. Fazit für mich: Gekaufte Tomatenpflanzen, Einheitsware aus dem Baumarkt oder Gartencenter und F1-Tomaten sind für mich tabu.

Tomaten aus Samen selber ziehen ist einfach. Alte Tomatensorten hierführ wählen oder Bioqualität ist eine gute Wahl.
Tomaten aus Samen selber ziehen ist einfach. Alte Tomatensorten hierfür wählen oder Bioqualität ist eine gute Wahl. Leider gibt es im Handel nur sehr selten eine richtig gute Auswahl. An Tomatensamen wie an Tomatenpflanzen. Ein paar Spezialisten mit mehreren hundert Tomatensorten, auch einige wirklich alte Sorten, findet man online.

Ich mag ja nicht unbedingt den Onlinehandel preisen, aber, leider, ist es die einfachste Methode, um an „gescheite“ Tomatensamen zu kommen. Leidenschaftliche Züchter haben hier wirklich hunderte Tomatensorten zur Auswahl. Sie vermehren sie liebevoll, teilweise sogar in Bioqualität. Es gibt große, kleine, dicke, dünne, grüne (auch wenn sie reif sind), fast rosane, lilane, fast schwarze, sehr frühe bis sehr späte Tomaten, drei Gramm schwere Cocktails und bis einen Kilo wiegende Fleischtomaten, die man und frau aus Samen ziehen kann. Schaut Euch doch einfach mal in den Shops um. Im Garten-Balkon-Genuss-Topfgarten sind derzeit ein paar mehr Sorten geplant. Werden alles was, dann wird wieder fleißig verschenkt.

Meine Empfehlung: Tomatenundanderes.eu (hat auch ein paar weitere Gemüsesamen auf Lager und der Züchter ist Mitglied bei der „Arche Noah“, eine österreichische Organisation, die sich dem Sortenerhalt in unseren Gemüsegärten verpflichtet hat. Nebenbei, sensationell günstig: 15+ Samen pro Sorte: etwa 1,50 Euro). Auch Michael Schick, Naturerlebnisgaerten.de hat unzählige Tomatensorten, auch sehr viel alte Tomatensorten sind bei beiden erhältlich. Bei solchen Händlern zu bestellen – idealerweise dann die Samen selbst zu gewinnen – sorgt für Artenvielfalt und letztlich auch Geschmack auf dem Teller.

Qual der Wahl, gerade bei Balkontomaten

Ich mag Cocktailtomaten und viele Topfgärtner bauen diese oder spezielle Balkontomaten (aus dem Baumarkt oder Gartencenter, die für mich einen seltsamen Wuchs haben) an. Der Nachteil ist, gerade wenn man nur zwei, drei Pflanzen aufstellen kann: Der Ertrag ist gering, da diese Tomaten oft nur ein paar Gramm wiegen. Okay, sie schmecken wirklich toll, aber das können auch größere Tomaten. Man muss nur die richtigen Sorten finden. Daher empfehle ich, bei etwas mehr Platz: Normal große – die haben dann 70, 80 Gramm oder mehr – oder richtig große Fleischtomaten, die noch schwerer werden. Das Ergebnis: Wenig Platz oder Pflanzen, aber mehr Ertrag.



www.hagebau.de Gartencenter

Wer genügend Platz hat, sollte am besten verschiedene Tomatensorten anbauen. Von der Cocktail-, über die Salat-, bis hin zur Saucentomate. Schmeckt dann die eine oder andere Tomatensorte besonders gut, dann kann man sich hiervon Samen sichern und baut die nächste Saison eben mehr an. Übrigens: Auch wenn es jetzt eine etwas größere Sorte ist, für viele ein Ausschlusskriterium und ich lese das auch immer in Gartenratgeber -, egal, denn es ist kein Problem, auch diese im Topfgarten anzubauen. Der Topf muss nur groß genug sein, es muss ordentlich Dünger her und die Halterung für die Tomatenpflanze sollte gut und sicher sitzen. Groß genug ist ein Topf ab etwa 20 L Topfvolumen für Cocktails, bitte 30 L oder mehr für „normale“ Tomaten. Ist der Kübel wiederum groß genug, dann dürfen auch 2 Tomatenpflanzen einziehen. 3 in einem 90 L Erde fassenden Topf habe ich auch getestet (2016). Das Ergebnis war nicht so prickelnd, sprich, eine geringere Ernte.

In Sachen Balkontomaten gibt es seit einiger Zeit eine Neuheit, die man aber nur aus Samen ziehen kann: Dwarftomaten. Dwarftomaten sind natürlich gezüchtete, kleinwüchsige Tomaten, 1 Meter oder 1,5 Meter maximal hoch, die trotz ihrer Größe einen sehr guten Ertrag ermöglichen. Dieses Jahr werde ich 4 Sorten testen, die bis zu 350 Gramm schwere Tomaten tragen sollen. Na ja, vielleicht lag es am Wetter 2016, jedenfalls waren die getesteten Dwarfsorten auch gering im Ertrag.

Dieses Jahr teste ich natürlich klein wachsende Minitomaten. Da gibt es so Sorten wie Windowbox Yellow oder Red, Minibel, Red Robin oder Micro-Tom, die von Natur aus klein bleiben (30 cm +/-). Sollen sogar fürs Indoor Gardening geeignet sein. Vielleicht sind die ja was. 🙂

Tomaten aus Samen selber ziehen: So geht es

Tomaten aus Samen selber ziehen, der richtige Umgang mit den Setzlingen: Eine Anleitung
Die selbstgezogenen Tomaten können dann zum Abhärten tagsüber auch mal nach draußen, wenn die Temperaturen an den 20 Grad kratzen. Nicht gleich in die pralle Sonne  und abends auf jeden Fall wieder einräumen. Werden die Pflanzen zudem vom Wind bewegt hat dies eine wachstumsfördernde Wirkung. So wie das „Ärgern“, im Text weiter unten beschrieben.

 

So, wenn die Tomatensamen da sind, dann benötigt man noch gute Anzuchterde (Tipp: Anzuchterde Neudorff, Compo hat aber auch sehr gute und ich teste 2017 die Eigenmarke von Toom mit wasserspeicherndem Perlit). Anzuchterde, kurz erklärt, ist nährstoffarme Erde, die man benötigt, dass die kleinen Pflanzen in den ersten Wochen ihre Wurzlen gut ausbilden. Kurze Anmerkung zur Anzuchterde siehe unten *.

Wer pikieren kann, kann Tomaten nahezu in jedem wasserhaltenden Gefäß aussäen – Tüte darüber (siehe Bild) ist für ein warmes, feuchtes Mikroklima gut. Wer nicht, dann besser sein lassen und Anzuchttöpfe und Anzuchtschalen mit Deckel für ein gutes, feuchtes Mikroklima verwenden. Anzuchttöpfe, das sind kleine aus Torf – es gibt auch torfreduzierte, ist umweltfreundlicher – oder Zellulose gepresste Töpfchen, die für die Anzucht ideal sind.

Wer lediglich ein paar Pflanzen vorzieht, kann die meist runden Anzuchttöpfe verwenden. Ich favorisiere die eckigen, die es in den Maßen 4 x 4, 5 x 5 und 6 x 6 cm Größe gibt. Ich hatte die ganze Zeit 6 x 6er, doch die benötigen bei etwa 300 Setzlingen (von Tomaten bis vorgezogene Sommerblumen) jede Menge Platz. Dieses Jahr teste ich die zwei anderen Größen. Und auch da vergleiche ich das Ganze mal. Empfehlung: Ein praktisches Set aus Zimmergewächshaus – ratsam zu verwenden – und 50 Anzuchttöpfen: Zimmergewächshaus ‚ VIRGINIA ‚ inkl. Anzuchttöpfe. Praktisch bei diesen Anzuchttöpfen sind jene, die beispielsweise zu 12 Töpfen miteinander verbunden sind. Sie stehen stabiler in den Anzuchtschalen als jene, die es auch einzeln gibt. Beispiel (online ist leider wieder billiger wie der Handel, diese Anzuchttöpfe: 144 Anzuchttöpfe von Romberg. Es gibt auch Quelltöpfe aus Kokos, aber die sind nicht so mein Fall. Ich finde, die Pflanzen wachsen in Anzuchterde besser. Aber vielleicht ist das auch nur subjektiv.

Auch gut: Die untere Hälfte von Eierkartons, die man dann einfach in eine ausreichend große Tüte stellt. Anzuchtschalen, idealer Weise mit Deckel, sind meine langlebige Wahl, in die ich die kleinen Anzuchttöpfe stelle. Zum Tomaten selber ziehen ist dann nur noch ein warmer, heller Fensterplatz nötig. 20 Grad sollten es schon sein.

Zum Tomaten aussäen selbst. Füllt die Gefäße oder Anzuchttöpfe bis höchstens einen Zentimeter unter den Rand mit Erde. Gut andrücken und dann angießen. Bevor die Tomatensamen aufgelegt werden anzugießen verhindert, dass die armen Minisamen beim späteren Angießen kreuz und quer in den Töpfen umherschwimmen. Meist werden sie dann an den Rand der Anzuchttöpfe gespült und wachsen eher schlechter, da ihnen der Halt fehlt. Die Erde sollte feucht sein, aber nicht richtig nass.

Bei Anzuchttöpfen zum Tomaten selber ziehen nun je fünf oder sechs Zentimeter großem Topf einen Samen auflegen. Bei einem größeren Behältnis zum Aussäen auf einer Fläche ist etwas Abstand, so zwei, drei Zentimeter zwischen dem Tomatensamen für das spätere Pikieren hilfreich. Wie dies aussehen sollte zeigt ein Bild im Beitrag zum Auberginen aussäen.

Mein Tipp, um später zu wissen was man denn da gesät hat: Sorte für Sorte die Tomaten aussäen und mit Steckschildern beschriften. Streifen aus alten Joghurtbechern zu schneiden genügt allerdings auch, statt gekaufte Steckschilder zu verwenden. Ich verwende zur Beschriftung einen Bleistift, welcher selbst durch Sonneneinstrahlung erfahrungsgemäß am längsten lesbar ist. Wasserfeste Stifte indes sind irgendwann verblast. Den Bleistift kann man nach der Saison einfach abreiben und die Schilder im nächsten Gartenjahr wieder verwenden.

Sind die Tomatensamen gesät, dann lediglich mit wenigen Millimetern Aussaaterde bedecken, nochmals andrücken und auf geht es auf die Fensterbank. Nach gut 10 Tagen, je nach Temperatur, erscheinen die ersten selbstgezogenen Tomaten.

Pflanzen „ärgern“, zu dunkel, gießen und so, nach dem ersten keimen der Tomatensamen

Tomaten aus Samen selber ziehen, der richtige Umgang mit den Setzlingen: EIne Anleitung
Gleiche Sorte und Aussaattag. Die „geärgerte“ Tomate ist die deutlich kräftigere im braunen Topf.

Erste Pflicht für alle, die Tomaten auf der Fensterbank selber ziehen: die Erde nie austrocknen lassen, daher: Täglich kontrollieren. Ist der Samen am Keimen und trocknet nur ein einziges Mal aus, ist Schluss mit lustig und das Pflänzchen stirbt. Nicht mehr ganz so schlimm ist es, wenn die Tomatensamen bereits gekeimt sind. Wenn möglich sollte aber auch dann die Erde nie austrocknen. Vorsichtig gießen ist hier dann angesagt. Am besten geht das mit einer Wasserflasche, auf die man den Daumen hält. Leichter geht es mit einem speziellen Gießaufsatz für die Aufzucht, der wohldosiert, mit ganz feinem Strahl Wasser abgibt. Alternativ: Der alte Aufsatz einer leeren Spüliflasche.

So, die selbstgezogenen Tomaten sind gekeimt, wachsen, bilden schnell die ersten Blätter. Dies sind die Keimblätter, über die es das „erste Futter“ via Photosynthese gibt.Ab jetzt kommt die Anzuchterde ins Spiel. Da sie so nährstoffarm ist, wachsen die Wurzeln optimal.Schnell sieht man sie auf der Unterseite der Anzuchttöpfe herausschauen. Bis sie in größere Töpfe kommen ist das aber kein Problem.

Apropos besseres Wachstum der kleinen, selbstgezogenen Tomatenpflanzen. Den Trick habe ich von einem englischen Gärtner, zunächst sehr skeptisch, habe ich ihn probiert. Und er funktionierte: Die Tomatenpflanzen sollte man zwei, drei Mal am Tag „ärgern“. Ja richtig. Man sollte sie einfach mehrmals mit dem Zeigefinger leicht schütteln, dann wachsen sie besser. Sie werden kräftiger und größer. Was ich mir nicht erklären konnte, aber auch sonst nirgends las, hat mir ein Agraringenieur erklärt (Danke Franz!). Durch die Bewegung – geht auch wunderbar mit dem Ventilator – entstehen Mikrorisse in den Zellwänden der Triebe, die die Pflanze mit Lingnin auffüllt. Lingnin sorgt beispielsweise bei Bäumen für die Verholzung der Zellen, somit letztlich für Stabilität. Und eben das machen auch Tomaten. Dass das Ärgern wirklich funktioniert, das sieht man an dem Bild mit den vier Tomatensetzlingen. Arg skeptisch, habe ich es zunächst an einer Pflanze probiert (links im Bild) und es funktionierte. Soll übrigens auch bei allen anderen selbstgezogenen Pflanzen funktionieren und wird das mit dem Ventilator gemacht, dann diesen einfach für ein paar Minuten auf die Pflanzen richten.

Selbst gezogene Tomaten schießen in die Höhe? Abhilfe

Haben sie nun nicht einen wirklich hellen Platz, man kann die Tomaten nicht auf eine kühlere aber helle Fensterbank stellen, dann wachsen dünne Stängel gen Licht. Man nennt das auch vergeilen. Dem kann man aber noch anders Abhilfe schaffen.

Hier empfielt sich der EInsatz spezieller Wachstumslampen, die es als LED, Energiesparlampen oder als Leuchtstoffröhre gibt. Die Lampen müssen Tageslichtlampen sein und eine Angabe in Kelvin zwischen 5.400 K (für kelvin) und 6.500 K haben. Dann sind sie für die Pflanzenaufzucht geeignet. Gerade als LED gibt es die Wachstums- oder Tageslichtlampen energiegünstig schon ab 15 Watt. Es gibt sogar spezielle Anzuchtkästen, richtig viel Licht und „Fußbodenheizung“ für die Samen inklusive. Diese kosten allerdings nicht wenig. Infos zu den Wachstumslampen in meinem Artikel zur Pflanzenbeleuchtung. Damit kann man die Tomaten und anderes auch in einem dunklen Raum oder irgendwo im Wohnzimmerregal aussäen und wachsen lassen.

Wenn die Tomaten gekeimt sind

Sind die Tomatensetzlinge etwas gewachsen und die ersten richtigen Blätter ausgebildet, dann kommt drittens ins Spiel: Dann werden die Tomaten in größere Töpfe gepflanzt. Und zwar tiefer als sie vorher gewachsen sind. Ich nehme 12er Plastiktöpfe, die ich seit Jahren sammle. Gute Erde rein, die Tomatensetzlinge darin ein paar Zentimeter tiefer setzen als zuvor, Erde auffüllen und angießen. Tiefer setzen verhindert das Vergeilen etwas, und, viel wichtiger, es sorgt dafür, dass die Tomatenpflanzen oberflächennahe Wurzeln bilden. Die kommen direkt aus dem mit Erde aufgefüllten Haupttrieb der Tomatenpflanzen. Dieser Umstand sorgt für eine optimale Versorgung mit Wasser wie mit Nährstoffen. Sie wachsen so einfach viel, viel besser, Grundvoraussetzung für eine reiche Ernte.

Tomaten aus Samen selber ziehen Anleitung
Der frühe Vogel fängt den Wurm… Hier am Beispiel von Schmuckkörbchen gezeigt: Je früher man die jungen Tomatenpflanzen umtopft und in gute Erde setzt, desto besser wachsen sie. Am gleichen Tag gesät und identische Bedingungen (Licht und Temperatur) – die früher umgetopften Pflanzen im Hintergrund sind weitaus größer. Einer der Hauptgründe: Ab einen gewissen Zeitpunkt benötigen die jungen Pflanzen Nährstoffe, die sie zunächst und für die Wurzelbildung in Anzuchterde nicht erhalten. Dies gilt übrigens für nahezu alle Pflanzen, die man aus Samen selbst zieht.

Dieses Tiefersetzen der selbstgezogenen Tomatenpflanzen macht man übrigens ein zweites Mal. Dann, wenn sie etwa Mitte Mai gepflanzt werden. Es sei denn, es sind gekaufte die veredelt wurden. Deren Veredelungsstelle muss immer über dem Boden sein.

Noch ein Tipp zur Fensterbank. Langt einfach mal darauf. Ist die aus Stein und eiskalt? Das kann eine Kältebrücke von außen sein. Dann würde ich empfehlen, dass man zum Tomaten selber ziehen einfach etwas Isolierendes darunter legt. Eine alte Zeitung leistet hier schon hervorragende Isolierarbeit. Sind die Pflanzen bereits etwas größer, dann macht diese Kältebrücke aber nichts mehr. Ach, und: Das Gießwasser sollte auch nicht so kalt sein wie aus einem Gebirgsbach. Mein Gießwasser steht immer griffbereit auf der Fensterbank. Dann ist es etwas vorgewärmt.

Und schließlich noch ein Tipps zum Licht: Die Tomaten sind erfolgreich gekeimt, doch sie werden lang und dürr? Dann stimmt das Licht-Wärme-Verhältnis nicht. Der Hintergrund ist einfach erklärt. Tomaten benötigen viel Wärme aber auch viel Licht. Stimmt die Lichtmenge nicht, dann wachsen sie auf der Suche nach diesem in die Höhe. Aber das ist ungesund. Auch meine warmen Fensterbänke und beleuchteten Anzuchtstationen sind irgendwann alle belegt. Der Trick: Hat man eine helle Fensterbank, die nicht so warm ist, dann die Tomaten hierher stellen, wenn sie gekeimt sind. Aufgrund der fehlenden Wärme wachsen sie nun zwar etwas langsamer, dafür gesund und kräftig.

Wer diese Tipps beachtet, kann ganz einfach Tomatenpflanzen selber ziehen. Und, so nebenbei: Die schmecken einfach nochmal viel besser wie Gekaufte. Also Tomatenpflanzen. Gleich welche Sorte 😉 Was man dann weiter mit den Tomatenpflanzen macht, warum sie sich so toll für den Topf- und Balkongarten eignen und wie man gerade Letzteren auch im Topf guten Halt verleiht im Beitrag

Warum sich ein Topf- oder Balkongarten lohnt: Geliebte Tomaten

Bei Fragen einfach melden unter redaktion (at) muhvie.de. Habt Ihr andere Ideen, um Tomaten selber zu ziehen oder wie sehen demnächst Eure aus? Bilder könnt Ihr gerne mailen!

Tomaten selber ziehen, abhärten, frische Luft genießen und Pflanzen

Mitte März baue ich immer mein Foliengewächshaus auf. Dort werden direkt Sommerblumen gezogen und, sofern die Temperaturen passen, dürfen die Tomaten auch dort einziehen. Wenn es nachts noch kalt wird, dann kommen sie wieder auf die Fensterbank. So Foliengehäuser haben den Vorteil, dass sie wirklich gut die Sonne einfangen und nachts noch etwas Schutz bieten. Wird es im April richtig gemütlich draußen, dann können die Tomaten unter Umständen auch hier oder im unbeheizten Gewächshaus verbleiben.

Dann aber immer die Nachttemperaturen im Auge behalten. Die Foliengewächshäuser gibt es übrigens auch in klein für den Terrassen- und Balkongärtner. Tipp: Ob groß oder klein, nach dem Frühjahr die Folie abnehmen, das läßt sie länger leben. Und mein Traum: Irgendwann ein richtiges Glasgewächshaus. Oder zumindest eines aus Hohlkammerplatten. In den Links: Ein kleines Balkongewächshaus, ein normales Foliengewächshaus, Regale gleich inklusive, ein großes Foliengewächshaus, das das stabilste seiner Art sein soll, sowie ein noch erschwingliches, stabiles Gewächshaus (das unten verlinkte ist eines der – viel – besseren, da es aus stabilem Material erstellt ist):





Text & Bilder: © Jürgen Rösemeier-Buhmann

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54 Antworten

  1. Marco
    | Antworten

    Danke. Super Tipps!

    Wir haben auf dem Wochenmarkt unglaublich tolle Tomaten entdeckt, Kilopreis bei knapp 20 €. Hast du noch was parat, um aus den Kernen Zucht fähige Samen zu zaubern?

    Der Marco

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Marco,
      hui, das ist aber ein stolzer Preis! 🙂 Na ja, wenn das eine richtige Tomatensorte ist, also keine von einem veredelten Strauch beispielsweise, dann ist das ganz einfach: http://www.muhvie.de/tomaten-samen-nicht-nur-aus-alten-tomatensorten-gewinnen/ Aber: Nicht enttäuscht sein, wenn das Ganze nichts wird. Es kann sein, dass die mehr oder minder weitgereisten Früchte hierzulande nicht gedeihen. Die Samen haben quasi die Umgebungsbedinungen „abgespeichert“ und könnten auf Deine Anbaubedingungen recht zickig reagieren… Ich hatte da schon Peck mit einer traditionellen mallorquinischen Sorte. Aber: Versuch macht Kluch. 🙂 Viel Erfolg!
      P.S. A. Marketing ja, aber nicht einfach so 😉

  2. Julian
    | Antworten

    Hallo Jürgen,
    ein sehr gelungener und detaillierter Beitrag für ungeübte Tomatenzüchter. Ich habe letztes Jahr auch versucht Tomaten aufzuziehen, habe jedoch den Fehler begangen, dass ich die Keimlinge zu früh der prallen Sonne ausgesetzt habe und sie dadurch verbrannt sind. Jetzt will ich es dieses Jahr vermeiden, dass dies nochmal passiert. Ab wann kann man denn die Pflanzen ohne Bedenken auf die Terrasse stellen? Zur Zeit stehen sie in einem sehr hellen Dachgeschosszimmer, wo es auch gern mal ein bisschen wärmer werden kann, wenn es draußen schön ist. Keimblätter sind bereits vorhanden.
    Vielen Dank schonmal und Grüße

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Julian! Vielen lieben Dank für Dein Lob! 🙂 Ich würde Tomaten in diesem frühen Stadium noch nicht rausstellen. Ich persönlich lass das junge Grünzeug erst nach dem Umtopfen mit mindestens einem echten Blattpaar an die frische Luft. Aber auch nur dann, wenn der Thermometer mehr als 15 Grad zeigt. DANN aber bitte auch erstmal in den Schatten, den du dir zur Not selbst machen kannst, etwa mit einem Stück Karton, dass du irgendwo fixierst. Dahinter kann sich das junge Gemüse gut vor den zunächst zu intensiven Sonnenstrahlen verstecken. 😉 Das muss dann auch nicht jeden Tag sein; passt es bei dir oder mit dem Wetter nicht, dann ist der Freigang eben ausgefallen. Und wenn du siehst, dass sie sich draußen tagsüber wohlfühlen und weiter entwickelt sind, dann, allmählich, darf es auch die Sonne sein. Aufpassen wegen Austrocknen der Töpfe. Gutes Gelingen! 🙂

  3. Sabine
    | Antworten

    Hallo Jürgen,

    ich habe dieses Jahr auch zum ersten Mal Tomaten selber ausgesäht. Sonst habe ich fertige Pflanzen beim Biogärtner erstanden. Aber in diesem Jahr hat mich der Ehrgeiz gepackt. Soweit so gut. Die Samen sind auch alle schön aufgegangen, es haben sich schöne Pflänzchen gebildet alles gut. Seit letzter Woche beobachte ich aber, dass sich die Blätter verändern. Die Pflanzen sind beim 4. Blattpaar. Nun werden aber die unteren nach und nach gelb. Ich habe angst, dass mir die Pflänzchen eingehen. Sollte ich den Pflanzen etwas Dünger gönnen? oder gieße ich vielleicht zu viel? Ich bin etwas verzweifelt.

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Sabine! Wo drin sitzen die jetzt? Hast du die schon eingetopft in normale Erde? Das sollte an Düngung eigentlich genügen… Und: Was für Blätter genau werden gelb? Wenn es nur die Keimblätter sind, dann ist das nicht weiter schlimm. Die sterben immer irgendwann ab. Magst mir mal ein Bild schicken oder am besten auf Facebook posten?

  4. Donna
    | Antworten

    Hallo Jürgen!
    Vielen dank für diese wirklich gelungene einfache Beschreibung! Ich bin begeistert u habe dich gleich bei mir im pinterest gepostet. Auch ich habe da noch ne Frage: meine Tomaten habe ich dieses Jahr schon Mitte Februar gesät u dementsprechend sind sie nun gewachsen. Wir haben einen Wintergarten der zumeist innen im schnitt um die 12° wärmer als draussen ist. Dort ist es sehr hell u ich wollte die Tomatenpflanzen dort auf die Fensterbank stellen. Ist es dort zu kalt? Also es kommt ja immer auf die Außentemperatur an, Frost wird es keinen im Wintergarten geben. So können die Tomaten auch für draussen schon Abhärten, oder?!
    Herzlichen dank u viele grüße von Donna

    PS: ein Klasse Beitrag! Weiter so!!!

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Donna, lieben Dank für das Lob und das Verlinken! 🙂 Deine Tomatne können da natürlich rein, ab einer gewissen Größe, erst Recht bei diesem Wetter in Deutschland. 🙂 Selbst wenn es dann 0 Grad draußen hätte, im Wintergarten 12, im heranwachsenden Alter kein Problem. Ein Wintergarten ist eine tolle Pflanzenkinderstube 😉 Nur: Pass auf, dass sie nicht direkt Sonnenlicht abbekommen, zumindest am Anfang. Da könnten die Blätter verbrennen. Viele Grüße und frohes Weiterlesen hier auf Muhvie.de! 🙂

  5. Sebastian
    | Antworten

    Hallo Jürgen,
    erst einmal vielen Dank für deine tolle Infoseite.
    Meine Tomaten (drei Cocktail-Tomatensorten) sind seit gestern auch schon alle geschlüpft. Wie lange lässt du die Pflanzen in der Anzuchtschale?
    Grüße,
    Sebastian

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Sebastian,
      erst mal lieben Dank für dein Lob! 🙂 Ich lasse sie auf jeden Fall ein echtes bis zwei Blattpaare entwickeln, dann wird es Zeit. Aber ich schaue auch immer, in wieweit sich die Wurzeln entwickelt haben (die ja durch nährstoffarme Anzuchterde im Wachstum gefördert werden). Wenn die merklich aus den Anzuchttöpfen rausgewachsen sind, dann wird es allmählich Zeit. Aber auf ein paar Tage kommt es da nicht an. Viele Grüße & Erfolg, Jürgen

  6. McMaries Kleingartenwelt
    | Antworten

    Danke für diesen gut und informativ gestalteten Beitrag! Hab mir gleich ein paar Infos notiert…
    Liebe Grüße Marie

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Lieben Dank und gerne, Marie!

  7. Jasmin
    | Antworten

    Hallo Jürgen!
    Wann fängst du dieses Jahr (2017) mit dem aussähen von Tomatensamen an, wenn du künstliches Zusatzlicht verwendest?
    Liebe Grüße * Jasmin

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Jasmin, ich habe jetz am Wochenende die ersten ausgesät. Das sind 3 Sorten Minitomaten – Minibel, Windobox Yellow und Red Robin -, da diese besonders schnell tragen sollen, selbst auf der Fensterbank funktionieren sollen und ertragreich wie aromatisch seinn sollen (eine weitere Empfehlung unter den Zwergen: Micro Tom). Meine „üblichen“ Outdoortomaten werden ich jetzt nach und nach in den nächsten 2 Wochen säen. Bis Mitte März und wohl auch noch etwas später ist man mit Zusatzlicht aber nicht zu spät. Viele Grüße, Jürgen

      • Jasmin
        | Antworten

        Vielen Dank für die Infos! Dann fange ich jetzt auch mal an ☺️

        • Jürgen Rösemeier-Buhmann
          | Antworten

          Gerne und viel Erfolg! 🙂 Die ersten sind bei mir bereits geschlüpft! 🙂

  8. Holger
    | Antworten

    Hallo Jürgen,
    jetzt muss ich Dich mal um Rat fragen. Ich bin anfang März auf Deine Seite gestoßen, und habe ganz spontan die Idee ergriffen ein paar Tomaten zu pflanzen. Ich hatte vergangenes Jahr Samen aus ein paar Rispentomaten (ganz normale Tomaten aus dem Supermarkt) „geerntet“ und inspiriert von Deiner Anleitung mitte März in Anzuchterde ausgesät. Im kleinen beheizten Minigewächshaus beu 24° sind alle(!) gekeimt und ich habe Sie tagsüber ob des kargen Lichts noch zusätzlich mit einem 30W LED Growlight und 2*25W weißen LED Strahlern beleuchtet. Die kleinen Pflänzchen haben sich gut entwickelt. Nach dem das erste Blattpaar entwickelt war habe ich sie in etwas größere, und garnicht so viel später in Ihre endgültigen Blumentöpfe ausgesät (in ganz normaler Blumenerde). Anfang Mai habe ich langsam mit tagsüber rausstellen zum abhärten begonnen. Morgens und Abends haben Sie nochmal etwas Kunstlicht zusätzlich bekommen. Die kleinen Pflanzen waren da schon gut 50cm groß. Zwei Wochen später gingen sie Mir schon bis zur Brust und ich habe Sie dann draußen gelassen. Sie stehen auf einem halb überdachten Balkon – Südseite zwar, aber ob dieses Sommers haben Sie nicht wirklich viel Sonne abbekommen. Vielmehr habe ich immer die Markise draußen, damit Sie nicht nass werden wenn es schräg regnet – was es ja glaube ich in den letzten 8 Wochen mindestens einmal am Tag gemacht hat.

    Soweit so schön, nun zu meinem „Problem“: Die Tomaten sind mittlerweile locker 2,50 Meter groß. Da ist nämlich das Dach. Ich habe inzwischen eine Schnur gespannt und versuche Sie halt horizontal weiter wachsen zu lassen – was Sie auch bereitwillig tun. Jede Pflanze hat inzwischen so 7-8 Blütenstände und die unteren sind voll mit Früchten (in größtenteils angemessener Größe). Die erste habe ich heute gegessen, denn die ersten sind schon Reif. Eine der Pflanzen war ein Nachzügler, das war noch ein Keimling als die anderen schon 30cm groß waren. Bei der hatte ich auch einen Geiztrieb übersehen, welcher sich in meinem einwöchigen Urlaub zu einem zweiten Haupttrieb entwickelt hat. Beide sind inzwischen nur unwesentlich kleiner als die anderen, vollständig ausgegeizten Tomaten. Sie haben einmal Calzium in Form von Gartenkalk bekommen, nachdem ich an einer Frucht Blütenendfäule entdeckt hatte. Ich habe dann gelesen, dass dies bei schnellwachsenden Sorten häufiger ein Problem ist. Und ich habe sie erst einmal gedüngt (mit einem Dünger der ebenfalls Calzium enthält). Die anderen Früchte sind in Ordnung.

    Aber kannst Du als Tomatenspezi mir erklären was da los ist? Das ist doch nicht normal wie die wachsen. Ich habe die Tomaten damals weder in Tschernobyl gekauft noch mit Wasser aus Fukushima gegossen. Wasser pumpt da übrigens an einem warmen Tag jede so 5 Liter weg!

    Vor allen dingen, wie soll das denn weiter gehen? Ich habe gelesen, vor August sollte man den Haupttrieb nicht kappen, und ich weiß wirklich bald nicht mehr wohin die noch wachsen sollen.

    Beste Grüße
    Holger

    PS: Die Tomate die ich heute genascht habe war fruchtig tomatig und lecker, hatte „allerdings“ so einen leicht „würzigen“ Geschmack, ganz ähnlich wie der (flüssig)Dünger riecht. Besteht da ein Zusammenhang? Kann der Geschmack vom Dünger in die Frucht übergehen? Ich habe absolut keine Ahnung davon, bisher dachte ich eigentlich einen ziemlich braunen Daumen zu haben, aber anscheinend ist der grüner als ich dachte…

    Kannst Du mir erklären was da lo

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Holger, leider hat mir WordPress mal wieder einen Kommentar „geschluckt“… Dein Tomatenproblem sehe ich erst jetzt :-/ Sorry dafür! Wie hast du das gelöst? Nun, es gibt schon Sorten, die abgehen wie die Feuerwehr und auch ich hatte dieses Jahr eine getauschte gelbe Sorte, die war am Ende locker 3,5 m hoch. Das gibt es schon, erst Recht unter guten Bedingungen. Sie querwachsen zu lasen, ha, habe ich auch bereits gemacht. Im Zweifelsfall kappe ich die dann aber doch und lasse u. U. einen oder 2 Geiztriebe ebenfalls wachsen. Denn: Die Bilden auch fix Blüten und damit Tomaten. Wie der Geschmack vom Dünger in der Frucht ist, keine Ahnung. War es vielleicht zu viel Dünger? Viel Erfolg im nächsten Gartenjahr! 🙂 LG, Jürgen

      P.S. Ein Überdüngen kann die Blütenendfäule übrigens auch verursachen, dann wenn die einen Nährstoffe zu viel sind und andere (Kalzium) hierdurch zu wenig aufgenommen werden können. Oft sind es aber auch hierfür empfängliche Sorten, die beispielsweise bei starken Temperaturschwankungen hierzu neigen. Nebenbei und getestet: Wenn die Tomate reif ist und die Blütenendfäule nicht allzu stark ausgeprägt ist… Ich habe das Kranke auch schon großzügig weggeschnitten, die Tomate war lecker.

  9. Frieda
    | Antworten

    Hallo, ich bins nochmal! Diesmal mit einer anderen Frage.
    Habe jetzt einen 65L-Kübel für drei Pflanzen angeschafft. Mindestens eine von ihnen muss auch bald in einen großen Topf, so dass ich möglichst schnell Umtopfen würde. Den 65L-Kübel kann ich unmöglich abends reinholen, die Pflanzen müssten also draußen bleiben. Bis zu den Eisheiligen sind es natürlich noch zwei Wochen – was tun? Wachstumsverzögerung wegen Topfgröße riskieren oder Frost riskieren? Macht Frost in so einem großen Kübel noch groß was aus, wenn ich mit dem Gießen abends aufpasse?

    PS: habe neben Mutterboden jetzt Langzeittomatendünger und Hornspäne besorgt – kann man Tomaten dadurch überdüngen oder passiert da nichts?
    Vielen Dank und sonnige Grüße!

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Frieda, Langzeitdünger (verabreicht nach Angabe) – das sind Hornspäne auch – haben den Vorteil, dass sie die Nährstoffe langsam abgeben. Da sollte nichts schief gehen. 😉 Seit glaub 1981 hatten wir – aus 2, 3 Nächte in Bayern – keinen Frost mehr an den Eisheiligen. Wie ich kürzlich las, gab es hier sowieso eine Verschiebung, die bedingt, dass es eher gegen Ende Mai nochmals kalt werden kann. Aber: Kalt ist ja relativ. Gewöhne mal Deine Tomaten an das Wetter da draußen und hole sie dann für ein paar Nächte nachts wieder rein. Wenn du unbedingt dann vor Mitte Mai pflanzen müßtest: Topf so geschützt wie möglich aufstellen, 2 Lagen Gartenvlies drumherum wickeln (nachts) oder einen Karton drüberstülpen (irgendwie fixieren, dass er nicht weggeweht wird), Wolldecke mit einem „Abstandhalter“ – nen Stock oder sowas – darüberhängen, sollte reichen. Ich habe jetzt auch ein paar Tomaten im Foliengewächshaus. Wenn die Pflanzen kontinuierlich über einige Tage an „draußen“ gewöhnt werden und es nicht dauerhaft unter 10 Grad hat… Viel Erfolg! 🙂

  10. Delphine
    | Antworten

    Hallo Jürgen,

    ich habe auch dieses Jahr wieder Tomaten gesät und alles ist ziemlich gut, nun aber sind bei ca 1/3 der Pflanzen die Blätter nicht so flach sondern ein bisschen auf sich „aufgerollt“ oder gebogen, und vor allem der Innenseite ist so lila farbig.. woher kann das kommen? alle haben gleiche Erde bekommen, nur einige sind Am Fensterbank (mit Zeitung unten wegen Kaltbrücke) und andere sind bei mit hinten in ein etwa kühlere Raum mit nur einem Dachfenster. Komischerweise sind die „problematischen“ die am Fensterbank, wo eigentlich mehr Wärme und mehr Licht da ist…
    hast du das schon bei dir erlebt und weißt du was man dagegen tun kann?

    Liebe Grüße aus LB Kreis..

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Delphine,
      hast du die gedüngt? Das kenne ich persönlich als Grund (bei ausgewachsenen) Tomaten später draußen. Wenn sie zu viel Dünger erhalten, dann rollen sie für eine gewisse Zeit die Blätter. Auch schon erlebt (wieder bei Pflanzen bereits draußen): Bei größeren Temperaturschwankungen – -> ist es nachts auffallend viel kühler als tagsüber? – oder bei extremer Trockenheit (große Hitze, bei der man mit dem Gießen nicht nachkommt). Trockenheit, also zu wenig Wasser, kann daher auch der Grund sein. Trocknen die manchmal völlig ab? Das alles ist aber auch immer sehr sortenabhängig. Die einen rollen schneller die Blätter, die anderen nicht. Ist das bei Dir auch so sortenspezifisch? Und: Lilafarben, die Blätter? Ich kenne es nur von Jungpflanzen, die sehr kühl (im Foliengewächshaus) stehen und wenn es da mal kühlere Nachttemperaturen gab. DANN wurde der Stängel so farbig. Nicht aber die Blätter. Und was mir noch einfällt: Kartoffelblättrige Tomaten haben manchma so „schrumpelige“ Blätter, die wie eingerollt aussehen können. Nicht weiter schlimm. Schau mal nach den genannten Kriterien. Wenn du keine Schädlinge irgendwo siehst, dann sollte da letztlich aber kein ernsthafter Schaden die Folge sein… Viel Erfolg und grüne Grüße, Jürgen

      • Delphine
        | Antworten

        Hallo Jürgen,

        ich habe die noch drin, von daher habe ich den nicht gedüngt. also zu viel kann es nicht sein. Temperaturschwankungen kann meiner Meinung nach auch nicht sein, die sind in eine Raum wo Heizung auf 18 Grad ganzen Tag ist, also wahrscheinlich +-2Grad, mehr nicht. und dann erwarte ich eher dass die die hinter in kühlerer Raum sind das haben, da hier kein é Heizung gibt uns also Temperatur abhängig von Wetter mehr schwenken.. und das ist gar nicht der Fall. Sortenabhängig sollte auch nicht sein, da ich genauso so gesunder so wie „Lila Farbe unten den Blätter“ Pflanzen habe von gleichen Sorten (Lemon Boy, Ochsenherz, Wonderwhite, Ananas Tomaten, usw…)
        es gibt ja einige kleine Schädlinge (ganz kleine dunklere fliegende Insekten) aber ich habe auch hinten welche, und bis jetzt gibt es keine Probleme, auch nicht auf Kürbisse, Paprika, Auberginen oder Gutken.. (die Gurken machen sogar schon deren ersten Blumen….)
        gibt es bei dir auch Schnee heute?

        Grüße

        • Jürgen Rösemeier-Buhmann
          | Antworten

          Salut Delphine, ja, auch hier hat es geschneit. Habe nicht schlecht heute gestaunt 🙂 Hm, erstmal scheint alles zu passen, dann würde ich einfach mal abwarten. Gegen die fliegenden Schädlinge habe ich Gelbtafeln aufgehängt. Die sind dank einer „verseuchten“ Gemüseerde mit der ich umgetopft habe, echt eine Plage. Gingen einige Pflanzen drauf :-/ Gelbtafeln helfen da übrigens, wenn auch bedingt. Gestern habe ich damit angefangen: Töpfe gerütelt und mit entsprechendem Abstand zu den Pflanzen einfach weggesaugt. Hat die Zahl der Plagegeister deutlich reduziert… Man muss nur aufpassen, dass man kein Pflänzchen ansaugt. Die Blätter sind dann weg. Liebe Grüße, Jürgen

  11. Frieda
    | Antworten

    Hallihallo,

    ich habe diesen tollen Blog auch vor ein paar Wochen entdeckt, mich gleich ans pflanzen gemacht und habe jetzt drei (habe wenig Platz) sehr hübsche kleine Tomatenpflänzchen, die seit dieser Woche jeden Tag ein paar Stunden Frischluft genießen und ihre ersten „richtigen“ Blätter bilden. Zugegebenermaßen stecken sie grade in Blumenerde. Bevor ich in ein paar Wochen aus den 12ern in richtig große Töpfe pflanze (wie groß sollten die Pflanzen zu dem Zeitpunkt sein?), frage ich mich nun: geht Blumenerde über den Sommer? Habe auch noch Kräuter- und Anzuchterde und überlege, das zugunsten der Durchlässigkeit und der Nährstoffe zu mischen? Wollte mir eigentlich nicht noch eine dritte Erde anschaffen, auch aus Platzgründen… Hast Du Tipps? 🙂

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Huhu Frieda, danke für das „toll“! 🙂 Aaaalso, das spezielle Erdengedöns finde ich kann man vernachlässigen 😉 Für 3 Tomaten eine extra Tomatenerde kaufen, die eh nur marginal anders als die anderen ist, muß nicht sein. Wenn du ihnen was Gutes tun möchtest, dann besorge Dir Urgesteinsmehl und/oder Hornspäne. Diese Langzeitdünger kannst du eh jeder Pflanze geben. Blühpflanzen weniger, hungrigem Gemüse wie Tomaten, Gurken, Zucchini entsprechend mehr. Kräuter-/Anzuchterde würde ich hierfür nicht nehmen, die ist zu nährstoffarm. Es sei denn, sie muss weg (man soll sie kein Jahr aufheben), dann mische die unter. Gepflanzt wird, wenn es bei Dir und dem Wetter passt. Manchmal sehen sie für die Töpfe arg klein aus, aber das gibt sich 😉 Bereits nach 2, 3 Wochen bei schönem Maiwetter wachsen die locker einen halben Meter, da sieht ein „zu großer“ Topf schnell gar nicht mehr so groß aus… 😉 Liebe Grüße, Jürgen
      P.S. gut und verlässlich ist das Agrarwetter von Proplanta. Postleitzahl eingeben und vorsorglich schauen: http://www.proplanta.de/Agrar-Wetter/Deutschland/

  12. Doris
    | Antworten

    Hallo ich habe mit Erfolg Tomaten ausgesät. Teils sind sie schon Carl. 4 cm hoch. Meine Frage: muss ich die Setzlinge düngen und wie oft ?

    Lbg

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Doris,
      super! War gar nicht so schwer, oder? 🙂 Also, du hast sie schon umgepflanzt in Töpfe oder machst das noch? DANN bekommen sie ja frische Pflanzerde und diese ist für die ersten Wochen stets mit ausreichend Nährstoffen angereichert. Nur wenn du in ein paar Wochen merkst, die wachsen so gar nicht mehr oder werden sogar gelb an den Blättern, dann ist eine schwache Düngung angesagt. Ansonsten genügt es, wenn junge Tomaten mit der ersten Blüte auch die erste Düngung bekommen. Viele Grüße in die Schweiz, Jürgen

  13. Ralph
    | Antworten

    hallo,
    beim tiefersetzen der pflänzchen, sollten die keimblätter überirdisch bleiben, oder sind diese nicht mehr wichtig, wenn schon ‚richtige‘ blätter gewachsen sind? sollen diese nämlich überirdisch bleiben, wäre nämlich nicht mehr viel spielraum zum ‚tieferlegen‘..!?

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Ralph, die Keimblätter sind in der Tat nicht mehr wichtig. Du kannst sie beim „Tieferlegen“ dranlassen oder abknipsen und die Tomate tiefer setzen. Grüne Grüße, Jürgen

  14. Ina
    | Antworten

    Hallo Jürgen, ich wackel seit Mittwoch oder Donnerstag 3 Mal/Tag an den Tomatenpflänzchenchen. Das tut denen wirklich sichtbar gut (auch wenn es für Außenstehende wahrscheinlich befremdlich aussieht 😉
    Und – sie haben jetzt auch Zeitung unter’m Popo!
    Liebe Grüße, Ina

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Ina,
      Ja, das funktioniert wirklich! 🙂 Schön, dass das Deine Tomaten auch mögen und die Zeitung hilft Dir sicher bei einem doch eher kalten Boden. LG, Jürgen

      • Mary
        | Antworten

        Darf Ich schnell anhängen: ab wann ärgert man die pflanzen? Ich will nicht zu früh anfangen aber auch nicht zu spät, bei meinen kommen gerade die ersten echten Blattpaare durch (ging vor 1 Woche los) und es ist mexikanischer Honig

        PS: super Seite für neu Züchter!

        • Jürgen Rösemeier-Buhmann
          | Antworten

          Hallo Mary,
          lieben Dank für das „P. S.“! 🙂 Du kannst mit dem Ärgern ruhig anfangen. 1, 2 x am TAg einfach mit dem Zeigefinder die Pflanze ein paar mal antippen, sodass sie ein wenig wackelt, fertig. Viel Erfolg und liebe Grüße, Jürgen

  15. Birgit
    | Antworten

    Lieber Jürgen,
    ich ziehe Tomaten für das Kalthaus, das ich von meinem Vater geerbt habe.
    Unsere Fensterplätze im Haus sind hell, aber bei Sonnenschein zu warm.
    Darum überlege ich die Jungpflanzen jetzt schon raus zu stellen.
    Im Gewächshaus gibt es Pflanztische.
    Ich möchte sie aber nicht dauernd raus und rein tragen.
    Welche niedrigste Temperatur halten die Pflanzen aus?
    8 Grad?
    Herzliche Grüße
    Birgit

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Liebe Birgit, ich hatte eine Tomate zum Test draußen (Foliengewächshaus). Die hat eindeutige Kälteschäden und es war nachts nicht kühler als 8 Grad. Ich würde es (noch) nicht riskieren, die Tomaten ins GWH zu stellen. Was vielleicht noch ginge (aber ohne Gewähr): WIe groß ist das Kalthaus? Ich habe das knapp 3 m2 große Foliengewächshaus schon mit 2 Windlichtern (und großen Kerzen darin) durch kühlere Nächte gebracht. Das hob die Innentemperatur um ein paar Grad an. Wenn du einen hast, dann kannst du die Temperatur so mal mit einem Thermometer testen… Früh morgens hast du ein reeles Ergebnis. Ich warte jedenfalls noch eine Weile. Letztes Jahr war Ende April völlig okay. Da kam ein Teil der Chili, Paprika und Tomaten da hinein… Liebe Grüße, Jürgen

  16. Nadja
    | Antworten

    Hi.bin ein totaler Neuling und würde gern etwas wissen.hab vor ca. 1.5 Wochen die tomatensamen im zimmergewächshaus gepflanzt.seit 3 Tagen sprießen die pflänzchen nur so.hab aber kaum noch platz unter dem Deckel. Kann ich ihn schon dauerhaft abmachen?es ist draussen ja noch nicht so warm.

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Nadja, sorry, bin diese Woche mehr im Garten, denn am Rechner… Wie hoch ist der Deckel denn? In 3 Tagen bis an den Deckel, würde für zu starkes Wachstum bei wenig Licht und viel Wärme sprechen, wenn wir von einem Zimmergewächshaus mit einem etwa 10 cm hohen Deckel sprechen. Oder ist das eine Anzuchtschale mit so einem flachen Deckel? Ansonsten gilt: Ja, nimm den Deckel vom Zimmergewächshaus ruhig ab. Die Raumtemperatur reicht denen völlig. Bis 15 Grad ist alles okay. Dann schießen sie auch nicht so in die Höhe und wachsen etwas langsamer, dafür gesund. Sollten sie geschossen sein (man nennt es auch vergeilen oder Geilwuchs), dann zeitnah eintopfen. Du kannst gerne mal ein Foto auf meiner Facebook-Seite posten. Dann kann ich Dir Genaueres sagen. Viel Erfolg!

  17. Barbara
    | Antworten

    Hallo Jürgen,

    für mich als Tomatenaussaat-Neuling, bin ich froh Deine informative Seite gefunden zu haben, aber ich habe trotzdem noch einige Fragen:
    – heute erhielt ich die bestellten alten Tomatensorten – Aussaat doch noch möglich, oder?
    – wenn ich dazu Quelltöpfchen nehme und ich es schaffen sollte kleine Pflänzchen zu bekommen, lass ich sie bis zum auspflanzen in einen großen Topf NUR da drin, oder setz ich diese Quelltöfchen auch wie nach dem pikieren in ca. 10 cm Ø Töpfe (mit Blumenerde und Komposterde).
    Danke vorab und bis zu meiner nächsten Frage ;o)),

    Lieben Gruß Barbara

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Huhu Barbara, willkommen auf Muhvie.de! 🙂
      Ja, Tomaten kannst du jetzt noch locker ausäen. Ich habe auch eine Sorte vergessen, die kommt die Tage in die Erde. Wenn die Pflänzchen im Quelltopf – ein Samen pro so einer Anzuchtmöglichkeit – etwas gewachsen sind, dann setzt du die MIT diesem in einen Topf mit normaler Erde. Da muss Du nichts mehr pikieren und hier können sie noch wachsen, bis es raus an den endgültigen Standort geht. (Werden sie zu groß für diesen Topf, dann kann du sie ruhig nochmal in einen größeren umtopfen.) Beim erstmaligen eintopfen, wie später dann auch, etwas tiefer setzen. Das fördert die Wurzelbildung und, Falls die Tomatenpflanzen doch etwas „spargelig“ mit einem langen dünnen Trieb wurden, wird das so kompensiert. Viel Erfolg! 🙂
      Liebe Grüße
      Jürgen

  18. Ulrich
    | Antworten

    Hallo Jürgen,
    kann ich für die Topferde nur Komposterde von unserer Kompostierung nehmen und was muss ich mit der Erde weiterhin machen? Diese ist sehr gut, und kostenfrei.
    Ich danke schon mal für eine Antwort.

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Ullrich,
      hm, gute Frage. Probiert habe ich das noch nicht, aber: Ich würde fast vermuten, dass du damit (also reinem Kompost) die Tomaten überdüngst, also pur verwendet. Zumal sich der gute Kompost bei Wassergabe auch noch vollsaugt wie ein Schwamm. Das habe ich gerade diese Woche bei einem Eimer voll Kompost gemerkt, den ich stehen ließ und auf den es regnete. Der Eimer wog gefühlt eine Tonne 😉 Die Gefahr des „Ertrinkens“ und mangelhafter Wurzelbelüftung ist daher auch noch gegeben.

      Was einen Versuch wert wäre, es wie die Pflanzenerde-Hersteller machen, heißt, Erde, in Deinem Fall Kompost, abmagern und wassderdurchlässiger zu machen. Normalerweise wird das ja mit billigem Torf (gibt es auch pur zu kaufen) gemacht, den ich so gut es geht meiden möchte. Alternativ: Es gibt recht günstig dieses Kokossubstrat wie es bei den Jiffy Kokosanzuchttöpfen enthalten ist. Damit lockerst du vielleicht das Ganze optimal auf (Menge muss man testen) und das Ganze ist ein nachhaltig genutztes Abfallprodukt aus Kokosnussschalen. Lustigerweise ist Ikea da wohl recht günstig. Amazon oder Ebay hat aber auch größere Mengen zu einem akzeptablen Preis. Alternativ kann man sich seine eigene Erde aus dem Kompost mischen mit Sand, Perlit und Vermiculit (wasserspeicherndes, natürliches Silikat, das ich persönlich sehr gerne verwende). Am besten vielleicht aus Kokos, Kompost, Sand, Vermiculit oder Perlit? Kokosfasern werden da aber die Hauptrolle spielen müssen. Und. Dank der Anregung werde ich das dieses Jahr auch einfach mal ausprobieren. Billiger wird es auf jeden Fall, verglichen mit einer guten Erde aus dem Gartencenter…. Wenn du ein gutes Ergebnis erzielst, gerne berichten! 🙂

  19. Ines
    | Antworten

    Hallo Jürgen, vielen Dank für deine Antwort. Hatte wegen diesem Beitrag schon Bedenken: http://www.focus.de/gesundheit/news/toedliches-gartengemuese-79-jaehriger-stirbt-nach-zucchini-verzehr_id_4890301.html. Habe den ersten Samen schon vor Jahren von einer gegessenen Ochsenherz-Tomate gewonnen. Hatte es damals genauso gemacht, wie du es beschrieben hast: Samen auf Küchenkrepp und dann trocknen lassen – funktioniert super. Hatte bis jetzt auch keine Probleme mit dem Keimen. Ich liebe diese Tomaten!! Werde aber im nächsten Jahr unbedingt die Pflänzchen „ärgern“ – hört sich spannend an. Viele Grüße!

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Ines, was da derzeit die Runde macht, das fällt bei mir unter journalistisches, gefährliches Halbwissen. Beispiel: Am Wochenende haben wir Gurken eingekocht. Eine davon ist wohl bei der letzten Hitzewelle „auf die Welt gekommen.“ Ihr Anschnitt war richtig bitter. Das kam dann wohl vom Gießstress. Dieser, also das dann Kürbisgewächse wie Kürbis, Zucchini und Gurke bitter werden, das ist nicht ungewöhnlich. Und diese ganzen Artikel vergessen zu betonen, dass dann das Gemüse sowas von bitter schmeckt, dass man das unter normalen Umständen sicher nicht isst. Der Rest der Gurke war übrigens einwandfrei. Tomaten und anderes Gartengemüse betrifft das überhaupt nicht! Also: Ruhig weiter Samen von Deinem Ochsenherz für die nächste Gartensaison sammeln 😉 Mehr und ausführliche Infos zu dem Sensationsthema „Tod durch Zucchini“ (und die wart bestimmt nicht der Grund…), die habe ich mal hier zusammengefasst: http://www.muhvie.de/zucchini-toedlich-gurke-bitter-kuerbis-wann-zierkuerbis-und-essbar/

  20. Ines
    | Antworten

    Hallo, ich ziehe meine Tomatenpflanzen auch selber. Kann ich den Samen der neuen Früchte für das nächste Jahr nehmen, oder gibt es dann Probleme (Inzucht)?

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Ines, wenn du keine sogenannten Hybride hast – Samen hätten entsprechend z.B. mit „F1“ gekennzeichnet sein müssen -, dann ist das gar kein Problem. Im Gegenteil. Denn wenn sich die Pflanzen bei Dir wohlgefühlt haben, dann stehen die Chancen gut, dass sie auch nächstes Jahr gut dastehen. Also, ruhig machen. Trocknen auf Zewa, einen Tag in Wasser einlegen und dann abseihen und auf Zewa trocknen. Oder (dauert mir zu lange) unter fließendem Wasser abspülen. Der Glibber drum ist keimhemmend. Auf Zewa abgetrocknet, ist das aber kein Problem mehr. Viel Erfolg! 🙂

  21. Eva
    | Antworten

    Hallo, wenn ich die Erde für meinen Tomaten-Topfgarten vorbereite, schneide ich pro Topf 3-5 Stängel Brennesseln hinein und gebe noch 1 große Tasse Asche hinzu. Das ergibt eine üppige Ernte. Seit zwei Jahren pflanze ich noch eine 20 Cent Mini-Petersilie (die gibts bei uns im Blumenladen) in jeden Tomatentopf. Erstens habe ich so immer reichlich Petersilie und zweitens hieß es, die Petersilie würde das Aroma der Tomaten fördern. Der Tip war mal in einer Gartensendung im Fernsehen. Viele Grüsse Eva

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Eva, Brennessel gibt es bei mir in Form von Jauche (kann man übrigens auch ganz einfach als Pulver kaufen…) 🙂 Guter Stickstoffdünger, daher gut fürs Wachstum. Und Petersilie oder Basilikum pflanze ich auch zu den Tomaten. So wie Dill oder Borretsch zu Gurken. Die pflanzen mögen sich und, kleiner Nebeneffekt, der Platz im Topfgarten ist optimal genutzt 😉 Tagetes zu den Tomaten pflanzen erhält übrigens auch die geliebten Früchte gesund. Viel Erfolg auch in diesem Jahr mit Deinen Tomaten! 🙂

  22. Verena
    | Antworten

    Hallo Jürgen!
    Bin auch nun kurz vor „drittens“.
    Da ich sie mir „nur“ später auf dem Balkon ziehen kann, geht es eigentlich auch das ich in einem 30er Kübel zwei oder sogar drei Cherry-Pflanzen ziehen kann? Denn ich habe (durch das umkippen der Samen im Minigewächshaus, meines Sohnes) nun ca. 20 Zöglinge…..
    Viele Grüße aus Bremen

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Verena, lieber eine zu viel, als zu wenig 😉 Hm. 30er Töpfe sind schon arg klein, es sei denn er ist sehr hoch (nicht die Putzeimergröße) oder die Cocktails ziemlich klein. Gibt ja auch so Zwerge wie meine Johannisbeertomate, die nicht größer als einen Meter werden… In 40er habe ich eine Cocktail und eine „normale“ seit Jahren sitzen. Das klappt super, sitzt unten sogar noch Basilikum drin. Du kannst es aber mal testen, mehr als 2 würde ich aber nicht setzen. Gib was Stabilisierendes unten rein (Kies, Splitt), es sei denn der Balkon ist gut geschützt oder es steht alles so voll, dass nichts umfallen kann. Ansonsten könnte der Topf mit dem später vielen Laub auch mal vom Wind umgepustet werden… Mein Tipp: Gib Kompost rein (Nahrung und guter Wasserspeicher, gibt es ja auch in Säcken zu kaufen). Bei mir bei Starkzehrern wie der Tomate obligatorisch: Urgesteinsmehl und Hornspäne = Langzeitdünger. Viel Erfolg und ich schreibe die Tage 4. 😉

  23. Anika
    | Antworten

    Hallo Jürgen,
    was für eine Erde muss man nehmen, wenn die Tomaten in einen Kübel umgepflanzt werden? Kannst du eine Bio-Marke empfehlen? Und wie groß sollte der Kübel sein? Und ab wann muss man die Tomaten düngen?

    🙂

    Grüße,
    Anika

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Hallo Anika,
      ich verfasse diese Woche noch einen Text zu #Topfgarten und #Balkongarten und was die allerwichtigsten basics sind… Aber vorab: Gönne Deinen Tomaten mindestens einen 30er Topf. Oftmals auch als 10 Liter Topf angegeben. Ich habe gut Erfahrungen mit 40+ Töpfen gemacht. Bei der Größe kann aber eine „normale“ und eine Cocktailtomate in einen Topf. An den Rand getopft, wie üblich dann tiefer für die Wurzelbildung, dann klappt es. Unten setze ich gleich noch passend selbstgezogenen Basilikum rein, Haben ähnliche Ansprüche und, geht es der Tomate gut, klappt es auch mit dem Basilikum (entspitzen nicht vergessen, wird er buschiger). Zur Erde: Bio, torffrei, da gibt es ja heute Einiges. Ich persönlich mag die torffreie Floraself-Erde zB gar nicht. Das ist ein faseriges Substrat. Habe es aber bereits zu normaler Erde beigemischt. Ebenso wie die Neudorff-Erde (auch torffrei), die ich besser finde. Die Mischung fand ich super. In Sachen Bio-Erde finde ich jene von Compo gut. Aber diese ist nicht völlig torffrei. Egal aber, ob Bio, torffrei oder nicht. Ich würde Gemüseerde verwenden. Die ist anders in der Zusammensetzung als Blumenerde. Was ich mache: Für Tomaten, Gurken wie Zucchini im Topf: Zwei, drei Hände Kompost unter die Gemüseerde mischen. Speichert Feuchtigkeit und gibt den starkzehrenden Pflanzen eine gute Basis. Mit dazu: Etwas Urgesteinsmehl (u. a. wichtige Mineralien) und Hornspäne als Langzeitdünger. Dies genügt erstmal. Zumal alle Erden bereits vorgedüngt sind. Das genügt locker 6 Wochen. Gedüngt wird bei uns dann ab der ersten Blüte. Soweit alles geklärt? 🙂 Sonnige Grüße Jürgen

  24. Ina
    | Antworten

    Hallo Jürgen, Du hast recht – Tomaten aus Samen selber ziehen ist gar nicht so schwer. Glaube, ich stehe kurz vor „drittens“ und muß in größere Töpfe umtopfen. 🙂 Danke für Deine super Anleitung für Gartenanfänger!!!!!!!!! Viele Grüße!

    • Jürgen Rösemeier-Buhmann
      | Antworten

      Sage ich doch! 😉 Dann weiter viel Erfolg! Das Pikieren klappt bestimmt auch problemlos und dann hast du es fast geschafft. 😉 Sonnige Grüße!

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